es gab eine zeit, in der die themen und der inhalt des 'oeffentlichen diskurses' ausschliesslich von einer kleinen gruppe von redakteuren diktiert wurde (die zudem direkte wirtschaftliche interessen bzgl. dieses diskurses und z.b. seiner werbefinanzierung haben).
zu diesem diskurs tritt jetzt ein zweiter halb-oeffentlicher hinzu, indem freunde, bekannte und kollegen sich ueber frei gewaehlte themen frei austauschen und auch auf beitraege dritter aufmerksam machen koennen.
das zu einer 'entmuendigung' umzudeuten ist, aeh - gewagt.
jegliche beschneidung - sowohl der themen als der gespraechspartner - ist selbst gewaehlt. ich bezweifle, dass die neigung sich dabei an eher bekanntes zu halten so neu ist. der analoge stammtisch in der kneipe um die ecke, die diskussionsrunde des asta, der parteitag etc., etc. - nichts davon hat sich jemals durch meinungsvielfalt hervorgetan. und das (ausgerechnet) redaktionell geleitete medien sich durch ihre buntheit hervortun, halte ich auch fuer eine steile these. der taz-leser wirft in der regel doch keinen blick in die faz und umgekehrt. und waehlt so eine bestaetigungsspirale gleich derjenigen, die wir in unserem stromlinienfoermigen sozialen umfeld finden.
und das traditionelle medien in der themenauswahl mutiger oder relevazorientierter sind, waere auch erst zu zeigen. vorausgesetzt obdachlosigkeit ist tatsaechlich ein unterrepraesentiertes thema in sozialen netzwerken (ist es das? woher weiss der autor das? wie repraesentiert sollte es seiner meinung nach sein?) - wie haeufig war es titelthema z.B. des spiegels?
und abschliessend: waere der faire vergleich zwischen redaktionell bearbeiteten medien und sozialen netzwerken nicht der innerhalb digitaler formate?
ausgerechnet in spiegel online ein lamento ueber emotionalitaet als kriterium in der themenauswahl zu lesen ist schon bizarr.
kulturpessimismus als selbstzweck ist doch doof.

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