Vorwürfe gegen Siemens: Schläge und 100 Millionen Dollar Schmerzensgeld
ddpEin argentinischer Ex-Regierungsmitarbeiter sagt, er sei vor Jahren verprügelt worden und habe Morddrohungen erhalten - weil er Korruption bei Siemens anprangerte. Nun verlangt er von dem Konzern 100 Millionen Dollar. Der Fall steckt voller Ungereimtheiten und beschäftigt ein Gericht in den USA.
Habe ich in den 80er Jahren bei Siemens Portugal erlebt. Da wurden die Chefs der PT und der portugiesischen Eisenbahn zu Urlauben und auch zu Wochenendausflügen nach Hamburg in die teuersten Edelbordelle geflogen. Dafür gab es Riesenaufträge -
scheint bei Siemens an der Tagesordnung zu sein durch Korruption andere Mitbewerber auszustechen. Speziell in den Ländern Südamerikas und Südeuropas. Der damalige Siemens Chef für die Telekomsparte in Portugal (ein Deutscher aus Hamburg) war auch noch stolz auf diese Aktionen.Es gab keinerlei Unrechtsbewusstsein . Ich werde demnächst "Ross und Reiter" in einer Veröffentlichung nennen.
100 Mio $ zu fordern sieht mir aber nach Erpressung aus. Ihm und seinem Anwalt ist wohl klar dass er vor einem amerikanischen Gericht, das seine Klage schon mal abwies, keine Chance hat. Sein Ziel ist es wohl eher durch die Pressekampagne Siemens unter Druck zu setzen, damit er ein Angebot bekommt mit dem er leben könnte. Aus den 100 Mio werden dann vielleicht eine Mio und Siemens ist froh aus den Schlagzeilen zu kommen.
@Hämoride
Dass Siemens früher auch in Korruptionsgeschichten verwickelt war, bestreitet niemand. Siemens hat dies sogar zugegeben und hunderte Millionen als Strafe bezahlt. Es geht im hiesgen Fall darum, ob es zusätzlich für nicht geschmierte Mitwisser noch Prügel und Drohungen gab.
Zur Korruption im Allgemeinen, kann man auch unterschiedlich stehen. Es gibt Gesellschaften, da ist dies informell anerkannt oder wird sogar erwartet. Niemand bekommt einen Auftrag ohne Bestechung (vgl. Staat als Beute - ein sozilogischer Begriff). In der Geschichtswissenschaft ist man auch dazu übergegangen, statt eben andere Kulturen und Zeiten mit unseren moralischen Begriffen zu belegen, dies als Fürkauf zu bezeichnen. In Argentinien und evtl. auch im Portugal der 80er (also zu Beginn des Einzugs der Moderne dort) hat es sich eindeutig um einen Fürkauf (statt um Korruption) gehandelt.
Korruption gibt es, seitdem es Menschen gibt. Sie findet weltweit im kleinen und im großen Stil statt. In Deutschland von der Schwarzarbeit - auch das ist eine Form von Dutzenden Formen der Korruption - bis hin zur heute noch geheimnisvollen Parteispendenaffäre des Helmut Kohl. Selbst deutsche Kaiser und katholische Päpste - und nicht nur diese - sind durch Drohungen, Mord und Totschlag, weiterhin Korruption, Spenden und Bestechung in ihr Amt gehievt worden. Man denke dabei auch an das Griechenland der Neuzeit. Ärztebestechung, Behördenbestechung, Wählerbestechung und so weiter. Korruption ist ein elementarer Bestandteil des menschlichen Daseins. Vergleichbar mit Alkohol, Tabak, Drugs, Sex und so weiter. Und diese soll nun weltweit ausgerottet werden? Wirklich ein absoluter Witz. Die Korruption kann erst dann vollständig ausgerottet werden, wenn die Menschheit vollständig ausgerottet worden ist und das kann noch dauern. Oder es geht schneller als man denkt.
hämoride ist wohl etwas die Zeit davon gelaufen...
es ist wohl ziemlich albern sich noch nach 30 Jahren über übliche Verhaltensweisen zu Geschäftsabschlüssen aufzuregen, die nach heutigen Maßstäben sicher nicht
korrekt sind, damals aber nicht unüblich in der weltweiten Telekommunikationsbranche.
so what? Wen interessiert es, welcher Hamburger damals daran beteiligt war und welcher deutsche Mitarbeiter von SIemens Portugal nicht mitdurfte?