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Vorstellungsgespräch per Skype: Jobcasting im Schlafzimmer
SPIEGEL ONLINEDer Personaler in Hamburg, der Bewerber in Flörsheim - Jobinterviews per Video-Schalte passen zur flexiblen Arbeitswelt. Aber sie haben ihre Tücken: Manchmal löst ein klingelnder Wecker Angst und Schrecken aus. Und ein Poster an der Wand kann Karriereträume zerstören.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...843411,00.html
- #1 11.07.2012 13:52 von
optional
Auf jeden Fall besser als in einen Raum zu kommen, wo 7 Personaler einen anschauen wie das Insekt unter dem Mikroskop und man sich vorkommt wie auf der Schlachtbank. Sehr zeitnahe wie ich sagen muss. :)
- #2 11.07.2012 14:33 von
Krücke
Ich hatte selbst vor kurzem ein Skype-Interview in der deutschen Filiale des künftigen Arbeitgebers, mit drei Mitarbeitern die um mich rum saßen während ich via Skype vom US-Manager interviewt wurde. Die Verbindung riß dann einmal komplett ab, Bild kam oft nicht nach - Job Interviews sind an sich schon stressig genug, da empfinde ich ein solches Setup als absolute Zumutung.
Das Skype-Interview war ein Kompromiß, weil ich zum Zeitpunkt der Deutschland-Reise des besagten Managers schwerlich hätte verfügbar sein können. Im Nachhinein betrachtet hätte ich alles getan um den persönlichen Kontakt zu ermöglichen.
Ich bekam den Job nicht und es ist müßig darüber zu spekulieren ob es an Skype lag - jedenfalls war es die dritte Runde, und in den ersten beiden hatte ich einen glänzenden Eindruck hinterlassen. Insofern führe ich das Ergebnis schon auch auf die irritierenden Umstände zurück. - #3 11.07.2012 21:27 von
- #4 12.07.2012 01:36 von
Diskriminierung
Das ist wieder einmal so typisch deutsch. Warum muss ich einen Bewerber sehen? Dies gibt Grund genug eine Diskriminierung anyunehmen.
In anderen laendern werden die Lebenslaeufe anonymisiert, kein Name oder aehnliches, das Interview erfolgt nur telefonisch ergaenzt durch einen Onlinetest.
Dies vermeidet jedwege Diskriminierung insbesondere wenn man ohne Kundenkontakt arbeitet gibt es keinerlei Grund fuer ein fae2face Interview, weil so ein Personaler eben nicht vorurteilsfrei agiert alleine an der Qualifikation sondern sich von sunjektiven teilweise diskrimnierenden Merkmalen leiten laesst.
In meinen 3 letzten Projekten hatte ich nie ein face2face-Interview und man wollte dies auch nicht. - #5 12.07.2012 07:30 von
Das Beste daran:
Ich finde ja, man sollte Beruf und Privates trennen. Ich könnte mir ein Vorstellungsgespräch "von zu Hause aus" nicht vorstellen.
Wobei bei mir "zu Hause" meine 1 Raum Bude gemeint ist, die ich mit meinem Hund teile, den ich zum "Vorstellungsgespräch" sicher nicht mal eben ins Badezimmer einsperren kann.
Ich könnte mich nur aufs Bett setzen zum Online-Vorstellungsgespräch,und was das auslösen würde, will ich gar nicht ausführen ;-) Es sei denn, der zukünftige Chef mag meine Hello-Kitty-Bettwäsche.
Ich mag es nicht, wenn Personaler in mein Heim gucken können, da ich privat alles das NICHT mache, was ich im Job darstelle. - #6 12.07.2012 08:53 von
Typisch Deutsch? Warum das Gegenüber sehen?
Ich erwarte schlicht, dass mein zukünftiger Arbeitgeber an mir als Person und Mensch interessiert ist. Nicht nur am Fachlichen. Mir sind 5 Gesprächsrunden, von denen 3 Kaffeekränzchen mit Smalltalk sind und nur 2 Fachgespräche lieber, als ein kaltes AsessmentCenter. Ich will nicht auf mein fachliches Wissen reduziert werden. Das ist nämlich 1) schnell überholt und 2) ersetzbar. Wenn mein AG also etwas über meinen sozialen Hintergrund erfahren will - gerne. Ich möchte ja auch Einblick in die Firmenphilosophie. Deshalb gebe ich ihm aber noch lange keinen Einblick in meine Privatwohnung. Mit rational begründbarer Diskriminierung kann ich leben. (uuuhh böse, böse!) Der soziale Hintergrund korreliert nun mal mit Verhalten und Auftreten. Schade, aber im Mittel Fakt. Wenn ich einen Verkäufer in einem türkischen Großmarkt suche, werde ich wohl kaum (aber nicht unmöglich) einen Deutschen einstellen. Habe ich diskriminiert wenn ich mich im Mittel vorhandener Korrelationen bedient habe? Und wenn schon :)
Ich diskriminiere ja auch die AG. Bei Firmen die in meinen Augen ein schlechtes Image bzgl. des Umgangs mit AN haben bewerbe ich mich erst gar nicht. Punkt. Der gut ausgebildete AN von heute kann es sich leisten. "Sie wollen keine Online-Berwerbung, sondern zwingend per Post?! In dem Falle kann es eich bei Ihnen wohl kaum um ein flexibles Umfeld handeln, das auf AN_bedürfnisse eingeht. Danke fürs Gespräch, ich bewerbe mich an anderer Stelle" -- die Personalerin der Bank war erstaunt. War das nun Diskriminierung des AGs weil ich von altbackener Postbewerbung auf Unflexibilität des Unternehmens geschlossen habe? Na und? Sollen sie ihre Praxis ändern!
Zur Diskriminierung gehören immer zwei. - #7 12.07.2012 09:29 von
- #8 12.07.2012 13:27 von
- #9 18.07.2012 15:48 von
Diskriminirent ...
ist höchstens Ihr "typisch Deutsch"!!!
Als Arbeitgeber nehme ich mir das Recht heraus, mir die Leute anzusehen, mit denen ich Tag für Tag zusammenarbeite und die auf meiner Payroll stehen.
Neben fachlichen Qualifikationen muss eben auch die "Chemie" stimmen, was letztlich nur vis-a-vis zu klären ist.
Natürlich kann man aus einem Skype Interview auch andere Schlüsse ableiten, z.B. bei IT-Experten, die an Ihrer Webcam scheitern :-)
Übrigens beschleunigt ein Vorgespräch via Skype das Bewerbungsverfahren erheblich, was in der Konsequenz auch dazu führt, dass man den einen oder anderen Bewerber zusätzlich interviewt, der auf Grund seiner Bewerbung sonst vielleicht von vorne herein abgelehnt worden wäre.
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