Zitat von
Ingmar E.
Das kommt auf den Grad des Locked-In. Manche Locked-In-Patienten können zumindest noch die Augen bewegen. Die letzte Frage die ich einem Patienten stelle, ist, ober nach oben oder unten schauen könnte. Wer das dann gezielt macht, wird als bei Bewusstsein erkannt. Wer aber gar nichts bewegen kann, der sieht aus wie ein apallisches Syndrom. Manche Locked-In-Patienten, sozusagen doppelt-locked-in, können nicht nur den Körper nicht bewegen, sondern bekommen auch keine Infos mehr von aussen rein, deren Großhirnrinde ist praktisch völlig abgeschnitten, und die hören uns gar nicht.
Da gibts wie gesagt haufenweise Abstufungen. 1/4-1/3 der Patienten die man als Appalliker einstuft ("wachkoma" im Volksmund) sind in Wirklichkeit im minimal conscious mind (wie der Prinz im Artikel) und bekommen zumindest phasenweise was mit und können dann reagieren. Ist halt nur schwer genau in der Phase nachzuschauen wo sie munterer sind. Ist dann immer ein super-vorführ-effekt, wenn du als Pfleger beim Patienten eine Reaktion findest, und wenn der Arzt den Patienten 10min später testet, ist er wieder "weggedriftet".
Fakt ist, es braucht bessere Kommunikationsmöglichkeiten mit Menschen, die ihren Körper nicht mehr nutzen können.
Was man nicht braucht ist eine Abwertung dieses Daseinszustand. Es gibt kein unwertes Leben und Menschen gewöhnen sich an extrem vieles. Ich finds schlimm dass diese Artikel immer den Tenor haben müssen von, "denen gehts so schlecht und eigentlich wollen die Pat. vermutlich sterben".
Ich empfehle jedem das Buch oder den Film "Taucherglocke und Schmetterling", geschrieben allein mit Augenzwinkern eines Locked-In-Patienten, wo man sehen kann, dass es auch Lebensqualität gibt in diesem Zustand.