Forum


 

Vorschlag von Viviane Reding: EU-Kommissarin favorisiert Frauenquote für Euro

Getty ImagesEU-Kommissarin Reding verliert die Geduld mit den Unternehmen. Deren Selbstverpflichtung für die Förderung von Frauen habe kaum etwas gebracht, sagte sie der "Welt". Wenn bis zum Sommer nichts passiere, sei sie zu einer verpflichtenden Quote bereit. Das wollten auch die meisten Bürger.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...819239,00.html
  1. #240

    Rache? Blödsinn...

    Zitat von gaudiumetspes Beitrag anzeigen
    Aja, also Rache & Wiedergutmachung. Dafür lohnt es sich auf EU Ebene einzusetzen. *kopfschüttel* Wenn es nicht für die Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung ist, dann gehört es erst recht nicht hier hin! So eine Meinung verrät doch schon viel über einen Menschen.
    Da würde mich aber wirklich mal interessieren, was das genau über mich persönlich verrät?
    Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass über Jahrtausende hinweg Frauen wegen ihres Geschlechts in allen Bereichen diskriminiert wurden und es - relativ betrachtet - ein kleiner Preis ist, wenn GLEICHQUALIFIZIERTE Frauen - auch nur in Führungspositionen - überhaupt mal eine realistische Aufstiegschance bekommen und dafür 1-2 Genrationen einige wenige Männer zurückstecken müssen. Ist der Mann besser, bekommt noch immer er den Job...

    Ich habe an keiner Stelle irgendwelche Forderungen gestellt.. also...
    Mit Rache und Wiedergutmachung hat das nicht das geringste zu tun! Ich betrachte die Idee der Frauenquote eher als eine Art künstliche Befruchtung, die langfristig tatsächlich zu einer Chancengleichheit führen könnte... Konjunktiv. Ich denke eben nicht rückständig, wie Sie es mir offensichtlich gerne unterstellen wollen, sondern in die Zukunft oder von mir aus noch in die Gegenwart gerichtet.
    Als bitte, wenn Sie etwas meinen herauslesen zu müssen, dann nur, dass ich mich im Studium (zufällig, andere Themen waren vergeben) intensiv mit dem Thema "Frauenerwerbstätigkeit" auseinandergesetzt habe und mir der Schock darüber, dass sich in den 100 Jahren, in denen Frauen das Abitur erwerben können und die Universität besuchen dürfen, ihre Situation immer noch so bescheiden darstellt, sehr tief in den Knochen sitzt und wahre Existenzängste in mir hervorrufen.

    Ich bin in meiner Kindheit und Jugend in dem Glauben erzogen worden, dass Menschen alle "gleich sind".. Nun, mit meinem Eintritt in die Arbeitswelt, weiß ich, dass nicht alle "gleich darüber denken" und ich weiß auch, dass Infobroschüren oder Lutschbonbons und Fähnchen nicht ausreichen, damit sich daran in naher Zukunft etwas ändert.
  2. #241

    Zitat von derayed Beitrag anzeigen
    Es tut mir leid, aber so lange Frauen in deutschen Chefetagen fast nur in Form von gerahmten Familienfotos auf den Schreibtischen vertreten sind, ist eine Frauenquote unumgänglich!
    Nochmal eine naive Frage von mir: Was ist eigentlich, wenn sich keine weiblichen Bewerber für eine vakante Vorstandsstelle finden, sondern nur männliche? Wie soll sich ein Unternehmen dann verhalten?
    Ich finde die Zusammenhänge zwischen Studienwahl und Vorstandszugehörigkeit gar nicht mal so verkehrt. Ich selbst habe weder studiert, noch tendiere ich auch nur ansatzweise in Richtung Vorstand. Vielleicht bin ich ja ein sehr seltsamer Zeitgenosse, aber ich persönlich habe einfach kein Interesse an einem Managerjob.

    Könnte es nicht sein, dass das anderen genauso geht? Ich gehöre zwar rein geschlechtsspezifisch der männlichen Fraktion an, aber ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass es auch unter weiblichen Menschen solche ohne Präferenz zu Manager Positionen gibt. Das lässt schon die Studienwahl vermuten, auch wenn ich mir nicht anmasse, die Wünsche anderer Menschen zu kennen.

