Vorwürfe gegen Ikea: DDR-Zwangsarbeiter sollen Billy produziert haben

REUTERSDie schwedische Möbelhauskette Ikea will mit Hilfe der Stasi-Unterlagenbehörde klären, ob bei Auftragsarbeiten in der ehemaligen DDR politische Gefangene für Zwangsarbeit eingesetzt worden sind. Der schwedische Fernsehsender SVT will entsprechende Beweise gefunden haben.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...830694,00.html
  1. #50

    Ich weiß was ich in einer Fabrik ( Anfang 1984) in Nauenburg gefertigt habe...Türscharniere für Schränke. Irgendjemand hat mir dort erzählt, dass die Sachen in den "Goldenen Westen gehen". Als ich 1984 das erste Mal bei IKEA war, konnte ich es nicht glauben was ich sah.
  2. #51

    Liebe Leute

    Heute war dieses Bericht überal bei uns im Radio (Holland), aber - weil Spiegel bericht übernommen ist, weisst keiner wo genau es ausgestraht wird.

    Ria
  3. #52

    nachwirkung

    Zitat von ria9651 Beitrag anzeigen
    Heute war dieses Bericht überal bei uns im Radio (Holland), aber - weil Spiegel bericht übernommen ist, weisst keiner wo genau es ausgestraht wird.

    Ria
    Man sagt, es gibt nichts älteres als die nachricht von gestern. Trotzdem bleibt zu hoffen, das man uns betroffene nicht einfach wieder vergisst.
    Um noch mal ausdrücklich auf den begriff zwangsarbeit einzugehen, muß man bedenken das eine nichterfüllung der norm schwere kosequenzen hatte. 100% knast-norm, die zu erfüllen war, bedeutete 250% der zivilnorm.
    Wie furchtbar 10 tage dunkelhaft oder eine woche an händen und füssen gefesselt war, kann sich ein glück heute keiner mehr vorstellen. Die ddr-bürger selbst ahnten oftmals nicht, wie man mit den sogenannten abweichlern umging. Für dieses land galt der spruch "man muß erst aus dem rahmen fallen, um im bilde zu sein".
    Ich habe mich als zeuge und betroffener bei ikea gemeldet und bin gespannt, ob und wie sie reagieren werden.
  4. #53

    Zitat von suedschwede_1972 Beitrag anzeigen
    ESP war der theoretische Teil. Was Sie meinen war PA (Produktive Arbeit). Maximal 4h alle zwei Wochen.

    Produktive Arbeit (DDR)

    Ich hatte mit PA kein Problem. Habe das nicht als Zwangsarbeit empfunden. Wir wurden in einem Holz und Metall verarbeitenden Betrieb eingesetzt. Und in einer Dreherei. Es war nie langweilig, weil man immer wieder andere Arbeit zugeteilt bekam. Auch wenn ich nie vor hatte in die Holz- oder Metallverarbeitung zu gehen, oder Dreher zu werden.
    So war’s. Ich durfte als 14- bis 16-jähriger Schüler (nach Einweisung) alleine Dreh-, Fräs- und Bohrmaschinen bedienen und Einspritzdüsen in riesengroße Schiffsdieselmotoren einbauen. Das war abwechslungsreich und hat Spaß gemacht, gerade weil ich sonst nie einen Einblick in diese Arbeitswelt erhalten hätte. (Ich wollte immer studieren.) Unsere »Norm« war so niedrig, dass die Herausforderung darin bestand, sie nicht (zu sehr) überzuerfüllen, weil sonst die regulären Arbeiter alt ausgesehen hätten.

    In der DDR war vieles faul, aber der PA-Unterricht war es nicht. In den Knästen wurde gefoltert (besonders beim Militär – Stichwort Schwedt – und der Stasi, aber auch in der »normalen« Justiz). Zum Glück kannten die meisten Ossis (ich inclusive) das nur vom Hörensagen. Aber wer ins Visier der Staatsmacht geriet, dem wurde oft sehr, sehr übel mitgespielt. Das macht den Unrechtsstaat DDR aus, nicht das für die meisten eher unspektakuläre Alltagsleben.
  5. #54

    Zitat von onkel-pelle Beitrag anzeigen
    Das ist ja schrecklich. Davon habe ich noch nie gehört.

    Oder übertreiben Sie da ein wenig?
    Nein, sie oder er übertreibt nicht. Die unmenschlichen Bedingungen in DDR-Knästen sind nun wirklich gut dokumentiert.