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Wahl-Arithmetik: Wer Piraten wählt, bekommt die Große Koalition

DPADer Erfolg der Piraten nervt etablierte Politiker. Denn mit den Freibeutern könnten bald sieben Parteien im Bundestag sitzen. Damit wird es extrem schwierig, mehrheitsfähige Koalitionen zu bilden.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...830191,00.html
  1. #20

    Was soll der Schmarn …

    … der Piratenwähler wählt nicht die große Koalition, sondern der Machterhaltungstrieb der Etablierten sorgt dafür dass die Ideen von unten nicht bis nach oben kommen. Tun sich lieber zusammen als mehr Demokratie zu wagen. Da können die CxU und xPD-Parteien nebst den Grünen dann beweisen wie wenig ihnen die Stimmung im Volk wert ist und dass sie auch weiterhion gewillt sind gegen das Volk zu regeieren, wie wir es beim ESM und Fiskalpakt schon gesehen haben. Solche Polit-Seilschaften brauchen wir nicht.

    Und genau deshalb sind wir alle irgendwie Piraten. Und wenn es die vorgenannten Parteien nicht lernen wieder für die Menschen Politik zu machen statt nur den Einflüsterungen der Lobbys zu folgen, dann gehören sie auf Dauer aus dem Bundestag rausgewählt.
  2. #21

    Zitat von qranqe Beitrag anzeigen
    Es nervt wirklich, wie sehr sich sämtliche etablierten Parteien und mit ihnen eine Mehrheit der Journalisten immer wieder Gründe ausdenken, warum man die Piraten nicht wählen sollte.

    Den Menschen ist nach Transparenz und einer neuen Form der Politik. Zieht daraus doch vielleicht einfach mal die richtigen Schlüsse!
    Gleichzeitig mit dem Parteitag halten die Grünen ja auch etwas Ähnliches ab, nur niemand redet oder schreibt dazu. Das zeigt, daß grüne Politikrituale so langsam in ihrer Ödnis erkannt einfach uninteressant werden. Langfristig ist denkbar, daß die Piraten die Grünen im Parteiensystem ablösen könnten, was auf grüner Seite blanke Panik verursacht, der Gedanke nur knapp an der 5% Klausel zu scheitern oder in Bedeutungslosigkeit knapp drüber im Bundestag zu verharren macht den Selbstdarstellern schon Angst. Vielleicht sollten sie lernen ihre Politik nicht nach Ideologie, sondern nach Wählerwillen auszurichten.
  3. #22

    Freie Sektierer statt Polit"profis", bitte

    Zitat von rl1972 Beitrag anzeigen
    Jedes Prozent das diese Sektierer weniger bekommen ist ein Gewinn für das Land.
    Fein - endlich wieder das 70er-Jahre-Vokabular. Das wird hier aber nicht weiterhelfen. Und wer sagt eigentlich, dass eine Regierung eine "eigene" Mehrheit braucht? Wie wäre es denn mit echten Debatten im Bundestag, in denen sich eine Regierung um die Mehrheit bemühen müsste? Es kann aus meiner Sicht gerne unabhängige Abgeordnete geben, die in dem ein oder anderen Gebiet sich von niemandem etwas vormachen lassen und zu überzeugen wissen. Es muss Bewegung in die Politik - die Unsäglichkeiten in Kohlscher Tradition (Machterhalt, Machterhalt, Machterhalt) haben uns im Verein mit der neoliberalen Verblödungsindustrie tief genug in die Scheisse geritten. Wie tief, das wird sich erst noch zeigen.
  4. #23

    dem Wähler die Schuld geben...

    Mir scheint, Herr Langguth möchte am liebsten dem Wähler die Schuld in die Schuhe schieben für die zunehmende Unübersichtlichkeit der politischen Landschaft. Man kann zwar zustimmen, daß diese Unübersichtlichkeit inzwischen Fakt ist, begonnen vielleicht mit der Formierung der Linkspartei vor etwa sieben Jahren, und nun verstärkt durch die Piraten.

