Mitten im arabischen Frühling liefert Deutschland Hightech-Waffen an ein undemokratisches Regime der Region. Nach SPIEGEL-Informationen sollen 200 "Leopard"-Kampfpanzer an die Saudis verkauft werden. Damit gibt die Bundesrepublik ihre jahrzehntelange zurückhaltende Position auf.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...771989,00.html
Die Meinung "keine Waffenexporte" ist ja ganz nett. Aber die Saudis sind die größten Ölexporteure der Welt. Ohne saudisches Öl gingen in Europa die Lichter aus.
Was also bitte wollen die Gutmenschen den Saudis im Tausch gegen ihr Öl liefern? Bedruckte Euroscheine? Porsches und Mercedes? Haben sie schon genug! Die Saudis liefern so viel Öl, dass sie gar nicht mehr wissen, was sie dafür ordern sollen; da wird man schon auf die Wünsche der Saudis Rücksicht nehmen müssen. Hightech-Waffen bieten sich doch an. Die sind irre teuer. Und bei dem Sammelsurium, das die Saudis angehäuft haben, werden sie wahrscheinlich die Ersatzteilversorgung nicht mehr handeln können, besonders in einem Einsatzfall. Diese Hightech-Panzer sind in der saudischen Wüste so sinnvoll wie die Porsche- und Ferrarisammlungen in den Garagen, eine reine Liebhaberei. Die Saudis liefern ihr schönes Öl für irre teuren Militärkram, der langsam aber sicher vergammeln wird.
Man sollte sich klar machen: Wir sind Mitglied der Eurozone. Nur unsere Exporte, auch unsere Waffenexporte, sorgen dafür, dass die Leistungsbilanz der Eurozone mit dem Rest der Welt ausgeglichen ist. Ohne unsere Exportüberschüsse könnte die Eurozone ihre Ölimporte nicht mehr bezahlen!
Falls hier Irgendjemand denkt, die Saudis würden diese 200 Panzer NICHT bekommen, wenn Deutschland sie ihnen nicht verkauft, ist schief gewickelt. Schon seit Jahrzehnten werden deutsche Waffen über NATO-"Bruderländer" an Dritte verkauft. Dann würden eben die Engländer oder Franzosen den Deal machen...
Abschreckung gegen den Iran? Tja, wer weiss?
Ich glaube aber nicht, das die Saudis Leopard-Panzer kaufen gegen Demonstranten, da tut es auch fast jedes andere schwere Fahrzeug. Ein Leopard Panzer, (und auch andere Panzer) wirkt zwar abschreckend, wen er vor einem auffährt, aber ich denke , das ist nun mal einfach prinzipbedingt nicht seine Aufgabe.Für sowas ist ein Panzer ja eigentlich nicht konstruiert. Und etwas teuer. Aber eine Schaufel ist ja auch nicht zum Einsatz gegen Demonstranten konstruiert, kann aber erhoben auch abschreckend wirken. Und ist billiger. So gesehen, ist jedes schwerere Teil eine Waffe.
n01
"Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt"- wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, die Bundesregierung liefert ihn.
Die Zustimmung zu diesem Waffenexport widerspricht allem, wofür die deutsche Demokratie vorgibt zu stehen.
Saudarabien, Heimat des in Deutschland gefürchteten Wahabismus, unterstützt salafistische Gruppen in der ganzen Welt ebenso wie es die ägyptische Muslimbrüderschaft, die Taliban und zuweilen auch AlQuaida finanziert hat.
Von Demokratie ist Saudi-Arabien in etwa so weit entfernt, wie Schalke 04 aus Sicht der Dortmunder von der Meisterschaft.
Die Hinrichtungsrate in Saudi-Arabien ist gerade in jüngerer Zeit wiederum stark angestiegen.
Es stellt sich also die Frage, warum Deutschland in ein zutiefst undemokratisch, zum teil radikal religiös ausgerichtetes Land, in dem die Menschenrechte im Allgemeinen und die Frauenrechte im Speziellen mit Füßen (oder :wie im Mittelalter mit Steinen) beworfen werden, gefährliches Kriegsmaterial verkauft, das zum einen gegen die eigene Bevölkerung zur Aufrechtewrhaltung des undemokratischen Status Quo, zum anderen aber auch gegen externe Feinde eingesetzt werden kann.
