Forum


 

Wacken Open Air: Schwermetall und Tiger-Mini

Einmal im Jahr wird es laut auf dem Acker vor der Gemeinde Wacken - "louder than hell", wenn man den Veranstaltern des weltgrößten Metal-Festivals glauben schenkt. In diesem Jahr kamen mehr als 75.000 Fans*für ein langes Wochenende im Ausnahmezustand.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,778801,00.html
  1. #20

    Hier Mal etwas

    was Leute im offiziellem Wacken Forum zum Wacken gepostet haben.. Das schreiben Leute die dort waren. Spricht für sich..

    Zitat

    "Ich kann allen, die keinen Mist erlebt haben nur sagen: Ihr hattet verdammtes Glück.

    Mal eine kleine Auswahl an Dingen, die mich ankotzen - die Reihenfolge ist dabei nicht ausschlaggebend:

    - Beschissene Klauerei
    - Angekettete Aggregate werden gestohlen, sogar Ketten (mit Bolzenschneidern?) durchtrennt
    - "Kleinkriminelles ausborgen" <- Gaskocher, Campingstühle, Dosenpfand
    - Stern vom geliehenen Auto abgebrochen/gestohlen, das Ganze kurz vor Schluss

    - Sonstiger Vandalismus
    - Zwischen/Gegen Fahrzeuge und Zelte pissen
    - Fremdes Eigentum zerdeppern

    - Verhalten gegenüber weiblichen Bewohnern
    - Freundin wurde fast vergewaltigt und in ein Gebüsch gezerrt
    - Allgemeines Betatsche zB beim Crowdsurfen
    <- Damit meine ich nicht das übliche "Umdrehen" oder dezente Berührungen sondern umittelbare Griffe in den Schritt, Festhalten u.ä.
    - Bepöbeln und beleidigen, dämliche Kommentare: Über das übliche Maß hinaus!


    - Menschenmasse vor der Bühne
    - Die Größe des Publikums verhindert, dass ich die Bands sehen kann - und zwar aus relativer Nähe. Das gehört für mich aber bei einem Liveauftritt dazu, sonst kann ich auch die DVD kaufen.
    <-Das ist ein größenbedingtes Problem, lässt sich nicht ändern und ist dennoch ein Kritikpunkt
    - Verhalten des Publikums
    - Keine Metalheads
    - Vollidioten
    - GEFÄHRLICHE (!!!!!!!) Massen an Crowdsurfern: Bei der Größe des Festivals wird es allerhöchste Zeit. Befragt mal die Sanitäter zu dem Thema =)
    - Gedrängel in unkollegialem und asozialem Ausmaß. Soetwas habe ich bisher nur beim WOA erlebt. Insbesondere bei Maiden 08/10 war das für mich anstrengend - und ich kann einiges ab. Frauen und weniger ausdauernde männliche Besucher hatten aber häufig keine Chance, wurden bewusstlos, halb tot getrampelt oder beinahe zerquetscht. Ich hatte teilweise den Eindruck der Einzige zu sein, der sich überhaupt darum kümmert die "zusammengesackten" hochzuheben und in Sicherheit zu bringen.
    - Fehlende Disziplin im Pit
    <- Scheinbar ist es vielen auf dem WOA nicht bekannt, dass man diejenigen, die im Begriff sind zu fallen davon abhalten sollte. Auf anderen Festivals und Konzerten habe ich bei angehenden Stürzen im Moshpit meist nicht einmal den Boden berührt. Auf dem WOA sehe ich jedoch, wie auf dem Boden liegende im Pit ignoriert und Plattgetrampelt werden. Sehr unschön! Dann noch diese "Elenbogenscheisse".... Das hat nichts mit Pogo, Moshen oder sonstwas zu tun. Annähernde Schlägereien, teilweise als "Aggropogo" beschönigt können diese Vollhorsten gerne zuhause machen. Aber bitte nicht auf einem Festival. Spass ja, Verletzung nein. Wenn Gewalt Spass sein soll (falls tatsächlich jemand hier so etwas verteidigen will), lade ich ihn zu mir nach Hause ein, um ihm schön einen mit dem Baseballschläger überzubraten.
    Ich habe nichts gegen Betrunkene, die gehören auf einem Metalfestival nunmal zum Bild. Und selbst bin ich natürlich auch immer gut dabei =) Das entwickelt sich aber dann eher in Richtung Partylaune und übermäßigem Bewegungsdrang oder gemütlicher Ruhe, keinesfalls jedoch in Aggressivität. Und pöbelnde Betrunkene habe ich dieses Jahr mehr gesehen als ich zählen kann. Wenn jemand gleich die Faust auspackt, weil er angerempelt wurde (übrigens nicht einmal von mir, sozusagen eine "verwechslung) hat das absolut nichts mit dem zu tun, was auf einem Festival passieren sollte.
  2. #21

    Hallo Tatsachen?

