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Vorteilsnahme von Staatsdienern: Christian Wulff und das Cheeseburger-Dilemma
Getty ImagesWird da noch mit gleichem Maß gemessen? Bundespräsident Wulff wehrt alle Vorwürfe wegen der Nähe zu einflussreichen Freunden ab, Beamte dagegen müssen bereits wegen Kleinstgeschenken wie einem Cheeseburger um ihren Job bangen. Empörte SPIEGEL-ONLINE-Leser schildern Beispiele.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...815374,00.html
- #70 15.02.2012 17:27 von
Erziehung ist gefragt
Gut, der Spon kann ja nichts dafür, wenn die Dummen auch zu seinen Lesern gehören. Aber ich würde erwarten, dass ihr den Menschen ihre "Empörtheit" nicht zu leicht macht, dass ihr ihnen erklärt, dass die fundamentale "Ungerechtigkeit" nun einmal darin liegt, dass der Mensch nicht gleich ist, dass es Menschen gibt, die mehr haben als andere - und dass dazu natürlich auch gehört, dass ein BuPrä mehr nehmen darf als ein kleiner Beamter. Einfach weil er BuPrä ist und weil das einfach überall auf der Welt für Präsidenten ganz selbstverständlich ist und zu allen Zeiten war. Wenn die Leute meinen, Gerechtigkeit sei gleich Gleichheit, können sie ja die SED wählen - dann braucht es keine "Präsidenten" mehr und die dann herrschenden Parteibonzen kennen ja dann erfahrungsgemäß auch keine Privilegien mehr.
Oder aber Ihr erzieht diesen neidischen und dauerempörten deutschen Schnäppchenjäger, anstatt ihm eine Bühne zu bieten. - #71 15.02.2012 17:29 von
Nur der alte Spezl darf das - sonst keiner!
Ach, und wo genau ist der Unterschied feststellbar? Es ist doch nur eine Frage der Quantität, nicht der Qualität.
- Der Lehrer könnte dem Schüler vielleicht demnächst eine bessere Note geben
- Der Polizist könnte bei irgendeiner Ermittlung demnächst mal nicht so genau hinschauen
- Und der Ministerpräsident? Er verantwortet letztendlich alles, was in seinem Land mit/für ein Unternehmen getan wird oder auch nur getan werden könnte, sei es nun eine Subvention oder was auch immer ...
Es glaubt doch niemand im Ernst, dass C.W. als "netter Freund" ins Ferienhaus eingeladen wird, oder das Handy geliehen bekommt. Er bekommt es "auch" (wenn nicht vor allem!?), weil er Ministerpräsident ist, also "im Amt"!
Meinetwegen darf ihm sein alter Schulfreund Fritz mal ein Bier ausgeben, oder auch drei, wenn er das vor dreißig Jahren auch schon gelegentlich gemacht hat. Aber sonst muss er alles was die "erlaubten" 15 EUR an Wert übersteigt, wie jeder andere Staats-Diener zurückweisen. - #72 15.02.2012 17:30 von conny2
- #73 15.02.2012 17:31 von
Tinte für zu Hause? Kann ja jeder behaupten!
Bei dem geschilderten Fall mit dem Lehrer und den verbilligten Tintenpatronen, kann ich die Ermittlungen gut nachvollziehen, bei den anderen Fällen nicht so.
Wie der Autor des Artikels selbst schrieb, lässt sich die Geschichte des Tinten-Lehrers nicht nachvollziehen. Und es ist ja auch schwierig. Da kann ja jeder verbilligt Sachen in Anspruch oder von der Arbeit mit nach Hause nehmen und sagen, dass man privat ja noch alles für die Firma/die Schule macht.
Statt sich also dem Risiko der Vorteilnahme auszusetzen, wäre es zweckmäßiger gewesen, nicht eine Zeile privat zu Hause zu drucken, wenn die Schule sich nicht offiziell an den Kosten beteiligt. Wenn der Lehrer es dennoch macht, ist das nett, aber seine Privatsache. Das rechtfertigt dann nicht jene beschriebene Vorteilnahme.
Wenn ich an meinem Arbeitsplatz eine Packung Druckerpapier klaue und mit dem Argument komme, dass ich ganz viel für die Arbeit auch zu Hause drucke, fliege ich trotzdem in hohem Bogen wegen Diebstahls.
Und so strenge Auflagen, was Geschenke angeht, gibt's nicht nur bei Beamten. Ich arbeite bei einer Bank und wir haben diesbezüglich ähnlich strenge Regeln. Hier darf, abgesehen von Kleinigkeiten im Wert von unter 10 EUR, auch nix angenommen werden. - #74 15.02.2012 17:33 von
Schnäppchen
Ale machen sich über Hintze lustig.
Aber seine Propaganda wirkt.
"Unser" korrupter "Präsident" wird jetzt selbst schon von seinen Gegnern verharmlosend Schnäppchenjäger und/oder Schnäppchensammler genannt.
Ginge es wirklich nur ums Schnäppchen jagen oder sammeln, hätte er wirklich keinen Grund zurück zu treten.
Denn wer von uns täte das nicht?
Aber es geht hier nicht um "Schnäppchen", sondern um Korruption in einer ihrer widerwärtigsten Formen, und es geht darum eben diese Korruption "gesellschaftsfähig" zu machen! - #75 15.02.2012 17:33 von
zweierlei Maß!
