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Vortrags-Panne: Uni Trier düpiert renommierten Kriegsforscher

Krieg und Frauen, das ist sein Thema - doch die Uni Trier wusste nicht genau, wen sie sich mit Militärhistoriker Martin van Creveld einlud. Nach seinem ersten Vortrag entließ die Uni ihren berühmten Gastdozenten. Studenten*hatten sich über frauenfeindliche Thesen des Kriegsfachmanns beschwert.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...794094,00.html
  1. #190

    Armutszeugnis

    Zitat von spiegel-hai Beitrag anzeigen
    was haben wir denn da nettes. Die Uni Trier läd einen renommierten Kriegsforscher ein, der sein politisch-soziologisch sittenstrenges Auditorium mit provokanten Thesen pikiert. Das werte Auditorium in Gestalt des linken (was auch sonst) AStA empört sich "politisch korrekt" und schwärzt den Gastdozenten bei der Hochschulleitung an, legt zum "Beweis" einen WP-Artikel vor. Diese wirft mit einem erschrocken "huuuuch" die Hände hoch und schmeißt die persona non grata kurzerhand raus.
    Mal ganz abgesehen von Herrn van Crevelds Thesen - das ist es, was mich am meisten verblüfft.
    Ich interessiere mich weder für Kriegsgeschichte noch für irgendwelche verwandten Themen, dennoch ist mir van Crefeld seit langem ein Begriff. In sämtlichen großen Zeitungen werden z.B. regelmäßig seine Bücher besprochen, seine Thesen diskutiert.

    Daß eine Hochschule derart ahnungslos sein kann, wirft ein übles Bild auf dieselbe.
    Oder, wie oma-kruse im posting #58 sagte: "Die Uni Trier hat mit ihrem Verhalten sehr deutlich gemacht, wo sie im internationalen Vergleich steht: Irgendwo in der Regionalliga West."

    Zitat von spiegel-hai Beitrag anzeigen
    Man hätte dem AStA 'nen Vogel zeigen und darauf hinweisen müssen, daß es zukünftigen Akademikern durchaus zuzumuten ist, sich mit fragwürdigen oder gar "politisch unkorrekten" Thesen auseinanderzusetzen.
    Das kommt noch dazu, völlig richtig!
    Alles in allem: ein Armutszeugnis für diese Uni
  2. #191

    Zitat von Carla Beitrag anzeigen
    Sie kapieren es nicht: Das, was der Creveld da gemacht hat, erfüllt keine wissenschaftlichen Standards. Wenn es ihm um die Verbreitung seiner Privatideologie geht, dann kann er wie gesagt ein Internet-Blog aufmachen.
    ...
    Ich glaube, Sie haben überhaupt keine Vorstellung, was ein wissenschaftlicher Anspruch ist. Es geht da nicht um Weltbilder, Ideologie und Laberei, sondern um NACHWEISE.
    Waren Sie bei dem Vortrag dabei?
    Oder wollen Sie Ihren Standpunkt jetzt allen Ernstes auf Spekulationen aufbauen?
    Würden Sie bitte Ihre Behauptung belegen, Crefeld würde keine wissenschaftlichen Standards erfüllen?

    Zitat von Carla Beitrag anzeigen
    Ich glaube, Sie haben überhaupt keine Vorstellung, was ein wissenschaftlicher Anspruch ist.
    Ich glaube, Sie haben überhaupt keine Vorstellung, was eine sachliche Diskussion ist - weder wissenschaftlich noch in einem Forum.

