Vorwurf der Pharma-PR: Wiki-Watch-Gründer gerät in Erklärungsnot

Der Gründer von Wiki-Watch Wolfgang Stock wehrt sich: Er behauptet, nicht unter dem Namen "Investor" Wikipedia-Artikel zu Gunsten des Pharmariesen Sanofi-Aventis verändert zu haben. Doch die Erklärungen des Professors wirken immer unglaubwürdiger.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...774539,00.html
  1. #1

    Konsequenzen

    Wenn Stock in einer eV gegenueber der Uni gelogen hat, sollte es mMn nicht bei der Loeschung von "WikiWatch" bleiben - dann sind dienstrechtliche Konsequenzen angebracht.

    Professoren, die unter dem Deckmantel der Wissenschaft bezahlte Lobbypolitik betreiben, schaden dem Ansehen der Wissenschaft nicht weniger als Guttenberg & Complizen.
  2. #2

    vorauseilender Gehorsam

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Gründer von Wiki-Watch Wolfgang Stock wehrt sich: Er behauptet, nicht unter dem Namen "Investor" Wikipedia-Artikel zu Gunsten des Pharmariesen Sanofi-Aventis verändert zu haben. Doch die Erklärungen des Professors wirken immer unglaubwürdiger.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...774539,00.html
    Der Fall Stock/Wiki-Watch ist wahrscheinlich nur die besonders dumme Spitze des Eisbergs. Gut gemachter Kampagnenjournalismus fällt nicht auf.
    Ob die Industrie den vorauseilenden Gehorsam des Sanofi-Aventis-Kommunikationsberaters Stock wohl weiter honoriert oder ihn wie eine heiße Kartoffel fallenlässt?

    Für die "Kleinen" lohnt sich das mit den Wölfen heulen nicht.
  3. #3

    Egal wo man auch hinguckt

    die Pharma-Mafia ist schon da.
    Einen schönen Tag noch.
  4. #4

    Es ist nicht alles Staat, was mit Professorentitel glänzt

    Zitat von hladik Beitrag anzeigen
    Wenn Stock in einer eV gegenueber der Uni gelogen hat, sollte es mMn nicht bei der Loeschung von "WikiWatch" bleiben - dann sind dienstrechtliche Konsequenzen angebracht.

    Professoren, die unter dem Deckmantel der Wissenschaft bezahlte Lobbypolitik betreiben, schaden dem Ansehen der Wissenschaft nicht weniger als Guttenberg & Complizen.
    Stock ist nicht Professor an der staatlichen Uni Frankfurt (Oder), sondern an der Gustav-Siewerth-Akademie (GSA), einer „winzige[n] Privathochschule im Dunstkreis des katholischen Traditionalismus“ (Zitat bereits im Wiki-Artikel zur GSA zitert).

    Da ist nichts mit "Dienstrecht" und der staatliche Universitätsbetrieb ist ausnahmsweise nicht schuld. Mit staatliche organisierter Wissenschaft hat Stocks Professorentitel nichts zu tun. Da sollte man mal das Privat-Uni-Wesen regulieren.

    Aber es ist halt "liberal", Wissenschaft an Privatunternehmen auszusourcen ...
  5. #5

    "handwerklicher Fehler"

    SPON schreibt:
    // Seltsam ist dabei allerdings, dass beide Beschwerden in weiten Teilen wortgleich formuliert sind. Sanofi-Aventis versichert, weder Stock noch dessen Firma beauftragt zu haben, den Presserat anzurufen. Auch Stock erklärt schriftlich: "Ich habe nicht im Auftrag von Sanofi-Aventis Beschwerden beim Deutschen Presserat eingelegt." Er, Stock, habe lediglich "beim Googeln im Internet die Programmbeschwerde von Sanofi-Aventis gefunden und die passenden Textteile übernommen." //

    Hat da mal ein Prof abgeschrieben?
    Im Ernst, das klingt alles reichlich unglaubwürdig, da sollte sich auch die Uni Frankfurt/Oder mal äussern.
  6. #6

    Re: Wenn Stock in einer eV gegenueber der Uni gelogen hat

    Zitat von hladik Beitrag anzeigen
    Wenn Stock in einer eV gegenueber der Uni gelogen hat, sollte es mMn nicht bei der Loeschung von "WikiWatch" bleiben - dann sind dienstrechtliche Konsequenzen angebracht.
    An "eidesstatt" kann man - solange es nicht VOR Gericht ist - versichern was man will! Das hat gar keine rechtliche Grundlage. Nur dazu zur Abnahme der eidesstattlichen Versicherung berechtigte Behörden, eben Gerichte, Finanzämter oder z.B. Gerichtsvollzieher. Herr Stock hat privat versichern, was er will. Das ist auch nur wieder PR.
  7. #7

    Zensur auf Wikipedia - findet statt

    Ich wollte vor einiger Zeit mal einige kritische Sätze über Campina und ihre Milch "Mark Brandenburg" schreiben.
    Der Name suggeriert regionale Nähe, tätsächlich wird diese Milch aber in Köln abgefüllt.
    Mein Beitrag wurde ständig vom Administrator "Rosenzweig" gelöscht. Ich habe immer wieder Änderungen vorgenommen, bin genau auf die Kritik des Administrators eingegangen, habe Belege von Verbraucherschutzzentralen geliefert, dennoch löschte er meinen Beitrag wieder und wieder. Schließlich wurde es mir zu blöd und ich habe es bleiben lassen.

    Interessant fand ich, dass sich dieser Administrator in Wikipedia sehr intensiv mit der Stadt Heilbronn beschäftigt hat. Dort befindet sich der Firmensitz von Campina.

    Natürlich nährte das meinen Verdacht, dass er enger mit Campina verbandelt ist, als es für einen neutralen Administrator gut wäre.
  8. #8

    Das ist sachlich Unsinn...

    Zitat von Luscinia007 Beitrag anzeigen
    Stock ist nicht Professor an der staatlichen Uni Frankfurt (Oder), sondern an der Gustav-Siewerth-Akademie (GSA)
    Das ist Quatsch - zumindest, wenn man Wikipedia glaubt...
    Stock ist an der Uni Frankfurt/O. Dozent für Journalistik. Da er seinen Professor an einer anderen Hochschule erworben hat, kann er diesen akademischen Titel auch an der Uni FF führen, ohne jedoch Lehrstuhlinhaber dort zu sein (was die übliche Bezeichnung für einen Professor an einer Einrichtung ist...)
    Immer schön bei den Tatsachen bleiben (wenn die Journalisten das schon nicht beherzigen)!
  9. #9

    Zensur auf Wikipedia - findet statt!

    Ich wollte vor einiger Zeit mal einige kritische Sätze über Campina und ihre Milch "Mark Brandenburg" schreiben.

    Der Name suggeriert regionale Nähe, tatsächlich wird diese Milch aber in Köln abgefüllt.

    Mein Beitrag wurde ständig vom Administrator "Rosenzweig" gelöscht. Ich habe immer wieder Änderungen vorgenommen, bin genau auf die Kritik des Administrators eingegangen, habe Belege von Verbraucherschutzzentralen geliefert, dennoch löschte er meinen Beitrag wieder und wieder. Schließlich wurde es mir zu blöd und ich habe es bleiben lassen.

    Interessant fand ich, dass sich dieser Administrator in Wikipedia sehr intensiv mit der Stadt Heilbronn beschäftigt hat. Dort befindet sich der Firmensitz von Campina.

    Natürlich nährte das meinen Verdacht, dass er enger mit Campina verbandelt ist, als es für einen neutralen Administrator gut wäre.