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Wahl-Arithmetik: Wer Piraten wählt, bekommt die Große Koalition
DPADer Erfolg der Piraten nervt etablierte Politiker. Denn mit den Freibeutern könnten bald sieben Parteien im Bundestag sitzen. Damit wird es extrem schwierig, mehrheitsfähige Koalitionen zu bilden.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...830191,00.html
- #110 28.04.2012 19:23 von
Kohl war ein Unglück für Deutschland und Europa und Angelika Merkel ist seine gelehrige Ziehtochter. Deshalb ist es ein Riesenglück, daß die Piraten auf den Plan getreten sind. Sie können das undemokratische Zusammenspiel der Etablierten empfindlich stören und für mehr Teilhabe des Volkes am politischen Geschehen sorgen.
Die offensichtliche Zusammenarbeit von Blockparteien in Großen Koalitionen ist kein Zukunftsmodell. Im Gegenteil sie trägt nur zum schnelleren Zusammenbruch des bisher so reibungslos funktionierenden Kartells bei.
Den Etablierten wurde ihre schärfste Waffe gegen Konkurrenz genommen. Sie können die Piraten weder als Nazis noch als Kommunisten diffamieren. Sie können allenfalls mit ohnmächtigen Zorn zusehen, wie die Piraten ihnen sicher geglaubte Parlamentssitze wegnehmen - oder aber versuchen eine bessere Politik zu machen, damit die Wähler sie weniger hart abstrafen. - #111 28.04.2012 19:28 von
- #112 28.04.2012 19:56 von
Eben weil ich differenziere,
ist mir aufgefallen, dass in dem zitierten Beitrag heute durchaus übliche Forderungen mit dem Wortschatz der Rechten ("morsch" ist ein Indikatorwort - siehe "morsche Knochen") vorgetragen werden. Und was ist grundsätzlich daran demokratisch, dem Präsidentenamt mehr Autorität zu geben, haben wir das Debakel mit Hindenburg bereits verdrängt? Was soll die infantile Freude, die klassischen demokratischen Instanzen auf Volksentscheide etc. prallen zu sehen - von wegen Leben in der Bude?
Mit der Projektion, dass die Piraten und das Internet zu Weimarer Zeiten die Nazis verhindert hätten, begeben Sie sich auf dünnes Eis. Dass ein Reichsinternetminister Goebbels eine harte Nuss gewesen wäre, solange man der Bevölkerung wirtschaftliche Prosperität suggerieren konnte, beweist heute China. Da sind die wirklich geknechteten trotz intensiver westlicher Unterstützung nach wie vor chancenlos. Auch der anfangs hoffnungsfrohe arabische Frühling konnte nur in die Gänge kommen, weil die betreffenden Volkswirtschaften erfolglos waren.
Abschließend noch 2 Fragen: Warum haben Sie offensichtlich nicht bemerkt, dass ich die Piraten für gut halte? Und was haben Sie eigentlich gegen dunkelrot? - #113 28.04.2012 20:53 von
Die Keule bleibt draußen
Vielleicht haben Sie ja mittlerweile bemerkt, dass Sie mit den falschen Prämissen auf mich einzudreschen versuchen. Ich teile Ihre Unzufriedenheit über die derzeitigen Verhältnisse uneingeschränkt.
Nur hinsichtlich der Abhilfen bin ich nicht so d'accord. Das heute skurril wirkende Bundespräsidentenwahlverfahren (verbunden mit seiner Machtbeschneidung) wurde schließlich nicht erfunden, weil man die Verschleierungsmethoden der heutigen Blockparteien schon vor sechzig Jahren fördern wollte, sondern aus einer gewissen Verzweiflung hinsichtlich seiner Möglichkeiten zum Machtmissbrauch. Woher nehmen Sie die Naivität, dass ein direkt gewählter Buprä besser wäre? Oder dass man ihn im andern Fall einfach online absetzen könnte? Am besten per allabendlicher Abstimmung?
Wahrscheinlich bis in die 80er Jahre hätte man ganz demokratisch die Todesstrafe legitimieren können. Und vor ein paar Wochen die Hetzjagd auf einen vermeintlichen Kindermörder in Emden.
