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Volksabstimmung in Münster: Zu Hause bei Hindenburg

DPAIm westfälischen Münster entscheiden die Bürger über den Hindenburgplatz: Soll der größte Platz der Stadt wieder nach dem Politiker heißen, der Hitler zur Macht verhalf? Der erbittert geführte Streit zeigt auch, wie unzufrieden einige Konservative mit der Merkel-CDU sind.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...855659,00.html
  1. #1

    Aus der Seele gesprochen

    Als einer der 238.000 Wahlberechtigten am morgigen Sonntag und als Zugezogener kann ich die Auffassung, dass hier eine Posse stattfindet, nur nachvollziehen. Allerdings hat mich die öffentliche Diskussion zum Thema schon geärgert, bevor es zur ersten Abstimmung gekommen ist. Zum einen ist die Frage zu stellen, warum nach 60 Jahren die Umbenennung überhaupt noch relevant ist. Zum anderen würde mich interessieren, wie viel Geld der ganze Verwaltungsakt die Stadt gekostet hat und ob es tatsächlich keine sinnvolleren Investitionsprojekte in der ganzen Zeit gegen hat. Ich glaube, man muss tatsächlich hier aufgewachsen sein, um die Relevanz dieses Themas erkennen zu können. Für Jemanden, der ursprünglich aus dem Ruhrgebiet kommt, wo mit Sicherheit andere Themen wie Arbeit und Grundversorgung wichtig sind, ist dieser ganze Disput nur schwer zu erfassen, bis lächerlich.
  2. #2

    gut bekannt mit Holger Apfel...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im westfälischen Münster entscheiden die Bürger über den Hindenburgplatz: Soll der größte Platz der Stadt wieder nach dem Politiker heißen, der Hitler zur Macht verhalf? Der erbittert geführte Streit zeigt auch, wie unzufrieden einige Konservative mit der Merkel-CDU sind.

    Hindenburgplatz: Münster stimmt über umstrittenen Straßennamen ab - SPIEGEL ONLINE
    Wenn der Gründer der Initiative mit dem sächsischen Neonazi Holger Apfel gut bekannt ist, was sagt mir das?

    Und wenn er sagt, dass sie nicht den Mann und Militär Hindenburg verehren, sondern nur den Hindenburgplatz wiederhaben wollen, glaubt man das?

    Die Entscheidung hat der Rat der Stadt schon mal gefällt. Nun also ein Volksbegehren für den Feldmarschall.

    Münsteraner, wacht auf. Da will euch jemand kräftig auf die Schippe nehmen.

    Ich denke, die Münsteraner sind in ihrer Mehrheit, wenn diese Mehrheit denn wählt, diesem Spuk ein passendes Ende zu setzen.
  3. #3

    Hindenburg war ein Verbrecher

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im westfälischen Münster entscheiden die Bürger über den Hindenburgplatz: Soll der größte Platz der Stadt wieder nach dem Politiker heißen, der Hitler zur Macht verhalf? Der erbittert geführte Streit zeigt auch, wie unzufrieden einige Konservative mit der Merkel-CDU sind.

    Hindenburgplatz: Münster stimmt über umstrittenen Straßennamen ab - SPIEGEL ONLINE
    denn er und seinesgleichen haben diese Lügen von der "Dolchstoßlegende" und "... Im Felde unbesiegt" verbreitet und damit den Nazis den Weg zur Macht mit geebnet.
  4. #4

    Schwindenburgschlossplatz: Die wirklichen Fragen

    (1) Warum wird der Hindenburgplatz umbenannt, während zugleich Dutzende weitere Straßen und Plätze, deren aktueller Name für die Thamer-Kommission durchaus auch diskussionwürdig war, unangetastet bleiben?
    (2) Warum jetzt ausgerechnet "Schlossplatz" - und damit die Chance verschenken, jemand in den Augen der Namensänderer würdigeren angemessen zu ehren?
    Warum wurden zu keinem Zeitpunkt die Bürger Münsters an der neuen Namensgebung beteiligt (was sicher vielen den Abschied vom Hindenburgplatz leichter gemacht hätte)?
    (4) Was können die Schlossplatz-Gegner dafür, dass auch braunes Gesocks für eine Beibehaltung des alten Namens ist?
    (5) Ist das nicht ein Totschlagargument, dessen Logik zufolge jedes Unterfangen diskreditiert ist, sobald sich auch die Braunen anschließen oder es sogar zu kapern versuchen?
    (6) Warum dürfen Schlossplatz-Befürworter jedem Gegner der Umbenennung unterstellen, er/sie ehre damit im Jahre 2012 Hindenburg?
    Fazit: Auch wenn es gern so zugespitzt wird: Vielen geht es maximal an zweiter Stelle um den Namen. Viel wichtiger ist, wie hier politische Prozesse abgelaufen sind und im Nachhinein verkauft werden. Demokratisch war da wenig. Aber da fast alle "demokratischen" Parteien geschlossen für die Umbenennung gestimmt haben, sind jetzt eben alle Gegner gleich Antidemokraten. DAS ist der eigentliche Skandal bei der Sache!
  5. #5