    Herr Langguth macht aber einen großen Fehler wenn er dem Wähler den erhobenen Zeigefinger entgegenstreckt nach dem Motto "du du, bloß nicht Piraten wählen, sonst können weder rot-grün noch schwarz-gelb regieren". Die Zersplitterung der Parteienlandschaft und die damit einhergehenden Probleme sind voll und ganz auf dem Mist der etablierten Parteien gewachsen. Es ist bislang jedesmal so gewesen daß die Formierung einer neuen Partei das Resultat dessen war, daß die angestammten politischen Parteien keine Antworten mehr hatten auf brennende Probleme und Fragen der jeweiligen Zeit. Denken wir nur an die Grünen - sie fanden sich vorwiegend zusammen aus den Friedens-, Umwelt- und Anti-Atom-Bewegungen, weil weder CDU noch SPD (oder die FDP) glaubwürdige und aus Sicht einer gewissen Menge von Wählern brauchbare Politik auf diesen Feldern praktizierten.

    Ebenso die Linkspartei - die SPD (und nicht nur die SPD) mag sie verfluchen, Tatsache ist, die Linke wäre nicht so stark, wenn nicht so viele Menschen das Gefühl hätten daß in diesem Land soziale Ungerechtigkeit, Armut, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Langzeitarbeitslosigkeit dringende Probleme sind auf die das bisherige Polit-Establishment einfach keine Antworten hat.

    Ebenso fühlen sich nun mal heute sehr viele Bürger nicht angemessen von den bisherigen Parteien vertreten in Belangen von Grund- und Bürgerrechten, digitaler Gesellschaft, Überwachung, Zensur, Urheberrecht, etc etc. Das ist aber nicht die Schuld der Bürger, die vielleicht zu hohe Erwartungen an die Politik hätten. Sondern wieder einmal versagen die bisherigen angestammten Parteien. Da haben wir zum Beispiel Herrn Friedrich von der CSU der jedesmal wenn in China ein Sack Reis umfällt wieder die verschärfte Einführung der Vorratsdatenspeicherung fordert, wir haben eine Frau Merkel die wie kaum ein/e Politiker/in in den letzten Jahren die Entdemokratisierung ganz Europas vorangetrieben hat, wir haben eine SPD die kaum besser ist und die sich ebenfalls klar für die Vorratsdatenspeicherung ausspricht, und insbesondere die FDP hat seit der Wahl 2009, bei der viele sie gewählt haben im Vertrauen darauf daß sie Bürgerrechte hochhalten würde, jegliche Glaubwürdigkeit verloren.

    Wenn Herr Langguth als Veteran des alten angestammten Parteiensystems nun die Wähler davor warnt durch eine Stimme für die Piraten das politische System aus dem Gleichgewicht zu bringen, dann zeigt dies im Grunde nur, daß er - wie der überwiegende Rest seiner Parteikollegen - immer noch nicht begriffen hat worum es eigentlich geht.
  5. #24

    Vielleicht

    "Viele Piraten-Wähler sind Frust-Wähler"

    Das kann stimmen. Vielleicht wählen sie aus Frust: Piraten.

    "Heute spricht alles dafür, dass die Piraten auch in den nächsten Deutschen Bundestag kommen. Aber sicher ist es nicht."

    Das kann auch stimmen. Sie wollen schließlich erst gewählt werden. Bevor Volkes Stimme gesprochen hat, kann man nicht wissen, was.

    "Die Piraten sind bisher eine weitgehend namenlose Partei, Führungsfiguren, die ein zu starkes inhaltliches Profil haben, werden sehr schnell einen Kopf kürzer gemacht."

    Das kann ebenfalls stimmen. Heutzutage geht manches schneller als zu Kaisers Zeiten.

    "vielleicht sind sogar Große Koalitionen dann die zwangsläufige Regel.

    Ja, vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.
  6. #25

    Der Aufstieg der Piraten ist logische Folge der gegen die Wähler gerichteten POlitik

    Die etablierten Parteien haben seit der Wende 1982 in immer schärferem Ausmaß gegen die Interessen der Wähler gehandelt. Besonders deutlich wurde dieses gegen die breite Masse gerichtete Handeln aller Parteien mit der Einführung der Hartzerei. Da die Wahlberechtigten und hier vor Allem die Anhänger sozialdemokratischer Werte keine Partei mehr finden konnten , die ihre Interessen vertritt, blieben sie halt den Wahlurnen fern. Es ist nun einmal wirtschaftlicher Unsinn die Armen durch gesetzgeberische Maßnahmen immer ärmer und die oberen 10% immer reicher zu machen. Zahlreiche namhafte Wirtschaftswissenschaftler predigen ununterbrochen mit der Schuldenbremserei wird die bestehende Rezession immer weiter verschärft. So predigte auch Prof. Heinz Bontrup heute Morgen in einem Interview in WDR 5. Wenn unsere Politiker nur den Unsinn von Sinn oder den Hüther der sozialen Ungerechtigkeit zur Kenntnis nehmen wollen, darf sich niemand über den logischen Aufstieg der Piraten zu wundern.
  7. #26