    Zitat von Carla Beitrag anzeigen
    Es geht da nicht um Weltbilder, Ideologie und Laberei, sondern um NACHWEISE.
    Richtig und genau aus diesem Grund sehen ja so viele Leute die "Genderstudies" ausgesprochen kritisch.
  3. #192

    genau lesen

    Zitat von JanaB Beitrag anzeigen

    Nein, ist es nicht. Der Professor (wie auch immer er hieß) hatte einen gültigen Vertrag. Für die Kündigung eines Vertrags auf Grund einer Meinungsäußerungen gelten weitaus höhere Hürden, als für ein simples Hausverbot. Und die Uni ist eine staatliche Einrichtung!
    Nun ja, es wurde ja im vorliegende Falle gar keine Kündigung ausgesprochen, steht auch nicht im Artikel. Man hat sich auf einen Auflösungsvertrag geeinigt. Ich kann nachvollziehen, dass das Institut nicht weiter diesen kruden Thesen à la "erfahrene Frauen haben keine nennenswerten Probleme mit einer Vergewaltigung" ein Forum geben wollte. Der Professor wurde als anerkannter Militärhistoriker eingeladen mit der Intention, eben darüber zu diskutieren, und er hat stattdessen die Bühne für seine hanebüchenen, indiskutablen Thesen genutzt.

    In der Tat hätten sich natürlich die Einladenden vorab besser informieren würden, das war ein Fehler. Immerhin haben diese die Größe, ihren Fehler einzugestehen. Das würde man sich häufiger wünschen. Der offene Brief des AStA schießt über das Ziel hinaus, der Vorwurf, anti-israelisch zu sein, ist wirklich nur lächerlich, ebenfalls der Vorwurf, "militaristisch" zu sein.
  4. #193

    Zitat von billy pilgrim Beitrag anzeigen
    Ich plädiere für noch wesentlich mehr gendertheoretische Erziehung in den europäischen Bildungsinstituten, bis in die frühkindliche Erziehung hinein. Für Maximilian und Mehmet gleichermaßen. (wenn das mal keine Steilvorlage für die Kriegerfraktion im Forum ist ;-)
    Das entlockt mir nur ein müdes Lächeln. Weil ich mir vorstellen kann, wie der Vater von unserem gedachten "Mehmet" reagiert :).

    "Maximilians" gibt es dagegen kaum noch, weil diejenigen, die ihre Väter hätten sein können, bereits damals im Kindergarten alle dazu erforderlichen Zwischenschritte vom kompetenten (weiblichen) Personal frühzeitig abtrainiert bekommen haben. So endet der Gender-Terror... so oder so.
  5. #194

    Zitat von saarstudentin Beitrag anzeigen
    Ich kenne keine Skeptiker, sondern nur zwei große Gruppen. Die eine setzt sich aus denen zusammen, die für die Namensgebung sind, die andere aus denen, denen es schlichtweg egal ist.

    Ich habe mir den Vortrag nicht angehört (ich habe keine Zeit, in jede Sonderveranstaltung zu rennen und auch keine Lust), und ich bin froh drum. Wenn ich Aussagen wie "bei sexuell erfahrenen Frauen richtet eine Vergewaltigung wenig Schaden an" live gehört hätte, wäre wahrscheinlich die Kriegerin in mir zum Vorschein gekommen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen... eine widerliche Botschaft und eine Beleidigung für jedes Vergewaltigungsopfer (ich schließe Männer hier explizit ein, ist das doch so, als würde man sagen, dass bekennende Schwule eigentlich nicht vergewaltigt werden können). Aber an dieser Aussage wird sich ja gar nicht aufgehalten, es geht nur um dieses dämliche Klischee, alle Frauen würden auf prügelnde Chauvis stehen.
    Dazu kann ich nur sagen: Ich stehe nicht auf prügelnde Chauvis. These widerlegt.

    Es ist wieder mal ganz besonders ekelhaft, wie die sexistischen, konservativen Vollzeit-Machos in diesem Thread wüten und nicht nur allen Frauen das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben absprechen wollen, sondern auch unterstellen, irgendeine Art feministische Weltregierung hätte längst die Rechte der Männer vollkommen kastriert.
    Das dies nicht so ist, dafür ist dieser Thread hier das beste Beispiel.