    Es wäre vielleicht interessant, mal festzustellen, wieviele Frauen und Männer jeweils überhaupt an einer Managerposition interessiert wären. Bevor das nicht geklärt ist, wäre eine Frauenquote eher kontraproduktiv, denke ich.
  3. #242

    aaa

    Zitat von derayed Beitrag anzeigen
    ...
    Argumentativ besonders arm wird es zudem immer dann, wenn als Entgegnung angeführt wird, dass doch die Qualifikation zählen sollte. Genau, doch dies passiert ja bisher nicht. Bei einem aktuellen Anteil von 60 Prozent Frauen in der Gruppe der Akademiker frage ich mich, wie eine solche „Verteilung“ dann zustande kommt.
    ...
    Ich persönlich würde die Qualifikation nicht zum ausschlaggebenden Argument machen. Sie ist nicht wirklich wichtig. Klar, eine gewisse Grundlage an fachlich relevanter Qualifikation muss vorhanden sein. Man sollte schon eine Bilanz lesen und verstehen können etc. aber diese formalen Qualifikationen sind nicht wirklich entscheidend für eine Führungsposition. Es bedarf eher "weicher" Fähigkeiten. Gute(!!) Führung ist nichts was man an der UNI lernt. Es ist etwas was man überhaupt sehr schlecht (wenn überhaupt) wirklich lernen kann. Es ist eine Wesenseigenschaft und die ist nach meiner Beobachtung zwischen den Geschlechtern eher ungleich verteilt.

    Gehen Sie mal einfach in eine ganz normale Diskussion, mit sagen wir einmal 50% Männern und 50% Frauen. Ich garantiere Ihnen, dass nach kurzer Zeit mehr Männer als Frauen die Diskussion bestimmen. Nicht weil die sich zusammenrotten und gegen die Frauen verbünden sondern weil der Prozentsatz, der die Meinungshoheit an sich reisst, bei Männern einfach höher ist als bei Frauen. Männern nehmen einfach (im Schnitt!) eher den Kampf auf um sich durchzusetzen als Frauen das tun. Das schliesst natürlich nicht aus, dass auch Frauen das können aber es sind halt im Mittel weniger Frauen als es Männer sind und da Durchsetzungsvermögen ein elementarer Bestandteil von Führung ist haben wir im Ergebnis das, was wir haben.

    Es geht nicht darum, dass in Vorständen 50% Frauen sind, 50% Blond und 10% rothaarig mit Sommersprossen. Es geht darum, dass jemand der die nötigen Hard- und Soft-Skills mitbringt den Job bekommt. Das kann ein Mann, das kann eine Frau sein aber es kommt halt nicht auf den Prozentsatz an.

    Ich könnte mich jetzt auch beschweren, dass ich zwar selbstständig bin aber keine 20.000 Leute unter mir habe. Ich muss da aber halt auch ehrlicherweise sagen, dass meine Fähigkeiten nicht ausreichen und das betrifft nicht nur meine formale Qualifikation.

    Wir müssen endlich mal aufhören uns in Einzelgruppen zusammen zu rotten. Frauen gegen Männer, Bio-Deutsche gegen Migranten, Arbeitsplatzbesitzer gegen Arbeitslose, ... Sie und ich, wir beide werden nicht benachteiligt. Wir beide haben einfach nicht die nötigen Fähigkeiten um ganz nach oben zu kommen.

    Vielleicht liegt das alles auch an der Erziehung aber dann sollten Sie sich bei Ihren Eltern beschweren oder es bei Ihren Kindern anders machen. Dann erledigt sich das Problem von ganz allein. Es gibt keine Verschwörung bei der Frauen von geheimen Männerbünden aktiv ausgeschlossen werden. Es gibt nur zu viele Frauen, die lieber zuhören als aktiv die Richtung zu bestimmen und das auch durchzusetzen.
  4. #243

    SPON reitet mal wieder eine Kampagne...

    Falls Sie nicht wissen, in welchem Forum Sie noch zum gleichen Thema tätig werden können:

    Quote und Karriere: Wer Frauen fördert - und wer nicht
    Frauen in Europa: Deutschland ist bei Lohn-Diskriminierung spitze
    Vorschlag von Viviane Reding: EU-Kommissarin favorisiert Frauenquote für Euro

    Wo differenzierte Berichterstattung zu finden ist, kann ich leider nicht sagen.
  5. #244

    ....

