Fillon spielt jetzt die Rolle des weisen Staatsmannes. Er fordert den Vorsitz nicht für sich, sondern für den 'neutralen Juppé. Was für ein toller Politiker der nicht seine Karriere zum Dreh- und Angelpunkt macht, sondern das Wohl seiner Partei.
Falls aber das Wohl der Partei nicht so erreicht werden kann, kennt Fillon auch einen anderen Weg, er 'ruft die Justiz' an die ihm Gerrechtigkeit verschaffen soll.
Fazit: Fillon erkennt nicht das Reglement der UMP an, Fillon sagt dass die UMP von einer Bande von Täuschern und Wahlfälschern geführt wird, Fillon sagt auch dass letztendlich nicht die Wahl der Parteimitglieder ausschlaggebend ist. Letztendlich geht damit der Anspruch der innerparteilichen Demokratie bei der UMP flöten. Was bleibt wäre eine Bande von Personen die sich einer Gruppierung, nämlich der UMP, bemächtigt hat um in ihr und mit ihrer Hilfe politische Karriere zu machen.
Fillon ist sich nicht bewusst was er hier anrichtet, oder er ist vollkommen durchgeknallt. Hätte eine in ihre Ursprungsbestanteile 'RPR' (konservativ, national) und 'UDF' (bürgerlich, europafreundlich) zerfallende UMP (die erst seit Chirac existiert) noch eine Chance, getrennt streiten im Wahlkampf, anschliessend in einer Koalition zusammen regieren, so macht das Beharren Fillons innerhalb der UMP 'Gerechtigkeit' einzuklagen der Partei den Garaus.
Es gibt einen Gegensatz in Frankreich zum deutschen Parteiensystem. Eigentlich ist die UMP eine Ansammlung von vielen kleinen Gruppierungen, Kreisen usw in denen einzelne Politiker oft eine herausragende Rolle spielen. Das Ganze geht nur gut wenn ein 'starker Mann' wie Chirac oder Sarkozy dem vorsteht und die Richtung ansagt. Rechte Wähler bevorzugen normalerweise einen starken Mann am Ruder, aber mit zwei sich wie Pack schlagenden UMP-Granden gibt es keinen "starken Mann" mehr, aber es gibt eine "starke Frau" in der französischen Rechten. Bleibt als 'starker Mann' noch Sarkozy, aber der war im zurückliegenden Wahlkampf oft noch rechter als die 'starke Frau'.

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