    Bevor ich mich noch zu dem allgemeinen gemecker äußere - warum hat der Spiegel es nötig, sowas zu schreiben:

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Boden war noch matschig, aber der Dauerregen legte eine Pause ein, als Rocklegende Ozzy Osbourne die Bühne betrat.
    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,778801,00.html
    Dauerregen? Matsch? Bei Ozzy? Da hat doch wieder jemand den Bericht geschrieben, der nur davon gehört hat, oder?? Vor Samstag Abend musste man den Matsch diesmal echt suchen.
    Mag ja nur ne Kleinigkeit sein, aber wenn der erste Satz bei einem einfachen Artikel schon so offensichtlich nicht stimmt, wie glaubwürdig macht das Artikel über ernsthaftere Themen?
  3. #22

    Also bitte...

    Zitat von loncaros Beitrag anzeigen
    wer Motörhead und Ozzy als Abgehalfterte von vorgestern bezeichnet disqualifiziert sich ja von selbst.
    Ozzy war neben Alice Cooper letztes Mal so ziemlich die größte Enttäuschung aller Zeiten - zumindest wenn man nicht nur dem Namen Respekt zollen will, sondern auch musikalischen Anspruch mitbringt. Ich war da. Ich habe mitgemacht, aber nach 1 1/2 Songs ging Ozzy die Puste aus, nach dem 4. Song war das, was ER (nicht seine Band) musikalisch geboten hat, eine totale Katastrophe. Hier fällt mir ein Zitat aus dem Kinofilm Gladiator ein: <<Ein Volk sollte wissen, wann es besiegt ist>> - das gilt auch für alte Rocklegenden.
    Und Motörhead - ja, die waren (mal wieder) da. Mit so ziemlich dem gleichen Programm wie jedesmal (und Motorhead kommt zienmlich oft nach Wacken - ungefähr jedes zweite Mal) - die gleichen Soli in den gleichen Songs. Langeweile pur. Da bleibe ich doch lieber vor dem "Holy Wacken Land" und ess ne Wurst oder guck mir Affen, die für 140,-€ Eintrittsgeld auf Holzpflöcken sitzen, an.

    Das dennoch mehrere zigtausend Leute "vorne" abgehen, lässt neben der Huldigung alter Helden auch auf einen proportionalen Zusammenhang zwischen Qualitätsanspruch und Alkoholpegel schließen - das erklärt einiges, entschuldigt aber nichts.

    Auf mich wirkt Wacken inzwischen ebenfalls wie dass, was so ziemlich jede kritische Zeile hier oder im Wacken-Forum wiedergibt: Es ist kommerziell durchgestylt und von pubertierenden Chaostouristen übervölkert. Nicht unbedingt schlecht, aber nach vielen Jahren dort hat man einfach alles Namhafte schon gesehen und von den vier ganz Großen füllen drei noch immer eigene Hallen, deren Eingangsbereich allein schon 75.000 fasst...aber Ehre wem Ehre gebührt: Danke Maiden - ihr wart beide Male große Klasse und danke Hansi, Majesty hatte mir bislang gefehlt :-)
  4. #23

    ..

    Ich war 2002 das letzte mal in Wacken und werde es glaub ich einfach gut in Erinnerung behalten. Es wurde alles doch ein bisschen groß und zu sehr medial vermarktet für meinen Geschmack.

    Aber es bleiben eine Menge guter Erinnerungen an Rockbitch, Onkel Tom, Hypocrisy im kleinen Zelt ("... destroys Wacken" traf es perfekt), Six Feet Under und mehr. :)

    Bin dieses Jahr mal zum Sonisphere in England gefahren. Vergleichbar mit WOA würde ich sagen, nur weitaus weniger Leute (70.000 auf dem Zeltplatz glaub ich). Und mit den Big 4, Opeth, In Flames und Slipknot auch einfach die besseren Bands.

    Motörhead waren auch da und Lemmy konnte seinen Bass kaum halten, hat viele Teile einfach nicht mitgespielt und der Gesang kam auch nur sporadisch. Verständlich wenn einen Tag vorher Würzel stirbt, aber Spaß gemacht hat es trotzdem nicht. Die Zeit der 70er Jahre Bands ist halt langsam vorbei.
  5. #24

    wer sind die anderen 2?