    Zitat von menschmitmeinung Beitrag anzeigen
    DAS sind ja auch die Bereiche, in denen das ganz große Geld verdient wird...
    Angela Merkel, Ursula von der Leyen, Monika Piel, Dagmar Reim, Anne Will oder Maybritt Illner nagen sicher nicht am Hungertuch. Ebensowenig wie all die Professorinnen an Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen, die Rektorinnen von Grundschulen und Gymnasien.
    .
    Oder spekulieren Sie auf die Bereiche von Liz Mohn und Friede Springer? Ja dann Mädels, gründet doch einfach Eure eigenen Firmen und scheffelt Geld mit Euren überragenden Fähigkeiten! Nicht jammern sondern ackern. Dann könnt Ihr gerne Eure Betriebe mit Frauenquoten regulieren.
  6. #245

    Zitat von derayed Beitrag anzeigen
    Es tut mir leid, aber so lange Frauen in deutschen Chefetagen fast nur in Form von gerahmten Familienfotos auf den Schreibtischen vertreten sind, ist eine Frauenquote unumgänglich!
    Wenn man bedenkt, wie viele Männer im Vergleich zu Frauen die Vorstandsposten gerne hätten und beim Kampf um diese Posten auf der Strecke bleiben sind eigentlich noch viel zu viele Frauen in den Vorständen.

    Es ist eben so wie damals an meiner (technischen) Universität: da waren die Frauen auch nur mit knapp über zehn Prozent unter den Studenten vertreten.
    Was sie aber nicht gehindert hat, im UStA eine mindestens(!) 50%-Quote zu fordern.
  7. #246

    Verlogene Debatte.

    Zitat von derayed Beitrag anzeigen
    [...] aber alles auch nicht wirklich entscheidend, lieber zurück zu den beschämenden drei Prozent, der Anteil von Frauen und Männern wird sich in vielen Studiengängen unterscheiden, keine Frage, aber sie werden doch nicht ernsthaft von einer solchen Aufteilung in den Studiengängen sprechen wollen/können, beispielsweise ist heute schon der Anteil in einem Fach wie BWL, wie gesehen in deutschen Chefetagen kein Orchideenfach, fast gleich verteilt. Es tut mir leid, aber so lange Frauen in deutschen Chefetagen fast nur in Form von gerahmten Familienfotos auf den Schreibtischen vertreten sind, ist eine Frauenquote unumgänglich!
    Sie geben die Antwort bereits in ihrem eigenen Kommentar: Der Anteil von Doppel-X-Chromosom-Trägerinnen an den Absolventen bestimmter oder aller Studiengänge ist ziemlich irrelevant. Es wäre sehr schön, wenn alle Akademiker irgendwann in einen Aufsichtsrat kommen würden. Leider ist dem nicht so, nur ein ganz kleiner Teil kommt in diesen erlesenen (?) Zirkel.

    Sie können wohl - statistisch gesehen - mit ihrer Studienwahl ihre Chancen positiv oder negativ beeinflussen. Die meisten Aufsichtsratsmitglieder werden auch einen Studienabschluss und den meist in bestimmten Fächern haben; dies ist aber allenfalls eine Grundvoraussetzung. Die ENTSCHEIDENDE Selektion geschieht durch Berufswahl, Arbeitgeberwahl, Karriereverlauf, Mitgliedschaft in Parteien, Kirchen, Vereinen, familiäre und sonstige Netzwerke und auf Persönlichkeit, Auftreten und gewisse Charaktereigenschaften werden auch eine Rolle spielen.

    Ich kenne zahlreiche Männer und Frauen mit besten akademischen Qualifikationen, die wie hunderttausende anderer Akademiker voraussichtlich niemals in einem Aufsichtsrat landen werden, weil sie die Weichen nach dem Studium nicht richtig gestellt haben oder nicht die Tochter des ehemaligen Minsterpräsidenten von Niedersachsen sind, wie z.B. Frau vdLeyen, eine der entschiedensten Quotenbefürworterinnen, die aber genau weiß, worauf es wirklich ankommt.

    Besonders profitieren werden von der Quote übrigens die kinderlosen Frauen, die Vollzeit arbeiten und entsprechend turbomäßig nach oben befördert werden. Da ein Drittel aller Akademikerinnen (Tendenz steigend) kinderlos bleibt, ist es übrigens sehr verlogen, wenn immer noch das Ammenmärchen von der im Beruf benachteiligten Mutter erzählt wird. Diese verzichtet auch oft genug aus freien Stücken auf die Ochsentour, weshalb ja etwas differenziertere Beobachterinnen von der "weiblichen Komfortzone" sprechen.

