DPAVorsatz statt Versehen: Neue Details über Googles W-Lan-Mitschnitte verärgern europäische Datenschützer. Doch sie können wenig tun, viele Verfahren sind abgeschlossen. Nun hoffen Datenschutzbeauftragte auf Ermittlungen in Hamburg - und strengere Bußgeldregeln der EU.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...831174,00.html
Sie haben noch nie in einem Großunternehmen gearbeitet, oder? Meinen Sie, die Softwareentwickler eines solchen würden sich immer an Datenschutzbestimmungen halten, auch wenn das Konzernvorschrift ist? Zum Beispiel Logs mit sensiblen Daten sicher verschlüsseln, die für die schnelle Fehleranalyse nützlich sein könnten? Da baut sich fast jeder eine Hintertür ein. Was der Vorstand nicht wissen darf, das erfährt er auch nicht. So einfach ist das.
Zum einen vergessen Sie, dass eben nicht schon immer alle funkweisen Übertragungstechniken "standardmäßig verschlüsselt" waren, auch WLAN-Router nicht. Das sind Sie etwas zu modern.
Sogar heute existieren sicherlich noch WLAN-Router von technikfernen Menschen (unschuldig!), die nicht verschlüsselt sind und es nie waren.
Natürlich kann man .... bauernschlau sagen: Aber ist denn nicht alles, was ich empfangen KANN auch für mich bestimmt?! Darf man mir denn wirklich verbieten, etwas zu tun was SSSSOOOO leicht ist?
Antwort: Ja.
Auch auf dem Wochenmarkt wird es ihnen leicht gemacht, eine Gurke zu klauen. Sie dürfen es nicht. Im Internet wird es ihnen leicht gemacht, ein Bild/Musik/Videos/Spiele/Software zu kopieren und dann weiter zu verbreiten. Sie dürfen es dennoch nicht. Es ist sogar leicht, mit einem Auto einen Menschen zu überfahren. Strafbar ist es ... dennoch.
Nein, bitte, sagen Sie jetzt nichts!
...nen Zeugs:
1. Google hat zunächst geleugnet. ("Google hatte zunächst angegeben, die für den Kartendienst StreetView eingesetzten Autos würden die SSID von WLAN-Routern, den Grad der Verschlüsselung sowie die MAC-Adressen der Zugangspunkte erfassen. Später musste man allerdings eingestehen, dass auch Teile von E-Mails und von den Nutzern aufgerufenen Internet-Seiten protokolliert wurden.", Chip Online, 19.04.12
2. Wie lange hat Google denn gebraucht, um die aufgenommenen Daten der zuständigen Aufsichtsbehörde zwecks Prüfung zuzuleiten? Monate. Haben sogar eine gesetzte Frist ignoriert. Aus "Datenschutzgründen". Lachhaft. Lächerlich ohne Ende.
3. Dann nennen Sie es "Versehen" und jetzt stellt sich heraus: Absicht.
Und sogar: "Das Bußgeld muss Google zahlen, weil die Firma die Ermittlungen der Behörde behinderte. So habe Google etwa verhindert, dass die Angestellten des Konzerns aussagen, die tatsächlich die Daten sammelten.", Chip Online, 19.04.12
Nein, sagen Sie jetzt nichts. Es gilt offiziell das Folgende als Unternehmensmaxime:
Google: Zitate von Eric Schmidt - SPIEGEL ONLINE - Wirtschaft
Nein, st er nicht. Nur wenn Sie sich die Tools mit dem Vorsatz, eine rechtswidrige Handlung z begehen, beschaffen, dann ist das strafbar. Dazugibst genug Grundsatzurteile. Alle diesbezüglichen Selbstanzeigen sind abgewiesen worden.
Nö, wieso? Unter den gegebenen Umständen dürfte eine Klage gegen die Verantwortlichen Entwickler durchaus erfolgreich sein.
Soweit mir bekannt ist wurde Sony zumindest in den USA verurteilt, bzw. es gab einen Vergleich.
Die Aufregung ist einer allgemeinen Empörungskultur geschuldet. Auslöser ist das allgemeine technische Unverständniss der Empörten.
Nimmt man einen WLAN-Router in Betrieb und macht ihn mit einer SSID zuortbar, sende ich ähnlich einem kleinst-Rundfunksender über meine Grundstücks- Hausflur- und Wohnungsgrenzen hinweg. Das können andere hören/sehen! Wer das nicht möchte: kein WLAN. Wer dann auch noch unverschlüsselt sendet tut es dem öffentlichem Rundfunk gleich und kann sich am Ende nicht beschweren, wenn ander "Hörer" seine Aussendung mitschneiden.
Es sind 300.000 Euro bei Vorsatz möglich.
Wenn man aber jede einzelne Aufzeichnung als einzelnen fall wertet, dann kann man daraus sehr schnell 30 Milliarden machen.
Richtig, aber zu kurz gesprungen. Als mein ehemaliger Arbeitgeber vor vielen Jahren in eine ähnliche Situation kam, hat er das auch gemacht. Dann wurden die Daten gelöscht. Gab ein wenig Ärger, aber das war's dann auch.
Genau, das ist lächerlich. Offenbar war man bei Google unfähig, die Daten in dieser Zeit so weit zu manipulieren, dass sie weitestgehend harmlos aussahen. Es wäre ziemlich simple gewesen, die Pakete nachträglich zu verschlüsseln und nur einige unbedeutende Schnipsel unverschlüsselten Kram übrig zu lassen. Das ist schlicht Amateurniveau.