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Vorfeldmitarbeiter: Arbeitsgericht verbietet Streik am Frankfurter Flughafen

dapdErst traf es die Belegschaft im Tower, jetzt die Vorfeldmitarbeiter selbst: Das zuständige Arbeitsgericht hat ihren Streik untersagt. Sie müssen den Arbeitskampf am Frankfurter Flughafen sofort beenden.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...818394,00.html
  1. #80

    Zitat von conny2 Beitrag anzeigen
    Davon kann keine Rede sein. Nach der immer noch maßgeblichen Entscheidung BAGE 23, 292, ist der Streik die ultima ratio, also das letzte mögliche Mittel. Der Streik ist daher nicht grundsätzlich erlaubt, sondern grundsätzlich verboten (und was m.E. völlig antiquiert ist). Streiken ist folglich nur ausnahmsweise und auch nur dann gestattet, wenn es anders keinen Ausweg mehr gibt, die kollektive Niederlegung der Arbeit zu vermeiden.
    Ach, kommen Sie! Den ultima-ratio-Grundsatz hat der 1. Senat des BAG fortwährend - und unter Verstoß der Vorlagepflicht an den Großen Senat - untergraben. Zunächst durch „Warnstreiks“, „Neue Beweglichkeit“ und „Aussperrungsquoten“, später durch „Sympathiestreiks“ und den „Flashmob“. Alles einseitig zugunsten der Gewerkschaften. Es stellt geradezu die Tatsachen auf den Kopf, wenn Sie hier suggerieren, dass die Rechtsprechung, insbesondere die des BAG, im Arbeitskampf nur im Ansatz arbeitgeberfreundlich sei.
  2. #81

    Naja

    Zitat von jaidru Beitrag anzeigen
    Ach, kommen Sie! Den ultima-ratio-Grundsatz hat der 1. Senat des BAG fortwährend - und unter Verstoß der Vorlagepflicht an den Großen Senat - untergraben. Zunächst durch „Warnstreiks“, „Neue Beweglichkeit“ und „Aussperrungsquoten“, später durch „Sympathiestreiks“ und den „Flashmob“. Alles einseitig zugunsten der Gewerkschaften. Es stellt geradezu die Tatsachen auf den Kopf, wenn Sie hier suggerieren, dass die Rechtsprechung, insbesondere die des BAG, im Arbeitskampf nur im Ansatz arbeitgeberfreundlich sei.
    Eigentlich müsste deshalb die Leiharbeit sofort verboten werden!

    Wenn mann Leiharbeiter nach bedarf antreten lassen kann - warum sollten dann aus irgendwelchen 'moralischen' Erwögungen nicht Minigewerkschaften Unsummen fordern?

    Ist das nicht Markt??
  3. #82

    Missverstehen wir da nicht etwas?

    Zitat von jetzt:hördochauf Beitrag anzeigen
    Eigentlich müsste deshalb die Leiharbeit sofort verboten werden!

    Wenn mann Leiharbeiter nach bedarf antreten lassen kann - warum sollten dann aus irgendwelchen 'moralischen' Erwögungen nicht Minigewerkschaften Unsummen fordern?

    Ist das nicht Markt??
    'Markt' im klassischen Sinne ist doch vermutlich das Miteinander im Basar. Oder auf dem Markt. Andere Sitten, andere Namen - das Prinzip bleibt: Das Angebot steht plausibel stets v o r der Nachfrage. Alles andere ist entweder Lesen im Kaffeesatz, Prinzip Hoffnung oder schnöde Planwirtschaft.

    Wenn ich einen achtbeinigen Stuhl verkaufen möchte, muss ich den vorzeigen und etliche Trendsetter davon überzeugen können, dass meine Idee der acht Beine eine ultimative Neuerung darstellt - mit genug Geld, muss ja nicht meines sein, erwerbe ich mir ein Markenrecht auf den 'Oktochair'. Ist aber nicht viel Geld.

    Aber Hallo! Wir sind immer noch auf dem Markt klassischer Güter. Einer bietet 1.000 Kilo Kartoffeln zum Preis von 1,20 € pro Kilo an; sein Nachbar hat 1.500 Kilo zu 1,17 € zu bieten, der übernächste zeigt hundert Kilo vor, die er dann für einen Euro frei Haus liefert. The winner is?

    Der Kartoffelesser?
    Oder doch eher der Haustürlieferant?

    Lösen Sie sich von der Idee, Kartoffeln nach Ansicht zu kaufen und auch noch mitzunehmen: Setzen Sie stets auf das Prinzip Hoffnung. Besuchen Sie regelmäßig Verbraucherportale im Internet. Vergleichen Sie andauernd Ihre Stromanbieter - das macht Sie fit für politische Entscheidungen. Ihre Welt ist so voll Demokratie, dass Sie die da oben eigentlich gar nicht mehr brauchen.

    Kennen wir schon. Hatten wir schon.

    Ich liebe auf meine alten Tage mein Land, das mir eine Geröllwüste war, Meinen Kindern habe ich eingetrichtert, sie seien in einem glücklichen Land voller fleißiger Menschen aufgewachsen, es gälte nur, das Glück zu perpetuieren.

    Das sollten wir auch tun.

    Eine Gesellschaft ist ist so stark oder so schwach wie ihr geringstes Glied.
  4. #83

    ???