    Zitat von Tahouin Beitrag anzeigen
    Jahren dort hat man einfach alles Namhafte schon gesehen und von den vier ganz Großen füllen drei noch immer eigene Hallen, deren Eingangsbereich allein schon 75.000 fasst...
    AC/DC, Metallica...?
  6. #25

    !

    Zitat von maleficium Beitrag anzeigen
    Der Sound war dieses Jahr richtig schoen schlecht. Die Boxen ein Witz. Bis auf Children Of Bodom mehr als undynamisch, meist total uebersteuert. Zusaetzlich fehlten staendig Instrumente. Kaum ein Act mit mehr als drei Instrumenten war glatt. Unter anderem fehlten bei Kataklysm, Trivium, Halloween, Children Of Bodom und ich meine auch bei Heaven Shall Burn zwischendurch mindestens ein Instrument. Bei Halloween gab es zwei Totalausfaelle.
    Viel zu selten, dass `mal einer dezidiert den Mund aufmacht, wenn´s um Sound geht. Und nein: Die in Wacken verwendeten Systeme von Kling & Freitag sind grundsätzlich nicht schlecht, wenn auch überfordert, auch wenn ich persönlich andere bevorzuge, nur kosten gute Tonleute auch gutes Geld. Das aber wird von den Veranstaltern für so etwas Nebensächliches, wie Sound und Engineering nicht mehr ausgegeben. Die Kohle geht für das ganze drumrum-Spektakel drauf.
  7. #26

    Immer weiter Richtung Abgrund

    Zitat von Tahouin Beitrag anzeigen
    Es ist kommerziell durchgestylt und von pubertierenden Chaostouristen übervölkert. Nicht unbedingt schlecht, aber nach vielen Jahren dort hat man einfach alles Namhafte schon gesehen.
    Anstatt gemütlich zu campen und ein paar coole Bands zu sehen, muss man trotz früher Anreise teils ewig laufen, beim Campen alles festketten und kann vorne aufgrund der Massen die Bands nicht geniessen. Der Assenanteil, der einfach nicht entspannt ist, wird von Jahr zu Jahr grösser. Die Bierpreise teuerer. 3fuffich für 0,4 Bier/Cola/Wasser, 8fuffich für nen Liter Bier!

    Ich liebe seit 2 Jahrzehnten Metalfestivals und Wacken entwickelt sich immer weiter davon weg eins zu sein. Und das immer wieder die selben Wracks auf der Bühne abgefeiert werden (--> Lemmy), die schlicht und ergreifend am Ende sind, naja, das ist dann doch Geschmacks- und Pegelsache.
  8. #27

    Ich war da ;)

    Hatte mich nach Jahren Abstinenz mal wieder entschlossen nach Wacken zu fahren, paar alte Freunde wieder mal treffen und die Atmosphäre genießen - so zumindestens der Plan.
    Also Showtechnisch (Sound & Darbietung) hat mich nichts wirklich vom Hocker gerissen - am Besten hat mir noch Knorkator gefallen und auch Subway to Sally hatte diesmal eine besser Darbieung als man es von Ihnen gewohnt ist. Der Rest eigentlich nicht wirklich herausragend, lag wohl auch an den Tontechnikern, bei Halloween 2 Ausfälle, Heaven Shall Burn mit Übersteuerungen, ... Das Wacken Village fand ich jetzt nichtmal so schlimm, immerhin gabs da einigermaßen vernünftige und preiswertere Möglichkeiten zum Essen, aber eine eigene Bühne und das ganz blabla (Highlandgames, etc...) kann man getrost weglassen, Bullhead City sowieso. Nervig waren auch die Massen an Crowdsurfern sobald man mal etwas näher an der Bühne war, ebenso wie die Kiddies mit Stachelarmbändern u.ä. auf dem Pit, no comment.

