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Wachkoma: Wenn das Bewusstsein aufflackert
CorbisEs wurde als medizinische Sensation gefeiert: Einem kanadischen Arzt ist es gelungen, per Hirnscan mit einem Wachkomapatienten zu kommunizieren. Der Fall macht Angehörigen von Betroffenen Hoffnungen. Dennoch bleibt die Fahndung nach einem aufflackernden Bewusstsein heikel.
http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-868523.html
- #1 22.11.2012 14:28 von
...
Ich mag mich täuschen aber Menschen die im wachkoma liegen und bei vollem Bewusstsein sind Leiden doch am locked in Syndrom oder? Und für diese Patienten gibt es bereits vielfältige Möglichkeiten sich zu verständigen. Gut finde ich, dass es jetzt eine gute Möglichkeit gibt, zu erkennen ob jemand locked in ist oder nicht. Vielleicht werden so weniger übersehen. Andererseits ist es ja nicht so dass ein wachkomapatient entweder volles oder gar kein Bewusstsein hat. Es gibt so unendlich viele Abstufungen und auch wachkoma Patienten können meiner Erfahrung nach eventuell auch willentlich Bewegungen bzw Reaktionen zeigen. Auf jeden fall reagieren sie auf unterschiedliche Reize wie Musik oder sehr starke Emotionen.
- #2 22.11.2012 14:36 von
die wichtigste frage stellt er nicht
und darauf wartet der Patient sicherlich...
- #3 22.11.2012 15:00 von
Nun, es wäre sicher auch eine meiner ersten Fragen an jemanden im Wachkoma. Allein aus Menschlichkeit und Einfühlungsvermögen.
Ein wenig aber auch aus Interesse:
Was wäre, wenn die Antwort lautet "Nein, zieht nicht den Stecker raus, ich will so weiterleben"
Was für ein Leben ist es, 10 Jahre nicht zu agieren, nur zuhören zu können, fast nichts zu erleben. Was denkt man, wie kommt man mit der Zeit damit klar, wie ist es, nach dieser unvorstellbar langen Zeit wieder zu kommunizieren? - #4 22.11.2012 15:02 von
ja
das ist dich wichtigste Frage und Antwort.
- #5 22.11.2012 15:06 von
Das kommt auf den Grad des Locked-In. Manche Locked-In-Patienten können zumindest noch die Augen bewegen. Die letzte Frage die ich einem Patienten stelle, ist, ober nach oben oder unten schauen könnte. Wer das dann gezielt macht, wird als bei Bewusstsein erkannt. Wer aber gar nichts bewegen kann, der sieht aus wie ein apallisches Syndrom. Manche Locked-In-Patienten, sozusagen doppelt-locked-in, können nicht nur den Körper nicht bewegen, sondern bekommen auch keine Infos mehr von aussen rein, deren Großhirnrinde ist praktisch völlig abgeschnitten, und die hören uns gar nicht.
Da gibts wie gesagt haufenweise Abstufungen. 1/4-1/3 der Patienten die man als Appalliker einstuft ("wachkoma" im Volksmund) sind in Wirklichkeit im minimal conscious mind (wie der Prinz im Artikel) und bekommen zumindest phasenweise was mit und können dann reagieren. Ist halt nur schwer genau in der Phase nachzuschauen wo sie munterer sind. Ist dann immer ein super-vorführ-effekt, wenn du als Pfleger beim Patienten eine Reaktion findest, und wenn der Arzt den Patienten 10min später testet, ist er wieder "weggedriftet".Gut finde ich, dass es jetzt eine gute Möglichkeit gibt, zu erkennen ob jemand locked in ist oder nicht. Vielleicht werden so weniger übersehen. Andererseits ist es ja nicht so dass ein wachkomapatient entweder volles oder gar kein Bewusstsein hat. Es gibt so unendlich viele Abstufungen und auch wachkoma Patienten können meiner Erfahrung nach eventuell auch willentlich Bewegungen bzw Reaktionen zeigen. Auf jeden fall reagieren sie auf unterschiedliche Reize wie Musik oder sehr starke Emotionen.
Fakt ist, es braucht bessere Kommunikationsmöglichkeiten mit Menschen, die ihren Körper nicht mehr nutzen können.
Was man nicht braucht ist eine Abwertung dieses Daseinszustand. Es gibt kein unwertes Leben und Menschen gewöhnen sich an extrem vieles. Ich finds schlimm dass diese Artikel immer den Tenor haben müssen von, "denen gehts so schlecht und eigentlich wollen die Pat. vermutlich sterben".
Ich empfehle jedem das Buch oder den Film "Taucherglocke und Schmetterling", geschrieben allein mit Augenzwinkern eines Locked-In-Patienten, wo man sehen kann, dass es auch Lebensqualität gibt in diesem Zustand. - #6 22.11.2012 15:18 von
- #7 22.11.2012 15:23 von
Wachkomma
Für jemanden, der einen Familienmitglied im Wachkomma hatte ist das nicht wirklich eine Überaschung. Mein Vater lag mehrere Tage im Wachkomma und man konnte deutlich merken, dass es Stunden gab, wo er richtig seine Umwelt mitbekommen hat. Er reagierte auf Berührung, wenn man seine Hand hielt hat er sich z.B. anders verhalten und versuchte die Augen zu öffenen bzw. drückte die Hand zurück.
Dann gab es Stunden in denen man nichts feststellen konnte.
Ich finde es fürchtbar, wie hier manche schon im Unterton über "den Stecker rausziehen" nachdenken.
Ich persönlcih glaube, dass diese Leute, wenn sie nicht wirklich in diesem Zustand leben wollen sich entscheiden können von alleine (ohne äussere Hilfe) zu gehen. - #8 22.11.2012 15:23 von
...
Mich persönlich würde die Antwort auf die Frage ebenfalls interessieren. Allerdings ist dessen Antwort zumindest in Deutschland für ein eventuelles Abschalten belanglos. Schließlich ist die Sterbehilfe in Deutschland verboten und somit müssten die Maschinen eingeschaltet bleiben.
Entsprechend ist es reines Interesse und ggf. irgendwann eine Gesetzesänderung möglich. - #9 22.11.2012 15:31 von
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