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Wahlkampf bizarr: Bachmann nennt "Irene" ein Zeichen Gottes

Tea-Party-Frau Michelle Bachmann sieht offenbar einen Zusammenhang zwischen Naturkatastrophen und US-Politik. Im Wahlkampf bezeichnete sie das Erdbeben an der Ostküste und Wirbelsturm "Irene" als "Akt Gottes". Das Zeichen sei gegen Washington gerichtet - ein Scherz,*behauptet nun eine Sprecherin.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...783218,00.html
  1. #200

    1. Peinlichkeiten mit System

    Es ist nicht nur Bachmann. Es ist ein intellektueller Flachmann, der aus dem Artikel spricht. Dazu passt auch der SPIEGEL-Artikel "Freudlose Clowns", 35/11, Seite 98. Aus dessen Inhalt ist wesentlich mehr abzuleiten.

    Die bisher erkennbaren 15 republikanischen Herausforderer, von denen einige als TOP-Favoriten gelten, würden in früheren Zeiten als vollkommen ungeeignet gelten. (SPIEGEL 35/11, S. 99) Bereits 2007/08 zeigte die Kandidatenkür der Republikaner, dass sie erhebliche Mühe hatten, repräsentative Kandidaten zu benennen. Auch jetzt wieder ein ähnliches Bild. Ob Vertreter der nationalistischen Tea-Party-Bewegung oder über jeden Zweifel erleuchtete Evangelikale, das bisherige Jammerbild der Kandidaten ist bezeichnend. Die Demokraten haben Obama mit einer Zustimmung von noch 39 %. Sieht es dahinter mit der Kandidatenqualität wesentlich besser aus als bei den Republikanern?

    Einer der 15 ist als Favorit auch Mitt Romney. Ein ehemaliger Gouverneur von Massachusetts. Er trat auch 2008 an und gilt als langweilig, kalt, besserwisserisch und opportunistisch. Ein ernsthafter Bewerber ist auch der texanische Gouverneur Rick Perry. Noch vor 2 Jahren schlug er vor, Texas von den USA zu lösen. Gerne würde er in den offiziellen Schullehrplänen die biblische Schöpfungsgeschichte als naturwissenschaftliche Realität verankern. Michele Bachmann, ebenfalls eine aussichtsreiche Kandidatin, ist auch nach einer Vergewaltigung gegen jede Abtreibung. Sie sperrte sich in der dramatischen Haushaltsdebatte (Ende Juli) gegen jeden Kompromiss. Sie verhielt sich wenig staatsmännisch und mißbraucht jetzt noch die göttliche Gewalt im Wahlkampf. Und da ist noch Sarah Palin, die sich wohl auch für 2012 als Kandidatin erklären wird. Sie führte 2008 einen kläglich missglückten Wahlkampf als Vizepräsidentschaftskandidatin von John McCain. Als Gouverneurin von Alaska trat sie zurück. Obwohl die Liste ihrer Peinlichkeiten legendär ist, wird gemutmaßt, dass ihre Unwissenheit die Sympathien noch erhöhen könnte. Und diese Annahme offenbart ein Kardinalproblem der Demokratie. Denn inzwischen besteht die Gefahr, dass nicht Kompetenz, Wissen und Erfahrung, sondern Unbekümmertheit und pure rücksichtslose Überzeugung in einem Wahlkampf entscheidend werden. Ganz so, wie es uns auch der allgegenwärtige TV-Trash vorgaukelt. Ist es tatsächlich so, dass inzwischen in den USA nur dann ein Kandidat als volksnah und wählbar gelten kann, der nicht viel mehr weis als die, die ihn als Ihresgleichen zu wählen bereit sind? Frei nach dem Motto, ich kann zwar nur bis 10 zählen, aber wer mein Freund sein will, der sollte auch nur bis maximal 11 zählen können. Damit wäre dann Jeder, der mehr weis als seine Wähler bereits sind zu begreifen, oder mangels allgemeiner Bildung können, nicht mehr vermittelbar. Das wäre dann eine Palin-Doktrin. Wenn die Meldungen und Kommentare, die wir in den vergangenen Monaten und Jahren über die USA erhielten, stimmen, wonach das Wissen der dortigen politischen Entscheidungsträger nach unseren Maßstäben nicht ausreichend sein könnte, um als Weltmacht weitreichende Perspektiven zu gestalten, was haben wir dann künftig zu erwarten?
  2. #201