Ich erlaube mir, die für mich essentiellen demokratischen Prinzipien höher zu stellen als einen Mehrheitsentscheid, Sie sind möglicherweise gegenteiliger Meinung.
Und deshalb wird die Keule nicht weggepackt. - #114 29.04.2012 07:42 von
Hindenburg
Wenn Sie schon differenzieren, dann bitte gründlich. Das "Debakel mit Hindenburg" war nur deshalb eines, weil der Greis schon völlig verkalkt, noch dazu kein Demokrat war, und weil es in der Weimarer Reichsverfassung den Artikel 48 (Notverordnungen) gab. Ähnliches ist in dem bundesrepublikanischen Grundgesetz überhaupt nicht vorgesehen, sodaß ein "Vorbeiregieren" am Parlament in dieser Form gar nicht möglich ist.
- #115 29.04.2012 08:36 von
Ich brauche ichts "ernsthaft zu glauben". - Und Sie verwechseln Parteiarbeit mit Regierungsarbeit. Regieren ist ein schlichtes Handwerk auf vielen genannten sachlichen Gebieten. - Und wie die Piraten an "relevante Informationen" kommen wollen, ohne dabei zu sein, ohne mitzumachen, ohne konkrete Aufgaben zu lösen, das ist eben ziemlich diffus. - Und selbstverständlich haben die "großen Wirtschaftsunternehmen" die höchsten Prioritäten - was denn sonst? - Vom blosen "Kehren" wird gar nichts anders.
- #116 29.04.2012 12:09 von
Höchste Priorität hat der Bürger, das Volk.
Denn wissen Sie, wenn nicht gekehrt wird, werden die Maschinen verdrecken und laufen nicht mehr.
Die Piraten sagen auch nicht, dass sie nicht dabei sein wollen, dass sie nicht "mitmachen" wollen. Sie sagen, dass sie zu einigen Themen noch keine konkreten Ansichten, Lösungsvorschläge haben. Zu anderen Dingen haben sie dass, z.B. zu der Tatsache, dass vor allem die Regierung Merkel am Parlament vorbei regiert und Beschlüsse fasst.
Sie gehören ganz offensichtlich zu der Art Menschen, dessen Demokratieverständnis unvermeidlich mit dem Dollarzeichen in den Augen gesehen werden muss. Und das geht deutlich vor Demokratie.
Übrigens, das Grundgesetz, dass unsere etablierten Parteien so gern und gründlich mit den Füßen tritt, sagt eben nicht, alle Macht geht von der Wirtschaft, den Banken, der Industrie, deren Wünschen und deren Geld aus.
Alle Macht geht vom Volk aus und die Aufgabe der Politik ist es eigentlich, Schaden vom Volk abzuwenden.
Bei den Regierungen (bzw. dem Einparteienkonsortium) seit Kohl frage ich mich allerdings, wer in deren Augen das Volk ist. Die Bürger jedenfalls nicht, bzw. nur eine kleine Minderheit. - #117 30.04.2012 09:40 von
Zunächst: es steht Ihnen nicht zu, hier zu definieren, "zu welcher Art Menschen" Foristen gehören. Sie sind hier nicht der Personalchef oder ein ausgesandter IM. In meinem Falle ist Ihre Einschätzung stümperhaft.
Die Definition der Machtfrage ist ja ganz gut und schön. Die Macht geht sicherlich vom Volke aus, allerdings hat das Volk die Macht in einem hochentwickelten Industriestaat in erster Linie zugunsten von Wirtschaft, Industrie, Bau, Forschung und Entwicklung, Energie usw. auszuüben - schlicht und einfach zugunsten der menschlichen Arbeitsgebiete, auf denen ca 42 Millionen Deutsche arbeiten.
Was Sie "seit Kohl allerdings fragen", ist Ihr eigenes Problem. Wenn Sie die Entwicklung Deutschlands in seinen 16 Regierungsjahren nicht erkennen - einfach mal googeln. - #118 30.04.2012 10:17 von
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