Herr Wulff (von Haus aus Jurist) müsste bekannt sein, dass in seiner jetzigen Stellung und seiner vorherigen Stellung als MP allein "der bloße Anschein" genügt um in den Verdacht der Vorteilsnahme zu geraten! Herr Wulff ist aber noch einen Schritt weitergegangen und hat GENOMMEN!
Nur als bloßer "Rechtsanwalt" Wulff hätte er solche Geschenke - wie auch immer - nicht bekommen, d.h. solche Freunde hätte es da überhaupt nicht gegeben - was hätten sie auch davon! - #76 15.02.2012 17:34 von
kleiner Unterschied
Das ist nun mal der Unterschied zwischen DIENEN und VERDIENEN!
Beamte (aktuell Professoren) müssen sich für amtsangemessene Bezahlung bis vor das Verfassungsgericht klagen. Kleine Beamte machen sich schon strafbar, wenn sie die ehrenamtliche Nebentätoigkeit als Übungsleiter oder bei der freiwilligen Feuerwehr nicht ihrem Dienstherrn anzeigen und werden inquisitorisch befragt, wenn sie mit der Post von einem dankbaren Bürger eine Tafel Schokolade ins Büro geschickt bekommen (so einer Kollegin geschehen, die diese natürlich zurückgeschickt hat).
Minister (z.B. Niebel) versorgen gleichzeitig großzügig die Kameraden ihrer Polit-Seilschaften mit Posten in den Ministerien, die sie sogar mal abschaffen wollten oder lassen sich die Gesetzentwürfe von Lobbyisten (=Spezis) schreiben. CW letztlich sammelt halt alles ein, was es nur abzugreifen gibt. Machen wir am Karnevalszoch doch auch alle.
Kamelle alaaf! Geiz ist eben nur beim Bürger geil.
Wann ist eigentlich wieder die nächste Diätenerhöhung fällig????
Leute! Wir sind politisch doch schon längst eine Bananenrepublik geworden. Nur die Medien merken's nicht. Warum bloß? - #77 15.02.2012 17:39 von
Oder Sie wollen es nicht sehen? Dann gebe ich für Sie mal ein konkreteres Beispiel von "Kleinigkeiten", die für den betroffenen Beamten erhebliche finanzielle und persönliche Konsequenzen hatte.
Bei Amtsleitungen hat man die Möglichkeit mit der Vorwahl Dienst- oder Privatgespräche gesondert zu kennzeichnen. Nun hat der Betroffene - ob aus Unachtsamkeit oder Absicht sei dahingestellt; interessiert in dem vorliegenden Fall ja auch niemanden - Privatgespräche im Wert von - Achtung! - 3,57 EUR eben nicht als solche durch Eintippen der zutreffenden Vorwahl deklariert.
Konsequenz: Einstellung des Strafverfahrens wegen Betruges gegen eine Geldauflage von 3.000EUR und Zwangsumsetzung innerhalb seiner Dienstbehörde von einer leitenden Funktion in der Strafverfolgung auf eine Provinzdienststelle.
Und bei den Geldsummen, um die es bei Herrn Wulff geht, wäre ein "normaler" Beamter um eine sofortige Entbindung von den Dienstgeschäften unter gleichzeitiger Einleitung aller sachverhaltsbezogener Ermittlungsarbeiten gar nicht umhingekommen.
Das Problem ist nicht die Vorgehensweise an sich. Sondern diese offensichtliche Ungleichbehandlung in ein und dem selben Rechtssystem, welches solches eigentlich zu unterbinden hat. - #78 15.02.2012 17:41 von
Hä oder was
Werden sie von Wulff bezahlt ? Als es meiner Firma schlecht ging, hätte ich liebend gern mehr als 1500 Euro für eine Suite bezahlt, in der herr Jetztpräsident nebst Gattin ein paar schöne Tage haben. Als Gegenleistung wäre ich mehr als erfreut über eine Bürgschaftzusage des Landes gewesen. Dann gäbe es die Firma noch, die Abwicklung hat übrigens 10 Jahre gedauert, nur damit man sieht wieviel Geld der Verwalter verdient hat. Also einfac still sein und nachdenken über die Verquickung Geld und Politik. Ofer bekommen Sie auch was ?
- #79 15.02.2012 17:42 von
Nackte Tatsachen ...
Sehen wir doch einfach malö den Tatsachen ins Auge:
- Wulff ist ein Abgreiffer, der sich bedienen und bezahlen lässt wo immer es geht. Er besitzt zu wenig Verstand, Rückgrad und Moral, um zu erkennen, wie verheerend sein Verbleib im Amt sich in Deutschland auswirkt ... im Gegenteil ... er schein sich und das Amt so richtig klasse zu finden.
- Es besteht kein (oder nur wenig) politisches Interesse ihn abzuservieren.
Schlussfolgerung:
- Deutschland ist eine Bananenrepublik par excellence geworden ... mitgetragen gerade auch durch Politiker im Amt. Und das wird auch si bleiben, wenn nicht per Stimmabgabe bei den nächsten Wahlen die rote Karte gezeigt wird.
- Deutschland (nicht nur "das Amt") korrodiert moralisch durch den Verbleib Wulffs im Amt.
Herr Wulff ... sie sind eine Schande für dieses Land!
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