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Vorsitzender Nerz unter Druck: Machtkampf bei den Piraten

REUTERSHierarchien sollen flach sein, Kommunikation offen, so haben es sich die Piraten auf die Fahnen geschrieben. Doch ein Zwist zwischen Berliner Landesverband und Parteichef Nerz eskaliert in offenen Streit. Ende April wird ein neuer Bundesvorsitz gewählt - der Machtkampf ist in vollem Gange.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...825689,00.html
  1. #1

    Im Focus wenn ich mich nicht irre...

    ...gab es vor kurzem ein Titelthema zu den Piraten und auf dem Titelblatt waren wichtige Köpfe der Partei abgebildet, nur der Nerz nicht.
    Er konnte sich nie als Gesicht der Partei durchsetzen, auch nachdem Frau Weissband ihren Verzicht auf eine weitere Kandidatur erklärt hat.
    Wahrscheinlich bringt er noch zu viele Ansichten aus CDU-Zeiten mit, gerade über Parteistrukturen, die in jetzt stolpern lassen.
    Ich glaube nicht, dass er sich hält.
  2. #2

    Ich lese Worte wie

    "offen" etc. Nun ist es nicht das, was die Piraten sich zur Auflage gemacht haben, Transparenz? Ich sehe da kein Problem, aber das wird natuerlich jetzt gleich von den Medien ausgenutzt und als negativ dargestellt.
  3. #3

    tyrannei der massen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer bei den Piraten ein führendes Amt besetzt, muss extrem resistent gegen Hasswellen aus den eigenen Reihen sein.

    Diese "Konfliktlösung auf Piratenart" hat jetzt einen offenen Machtkampf um die Führungsriege der Partei provoziert. Im Mittelpunkt der Fehde: der Bundesvorsitzende Nerz. Anlass ist eine E-Mail von Nerz an den Berliner Fraktionsvorsitzenden Andreas Baum. In dieser fordert er Baum auf, einzelne Piraten-Abgeordnete, die regelmäßig gegen den Bundesvorstand hetzten, zur Räson zu bringen. Nerz spricht von "Mobbing gegen Beauftragte und Vorstandsmitglieder der Piratenpartei". ]
    hatte döring wohl nicht ganz unrecht... die ganze "direkte shitstorm-demokratie" macht eine nach dem 2ten weltkrieg kultivierte diskussionskultur kaputt, deren ziel er ist, dem besseren argument gegen den am lautesten schreienden eine chance zu geben. sicherlich klappt das nicht immer...beste aller schlechten staatsformen usw... aber das, was da gerade im web2.0 demontiert wird ist allemal besser als das "neue"... :(

    LG
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für die eigene Glaubwürdigkeit ist es zudem kaum förderlich, wenn ausgerechnet die Partei der Vernetzung ein ernstes Kommunikationsproblem haben soll.
    Vorsitzender Nerz unter Druck: Machtkampf bei den Piraten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Was hat eine rein technische Voraussetzung, die Vernetzung, mit den durch diese Technik möglichen übertragenen oder eben auch nicht übertragenen Inhalten, der Kommunikation, zu tun? Vernetzung erleichtert nur die Kommunikation mit vielen (1:n), ersetzt diese aber nicht. Wer mit anderen nicht in Kontakt kommen will, kann dies auch vernetzt.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Hierarchien sollen flach sein, Kommunikation offen, so haben es sich die Piraten auf die Fahnen geschrieben. Doch ein Zwist zwischen Berliner Landesverband und Parteichef Nerz eskaliert in offenen Streit. Ende April wird ein neuer Bundesvorsitz gewählt - der Machtkampf ist in vollem Gange.

    Vorsitzender Nerz unter Druck: Machtkampf bei den Piraten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Die Medien können sich beruhigen.
    So schaut Transparenz nunmal auch aus.
    Diskussionen gehören zur Demokratie dazu.
    Bei den Piraten gibts nicht nur vorgekaute Meinungen.
  6. #6

    liebe medien

    Zitat von Jay's Beitrag anzeigen
    "offen" etc. Nun ist es nicht das, was die Piraten sich zur Auflage gemacht haben, Transparenz? Ich sehe da kein Problem, aber das wird natuerlich jetzt gleich von den Medien ausgenutzt und als negativ dargestellt.
    Liebe Medien: Seit doch froh...somit könnt ihr gleich aus erster Hand erfahren wer was über wen gesagt hat. Und müsst nicht irgendwelche Freundschaften pflegen um an Partei Interna ran zu kommen.