    Aber es gab auch positive Erfahrungen, zum Beispiel hatte ich mein Handy verloren und es wurde mir vorbeigebracht (Zeltplatz A->S). Ein anderes Beispiel wäre der Crowdsurfer, der bei Ozzy direkt neben uns runtergefallen war und einen Herzstillstand erlitten hatte. Gut, dass wir mit ein paar couragierten leuten dort schnell Platz machen und eine Ranimierung durchführen konnten bis die Sanis da waren. Diese waren übrigens superfreundlich (haben auch mal Wasser ausgeschenkt wenn man nett gefragt hat, da musste man keine 3€ an der Bar zahlen oder zum Zelt laufen).
  9. #28

    Mal ein paar Fakten

    Wacken ist ein Event wie viele andere auch! (Von open airs bis zum Oktoberfest)
    Auf jedem Event gibt es unschöne Vorkommnisse!
    Jeder kann selbst entscheiden, ob er teilnimmt oder nicht
    und worauf er sich einlässt!
    Hier wird ein negatives Szenario ausgemalt, das keiner Kritik standhält und Unwahrheiten konstatiert!
    Beispiel:
    "Die Bierpreise teuerer. 3fuffich für 0,4 Bier/Cola/Wasser, 8fuffich für nen Liter Bier!" Das stimmt nicht!
    Ich war die letzten fünf Male da! Die Bierpreise sind seit vier Jahren gleich 3,50Euro Wasser 3,00Euro!
    Natürlich muss der eine oder andere mehr Laufen bei der Größe des Geländes. Natürlich gibt es Kriminalität. Natürlich können einige sich nicht Benehmen. Auch hat es kaum geregnet, also nichts mit Matsch!
    Ob mir das alles nun gefällt oder nicht ist eine andere Sache. Ich habe viele nette Leute kennengelernt, die dizipliniert vor den Toiletten, Duschen, Supermärkten und sonstigen Ständen mit z.t. humoristischen Einlagen gewartet haben.
    Kurzum: Ich wusste vorher, worauf ich mich einlasse.
  10. #29

    W:o:a 2011

    Also ich weiß ja nicht auf welchem Festival der eine oder andere Meckerer hier war aber ich habe dieses Jahr nach sechs Jahren Abstinenz einmal mehr einfach nur gute Erfahrungen gemacht. Wie auch in den Jahren 2004 und davor.

    Klar Idioten gibt es immer und überall aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass wesentlich besser zuging als auf so manch anderem Festival. Erschwerend hinzu kommt, dass diese Idioten, die nichts besseres zu tun haben als sich daneben zu benehmen die Ausnahme und nicht die Regel sind.

    Bei 20 Anzeigen wegen Diebstahl, 130 Fällen von Körperverletzung und 3200 Kollabierten auf runde 120.000 Besucher (ja ich weiß, dass diese Zahl die verkauften Karten übersteigt. Ist aber ein Fakt. Es sind ein Haufen Leute mehr da als es eigentlich sein sollten.) muss ich ganz ehrlich sagen, dass sowohl Kriminalität als auch Gewalt faktisch nicht vorhanden sind. Wobei ich mal ganz frech 20 Körperverletzungsfälle den geschnappten Dieben zurechnen würde ;-)

    Vielmehr habe ich die Besucher als äusserst kollegial und super hilfsbereit wahrgenommen. Als kleines Beispiel folgende Szene die sich mir beim Auftritt von Blind Guardian geboten hat.

    Mit einem mal kommen von weiter hinten drei "Kleiderschränke" angestürmt, schieben die Leute recht grob beiseite und brüllen nur: "Platz da!" Erster Gedanke: "Was Wichser!" Dann kamen aber die beiden Helfer hinterher die einen Kollabierten zur Bühne und den dortigen Sanis getragen haben. Zweiter Gedanke: "Wow, Respekt!"

    Ein verlorenes Handy, das abgegeben wurde habe ich auch erlebt. Und dabei handelte es sich um ein I-Phone.

    Klar, meine Freundin hat sich denselben "Titten!!!" Brüllern ausgesetzt gesehen wie jedes weibliche Wesen, dessen Attraktivität die eines Schnabeltiers übersteigt, aber da hat in 99,9% der Fälle ein böser Blick meinerseits gereicht und schon war Ruhe. Viel eher habe ich sogar mitbekommen dürfen wie plötzlich ein Wildfremder eingeschritten ist und die jugendlichen Brüllaffen mit ein paar bestimmten Worten Marke: "Mach das nochmal und es klatscht. Aber keinen Beifall!" zur Ruhe gebracht hat.

    Über die Preise und die Qualität der Auftritte kann man sich streiten. Ich für meinen Teil war abgesehen von Avantasia und Van Canto von nahezu jedem Auftritt enttäuscht. Und das als langjähriger Halloween Fan der fast alles verzeiht. Anders herum haben aber auch sehr viele Bands das beste draus gemacht. Allen voran Sepultura die einfach mal eine spontane Jam Session hingelegt haben als Teile der Instrumente ausgefallen sind.








TOP



TOP