    2. Peinlichkeiten aus dem System

    Vorläufer dieser möglichen Einschätzung ist die Außenpolitik der letzten 50 Jahre. Mit Ausnahme des Kalten Krieges, als sich ein noch realitätsfremderes Regime den Amerikanern beugen musste, gab es von Vietnam, Cuba, Iran, Irak und bis Afghanistan eine Kette von Fehleinschätzungen, die alle eine außenpolitische Wüste hinterließen. Ursache hierfür könnte auch gewesen sein, dass in den USA in der gesamten politischen und Verwaltungshierarchie zunehmend die Persönlichkeiten fehlen, die aufgrund ihres Wissens und ihrer Erfahrung in der Lage sind, eine für globale Maßstäbe überzeugende Politik zu formulieren. Nach allem was so zu lesen ist, kann die amerikanische Bildungspolitik nicht mehr den Anspruch erfüllen, im Volk die Voraussetzungen zu schaffen, die für demokratische Entscheidungsprozesse unbedingt notwendig sind. Wie sonst ist zu erklären, dass die bis jetzt erkennbaren republikanischen Kandidaten ein so weltfremd lächerliches Bild ihrer Kompetenz abgeben? Sind sie gar ein Spiegelbild ihrer Wähler im Sinne von 1 mehr als 10? Ist es richtig, dass sich auch bei uns ein ähnliches Dilemma abzuzeichnen beginnt? Es ist nicht allein das Heer der lebenslänglichen Transferempfänger und das Pisa-Problem, die (auch) mit wohlmeinenden Reduzierungen der Anforderungsprofile entstanden sein könnten. Jede Firma kann ein Klagelied der sich ständig reduzierenden schulischen Grundfertigkeiten singen. Gleichzeitig unbestritten ist aber auch, dass sich durch die ständig steigende Komplexität der nationalen und globalen Probleme die Anforderungen an die Entscheidungsträger erhöhen. So trifft denn, und das nicht nur in den USA, die sich verändernde allgemeine Volksbildung auf Regierungssysteme, die gegenüber den globalen Anforderungen nur noch mit wesentlich größerer Kenntnis und Erfahrung als bisher bestehen können. Was ist, wenn ein Volk aus seiner Mitte nicht mehr in der Lage ist, in ausreichendem Umfang die Personen zu wählen, die den Anforderungen genügen? Die Kandidatenkür in den USA könnte hierfür exemplarisch sein. Das langfristige Ergebnis dieser Entwicklung wäre dann, dass sich, ähnlich wie in Frankreich, auch in anderen Ländern eine mit den Entscheidungsträger der Industrie und den Verbänden eng verquickte Verwaltungsaristokratie bildet. Diese Entwicklung würde dann letztlich in einen demokratischen Verwaltungsstaat münden.

    Die USA als Vorreiter und Lehrmeister? Zumindest im TV-Trash war es bisher so. Der allgemeine Niveau-Verlust der westlichen Systeme in Bildung und Gesellschaft ist demnach systemimmanent.

    Wer wagt es, dieser Entwicklung einen Namen zu geben? Wer wagt es, für diese offensichtliche und irreparable zwangsweise Entwicklung Natur(?)-Gesetze zu formulieren?.
  3. #202