Nun, die Begründung, dass das ebenfalls bis an die Zähne und atomar schwerbewaffnete Israel sich hierdurch nicht bedroht fühlt, ist militärisch und politisch nachvollziehbar. Saudi-Arabien ist schon längst kein Land mehr, vor dem sich Israel fürchten müsste oder das in der arabischen Welt-insbesondere in den Bevölkerungen- irgendwelche Hoffnungen erwecken würde. Saudi-Arabien ist eigentlich nichts weiter als eine ausgelagerte Bedarfslandebahn für die USA und ihre Verbündeten, von der aus der gesamte Nahe und Mittlere Osten in Schach gehalten werden kann.
Die Waffenlieferung Deutschlands an Saudi-Arabien ist dazu ein klarer Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das die Lieferung von Kriegswaffen u.a. in Krisenregionen untersagt. Und, dass der Nahe Osten seit Jahrzehnten eine Krisenregion ist, wurde hier vielfach diskutiert.
Neben den aktuellen inneren Krisen und Aufständen in verschiedensten arabischen Ländern - so auch die Nachbarn Saudi Arabiens wie Jemen, Oman, VAE und Katar ist natürlich die Irankrise besonders bedrohlich.
Während die BRD UN-Sanktionen gegen den Iran an vordester Stelle forderte und sich natürlich an deren Umsetzung beteiligt, liefert sie Kriegsgerät an den Nachbarstaat in dieser Krisenregion, Saudi-Arabien.
Die deutsche Aussenpolitik wird zusehends- wie Horst Köhler tollpatschigerweise auch noch öffentlich zugab- von der eigenen Ressourcenarmut und wirtschaftlichen Interessen geleitet, deren Durchsetzung mit den unterschiedlichsten militärischen Mitteln geradezu unverhohlen verfolgt wird.
Die Lieferung von Panzern in eine Krisenregion ist ein klares militärisches Mittel der Einflussnahme.
Die Wirtschaftsmacht Deutschland, jahrzehntelang neutral und als Friedensmittler gefragt, verfolgt seit einigen Jahren zwar schleichend, aber zunehmend zielorientierter imperiale Ziele und schreckt hierbei vor Militärgewalt nicht mehr zurück. Diese Republik verändert sich zusehends in diese Richtung.
Deutschland muss sich nicht wundern, wenn es ins terroristische Fadenkreuz derjenigen gerät, die ihre eigenen Interessen hierdurch bedroht sehen.
Während die Rüstungsindustrie nun satte Gewinne einstreicht und sich wegen des Mordsgeschäftes die Hände reiben kann, werden den tödlichen Preis hier wie dort die Zivilisten bezahlen.
Zugegeben, daran habe ich nicht gedacht.
In Saudi-Arabien sind so etwa 300.000 US-Soldaten stationiert. So verrückt ist der Iran nicht, den USA einen Vorwand zu einem Angriff auf den Iran zu geben. Für so eine Gelegenheit wären die doch sehr dankbar.
Wenn ich dann noch auf die Landkarte sehe, ist ein Angriff mit Bodentruppen, und nur dagegen helfen Panzer, ebenfalls unwahrscheinlich.
Wenn die Saudis die Kampfpanzer nicht von Deutschland bekommen, werden die USA gerne einspringen - die sind standardmäßig der größte Waffenlieferant Saudi Arabiens.
Übrigens: wenn wirklich über 200 Exemplare des Typs Leopard 2A7 (wahrscheinlich der beste Kampfpanzer der Welt) an Riad verkauft werden, verfügt die Saudische Armee über eine stärker ausgerüstete Panzerstreitmacht als die Deutsche Bundeswehr.
Immer diese Halbwahrheiten. Ja, Deutschland ist die Nummer 3 mit läppischen 11% Marktanteil und davon geht fast alles NATO-Staaten. Da macht SOPN etwas zum Skandal, was keiner ist.
Und was Saudi-Arabien angeht. Die haben bereits den ähnlich guten M1. Warum sollen wir auf das Geld verzichten? Brauchen tun wir es auf jeden Fall, Griechenland und der Atomausstieg müssen ja irgendwie bezahlt weden.
Wie immer...zweischneidige Moral in Deutschland... auf der einen Seite Arbeitsplätze, Steuergelder und Vorteile der Waffen - und Rüstungsindustrie samt ihrere Zulieferer genießen und nutzen, auf der anderen Seite von der Couch aus große Moralreden schwingen, an die Vernunft plädieren und die perfekte Welt im schwäbischen Land aufbauen und exportieren wollen. Nur wenn dann heimische Truppen für die Unterstützung des "arabischen Frühlings" benötigt werden, dann können das gern die anderen übernehmen...(Irnoie on) Warum sind wir auch in der NATO...?!