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Von Rechts wegen: Mehr Kurzzeit-Jobs möglich

Firmen dürfen einen Angestellten nicht beliebig oft mit einem Fristvertrag hinhalten, doch ein Gericht hat den Spielraum der Arbeitgeber jüngst deutlich erhöht, befindet Arbeitsrechtler Christof Kleinmann. Nämlich dann, wenn die Befristungskette unterbrochen wird.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...780328,00.html
  1. #10

    Haarspalterei

    Zitat von lezel Beitrag anzeigen
    Ich schon: Ein Vorteil gegenüber der unbefristeten Arbsitslosigkeit besteht zum Beispiel darin, daß man Geld verdient.
    Wenn man es so genau nimmt, kann man die Aussage aber nicht pauschalisieren. Praktikanten werden in der Regel auch befristet eingestellt und erhalten entweder nichts oder eine Aufwandsentschädigung.

    Und ob man Geld sprichwörtlich verdient oder erhält steht auch wieder auf einem anderen Blatt.
  2. #11

    Einfache Lösung:

    einfach die differenzierung befristet und unbefristet aufheben und auch die regelungen zum kündigungsschutz nicht mehr daran binden, sondern vereinheitlichen.
    frei nach dem motto: vertrag ist vertrag.
  3. #12

    nix Neues...

    das praktiziert die Deutsche Post doch schon seit Jahren in Mecklenburg...
  4. #13

    ..

    Zitat von ReneMeinhardt Beitrag anzeigen
    einfach die differenzierung befristet und unbefristet aufheben und auch die regelungen zum kündigungsschutz nicht mehr daran binden, sondern vereinheitlichen.
    frei nach dem motto: vertrag ist vertrag.
    Wie hebt man denn jetzt bitte die Differenzierung zw. befristet und unbefristet auf?
    Alle Verträge ohne Laufzeit?
    Kündigungsschutz vereinheitlichen?
    Der ist meines Wissens nach doch einheitlich...

    Kündigungsschutz in Deutschland ist überragend - wenn man jetzt generell alle Verträge unbefristet macht und der sehr gute Kündigungsschutz es schwierig macht, Mitarbeiter wieder zu entlassen, dann führt das nur dazu, dass man niemanden mehr einstellt und alles was nur irgendwie geht mit Leihkräften abdeckt.

    Oder würden sie nen Handyvertrag abschließen, der ihnen jeden Monat Kosten verursacht, sich von ihrer Seite nicht kündigen lässt und auch dann weiterläuft, wenn sie nach zwei Jahren feststellen, dass die Technik nach zwei Jahren vollkommen überaltert ist und kein Mensch mehr Handys benutzt?
  5. #14

    Vertrag befristet hin oder her.....

    ....dann mache ich einen Werkvertrag, der nach zwei Jahren endet und dann den nächsten! Oder aber nur einen Honorarvertrag, wie bei den Hilfsmomis in den Grundschulen. Das wird ja gerade vor Gericht abgefürhstückt, ob das rechtens ist oder nicht.

    Es gibt Wege genug als Arbeitgeber diesen befristeten Verträgen aus dem Weg zu gehen.

    Und die sind meistens sogar noch sehr einfach.
  6. #15

    exakt

    Zitat von daggibaba Beitrag anzeigen
    Die rein materiellen Nachteile für den Arbeitnehmer hat ja ein Vorredner schon aufgezählt. Aber ich sehe auch Nachteile für das Unternehmen.
    Wenn ich mich als Angestellter auf Zeit ständig fragen muß, ob es ein Leben nach dem nächsten 31.12. gibt und warum man sich nicht endlich richtig zu mir bekennen mag, dann
    - sondiere ich ständig weiter den Markt
    - bin halb auf Absprung
    - versuche mich ja nicht gefühlsmäßig stark zu binden
    - kann mich nie richtig mit dem Unternehmen identifizieren
    - rechne kalt geschäftsmäßig mit Leistung gegen Gegenleistung, und die ist dann eben auch beschränkt
    - werbe bestimmt nicht in Mundpropaganda für das Unternehmen
    Alles erhebliche Nachteile, wenn der Facharbeitermangel dann durchschlägt. Ruckzuck sind die Leute weg, und weil der Ruf nachwirkt, kommt auch keiner mehr, selbst wenn die Stellen dann notgedrungen unbefristet ausgeschrieben werden. Zum Teil schon zu besichtigen bei den Erzieherinnen. Kenne eine Stadt, die ihre immer vor den Sommerferien rausgeschmissen hat und erst zum Herbst wieder eingestellt hat, um zu sparen - und jetzt teure Werbekampagnen fährt, um welche zu gewinnen.
    das sind die gleichen Gründe, die einem Beschäftigten durch den Kopf gehen der ein Minisalär mit ALG-II aufstocken "darf"!
    Denn diese Personen sind ja durch das SGB II gezwungen sich um eine Tätigkeit zu bemühen um aus dem ALG-II Bezug herauszukommen.
  7. #16