    Mir stellt sich immer wieder die Frage, warum mir solche Aussagen niemals auf der Straße begegnen. Die Antwort dürfte wohl Feigheit sein. In anonymen Foren wettert es sich so schön ungeniert.
    Na, dann lesen Sie mal was Frau Catherine Millet zu dem Thema zu sagen hat. Da können Sie sich dann auch aufregen und zur Kriegerin/Gewalttäterin werden.
  6. #195

    Zitat von Parzival v. d. Dräuen Beitrag anzeigen
    Ansonsten liegt selbstverständlich Creveld mit seiner Einschätzung richtig, dass die Menschen sind, wie sie sind
    Schockschwerenot! Im Ernst? Diese Tautologie ist nun in der Tat eine bahnbrechende Erkenntnis!

    - wohingegen sich die Genderkommunisten einen Stellungskrieg führen, die Welt hätte zu sein, wie sie es wünschen.
    Genderkommunisten. Facepalm. Aber sonst ist alles in Ordnung bei Ihnen, ja?

    Was Sie meinen, sind Menschen, die nicht bei Binsenweisheiten stehen bleiben, sondern
    - untersuchen, wie die Welt ist
    - überlegen, wie sie besser werden könnte
    - versuchen, sie tatsächlich besser zu machen.
    Was für ein abscheuliches Unterfangen...

    Zitat von JanaB Beitrag anzeigen
    Sie haben den Artikel offensichtlich nur überflogen. Er hatte bereits die Gastprofessur und sie ist ihm auf Grund dieses Vortrags *vorfristig* gekündigt worden.
    Ja und? Geht doch völlig in Ordnung. Unwissenschaftlicher Quatsch, der noch dazu derart reaktionär und sexistisch ist, hat an einer Universität nichts zu suchen. Der Fehler war, den Typen erst als Gastprofessor zu berufen - hätte man sich mal vorher ein bisschen über ihn informiert, hätte man nämlich ahnen können, was da auf einen zukommt.

    Zitat von benutzer10 Beitrag anzeigen
    >>> Van Creveld hatte darin unter anderem die These aufgestellt, viele Frauen würden es "genießen, dabei zuzuschauen, wie Männer sich gegenseitig abschlachten". <<<

    Das ist aber nicht politisch korrekt, so etwas zu sagen. Noch dazu im universitären Umfeld. Vielleicht ist die These aber zumindest für eine Teilmenge der Frauen zutreffend, ich glaube, dass das so ist. Die hektische Reaktion sagt mehr über die Beschwerdeführer als über den Dozenten aus.
    Das "politisch" können Sie streichen: Es ist nicht korrekt, also falsch. Genauer gesagt: Es ist hanebüchener Blödsinn. Dort, wo Menschen es tatsächlich genießen, anderen Menschen beim gegenseitigen Abschlachten zuzugucken (was schon ungewöhnlich genug ist), sind Männer für gewöhnlich in der Überzahl oder zumindest nicht weniger beteiligt (Gladiatorenkämpfe, öffentliche Hinrichtungen, Kriegsfilme...).
  7. #196

    Zitat von JanaB Beitrag anzeigen
    Oder wollen Sie Ihren Standpunkt jetzt allen Ernstes auf Spekulationen aufbauen?
    Würden Sie bitte Ihre Behauptung belegen, Crefeld würde keine wissenschaftlichen Standards erfüllen?
    Er hat m. W. keine Studien vorgelegt, etwa zu diesen Statements mit "die Männer lieben den Krieg, die Frauen sehen gerne dabei zu" usw. Oder dieser Vergewaltigungsspruch. Das sind nicht mal richtige Thesen, sondern im Grunde einfach nur Sprüche. Und "Staatsdiener" im weitesten Sinne werden nicht dafür bezahlt für 6000 Euro pro Monat oder mehr einfach nur ihre Weltbilder zum besten zu geben.


    Zitat von JanaB Beitrag anzeigen
    Ich glaube, Sie haben überhaupt keine Vorstellung, was eine sachliche Diskussion ist - weder wissenschaftlich noch in einem Forum.
    Na dafür haben wir ja Sie, die das Niveau dann wieder hebt ;-) .
  8. #197

    zu wenig konkrete Informationen

    Man muss hier mal differenzieren:
    Wenn van Creveld sinngemäß sagt: "Frauen sind hauptsächlich Schuld an Kriegen, weil viele Frauen auf kriegerische Männer stehen", dann ist das eine Meinungsäußerung. Ich persönlich teile diese Meinung nicht, und van Creveld sollte sie wissenschaftlich belegen können, wenn er ernst genommen werden will. Eine solche Aussage wäre aber nicht illegitim und kein Grund, jemanden aus einer Gastprofessur rauszuwerfen.


