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Von Beruf Kunstfälscher: Die drei Da Vincis von Neukölln

SPIEGEL ONLINEEchte Originale, diese Fälscher: Von Berlin aus beliefern die Gebrüder Posin solvente Kunden in der ganzen Welt mit Kopien berühmter Gemälde. Die drei Exilrussen sind auf sehr professionelle Weise ein wenig schräg, denn auch gute PR-Arbeit gehört zum Geschäft. Und das läuft prächtig.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...825637,00.html
  1. #10

    Och Joh!

    Zitat von meergans Beitrag anzeigen
    Es ist sachlich einfach nicht richtig, hier die Worte "Fälscher" und
    "Fälschungen" in's Spiel zu bringen.
    Die Männer üben den sehr alten und überaus ehrenwerten Beruf
    des "Kopisten" aus, der über......
    Genau so ist es. Es bleibt nur zu erwähnen, das die Herren Posin natürlich nicht die einzigen guten Kopisten in Deutschland sind.
  2. #11

    Bei solchen Russen

    wär ich als Teenager gerne in die Lehre gegangen. Ich bin selbst Hobbymaler und habe auch schonmal das eine oder andere Bild kopiert. (Fälschungen sind was anderes.) Und Leute, ich kann nur eins sagen: Es ist SAUSCHWER ein Originales Gemälde so nachzuzeichnen und zu malen, dass es in allen Proportionen und Farbnuancen dem Original entspricht. Dann am Ende, nach dutzenden von Arbeitsstunden steht man vor einem Bild, dass im Grunde genommen nix neues ist. Das allein schon demotiviert jeden normalen Künstler. Ob es dem Geschwistertrio aus Leningrad an Kreativität mangelt, kann ich nicht beurteilen. Technisch haben sie aber mindestens ebensoviel drauf, wie ihre berühmten Vorfahren, Rembrandt, Turner, Renoir, Marc und Co.
    So, das mußte ich mal sagen. Und nun setz ich mich wieder vor meinem Kinderakt, das von mir grad auf der Leinwand gepinselt wird :)
  3. #12

    ohne

    Zitat von scientist-on-hartz4 Beitrag anzeigen
    wär ich als Teenager gerne in die Lehre gegangen. Ich bin selbst Hobbymaler und habe auch schonmal das eine oder andere Bild kopiert. (Fälschungen sind was anderes.) Und Leute, ich kann nur eins sagen: Es ist SAUSCHWER ein Originales Gemälde so ......
    Ich kopiere auch am liebsten Ölgemälde. Und ich stimme Ihnen zu, es ist sehr schwer. Manche Leute meinen, "bloß abgemalt" ist nichts Besonderes. Abmalen kann ich auch, denken viele.

    Im Gegensatz zu Ihrer Auffassung - Sie sagen, man hat am Ende nichts Neues geschaffen - empfinde ich dennoch jedes Bild als eine neue, weil meine Schöpfung. Das Motiv selbst ist zwar nicht neu, aber es ist durch meine Pinselstriche neu entstanden, und es ist für mich jedesmal wieder wie ein Wunder, wenn ich ein schönes Gemälde vor mir sehe und mir sagen kann, das hast du jetzt auf die Leinwand gezaubert. Dabei nehme ich mir durchaus die Freiheit, hin und wieder etwas zu verändern, lasse etwas weg oder manchmal gefallen mir die Gesichter nicht. Ich bin ja nicht verpflichtet, eine Eins-zu-Eins-Kopie herzustellen.

    Da ich schon mein ganzes Leben auf diese Weise male, würde es eine ungeheure Umstellung für mich bedeuten, wirklich eigene Fantasien selbst zu gestalten. Sie würden natürlich nicht so gut aussehen wie die Kopien, und dann wäre ich sehr unzufrieden mit mir selbst. Damit hätte ich viel früher beginnen müssen. Aber ich bin vollauf zufrieden mit meinem Hobby. Die drei russischen Brüder beneide ich um ihr Talent. Ich würde mir gern mal eine Ausstellung von ihnen anschauen.
  4. #13

    Warum auch sollte man Kopisten ...

    ... die das Handwerk der Originalkreativen verstehen nicht feiern?

    Wo ist der Unterschied zu hochwertigen Fotografien von (i.d.Zusammenhang) namhaften Kuenstlerwerken, mit denen kreative Fotografen auch, und bisweilen reichlich, Handwerkslohn erhalten?

    Der Kunstgenuss, und hierum geht es doch wohl in erster Linie, beim Anblick gut gemachter, hochwertiger haendischer Kunstkopien, oder selbst bei Kunstdrucken und Fotoabzuegen, sowie je nach Indiviuum, wird teils, umfaenglich oder ueberwiegend gegeben sein.
    Die allermeisten, die die Kunst der gefeierten Kuenstlerwerke beruehrt, koennen sich, falls ueberhaupt erwerbbar, auch das jeweilige Originalkunstwerk gar zu eigen nicht leisten.
    Und Museen und Kunstausstellungen bieten, falls erreichbar, nur kurzweilgen Genuss.

    So leisten Kopisten m.A.n. Kunsthilfen wie Kunstgenussverbreitung fuer eine breitere Interessenschicht. Dazu sind Kopisten, falls die Kopisten nicht behaupteten "Originalkunst" anzubieten und zu verkaufen (= Betrug, durch Vortaeuschung falscher Tatsachen = "Faelschung"), verbunden mit der Gabe und Talent ein guter Kopist zu sein und -legale- Kopierkunst breiter erwerbbar zu machen, im besten Sinne auch Kunstsozialarbeiter, Kunstfoerderer wie Historiker.

    Wer sich fuer Kopierkunst interessiert, und auf viele taletierte Kopisten auf kleinem Raum treffen moechte, dem sei etwa eine Reise nach China empfohlen. Z.Bsp. in das Kuenstlerdorf Dafen bei Shenzhen.
    S.hierzu bereits SPON: Chinesisches Kunst-Werk: Van Goghs vom Fließband - SPIEGEL ONLINE

    Zur Musik-Kunstkopie noch am Rande: Die Kopie des Originalnotenblattes faellt freilich auch hierunter. Ob und inwieweit ein hoeherer Kunstgenuss bei dem Noten(ab)spiel solcher Kopien entstuende, beim Musiker oder Zuhoerer, sei dahingestellt.
    Wenn und soweit es um die Tonwiedergabe des Kunst-Musikwerkes geht, muss unterschieden werden zwischen 'Kopisten', die sich um Ton- wie Klangoriginalitaet bemuehen (etwa mit alten oder kopierten Instrumenten), oder um 'Interpreten'.
    Talentierte Musik-Kopisten verstehen es, den Klang laengst vergangener Epochen wieder zum Leben zu erwecken, hoer- und erlebbar zu machen, Interpreten versuchen solche Kunstwerke auf ihre Weise fortzuschreiben.
    Beim Kunstmalerinterpreten etwa wuerde dementsprechend der Duktus, die Farbe, u.s.w. veraendert.

    Zu guter letzt ein Zitat:
    Die Wissenschaft ist der Verstand der Welt,
    die Kunst ihre Seele. (Maksim Gorkij)








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