Von Beruf Lichtdesigner: Experten für den*schönen Schein

Sie mauern nicht, sie malern nicht - und doch gestalten sie: Lichtdesigner machen Räume groß und hell, ohne auch nur eine Wand zu versetzen. Sie übernehmen eine Arbeit, bei der viele Architekten passen müssen - die Planung von Stimmungen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...774014,00.html
  1. #1

    Licht aus

    ...die größte Plage am Bau und für die Umwelt. Jedes neue oder nicht so alte Gebäude bekommt eine Beleuchtung wie ein Puff oder eine Jahrmarktbude. "Lichtverschmutzung" ist noch ein viel zu freundlicher Begriff dafür. Kann es nachts nicht einfach dunkel sein? Nein, die Bauten müssen alle aussehen wie Disneyland. Kost ja auch nichts, so ein Bankturm jede Nacht "stimmungsvoll" zu "illuminieren". Atomkraftwerke haben wir ja genug, Strom ist -für Industriekunden und Großabnehmer- billig.
    Au weh.
  2. #2

    ...

    LED-Lampen haben zwar die längste Lebensdauer, vielen ist jedoch ihre Farbwiedergabe zu schlecht. Nichts für das Blankeneser Eigenheim: Hier haben die Lichtplaner auf dimmbare Halogenlampen gesetzt...
    Au ja, die hatte ich in den Neunzigern auch in meinem Kinderzimmer! Aber "retro" ist ja gerade total "in"...

    Im ernst, ich finde es schrecklich wenn an jeder Ecke irgendeine Funsel leuchtet - unter gemütlicher Beleuchtung stell ich mir was anderes vor. Ein, zwei richtig platzierte indirekte Lichtquellen reichen für einen Raum vollkommen aus. Toll finde ich auch die Beleuchtungskonzepte vieler Kaufhäuser: Die Fenster werden zugeklebt und die Decke mit flackernden ekligen Halogenstrahlerchen zugepflastert - danke ihr Lichtdesigner!
  3. #3

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    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie mauern nicht, sie malern nicht - und doch gestalten sie: Lichtdesigner machen Räume groß und hell, ohne auch nur eine Wand zu versetzen. Sie übernehmen eine Arbeit, bei der viele Architekten passen müssen - die Planung von Stimmungen.
    Gibt's nur Licht 01 oder war das nur ein Product-Placement Artikel für ne befreundete Firma?
  4. #4

    Naja, mehr als

    "irgendeine Funzel" in den Ecken wird's dann schon sein. Dass indirektes Licht stimmungsvoller ist, als direktes, weiss jeder, der ein wenig Geschmack hat. Die Lichtdesigner machen sich da natürlich über die "Visualisierung" am PC für den Kunden eine clevere, wenn auch arbeitsaufwändige Methode zu nutze, dem Potentiellen Kunden die Ausgabe schmackhaft zu machen. Beim Architekten begruendet sich sein für Bauherren oft unerfreulich hohes Honorar ja auch in dessen Haftung. Beim LD wird man solcherlei Ansprüche eher in Richtung "Kunst" zu begründen versuchen müssen.
    Das allerdings entzieht sich dann dem Urteil Dritter....
  5. #5

    bisher ja nur Meinungen ohne Erfahrung

    also wir haben unseren Neubau mit Architekt, Innenarchitekt und Lichtdesignerin geplant. Von daher verstehe ich wenigstens etwas von dem, worüber ich schreibe.
    Die Lichtdesignerin hat eben nicht "nur" mal eben ein Grafikprogramm mit ein paar Kreuzchen angeworfen und dann waren alle begeistert ...

    Die Dienstleistung bestand in einem kompletten Innendesign der Lampen des ganzen Hauses. Dazu gehören u.a. auch die Aspekte "warme, wohnliche" Beleuchtung und Position, aber eben nicht nur.

    Es gibt abertausende von Lampen in Katalogen => hier wurde unser Geschmack abgefragt und wir wurden dann gezielt auf die Lampen aufmerksam gemacht, die unseren Design-Vorstellungen entsprachen, die gewünschte Ausleuchtungsstärke für den Raum hatten. Das waren übrigens nicht automatisch die teuersten oder immer vom gleichen Designer, um gleich den Kritikern die Unterstellungen aus den Segeln zu nehmen. Unterm Strich also Zeit und Geld gespart und da Zeit bekanntlich Geld ist also doppelt gespart.

    Danach wurde das ganze optimal für die Raumausleuchtung platziert und massstabsgetreu in den Werkplan des Architekten eingezeichnet. Der Elektriker wurde koordiniert und bei speziellen Lampen angelernt, damit er auch wusste worauf er bei manchen Lampen zu achten hatte.

    Alle Themen in Bezug auf Position, Kabelführung, Strom oder Trafos, Koordination, Terminen, nachfassen und am Ball bleiben, kurzum die komplette Bauleitplanung in Bezug auf die Beleuchtung für Innen- und Aussenbeleuchtung war in sehr sehr guten Händen und für uns stressfrei.

    Wenn jemand eher dunklere Beleuchtung wünscht, dann ist das Kundenwunsch und wird ebenfalls berücksichtigt, also verstehe ich die bisherigen Kommentare überhaupt nicht. Da redet jemand über etwas von dem er nichts versteht.
  6. #6

    Oh Glühlampe!

    Zitat von Sikozu Beitrag anzeigen
    Au ja, die hatte ich in den Neunzigern auch in meinem Kinderzimmer! Aber "retro" ist ja gerade total "in"... und die Decke mit flackernden ekligen Halogenstrahlerchen zugepflastert - danke ihr Lichtdesigner!
    Der Gesetzgeber in seiner Geschmacklosigkeit hat uns ja leider die angenehmen Glühlampen und Krypton-Glühlampen (ein sehr schönes Licht) weggenommen. Von den verbliebenen sind die Halogen-Lampen noch das Beste, auch wenn die wirklich flimmern und die neuen einen Blaustich haben. LED hat ein sehr unausgeglichenes Spektrum, es "beißt", der Fachmann beschreibt das mit dem Farbwiedergabeindex, der gerade mal bei 70, vielleicht 80, liegt. Kompakt-Fluoreszenz-Lampen haben auch nur so bis 92. Echte Glühlampen hatten 100. Dimmt man die Halogen-Lampe, wirkt sie nicht ganz so bläulich. Eigentlich müsste da ein Filter drüber. Leider wird die Richtlinie 2016 wahrscheinlich nochmal verschärft, dann sind Halogen nur noch mit Tricks auf die geforderte Energieklasse B zu bekommen (Vorschaltgerät, beschichtetes Glas), das Licht wird noch schlechter. Schlechte Aussichten. Antwort des Licht-Designers?