Im August 2010 wird im mexikanischen Puebla die Produktion des VW New Beetle auslaufen. Beim Debüt 1998 war das Auto das erste Modell im Retro-Design - es sollte den Charme des VW Käfer ins Internet-Zeitalter transportieren. Hierzulande zumindest misslang dies.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...679085,00.html
In einer Zeit, in der Autos nach Kriterien wie Massenkompatibilität, Preis und Sicherheit geplant, entworfen und gebaut werden, war der New Beetle ein Versuch, einen Hauch Individualismus zurück zu bringen. Mini und Fiat 500 haben gezeigt, dass das passen kann. Wünsche VW viel Erfolg für den Nachfolger, werde aber weiterhin nur bei Young-/Oldtimern feuchte Hände bekommen!
...wenn es neu ist - nicht unverschämt teuer. Und wenigstens den Grundanforderungen der Käufer entspricht.
Zur Erinnerung: als VW den "Concept 1" vorgestellt hatte, war dieser bei einer möglichen Serienfertigung als Pendant oder auf bestimmten Märkten als Ersatz für die nachfolgende Generation des Polo Typ 86C (2F) vorgesehen.
Also eher minimal, sowohl bei der Ausstattung als auch bei der Preisgestaltung; damals wurde sogar kurz über einen Einstiegspreis von 10.000 DM nachgedacht. Da dieser Preis aber wohl rein kalkulatorisch nicht zu halten war, wurde später ein Preis von 15.000 DM genannt.
Und dann wurde wohl die unzweifelhaft vorhandene positive Resonanz des Publikums auf den Wagen bei VW falsch interpretiert. Durch die vorgenommene Positionierung des New Beetle als teures "Lifestyle-Spielzeug" insbesondere im Bezug auf die Preisgestaltung wurde schlicht und ergreifend jene Masse von Interessenten übergangen, die den Concept 1/New Beetle in der Tat als direkten Nachfolger des "Old Käfers" begriffen hatten und den Wagen demzufolge auch nur unter dieser Prämisse kaufen wollten - nämlich gut und günstig.
Denn außer der besser funktionierenden Heizung (auch nur beim Benziner...) und des zeitgemäßeren Fahrverhaltens brauchten nur wenige einen noch teureren Golf mit den Nachteilen des Käfers (i.w. geringeres Platzangebot).
Daß dies nicht lange gut gehen konnte, war spätestens dann klar, als die Absatzzahlen nach anfänglich gutem Start deutlich zurückgingen. Denn nichts ist so alt wie der Trend von gestern. Als alle Hipster mit New Beetle versorgt waren, war auch der Run vorbei.
Insofern erstaunlich, daß VW den New Beetle überhaupt so lange am Leben ließ.
das hätte man sich bei VW damals fragen sollten... bestimmt nicht wegen der Form.
Der alte Käfer war ein einfaches, robustes, zuverlässiges, sparsamens (zu der Zeit) Auto, das zudem noch bezahlbar war.
Diese Attribute hätte VW sich auf die Fahnen schreiben sollen, wenn das Ergebnis dem Original auch noch ähnlich gesehen hätte um so besser....
Aber was daraus wurde, ist einfach nur traurig. Bin gespannt ob sie es mit dem UP! besser machen.
.. kann mich meinen Vorrednern nur anschließen:
Mini und auch Fiat haben es besser gemacht. Der New Beetle war weder vom Design noch vom Preis her der große Wurf.
Was ich nicht verstehe:
Design-Profi Wickenheiser:"Möglicherweise ist auch gar nicht das Design der Grund für die mancherorts mäßigen Verkaufszahlen, sondern eher die überzogenen Erwartungen."
Ich denke nicht daß die Erwartungen überzogen waren. Diese wurden nur nicht erkannt, und konnten so auch nur schwerlich erfüllt werden.
Ich werde das Ding jedenfalls weder beim Händler noch auf der Straße vermissen, freue mich jedoch immer noch jedes Mal, wenn ich einen Käfer an mir vorbeifahren sehe oder höre.
Ach ja, Geschmackssachen mit irgendwelchen Abziehbildrationalen deuten: das mißlingt doch immer, liebe SpOn-Gemeinde. Und richtig schön krachend versagt dann wie immer und seit ewig der Autor/die Autorin bei einem Artikel über Kraftfahrzeuge, Groundhog Day.
Es gibt nur eine wesentliche Aussage in dem Artikel: "hierzulande". Denn man braucht nicht sehr weit germanofugal zu reisen und sieht den New Beetle als Sedan oder, viel besser noch, als Convertible einigermaßen und - hurra - nicht zu häufig. Deutschland bzw. die Autokäufer innerhalb der Grenzen Deutschlands eignen sich eben nicht als Probier- und Gustierklientel für schöne oder eben wenigstens andersartigere Autos. Die Verkaufszahlen orientieren sich da eher an den Sonderangeboten (Motto: billig muß es sein!) beim Autohaus an der Ecke und den Verläßlichkeitsstatistiken irgendwelcher Automobilklubs. Da sind "Retro"-Karossen sicher nicht darunter. Allenfalls der von außen ja ganz annehmbare Mini konnte und kann bei der mittelalterlichen Single-Abteilungsleiterklientel reüssieren, und das ist ja auch gut so.
Ich bin jedenfalls jeden Tag heilfroh, einen NBC als mein Eigentum bezeichnen zu dürfen. Denn nichts auf diesem und anderen Planeten ist langweiliger als das Auto des Nachbarn.
Im Gegensatz zu Fiat haben die VW-Designer die markanten Merkmale des Originals nicht erkannt. Und entsprechend schlecht ist die Replik geworden.
Insbesondere die schwarz-lackierte B-Säule und der scharfe Winkel am Fuß der C-Säule führen zu einer halbkreisförmigen Silhouette der Fenster in der Seitenansicht. Dieser Bruch zum Original ist unverzeihbar.
Beim Cabrio ist dieser Halbkreis dagegen passend, weil auch beim Original vorzufinden.
Den Charakter des Originals hat der New Beetle nicht ansatzweise erreicht. Also kein Grund zum trauern.
Alles eine Frage des Marketings. Der Beetle war bei den Kreativen des VW Konzerns anscheinend nie beliebt. Während der Mini in 5000 Farbkombinationen mit 2000 verschiedenen Extras erhältlich ist, ist das Drumherum um ein "Kultauto" bei VW mehr wie vor 30 Jahren in der DDR. Der Zubehörkatalog für den Beetle präsentiert auf 4 Seiten Winterräder statt lustiger Gimmicks.