    Zitat von saarstudentin Beitrag anzeigen
    Ich habe mir den Vortrag nicht angehört (ich habe keine Zeit, in jede Sonderveranstaltung zu rennen und auch keine Lust), und ich bin froh drum. Wenn ich Aussagen wie "bei sexuell erfahrenen Frauen richtet eine Vergewaltigung wenig Schaden an" live gehört hätte, wäre wahrscheinlich die Kriegerin in mir zum Vorschein gekommen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen... eine widerliche Botschaft und eine Beleidigung für jedes Vergewaltigungsopfer
    Wenn er hingegen tatsächlich gesagt hat, dass eine Vergewaltigung "keinen größeren Schaden" anrichtet, dann verharmlost er ein Kapital-Verbrechen. Bezüglich der Ekelhaftigkeit einer solchen Aussage kann ich saarstudentin nur zustimmen. Und die Verharmlosung von schweren Straftaten wäre in der Tat ein Grund, jemanden sofort zu entlassen.

    Von daher wäre es wünschenswert, wenn sich jemand äußern könnte, der bei dem Vortrag tatsächlich dabei war, oder wenn man auf einer anderen Internetseite eine (zumindest teilweise) Mitschrift des Vortrags finden würde.
    Ansonsten bleibt es bei Mutmaßungen darüber, was denn nun gesagt wurde und was nicht.
  9. #198

    Irrum

    Zitat von JanaB Beitrag anzeigen
    Und Sie werden vor Gericht nicht die Spur einer Chance haben, wenn Sie mir einen Liefervertrag *mit der Begründung* kündigen, ich hätte gesagt, dass ich den Farbantrich in Ihrem Geschäft doof fände.
    Irrtum! Es herrscht Vertragsfreiheit, und das schließt die negative Vetragsfreiheit ein. Ich kann jedem Lieferanten aus jedem mir dünkenden Grund kündigen, es greifen dann die im Vertrag getroffenen Abwicklungsregeln. Man muss noch nicht einmal angeben warum man den Vertrag kündigt.

    Nein, ist es nicht. Der Professor (wie auch immer er hieß) hatte einen gültigen Vertrag. Für die Kündigung eines Vertrags auf Grund einer Meinungsäußerungen gelten weitaus höhere Hürden, als für ein simples Hausverbot.
    Eine Gastprofessur ist keine reguläre Anstellung. Und sie ist an Regeln gebunden. Aber selbst einem wissenschaftlichen Mitarbeiter kann man kündigen - wenn er nicht wissenschaftlich arbeitet.

    Und das Aufstellen unwissenschaftlicher Behauptungen ist - unwissenschaftlich.
  10. #199

    Wissenschaft

    Zitat von JanaB Beitrag anzeigen
    Für mich ist eine Theorie, die ein Wissenschaftler zwar begründen und teilweise sicherlich auch belegen kann, die aber sehr streitbar ist, solange lediglich eine wissenschaftliche Meinungsäußerung, bis sie von anderen Wissenschaftlern überprüft und sachlich bewertet wurde. Das ist keine offizielle Definition, sondern lediglich meine persönliche Sprachregelung.
    Die Aussage, eine Vergewaltigung würde unter bestimmten Umständen keine nennenswerten Spuren hinterlassen ist jedoch nicht (auch nicht teilweise) wissenschaftlich belegbar.

    Das ist einfach nur unsäglicher Unsinn. Und zwar offensichtlicher Unsinn.

    Da wird nicht nur die Meinungsfreiheit mit Füßen getreten, sondern es werden auch fix mal alle Grundsätze der wissenschaftlichen Auseinandersetzung über Bord geworfen. Das betrachte ich mit Sorge.
    Das war kein wissenschaftlicher Diskurs.


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