    Der Anfang ist gemacht... (Salamitaktik Teil 1)

    Zitat von Myxim Beitrag anzeigen
    ... weshalb es mich wundert dass er so entscheiden konnte. Wie SPON berichtet wird im Gesetzt keine Pause erwähnt und eine Auslegungssache ist diese Pause meiner Ansicht nach auch nicht.
    Irgend jemand muss ja den Weg ebnen, um die längst überfällige Gesetzesinitiative hin zu mehr "Flexibilisierung" des Arbeitsmarktes anzustossen...

    Der solchermassen geschaffene Zeitraum zwischen zwei Arbeitsverhältnissen beim identischen Arbeitgeber kann dann in aller Ruhe verkürzt werden, bis irgendwann in einigen Jahren in einer Wirtschaftskrise endlich wieder "richtige" Kettenarbeitsverträge geschlossen werden können - nur zum "Wohle der Arbeitnehmer", versteht sich !
  8. #17

    Völlig richtig !

    Zitat von lezel Beitrag anzeigen
    Ich schon: Ein Vorteil gegenüber der unbefristeten Arbsitslosigkeit besteht zum Beispiel darin, daß man Geld verdient.
    Das stimmt!

    Und die Nachteile (Geburtenrückgang aufgrund ständiger Unsicherheit, burn-out-Syndrome, weitere Entwicklung sozialer Schieflagen, etc. etc.) werden dafür ja bereits seit Jahren von Politik und einer zunehmend pragmatisch denkenden Öffentlichkeit in Kauf genommen. Deswegen kann ich nur den Kopf schütteln, wenn die Ursachen der oben beispielhaft erwähnten Folgen problematisiert werden - es liegt auf der Hand.
  9. #18

    „Der ist der beste Lehrer, der sich nach und nach überflüssig macht.“

    Zitat von daggibaba Beitrag anzeigen
    Ruckzuck sind die Leute weg, und weil der Ruf nachwirkt, kommt auch keiner mehr, selbst wenn die Stellen dann notgedrungen unbefristet ausgeschrieben werden. Zum Teil schon zu besichtigen bei den Erzieherinnen. Kenne eine Stadt, die ihre immer vor den Sommerferien rausgeschmissen hat und erst zum Herbst wieder eingestellt hat, um zu sparen - und jetzt teure Werbekampagnen fährt, um welche zu gewinnen.
    Das ist bei den Lehrern ganz genauso. Vor den Sommerferien werden viele pro forma in die Arbeitslosigkeit entlassen und danach mit einem befristeten Vertrag wieder eingestellt. Da kommt man sich als junger Lehrer doch veräppelt vor, v.a. dann, wenn man mehrfach hintereinander das Karussell besteigen muss und einem vom Drehen schon ganz übel ist. Zwar hast du bereits vor den Sommerferien die Zusage auf einen Anschlussvertrag, darfst aber trotzdem wie ein begossener Pudel zur Arbeitsagentur laufen, um dich für sechs Wochen Sommerferien arbeitslos zu melden. Kein Wunder, dass da Lehrermangel herrscht, denn so motiviert man keine Leute, so vergrault man sie. Und anschließend jammert man dann über Lehrermangel? Das kann doch nur ein Witz sein. Wer anderswo zu ähnlichem Gehalt fest unterkommen kann, nimmt diese Chance wahr und ist eben weg. Wer möchte sich denn auf Dauer im Kreis drehen - oder auf elegant: verarschen lassen?


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