... zu Deutschland ? Hier dürfen die Ergebnisse auch erst mit der Schliessung der Wahllokale veröffentlicht werden. OK, bei uns ist um 18:00 schon dicht bei den Franzosen erst um 20:00. Aber macht das einen Unterschied ?
DPAWer Frankreichs nächster Präsident wird, erfährt das Ausland früher als die Franzosen: Ein Gesetz verbietet die Veröffentlichung von Ergebnis-Trends vor Schließung der Wahllokale. Doch der verordnete Blackout hat im Twitter-Zeitalter keine Chance.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...828350,00.html
... zu Deutschland ? Hier dürfen die Ergebnisse auch erst mit der Schliessung der Wahllokale veröffentlicht werden. OK, bei uns ist um 18:00 schon dicht bei den Franzosen erst um 20:00. Aber macht das einen Unterschied ?
Hab's gefunden ! Der Unterschied sind 25.000€.
§ 49a Ordnungswidrigkeiten
(1) Ordnungswidrig handelt, wer
[...]
2.
entgegen § 32 Abs. 2 Ergebnisse von Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe über den Inhalt der Wahlentscheidung vor Ablauf der Wahlzeit veröffentlicht.
(2) Die Ordnungswidrigkeit nach Absatz 1 Nr. 1 kann mit einer Geldbuße bis zu fünfhundert Euro, die Ordnungswidrigkeit nach Absatz 1 Nr. 2 mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro geahndet werden
den DOM/TOMs aus? Die kriegen auch ohne Twitter, Facebook & Co. die ofiziellen Ergebnisse vor Schließung der Wahllokale gereicht. Sind das Demokraten zweiter Klasse?
Zitat:umgekehrt: Na, dann bin ich ja gespannt auf die nächste Wahl in Deutschland. Mal sehen was dann los ist. Offenbar wissen "alle Wichtigen" schon ab 15/16 Uhr bescheid.Das digitale Zeitalter hat die Auflagen längst ausgehebelt: Die Demoskopen wissen - wie in Deutschland auch - im Voraus, wer wie viele Stimmen gewonnen hat.
Sogar Mappus (BaWü) sagte in einem Interview, dass den Politkern und Journalisten die Ergebnisse der Demoskopen ab 15:00...15:30 Uhr vorliegen.
Wenn die Ergebnisse nun bei jeder Wahl knapp 3 Stunden vor Schließung der Wahlurnen bekannt werden, wäre das fatal.
Nun kann man nur hoffen, dass daraus nicht wieder ein "Strick" für das Internet gedreht wird (böse Infos über das böse Internet), sondern dass man lernt damit umzugehen und das vernünftig regelt.
Ich glaube, dass der Autor, der sich hier zu echauffieren versucht, einfach keine Ahnung hat, dass es in Deutschland genauso ist. Man kanns ja mal versuchen...
Sollte es sich allerdings durchsetzen, dass ein Wahlausgang in D tatsächlich um 15:00 Uhr bekannt würde, könnte ein Trend entstehen, dass Leute halt warten bis 15:00 Uhr schauen wie es wohl ausgehen sollte und dann erst wählen, wodurch sich die Gewichtungen nochmal deutlich ändern könnten. So ist die Sache auch eigentlich nur lösbar, weil die "Voraussagen" der Meinungsforschungsinstitute funktionieren nur unter dem Kompromiss, dass sie nicht bekannt werden. Damit würden sich die Institute ad ad absurdum führen und in diesen Fällen unnötig machen.
Zitat aus Wahlforschung
"Wegen ihres vermuteten Einflusses auf den Wahlausgang ist in verschiedenen europäischen Ländern (Frankreich, Portugal, Spanien, Ungarn) die Veröffentlichung von Umfrageergebnissen ein bis zwei Wochen vor der Wahl untersagt. In Deutschland existiert kein solches Verbot, da es mit der im Grundgesetz garantierten Informations- und Pressefreiheit nicht vereinbar wäre."
Ich wäre auch für ein solches Verbot in Deutschland (am besten auf ein halbes Jahr verlängert). Die Grundrechte werden doch sowieso regelmäßig aus geringeren Gründen eingeschränkt.
Oder wieso habe ich den Eindruck, dass dieser Artikel von einem Schulpraktikanten geschrieben wurde?
Wie gesagt, in Deutschland gibt es die selbe Regel, und wie einst WoWi sagte:"...und das ist gut so."
Ja, sehe ich genauso - ich frage mich, wieso hier über ein scheinbar altmodisches Gesetz in Frankreich geschrieben wird, wo in Deutschland doch eine fast identische Situation existiert. Es ist ja auch schon oft genug vorgekommen, dass die deutschen Prognosen vor Wahlende im Internet zu finden waren und auch der Spiegel hat darüber berichtet... wirklich wahlentscheidend waren diese Vorfälle bisher wohl noch nie (der befürchtete Umstand, dass die bisher nicht-wählenden Anhänger der vermeintlich unterlegenen Partei doch noch schnell zum Wahllokal strömen, ist nicht eingetreten und die vorab durchgesickerten Prognosen haben sich dann bestätigt).
Wie will man also damit nun umgehen... sowohl in Frankreich als auch Deutschland? Entweder man akzeptiert die Möglichkeit, dass die Ergebnisse vorab im Internet auftauchen oder man muss jegliche Vorveröffentlichung ausschließen indem man eben die "superwichtigen" Leute in den Partei- und Redaktions-Chefetagen (weder im In- noch Ausland) nicht vorab über den Wahlausgang informiert - so kann auch nichts durchsickern kann (für vorabveröffentlichte Ergebnisse müssten dann vor allem die Meinungsforschungsinstitute haften).
Ein bißchen mehr echte und unmittelbare Überraschung am Wahlabend würde der politischen Kultur und der Spannungskurve in den Wahlsendungen vielleicht ganz gut tun. Dass die Sieger/Verlierer-Reden dann spontaner gehalten und nicht stundenlang vorbereitet wird, wäre kein großer Nachteil.