    Am meisten stört mich am Geschlechterdiskurs seine Verlogenheit. Da wird gerade so getan, als hätten Frauen erst gestern das Wahlrecht erhalten. Tatsächlich ist Gleichberechtigung (die Gleichheit vor dem Gesetz) heute ein Männer-Thema, wenn man etwa in das Familienrecht schaut. Sonstige Nachteile, die Männer und Jungen haben, angefangen bei Bildungschancen, einer höheren Arbeitslosigkeit, über eine schlechtere Gesundheitsversorgung, bis hin zur Lebenserwartung, werden geflissentlich ignoriert. Männer müssen sich wie eh und je selber helfen, während für die vermeintliche Sache der Frauen täglich lauter getrommelt wird. Die Quote ist insoweit das I-Tüpfelchen auf in der längst entgleisten Geschlechterdebatte. Um Gerechtigkeit und Gleichberechtigung geht es schon lange nicht mehr.
  8. #247

    Forum Fazit

    Hier eine Zusammenfassung:
    - 95% der Foristen
    a) finden eine Quote unsinnig
    b) verbitten sich Einmischung der EU ins Wirtschaftsleben
    c) sind der Meinung, für den genau gleichen Job gibt es das gleiche Geld
    - Durchaus im Konsens legt die Behauptung, dass es Männer (im Schnitt) aber höher auf der Karierreleiter schaffen
    das liegt an
    a) schlechter Vereinbarkeit von (Spitzen)karriere und Kinderkriegen
    b) rätselhaftem Desinteresse der Frauen an technischen Berufen
    c) rätselhaftem Desinteresse der Frauen an der Belastung im
    Topmanagement
    - SPON gibt mit 4 Artikeln+ richtig Gas pro Quote
  9. #248

    Falschinformation.

    Zitat von emkate Beitrag anzeigen
    Da würde mich aber wirklich mal interessieren, was das genau über mich persönlich verrät?
    Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass über Jahrtausende hinweg Frauen wegen ihres Geschlechts in allen Bereichen diskriminiert wurden und es - relativ betrachtet - ein kleiner Preis ist, wenn GLEICHQUALIFIZIERTE Frauen - auch nur in Führungspositionen - überhaupt mal eine realistische Aufstiegschance bekommen und dafür 1-2 Genrationen einige wenige Männer zurückstecken müssen. Ist der Mann besser, bekommt noch immer er den Job...
    Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass die geplante gesetzliche Quote erfüllt werden MUSS. Andernfalls hagelt es Sanktionen. Es ist also mitnichten so, dass ein besser qualifizierter Mann eine Chance hat. Das ist ja gerade der Punkt. Sobald das "Männerkontingent" (70%) ausgefüllt ist, kann kein Mann mehr in den Aufsichtsrat einziehen. Das ist keine gläserne Decke, sondern eine aus 10 Meter dickem Stahlbeton. Ja, so plump, so bürokratisch und so sexistisch ist die Quote. Und das in einem Land, in dem im Grundgesetz steht, dass niemand wegen seines Geschlechts bevorzugt oder benachteiligt werden darf.

    Die Quote verbessert insofern die Aufstiegschancen von Frauen, aber eben nur dadurch dass die männliche Konkurrenz für eine bestimmte Anzahl von Posten sicher ausgesschaltet wird. Es handelt sich sozusagen um einen Schonraum, der nur von Frauen besetzt werden darf. Wenn wir es mit der Geschlechtergerechtigkeit ernst nehmen, darf es aber solche Schonräume und Komfortzonen nicht geben.
  10. #249

    ...dreht auch die Dame nun vollends durch?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    EU-Kommissarin Reding verliert die Geduld mit den Unternehmen. Deren Selbstverpflichtung für die Förderung von Frauen habe kaum etwas gebracht, sagte sie der "Welt". Wenn bis zum Sommer nichts passiere, sei sie zu einer verpflichtenden Quote bereit. Das wollten auch die meisten Bürger.

    Vorschlag von Viviane Reding: EU-Kommissarin favorisiert Frauenquote für Europa - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    ...."niemand darf wegen seines...Geschlechtes....benachteiligt werden".... also auch Männer nicht. Wie soll das denn dann im Einzelfall ohne Verletzung des "Anti-Diskriminierungsgesetzes" gehen?
    Wenn Gleichberechtigung einmal ausgehebelt ist, dann bleibt sie es auch - mit den abstrusesten Konsequenzen.
    Übrigens: In meinem Unternehmen ist die Frauen"quote" auch ohne derlei Vorgaben bei 50% - einfach weil die Damen höchstqualifiziert mit guten Studienabschlüssen und richtiger "power" arbeiten. Die fühlen sich durch den Hype um Frauenquote beleidigt und herabgesetzt. Recht haben sie.... Sollte das ein Problem der eher späten Damen sein?








TOP



TOP