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Volksabstimmung über Euro: Bravo, Herr Papandreou!

Europa zeigt sich fassungslos: Der*griechische Premier will sein Volk über den Euro-Rettungsplan für sein Land abstimmen lassen. Papandreou setzt alles auf eine Karte - doch seine Entscheidung ist richtig.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...795189,00.html
  1. #510

    eine smarte Strategie

    Zitat von Emil Peisker Beitrag anzeigen
    Heute in Athen:
    [15.31 Uhr] Der griechische Ministerpräsident werde nicht zurücktreten, er warte das Ergebnis der Unterredungen mit der konservativen Oppositionspartei Nea Dimokratia ab, sagte ein Minister der Nachrichtenagentur Reuters, der an der Krisensitzung des Kabinetts teilnahm.

    Wenn die beiden Parteien die Vereinbarung mit der EU gemeinsam absegnen, kann unter Umständen das Rferendum entfallen.

    Sollten die Oppositionsparteien nicht zustimmen, dann wird das Referendum stattfinden.

    Mit Papandreou möchte ich nicht pokern.:-))
    Heute in Athen:

    Athen - Der griechische Ministerpräsident Georgios Papandreou hat seine umstrittenen Pläne für ein Referendum zur Rettung vor dem Staatsbankrott kassiert. Das gab er am Donnerstagnachmittag in Athen bekannt. Die Absage sei die Voraussetzung dafür gewesen, dass Gespräche mit der oppositionellen Nea Dimokratia (ND) zur Bildung einer Übergangsregierung zustande kommen. "Ich werde mit dem Chef der Nea Dimokratia sprechen", sagte Papandreou.

    Und so stimmt die Opposition doch noch zusammen mit der Regierung für das Gesamtpaket. Damit ist die Opposition gebunden und kann bei den Neuwahlen nicht mit dem Finger auf Papandreou zeigen.

    Sage noch einer, das wäre nicht eine smarte Strategie gewesen.
  2. #511

    Die Demokratie

    Zitat von heiko1977 Beitrag anzeigen
    Es ist momentan noch gut und richtig, dass Volksabstimmungen auf Bundesebene nicht möglich ist. Überlegen Sie mal bitte wie das deutsche Wahlvieh sich informieren würde .....
    in der Schweiz scheint mir doch trotz Volksabstimmungen immer noch beispielhaft lebendig mit freiheitlich-solidarischer Haltung und Gesinnung.
    Und trotz medialer Berieselung von ganz links bis ganz rechts sind die Bürgerinnen und Bürger offensichtlich sehr wohl in der Lage, sinnvolle Abstimmungsergebnisse (denen hohe Hürden vorgelegt sind) zu erzielen.

    Deutsche Wähler/Wählerinnen als "Wahlvieh" zu bezeichnen, ist denn auch eine Haltung, die an Mark Twain erinnert: "Es ist dem Unetrtan untersagt, den Maßstab seines begrenzten Urteilsvermögens an die Entscheidungen der Obrigkeit anzulegen" - und zeugt von despektierlicher Überheblichkeit.
  3. #512

    nee, nee, nee ......

    Zitat von _gimli_ Beitrag anzeigen
    ... Im Falle einer Volksabstimmung hätte es in Deutschland keine Euro-Einführung gegeben und wir stünden heute um Einiges besser da...
    Behauptung! Woher diese 100% Sicherheit über ein hochspekulatives Thema?? Wird auch durch zigtausendfache Wiederholung nicht wahrer. Belege, Beweise??
    Um die Einführung (1999-2002) herum gab es eine (geschickt angefachte) gewisse Euphorie und es ist definitiv NICHT SICHER (das Gegenteil aber auch nicht) ob der Euro abgelehnt worden wäre, vor allem bei entsprechendem "Wahlkampf" der profitierenden Gruppen.

    Und dass wir dann besser dastünden ist noch utopischer, weil gesamtwirtschaftlich steht die BRD gut da und das Aufgehen der Schere zwischen Arm und Reich und die Real-Lohneinbussen vieler AN und die Gewinnsteigerungen vieler AGs und Gewinne aus Kapitaleinkünften sind nicht die Schuld der Einführung des Euro, sondern von H4, fehlendem Mindestlohn, 400€-Jobs, exzessiver Zeitarbeit, Globalisierung, schwachen Gewerkschaften, des Wahlverhaltens (u.a. 15%FDP), Deregulierung und neoliberaler Marktpolitik allgemein.
  4. #513

    Problembär Samaras

    Zitat von SURE Beitrag anzeigen
    Nein, der Zeitpunkt ist mehr als genial gewählt. DIe Banken gewähren 50% Schuldenerlass und GR geht in die Drachme, welche dann defacto nochmal
    50% Schuldenerlass bringt. In der Summe ist Griechenland nach Einführung der Drachme Schuldenfrei und die Banken in FR. sowie D. zahlen. Genial!! Die Italiener haben jetzt gesehen wie man so was macht....!
    Ihre Rechen"künste" sind eine Beleidigung für jedes Milchmädchen, oder sind Sie Buchhalter bei HRE?? (nur kurz: 50% von 50% wären nicht Null und die Schulden wären immer noch in €)

    Ob es die 'einfachen' Griechen so genial finden, nach einer Wiedereinführung der Drachme, zwar als Staat fast schuldenfrei zu sein, aber damit auch zum Armenhaus Europas zu werden und ausländische Waren (also fast alles) nicht mehr bezahlen zu können. Und Kredit gibt es (natürlich) auch keinen mehr.
    Die reichen, besitzenden (Oberschicht- & "1-Prozent"-) Griechen sind dagegen bestimmt Ihrer Auffassung.