    Außerdem gibt es zwei Möglichkeiten um nicht gehört zu werden
    a) keiner sagt etwas öffentlich.
    b) alle sagen alles öffentlich.

    bei a) wird immer Interna nach außen getragen, von jemanden der seine eigenen Interessen verfolgt. Und niemand kann wirklich nachprüfen ob die wahrheit gesagt wurde

    bei b) wird irgendwann alles zu einem Grundrauschen. Aber wenn man mal etwas genau wissen muss, kann man es wort für wort nachlesen.

    Für Parteiarbeit gefällt mir möglichkeit b wie Piraten
  7. #7

    Zitat von Jay's Beitrag anzeigen
    "offen" etc. Nun ist es nicht das, was die Piraten sich zur Auflage gemacht haben, Transparenz? Ich sehe da kein Problem, ...
    ich habe beruflich und privat reichlich mit "elektronischer Kommunikation" zu tun und eine interessante Beobachtung gemacht: die Diskussion über kontroverse z.B. per großem Mailverteiler führt am Ende (fast) immer zu Miß-Stimmungen und gegenseitigen Haßgefühlen. Egal ob im Verein über den Vereins-Mailverteiler oder in den allseits beliebten Internet-Foren. Vielleicht forschen ja bereits Kommunikations-Theoretiker, warum das so ist. Ich bin fest überzeugt, daß die Piraten mit dem Ansatz "alles wird elektronisch veröffentlicht" ganz gewaltig gegen den Poller knallen werden (was ich übrigens schade fände). Wer sich an solchen Diskussionen beteiligt, hat nämlich z.B. gar keine Zeit mehr für inhaltliche politische Arbeit, und die wird ja nun dringendst gebraucht.

    Letzlich werden die Piraten entweder zur "altbewährten" Hinterzimmerpolitik finden (wie schon alle Politiker-Generationen vor ihnen) oder einfach am eigenen Anspruch krepieren.
  8. #8

    Die Iden des März

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Hierarchien sollen flach sein, Kommunikation offen, so haben es sich die Piraten auf die Fahnen geschrieben. Doch ein Zwist zwischen Berliner Landesverband und Parteichef Nerz eskaliert in offenen Streit. Ende April wird ein neuer Bundesvorsitz gewählt - der Machtkampf ist in vollem Gange.

    Vorsitzender Nerz unter Druck: Machtkampf bei den Piraten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    sind auch für Piraten ein faktisches Moment der Machtkampfbrutalität.

    Aber im Gegensatz zu den im verborgenen ablaufenden Rufschädigungs-, Betrugs- und Verratprozessen bei den bestitzständisch verfassten sogen. bürgerlichen Parteien, wird dieser Kampf offen und mit fairer Brutalität und Rücksichtslosigkeit ausgetragen. Das Moment der etablierten Besitzstandskaderfunktionäre, die mit dem Instrumentarium der Delegiertenkorruption genau das reflektieren, was wir heute als praktisches Moment in Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Justiz unter dem Stichwort der systemisch-transitorischen resp. -antizipativen Begünstigungsmethode kennen, wird bei den Piraten aufgrund der die Öffentlichkeit und die etablierte Macht- und Funktionärselite der moderenen Besitzstands- und Vetternwirtschaftsgesellschaft erschreckenden Transparenz faktisch fast ausgeschlossen.

    Man kann ja auch sagen, dass nach einer gewissen Periode einme Nerz immer auch das Fell abgezogen wird. Und das wäre doch im Sinner der Besitzstands- und Vetternwirtschaftsgesellschaft ein ganz selbstverständlicher und normaler Vorgang. Schließlich handelt es sich ja um eine "Piratenpartei" und nicht um die Nerzpartei. Dass ist ja bei der Merkelpartei, der Schröderpartei, der Seehoferpartei und der bekannten gelb-blauen Klientelpartei ganz anders.
  9. #9

    Zitat von smelmoth Beitrag anzeigen
    hatte döring wohl nicht ganz unrecht... die ganze "direkte shitstorm-demokratie" macht eine nach dem 2ten weltkrieg kultivierte diskussionskultur kaputt, deren ziel er ist, dem besseren argument gegen den am lautesten schreienden eine chance zu geben. sicherlich klappt das nicht immer...beste aller schlechten staatsformen usw... aber das, was da gerade im web2.0 demontiert wird ist allemal besser als das "neue"... :(

    LG
    Gerade die, dem Netz eigene 'Protokollfunktion' ermöglicht es doch, dass bei einem 'Shitstorm' nicht der lauteste Schreier immer recht hat, sondern, dass jeder haarklein die Argumente nachlesen kann.

    Hintenrumwursteln geht nicht mehr. Die Transparenz kommt.
    Menschliche, manchmal auch ruppigere, Reaktionen statt oktroyierter, steriler Political Correctness.
    Ich werde lieber mal kurz angepfiffen als vordergründig lächelnd belogen.


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