    Zitat von Lexington67 Beitrag anzeigen
    Schwrz-gelb ist es nur noch eine frage dewr Zeit (ich sdage mal 2 Legislaturperioden) bis es mindestens drei Parteien braucht um eine Mehrheit zu bekommen.
    Glauben sie wirklich, dass die SPD sich von den Piraten herumführen lassen will? Da erwarten sie in 10 Jahren sehr viel von den Pappnasen die gerade die SPD ausmachen.

    Die hätten doch im Saarland rein rechnerisch mit der Linken+Piraten +Grünen problemlos die Macht im Lande übernehmen können. Die
    Bürger haben doch schon 2/3 Alternativ gewählt.

    Passiert ist: nichts. Der Machtanspruch der 35% Restmasse ist ungebrochen. Aus diesem Lager wird nie was herauskommen. Nicht
    mit diesen Leuten, nicht mit dieser Führung, nicht mit dieser Mentalität des Posten generierens, Posten beschaffens, Posten verschacherns. Mitte Links ist gut darin sich unentfernbar zu machen, aber nicht im guten Sinne.

    In ihrem Heimatland sind die Piraten schon in der Bedeutungslosigkeit.
    Wenn man den Egoisten und Frustrierten nicht dass liefert das sie gerade bei Facebook ge-like-d haben, werden sie sich wieder abwenden. 5 oder 10 Jahre mit der großen Koalition wartet da keiner ab.
  8. #27

    Geht es denn nur um Wahl-Arithmetik?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Erfolg der Piraten nervt etablierte Politiker. Denn mit den Freibeutern könnten bald sieben Parteien im Bundestag sitzen. Damit wird es extrem schwierig, mehrheitsfähige Koalitionen zu bilden.

    Wahl-Arithmetik: Wer Piraten wählt, bekommt die Große Koalition - SPIEGEL ONLINE
    Nur weil ich keine große Koalition will, soll ich keine Piraten wählen? Ich wähle die Partei, die mir am sympatischsten ist! Egal, wieviel Prozent sie bekommt.
    Die Piraten stehen für eine gewisse Philosophie und deshalb werden sie gewählt. Sie sind sozusagen die Anti-Partei. Zumindest im Moment noch. Den meisten Wählern ist es völlig egal, welche Auswirkungen es hat, wenn sie ihre Stimme der Piraten geben. Es geht hauptsächlich um Protest. Es geht einfach darum, keine etablierte Partei Schlipsträgerpartei zu wählen. Das ist alles.
  9. #28

    Wer die Piraten wählt, zeigt den etablierten Havaristen, die den deutschen Kahn auf die Klippen gesteuert haben, die verdiente rote Karte.
  10. #29

    Zitat von Bono Beau Beitrag anzeigen
    Und wer sagt eigentlich, dass eine Regierung eine "eigene" Mehrheit braucht? Wie wäre es denn mit echten Debatten im Bundestag, in denen sich eine Regierung um die Mehrheit bemühen müsste?
    Das hätte man ja im Saarland mit SPD+Grünen+Piraten mit 47% doch mal probieren können. Bei vielen der Themen hätten sie die Stimmen der 16% Linken doch sicher gehabt, auch wenn sie nicht an der der Regierung beteiligen wollten.

    Nur sucht man solche "Eier aus Stahl" in der gesamten Demokratischen Bewegung im Westen vergeblich. Der Hollande in Frankreich ist ja ein farbloses Stück Löschpapier dass sich um einen Chefposten bewirbt. Der ist ja fast noch schlimmer als Al Gore.

    Echte Debatten sind doch auch gar nicht erwünscht. Immer wenn es um irgendwelche Debatten-Themen wie dem ESM gegangen ist, war der dt. Bundestag meist halb leer - oder man labert gegen eine Wand von "Wir machen es trotzdem, wir haben die Macht".

    Da würde ich mich in Berlin dann auch lieber zu einem Latte ins Cafe setzen. Das hat ja dann Null Wert.


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