    Ob die Italiener dieses "Modell" 1zu1 übertragen können/wollen/wollen werden, zweifle ich an, den Italien hat im Gegensatz zu Griechenland eine leistungsstarke Industrie und damit mehr zu verlieren.


    Zitat von stefan1904 Beitrag anzeigen
    Volksabstimmungen führen dummerweise immer nur zum Status Quo ....
    Mit Demokratie hat das ganze übrigens nicht mehr viel zu tun. Eine freie Entscheidung wird das in keinem Fall. Sozial ist das auch nicht - es wird sich für das entschieden, was für einen selbst am besten ist, nicht für die Gemeinschaft.
    ...
    Die Entscheidung JEDES Einzelnen (Wahlberechtigten) MUSS sich an seinen persönlichen Interessen ausrichten, nur so wird in der Summe des Wahlvolks aus egoistischen Motiven eine soziale gemeinschaftliche Meinung und Politik.
    Wenn jeder (bzw. zu viele) meint vorauseilend sozial abstimmen zu müssen, wird man nie erfahren was im Interesse der Gesamtheit des Wahlvolks sozial ist.

    Zitat von peter_30201 Beitrag anzeigen
    ... Das ist doch Demokratie: das Akzeptieren des eigenen Nachteils.
    Sehr treffend und wird häufig vergessen.

    Was wäre zur Wahl gestanden?

    harte, entbehrungsreiche Zeiten und mit dem Euro & starker Fremdbestimmung
    oder
    noch härtere, noch entbehrungsreichere Zeiten mit der Drachme und weniger Fremdbestimmung (auf an Bedingungen geknüpfte Wirtschafts- und Aufbauhilfen wäre man aber immer noch angewiesen)

    ein 'weiter so' oder Rückkehr zum Status vor 2008 gibt es definitiv nicht. Wem das klar wird, wird auch keine Probleme haben sich vernüntig zu entscheiden, was ich den Griechen absolut zutraue.
    Wir werden es nie erfahren, aber der ND-Poitiker Samaras mit seiner Haltung macht mir Sorgen. Es scheint, um der Macht Willen sollen die Landsleute weiter in falscher Sicherheit gewogen werden und das Staatsschiff zur Not auf Grund gesetzt werden, Hauptsache man selber ist am Ruder (Ausrede wird sein, 40 Jahre Papandreou-Dynastie waren zuviel - Wahrheit wird sein 8 entscheidende Jahre ND haben die Finanzen unrettbar ruiniert und - viel schlimmer - das Klima des mühelosen Wohlstandes verbreitet und perfektioniert)
    Den mE braucht es in Griechenland genauer bei den griechischen Bürgern eine Bewußtseinsänderung. Hin zu mehr Ehrlichkeit, Bescheidenheit, Gerechtigkeit und nationaler Solidarität. Gibt es schon, aber zuwenig und nicht in allen Schichten. Solange sich das nicht bessert, wird das nichts. Ob Samaras da der Richtige ist, ......
  5. #514

    Parlamentarische Demokratie

    Zitat von twellb Beitrag anzeigen
    Ich empfehle http://www.mehr-demokratie.de/filead...onen/pos10.pdf zur Lektüre. Ich jedenfalls entscheide mich im Konflikt zwischen Plebiszit und widerspruchsfreier Gesetzgebung für die Qualitätssicherung.
    Betrachtet man unsere Demokratieform, die parlamentarische Demokratie, lässt dies nur eine Aussage zu: Die Poltik ist der Diener, das Volk der Gestalter.
    Leider verhält sich das in Deutschland in keiner Weise so, weil eben gerade, wie in Ihrer PDF zu lesen ist, die Politik puren Lobbyismus betreibt. Da stört der Souverän prinzipiell. Letztendlich ist die Politik der Verwalter unseres Haushalts (Steuergelder), nicht deren Besitzer. So haben Sie damit umzugehen. Es ist unser aller Geld. Die Schweiz macht es uns vor! Wenn man das Volk dumm hält und nicht aufklärt, wie es bereits Kant empfohlen hatte, wird es immer nur eine führende Macht geben, die uns bestimmt, wo es lang zu gehen hat. Der Narr, der folgt! Also, bedienen wir uns unseren eigenen Verstandes und betrachten unsere Regierung, Wirtschaft, Demokratie und Gesellschaft stets kritisch.


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