    2. Peinlichkeiten aus dem System

    Vorläufer dieser möglichen Einschätzung ist die Außenpolitik der letzten 50 Jahre. Mit Ausnahme des Kalten Krieges, als sich ein noch realitätsfremderes Regime den Amerikanern beugen musste, gab es von Vietnam, Cuba, Iran, Irak und bis Afghanistan eine Kette von Fehleinschätzungen, die alle eine außenpolitische Wüste hinterließen. Ursache hierfür könnte auch gewesen sein, dass in den USA in der gesamten politischen und Verwaltungshierarchie zunehmend die Persönlichkeiten fehlen, die aufgrund ihres Wissens und ihrer Erfahrung in der Lage sind, eine für globale Maßstäbe überzeugende Politik zu formulieren. Nach allem was so zu lesen ist, kann die amerikanische Bildungspolitik nicht mehr den Anspruch erfüllen, im Volk die Voraussetzungen zu schaffen, die für demokratische Entscheidungsprozesse unbedingt notwendig sind. Wie sonst ist zu erklären, dass die bis jetzt erkennbaren republikanischen Kandidaten ein so weltfremd lächerliches Bild ihrer Kompetenz abgeben? Sind sie gar ein Spiegelbild ihrer Wähler im Sinne von 1 mehr als 10? Ist es richtig, dass sich auch bei uns ein ähnliches Dilemma abzuzeichnen beginnt? Es ist nicht allein das Heer der lebenslänglichen Transferempfänger und das Pisa-Problem, die (auch) mit wohlmeinenden Reduzierungen der Anforderungsprofile entstanden sein könnten. Jede Firma kann ein Klagelied der sich ständig reduzierenden schulischen Grundfertigkeiten singen. Gleichzeitig unbestritten ist aber auch, dass sich durch die ständig steigende Komplexität der nationalen und globalen Probleme die Anforderungen an die Entscheidungsträger erhöhen. So trifft denn, und das nicht nur in den USA, die sich verändernde allgemeine Volksbildung auf Regierungssysteme, die gegenüber den globalen Anforderungen nur noch mit wesentlich größerer Kenntnis und Erfahrung als bisher bestehen können. Was ist, wenn ein Volk aus seiner Mitte nicht mehr in der Lage ist, in ausreichendem Umfang die Personen zu wählen, die den Anforderungen genügen? Die Kandidatenkür in den USA könnte hierfür exemplarisch sein. Das langfristige Ergebnis dieser Entwicklung wäre dann, dass sich, ähnlich wie in Frankreich, auch in anderen Ländern eine mit den Entscheidungsträger der Industrie und den Verbänden eng verquickte Verwaltungsaristokratie bildet. Diese Entwicklung würde dann letztlich in einen demokratischen Verwaltungsstaat münden.

    Die USA als Vorreiter und Lehrmeister? Zumindest im TV-Trash war es bisher so. Der allgemeine Niveau-Verlust der westlichen Systeme in Bildung und Gesellschaft ist demnach systemimmanent.

    Wer wagt es, dieser Entwicklung einen Namen zu geben? Wer wagt es, für diese offensichtliche und irreparable zwangsweise Entwicklung Natur(?)-Gesetze zu formulieren?.
  4. #203

    Noch so Witz

    Im August hat ein US-Pastor gefordert, dass ein nationales christliches Register im Internet eingerichtet wird, in dem alle Atheisten erfasst werden, damit sich die guten Christen informieren können, wer Atheist ist (Atheisten sind, wie man "weiß", die Leute, die für den Satan das Böse in die Welt bringen), um sie und ihre Geschäfte boykottieren zu können. Nach einem Aufschrei der Entrüstung erklärt dieser Pastor in seinem Blog: "It was written mostly in parody (jokingly)." (http://pastormikeschurch.blogspot.co...here-will.html) - natürlich ohne darauf zu verzichten, die bösen Atheisten, die nicht lieb und nett reagierten, als intolerant zu brandmarken. Genau, wie kann sich jemand über einen "Scherz" aufregen. Da fragt man sich, was die angeblichen Gründe für den Irakkrieg gewesen wären, wenn wichtige Teile der US-Bürger vor dem völkerrechtswidrigen Angriff öffentlich erklärt hätten, es gäbe keine C-Waffen im Irak und daher auch keine Grund für den Krieg. Hätte Bush dann auch erklärt, es war ein Witz? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber bei den ultrarechten Christen in den USA scheint es eine erhebliche Anzahl von Komikern zu geben, die einen schwarzen Humor haben - denn selbstverständlich haben sie ihre Aussagen und Forderungen im Falle massiver Kritik nie ernst gemeint. Ein (atheistischer) Schuft, wer etwas anderes behauptet.
  5. #204

    ein bisschen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Tea-Party-Frau Michelle Bachmann sieht offenbar einen Zusammenhang zwischen Naturkatastrophen und US-Politik. Im Wahlkampf bezeichnete sie das Erdbeben an der Ostküste und Wirbelsturm "Irene" als "Akt Gottes".(...)
    Ein bisschen bigott waren die Amerikaner schon immer.
    Heute brauchen Sie den lieben Gott mehr denn je,
    um aus der Patsche herauszufinden.

    Wir wollen hoffen, dass der Allmächtige Zeit für sie übrig hat!


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