    Zitat von Pandora0611 Beitrag anzeigen
    Sollen doch die eingebildeten Vorfeldmitarbeiter weiter streiken; die braucht sowieso niemand.
    "Die braucht sowieso niemand"? Wieso fallen dann so viele Flüge aus? Und woher wissen Sie eigentlich, dass die Leute "eingebildet" sind? Mit solch unqualifiziertem Geschwafel disqualifizieren Sie sich nur selbst.

    Vielleicht ist das ja wirklich nur eine ungelernte Hilfstätigkeit, aber scheinbar keine ganz unwichtige. Ob für den Beruf die aktuellen Forderungen gerechtfertigt sind, weiß ich mangels Einblick in die tatsächlichen Aufgaben nicht, scheinbar im Gegensatz zu so zahlreichen Diskutanten hier.

    Ich habe mal spaßeshalber nachgerechnet, was es pro Passagier kosten würde, wenn jeder von den Vorfeldkontrolleuren 70000,-€ im Jahr bekäme, was ja gar nicht gefordert wird. Bei der Passagierzahl in Frankfurt (56,4 Mio. in 2011) wären das sage und schreibe 0,25€. Nicht 0,25€ mehr als bisher, nein, nur einfach 25 Cent pro Passagier bei 200 Mitarbeitern mit je 70000,-€. Und da wird hier von Erpressung von Millionen betroffener Passagiere schwadroniert. Obwohl ich selbst die Forderungen zumindest teilweise auch für übertrieben halte, für mindestens genauso übertrieben halte ich den Aufruhr, der von vielen hier dagegen angestimmt wird.
  5. #84

    Studium?

    Zitat von MephistoKL Beitrag anzeigen
    Hier dreht es sich nicht um einen Fünfer mehr im Jahr, hier dreht es sich um Forderungen von 30 bis 50% pro Jahr PLUS Arbeitszeitkürzungen. Mal ganz ehrlich, die Vorfeldmitarbeiter bekommen jetzt schon zwischen 50.000 und 70.000 EURO pro Jahr, bei diesen Zahlen überlege ich mir echt, sofort alles hinzuschmeißen und bei denen als Vorfeldmitarbeiter tätig zu werden. Wenn ich die Zahlen sehe, frage ich mich echt warum ich 6 Jahre meines Lebens mit Studium verschwendet habe, wenn ich für ein bisschen Fähnchenwinken an der frischen Luft wesentlich mehr Geld bekommen kann.

    Ich habe für diese Leute ÜBERHAUPT kein Verständnis, da Sie jetzt schon deutlich mehr als die meisten anderen Deutschen verdienen. angemessene Gehaltserhöhungen ja, aber bitte nicht den Schatz der Niebelungen fordern...
    Sie haben offensichtlich die nach der angeblich angestrebten Erhöhung erreichbaren Maximalgehälter als Ist-Wert genommen, darauf nochmals die angeblich geforderte maximale Erhöhung über die gesamte Laufzeit aufgeschlagen und dann noch behauptet, dass dies die jährliche Erhöhung sein soll und diese Zahlen für die "Fähnchenschwenker" gelten sollen.

    Ganz ehrlich: dass Sie nach angeblichen 6 Jahren Studium weniger verdienen, ist schon o.k. So eine Verschwendung von Steuergeldern sollte nicht auch noch honoriert werden.

    P.S. Germanistik war es hoffentlich nicht. Nibelungen ohne ie.
  6. #85

    Keine Waffengleichheit

    Zitat von jaidru Beitrag anzeigen
    Ach, kommen Sie! Den ultima-ratio-Grundsatz hat der 1. Senat des BAG fortwährend - und unter Verstoß der Vorlagepflicht an den Großen Senat - untergraben. Zunächst durch „Warnstreiks“, „Neue Beweglichkeit“ und „Aussperrungsquoten“, später durch „Sympathiestreiks“ und den „Flashmob“. Alles einseitig zugunsten der Gewerkschaften. Es stellt geradezu die Tatsachen auf den Kopf, wenn Sie hier suggerieren, dass die Rechtsprechung, insbesondere die des BAG, im Arbeitskampf nur im Ansatz arbeitgeberfreundlich sei.
    Von "Untergraben" kann keine Rede sein. Die von Ihnen genannten "Varianten" sind sämtlich ein "Weniger" im Vergleich zum "totalen" Streik, was auch der Arbeitgeberseite nützt. Wenn der "totale" Streik zulässig ist, sind es die weniger einschneidenden Varianten erst recht. Abgesehen davon wird jede dieser Varianten von den Gerichten kritischst beäugt und beurteilt. Weichen die Gewerkschaften nur einen Millimeter von der schmalen Bandbreite des arbeitsrichterlichen Geschmacks ab, gibt es auf die Mütze. Schauen Sie doch nur, wie es hier wieder ist: Den Arbeitgebern ist es unbenommen, den Streik durch Einschaltung von Streikbrechern kaputt zu machen. Das ist nicht nur erlaubt sondern wird sogar für "clever" gehalten. Wehrt sich die Gewerkschaft dagegen durch Einbeziehung der Fluglotsen wird aufgeschrien und verboten. Wie gesagt: Von Waffengleichheit ist keine Rede.


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