    Man schämt sich ein bisschen

    Als gebürtiger Münsteraner schämt man sich ein bisschen, wenn Gestalten wie dieser Herr Leschniok 15.123 zustimmende Unterschriften bekommt. Ich hoffe, die Schlossplatzisten lassen sich vom Gelärme der Gegenseite nicht einschüchtern!
  6. #6

    gefährlich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der erbittert geführte Streit zeigt auch, wie unzufrieden einige Konservative mit der Merkel-CDU sind.
    Und der Streit zeigt auch wie gefährlich beträchtliche Teile der CDU sind und damit die Partei insgesamt. Diese Leute haben kein Interesse an einer offenen Gesellschaft und an moderner Staatlichkeit. Diese CDU-Leute wollen ein nationalkonservativ-autoritäres Deutschland. Beträchtliche Teile der CDU sind erklärte Feinde der offenen Gesellschaft und eines modernen Deutschlands.
  7. #7

    Provinzposse

    Zitat von Emil Peisker Beitrag anzeigen
    Wenn der Gründer der Initiative mit dem sächsischen Neonazi Holger Apfel gut bekannt ist, was sagt mir das?

    Und wenn er sagt, dass sie nicht den Mann und Militär Hindenburg verehren, sondern nur den Hindenburgplatz wiederhaben wollen, glaubt man das?

    Die Entscheidung hat der Rat der Stadt schon mal gefällt. Nun also ein Volksbegehren für den Feldmarschall.

    Münsteraner, wacht auf. Da will euch jemand kräftig auf die Schippe nehmen.

    Ich denke, die Münsteraner sind in ihrer Mehrheit, wenn diese Mehrheit denn wählt, diesem Spuk ein passendes Ende zu setzen.
    Lieber Emil,

    glücklich die Stadt, die keine anderen Sorgen hat. Mich wundert es, dass eine Historikerkommission eingesetzt wurde für eine solche Provinzposse. Es hätte gereicht, ein, zwei oder drei Geschichtsbücher zu lesen. Am besten die einschlägige Biographie Wolfram Pytas. Das Wirken Hindenburgs, der selbst kein Nazi war, kann man nur als fatal bezeichnen. Das im Hintergrund der Initiative die altbekannten Organisationen und Personen stehen, war zu erwarten.
  8. #8

    @ Srenec

    Immerhin haben WIR es mit Focus, Spiegel und Stern in alle 3 großen Zeitungen geschafft. Mich erschreckt nur, wie das ganze aufgebauscht wird. Unser Bahnhof fällt fast auseinander. Mit dem Landesmuseum kommt man irgendwie auch nicht weiter und unsere lieben Stadtvätern kommt nix anderes in den Sinn als 70 Jahre nach Kriegsende Plakate aufzuhängen auf denen Hindenburg Hitler die Hand gibt. Ähnlich Fotos dürften auch von einem gewissen Herrn Stauffenberg zu finden sein. Weiterhin bezweifle ich sehr stark, dass hier nach der Abstimmung Ruhe ist. Hier kommt nun einmal alle 2 Wochen irgendein neuer "Spinner" aus der letzten Reihe, der meint seine Meinung da auch noch kundzutun. Eine Arbeitskollegin hat auf einem Supermarkt in WARENDORF !!!!! einen gesehen, der Flugblätter verteilt hat. Wie gesagt : Die Sache wird Morgen nicht zu Ende sein :-) Grüße aus der MS Ralf
  9. #9

    Auch ich

    darf morgen über diese Posse (in der Tat) entscheiden - und werde dann wohl ein Stück zur Entwurzelung aus der Tradition beitragen. Man muss Hindenburg zumindest als diskussionswürdig betrachte; das Argument zur Entfernung aller Namen, die mit Kriegstreiberei einhergehen, ist für mich statthaft. Allerdings sollte man dann auch gleich die Westfälische Wilhelms-Universität vom mittleren Namen befreien, denn Pate stand hierfür "unser alter Kaiser Wilhelm" der Zwote. Auch wenn an der Alleinschuld Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg sicherlich erhebliche Zweifel angebracht sind, so ist es doch wohl unbestritten, dass der Militärwahn mit dem damit verbundenen Säbelrasseln, Platz-an-der-Sonne-Allüren und Hunnenrede ein ausschlaggebender Faktor für den Ausbruch darstellte. Also sollte man doch am besten gleich tabula rasa machen und das sich in Sichtweite zum Hindenburg-/Schlossplatz befindliche Symbol der hiesigen Universität gleich vom unseligen Namen seines Gebers befreien - es wäre nur konsequent!!! Den Aufschrei aller konservativen Vereinigungen (von politischen über Verbindungen, Burschenschaften, Heimatverbänden etc.) werde ich dann mit Genuss und Genugtuung zur Kenntnis nehmen und mich köstlich amüsieren.


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