...dass die Muslimbruderschaft sehr wohl weiß, was sie wollen - die Macht.
Und sie wissen auch, was ihre Anhänger von ihnen verlangen: die Durchsetzung ihres extremkonservativen, frauenfeindlichen, homophoben und anderen Religionen gegenüber absolut intoleranten Weltbildes.
Dabei steht die Muslimbruderschaft vor demselben Problem wie die Vorgängerregierungen: eine dramatisch ansteigende Bevölkerung bei schrumpfender Landmenge, Hunger (USA liefert järlich gratis für 2 Milliarden Getreide), hohe Arbeitslosigkeit und Bildungsmangel.
Diese Probleme könnte man langfristig mit mehr Bildung angehen, vor allem mit Bildung für Frauen - meist sinkt dann auch die Geburtenrate (siehe ausgerechnet Iran!) und die Gesellschaft wird, auch aufgrund der geringeren Konkurrenz, etwas friedlicher. Bildung für Frauen wird es mit den Muslimbrüdern aber wohl nicht so leicht geben. Kurzfristig werden sie die sozialen Probleme also genau so lösen wollen, wie schon die Kommunisten und die Nazis vorgingen: man vertreibt/exekutiert alle 'Feinde' und konfisziert/verstaatlicht/verteilt deren Besitz.
Anders als in Deutschland gibt es in Ägypten seit 1948 so gut wie keine Juden mehr, denen man den Besitz und evtl. auch gleich das Leben nehmen könnte, aber man hat ja noch Millionen Kopten, die oft wirtschaftlich erfolgreiche Händler, Gewerbetreibende sind. Seit dem Sturz Mubaraks haben mindestens 100.000 von ihnen das Land verlassen. Viele liberale Muslime, die keine Lust auf oder berechtigte Angst vor einer menschenverachtenden-gottachtenden Theokratie haben, werden das Land wohl in den nächsten Jahren verlassen - wohl vor allem Richtung Europa.
Pech nur, es ist wie mit Hase und Igel: die anderen sind auch schon da und werden als geschätztes Wählerpotential von Politik und Medien hofiert.
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