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VW-Käfer: Liebkosungen für einen Klassiker
Er ist laut, nicht wirklich schnell, und kann auch deftig mit dem Heck auskeilen: Der Käfer macht es einem nicht unbedingt leicht. Und trotzdem gibt es immer noch genügend Menschen, die ihn bedingungslos lieben. Wie Martin Zinselmeyer zum Beispiel - er nutzt den VW als eine Art Zeitmaschine.
http://www.spiegel.de/auto/fahrkultu...795687,00.html
- #1 06.11.2011 08:55 von
.
Ich wüsste gerne, ob er unter seinen "Käfer-Kuriosa" auch Dokumente zum Original des Käfers hat, dem Tatra 97, den Ferdinand Porsche dann für den KdF-Wagen plagiarisiert hat. Im Auftrag von, "na ihr wisst schon wem".
- #2 06.11.2011 09:53 von
Ähmmm....
Zitat aus einer der Bildunterschriften:
Jede noch so aufwendige Restauration kann < > die Patina ersetzen, die so ein Auto mit den Jahren angesetzt hat.
Zitat Ende
Hier wurde m. E. ein "nicht" vergessen.
Nachteile des Käfers: Das Ding hat gesoffen. Selbst mit nur 34 PS (1200), brauchte mein Käfer im Normalfall 9-10 Liter. Krachig war er und dank einer durchgegammelten Heizbirne bleibt die eh schon bescheidene Heizung bis heute bei mir in Erinnerung. Auch die Raumökonomie war nicht ganz optimal. ;-)
Dafür macht ihn die Form und der "blecherne" Klang unvergesslich und unverwechselbar.
Gruß
R.
ps. Gab es nicht den Spruch: "Jeder dritte Käfer ist ein Auto"? (lach) Ich meine ein von Otto umgewandelter Werbespruch. - #3 06.11.2011 10:04 von
Nostalgie
Der Artikel hat mch sehr berührt. Als Kind hatten wir ebenfalls einen Käfer. Mein Liebligsplatz als Kind war übrigens auch der Platz hinter der Rückbank aus der man so schön in den Himmel sehen konnte .Aus der heutigen Sich gesehen sicherheitstechnisch unvollkommen jedoch vom Erlebnis des Fahrens / Reisens unerreichbar.Der Klang des Boxdermotors war eine Offenbarung .Ich hätte nie gedacht dass eine höhere Geschindigkeit von 140 km/h notwendig wäre, hat er uns doch selbst ins an die weitesten Ziele gebracht.Neulich habe ich wieder mal einen auf der Autobahn gesehen.Wie klein und minimalistisch.Ich bin dann mal eine Zeit lang hinter diesem hergefahren.Es war einfach nur schön.
- #4 06.11.2011 10:13 von
Es war ein wunderbares Fahrzeug...
...mein erster Käfer. Ja, er war laut, er heizte schlecht, er beschlug von innen, aber er soff nicht. Ich bin von Hamburg nach Marseille, Mailand, Bologna, Florenz, Rom und von Rom zurück nach Hamburg mit 7 Liter/100 Kilometer gekommen. OK, in der Stadt nahm er mehr. Aber verglichen mit heutigen Autos finde ich den Verbrauch nicht unbedingt schlecht.
Herrlich war er im Winter zu fahren, bei Eis und Schnee, da hat der Hintern auf der Straße getanzt.
Nur drei Autos haben diesen Eindruck bei mir hinterlassen:
Der VW Käfer, der W 114/115 und der Defender von Landrover. Allesamt vorbildlich in Sachen Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit. - #5 06.11.2011 10:54 von Filter
- #6 06.11.2011 10:58 von
- #7 06.11.2011 11:22 von
In unserer Familie
war der Käfer eher ein abschreckendes Beispiel. Die Türen der Familienkutsche sollten leise geschlossen werden, schließlich "ist das doch kein Käfer".
Später bin ich gerne Käfer gefahren und trauere ihm auch heute noch nach, besonders dem 1200er Sparkäfer. Kein unnötiger Schnickschnack, alles sauber erreichbar, durchschaubare Technik, die immer lief und lief und lief ... Vor allen Dingen ist der Käfer ein Auto, das zwar vergleichsweise leicht einmal "eigene Wege geht", er verzeiht aber Fahrfehler und lässt sich spielend wieder "auf den rechten Weg bringen".
Zu den beliebtesten Übungen von Jungfahrern gehörte das seitwärts Einparken im Winter auf festgefahrener Schneedecke. Auch einmal auf tiefen Sandwegen in der Heide "die Sau herauslassen", machte Spaß.
Anfang der 1980er hatte meine damalige Freundin sich einen 1200er Sparkäfer für einen Appel und ein Ei gekauft (250 DM für ein 12 Jahre altes Auto). Die Inspektion habe ich in der Garage gemacht, Ventilspiel von ca. 1,5 mm auf 0,15 mm gebracht, neue Zündkerzen und Unterbrecherkontakte, frisches Öl in den Luftfilter gegeben, Vergaser nach Gehör eingestellt und ab zur Werkstatt. "CO liegt an der unteren Grenze, aber das Standgas habe ich von 600 auf 800 Umdrehungen angehoben."
Der Verbrauch lag bei 7 - 8 Litern auf 100 km. Bei forscher Fahrweise (80er Schnitt, Landstraße) gingen auch einmal 9 Liter durch den Vergaser. Im Winter (damals hatten wir längere Phasen mit Tageshöchsttemperaturen um - 15 bis - 20 °C) konnte ich keine Heizungsprobleme feststellen. Man musste eben heizen, was Innerorts bedeutete, dass man im 3. statt im 4. Gang fuhr.
Interessant auch das Thema "Raumwunder Käfer".
1. Transport: 7 Munitionskisten im Käfer, Rücksitzbank raus, Rückenlehne heruntergeklappt, rechten Ellenbogen angezogen und gut war es.
2. Transport: In den Passat-Kombi gingen auch nur 7 Munitionskisten hinein, allerdings musste ich den rechten Ellenbogen nicht anziehen.
Und heute? Ich bin dem 2-Ventil Boxer treu geblieben, allerdings einspurig. Würde VW jedoch den Käfer mit einem zeitgemäßen 4-Ventil Boxermotor mit Benzineinspritzung im Heck zu einem angemessenen Preis auf den Markt bringen, könnte ich mir sehr gut vorstellen, im Winter ein Spur breiter unterwegs zu sein. - #8 06.11.2011 11:29 von
- #9 06.11.2011 11:35 von
Leute, macht Euch locker!
Der Käfer ist als Oldtimer über jeden Zweifel erhaben. Seine Vorkriegsform ist wunderbar, seine Geschichte macht ihn zum Kult. Er hat drei Generationen ans Autofahren herangeführt und damit geprägt. Jeder fahrende Käfer ist heute ein freudiger Anblick. Seine technischen Schwächen sind schlicht irrelevant geworden.
Deshalb: Hört doch einfach mal damit auf, die Sparsamkeit, Geräumigkeit, Variabilität und Solidität des Käfers über den grünen Klee zu loben. Es wirkt unsouverän, es ist größtenteils nicht wahr und, vor allem, es ist gar nicht mehr nötig. Ihr habt doch längst gewonnen ;-)
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