Der Mann hat das gemacht, wovon viele träumen. Das er ohne Geld durch Deutschland gekommen ist verwundert mich allerdings schon etwas.
5000 Kilometer von Deutschland in den Orient - ohne einen Cent in der Tasche:*Josef Girshovich hat sich als Anhalter durchgeschlagen, seine*Mahlzeiten bezahlte er*mit Geschichten. Nun hat er*ein Buch*geschrieben über Schnorren und Gastfreundschaft in Europa und im Nahost.
http://www.spiegel.de/reise/fernweh/...758012,00.html
Der Mann hat das gemacht, wovon viele träumen. Das er ohne Geld durch Deutschland gekommen ist verwundert mich allerdings schon etwas.
Wenn ich lese, daß sich jemand ohne Not in Ländern haushalten lässt, deren Bewohnern es deutlich schlechter haben, dann hat das einen unangenehmen Beigeschmack.
Erinnert mich (wenn auch völlig aus dem Zusammenhang) an die Bush-Family, die sich, ab und zu, auf ihrer Ranch der körperlichen, harten Arbeit hingeben. Obwohl sie genug mexikanisch-stämmige Arbeiter haben....
Da lese ich erkenntnissuchend erfolglos den ganzen Artikel um nur auf Platitüden zu stoßen - und am Ende zu erfahren das der junge Mann gerade mal 2-3 Wochen unterwegs war.
Sorry, aber da habe ich und tausende andere wahrscheinlich mehr und aufregenderes zu berichten.
Denn auch Zeit ist nötig um zur Tiefe zu gelangen, nicht alleine die Km oder ein kryptisches Ziel machen es (und Jerusalem kenne ich wie Frankfurt am Main).
er hat sich dann sicher auch die Adressen der ihm so freundlich helfenden notiert um ihnen etwas von den Einnahmen seines Buches zukommen zu lassen.
ODER???????
Wie war denn der Rückweg?!
Business Class oder auch wieder auf Kosten anderer?!
Neee neee, wieder so ein Buch, das die Welt wirklich nicht braucht.
Mich macht es einfach nur sauer.
Hoffentlich bleibt es in den Regalen wie Blei liegen, da siehe Anfang er sicher nichts mit anderen teilt.
Das muss man relativieren.
Niemand wurde gezwungen, dem Reisenden etwas zu geben, die Leute taten es freiwillig. Und sie bekamen etwas dafür zurück, was in unserer Welt inzwischen ziemlich unbekannt ist und daher auch auf Unverständnis stößt: Menschlichkeit.
Es ist typisch für die westliche Welt, alles sofort aufzurechnen. Warum hat es einen Beigeschmack, sich von jemandem haushalten zu lassen, der es deutlich schlechter hat? Deutlich schlechter als Wer oder was? Klar haben viele Menschen auf dieser Welt es rein materiell deutlich schlechter als wir, trotzdem sind sie oft glücklicher, leben viel ausgeglichener und ruhiger als wir.
Und jemandem helfen (egal wem ohne Ansehen der Person) ist in vielen Ländern viel tiefer in der Gesellschaft verwurzelt, als bei uns.
Erst wenn die ersten westlichen Reiseveranstalter solche Touren als Erlebnistourismus anbieten, bekommt das für mich einen Beigeschmack, dann aber einen heftigen...
Einspruch, Euer Ehren...:-)
Ich bin einmal 1999 zu Fuß und ohne Geld (mit 70 DM) von Wien nach Rumänien gegangen und dabei in einem Dorf gelandet, wo die Hälfte der Leute nicht einmal Schuhe hatte.
Ich bin dann 2 Monate bei denen geblieben,
Ich habe die Leute gesehen, die verrecken, Kinder, welche 3 Tage lang im Bett gelegen sind, ohne Essen, ohne Feuer im Ofen - ich hab einen an beiden Beiden Amputierten getroffen, der 4 Kinder aufgezogen hat nur durch´s Betteln.
Er hat mich auf einen Kaffee eingeladen.
Die Jüngste - die müßte nun an die 27 Jahre alt sein, existiert nicht vor dem Staat.
Kinder anmelden kann man im 2. Stock - da kam aber der an den Beinen Amputierte nie hoch. Und seine Frau hat es nicht so mit dem Schreiben und Lesen.
Es war eine ziemliche Erfahrung, so 500 km vor den Toren von Wien, weiter ist das nicht entfernt vom Stephansdom.
Als Resultat dieser Erfahrung ist eine Kinder-Winterkantine für 140 Kinder entstanden, sowie "Hilfe für Kranke ohne Hilfe" und ich denke, auch bei unserem Autstopper hat sich innerlich was getan, was das, was er bekommen hat, weit mehr aufwiegt.