Vulkan-Erlebnis in Island: Abstieg in die Magmakammer
TMNGlutrote Felsen, beklemmende Enge: Einen Vulkan haben bisher die wenigsten Menschen von innen gesehen. Island-Urlauber können diesen Sommer eine spektakuläre Tour mitmachen und sich in den erloschenen Thrihnukagigur abseilen lassen - ein weltweit einzigartiges Erlebnis.
Darf man die Dame enttäuschen? Sie war leider nicht in der Magmakammer des Vulkans, sondern nur dort wo vermutlich der Förderschlot verstopft wurde. Magmakammern liegen in der Regel einge Kilometer tiefer unter dem Vulkan und haben ganz andere Dimensionen. Sorry, genaugenommen tourist trap, aber vermutlich war es ein spannender Aufenthalt da unten. Machmal verkaufen sie in Island auch große Lavakanäle als Magmakammern.
Kann schon sein, dass die "echten" Magmakammern viel tiefer liegen. Aber diese Höhle ist definitiv einmal mit Magma gefüllt gewesen. Und wäre sie noch voll, könnte man auch nicht hinein .....
Wie auch immer, ich habe diese Tour gemacht und fühlte mich keineswegs in einer tourist trap, sondern an einen einzigartigenn Platz unseres Planeten. Das begann schon mit der auf ca. 20 Besucher pro Tag limitierten Örtlichkeit. Unser Führer hat uns viel von seinem fundierten geologischen Wissen übermittelt und das alleine war es schon wert.
Ich habe schon viele Schauhöhlen besucht und auch einige geführte Klettertouren in Hohlen (aber ohne freie hängendes Abseilen) mitgemacht. Unter all diesen Aktivitäten war der Besuch des Thrihnukagigur definitiv die beeindruckendste.
DIE FARBEN ! Ungaublch viele Schattierungen von dunkelviolett bis schneeweiß.
DIE FORM ! Wie eine riesige Flasche mit einem winzigen Lichtfleck senkrecht weit hoch über uns.
DER ZUGANG ! Nach einer Wanderung über ein schwierig begehbares, wegloses Brockenlavafeld gab es zwei Container mit warmer Suppe und Tee sowie Mobiltioletten - alles per Hubschrauber in dieses unwegsame Gelände gebracht.
DER "AUFZUG" ! Langsames enlanggleiten an den unterschiedlichsten, von der Lava gebildeten und geformten Gesteinen - zum greifen nah. Die Abfahrt im offenen Gestell an sich war (für mich) gar nicht spektakulär. Die Konstruktion ist professionell und die verwendete Arbeitsbühne von einem deutschen Hersteller. Die abschließende Fahrt richtung Tageslicht hingegen hatte schon eine emotionale Komponente, weil uns auf der einen Seite unsere gewohnte Welt wieder erwartete und andererseits eine einzigartig schöne Situation dem Ende entgegenging.
Ich finde, es war das Geld allemal wert - deratige Enidrücke sind ja eigentlich nicht bezahlbar.