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Vize-Minister für Öl: Erster syrischer Top-Politiker läuft zu Aufständischen über

REUTERSEr will "das sinkende Schiff" verlassen - und rät seinen Kollegen, das gleiche zu tun: Per Internet-Video hat der erste syrische Spitzenpolitiker dem Assad-Regime entsagt. Vize-Ölminister Hussameddin schließt sich der Revolution an und rechnet nun mit der Rache der Regierung.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...820020,00.html
  1. #50

    .

    Zitat von ilytch Beitrag anzeigen
    Wenn Sie zwischen Regierung und Bevölkerung keinen Unterschied machen müssen Sie sich nucht wundern wenn sie von Gleichdenkenden irgendwo auf der Welt für die deutsche Politik eines in die Fresse bekommen. So eine Gleichmacherei ist übel.
    Natürlich steht nicht jeder Einzelne hinter der Regierung/Regime seines Landes. Und nicht jeder Einzelne ist für die Politik seines Landes verantwortlich.
    Aber in Summe ist die Bevölkerung als Ganzes schon in der Verantwortung für ihre Regierung/Regime.
    Das hat nichts mit Gleichmacherei zu tun.

    Brecht hat mal gesagt:" Ich beurteile Leute nach ihrem Standpunkt, nach dem was sie sagen und nicht nach dem Pass".
    [/QUOTE]

    Yep.
    Und wenn die (große) Mehrheit einer Bevölkerung ihre Regierung/Regime nicht abwählt oder beseitigt kennt man den Standpunkt der Mehrheit.

    Zitat von ilytch Beitrag anzeigen
    Und eine Regierung, einen Staat der Bevölkerung in die Schuhe zu schieben zeigt nichts weiter als das Sie einen erwünschten staatsbürgerkundlichen Blödsinn nachreden. Nur der Umstand das man heute alle paar jahre irgendwo ein Kreuz machen darf macht einen noch lange nicht zum Mitgestalter der Politik.
    Nun ja, Sie scheinen das Prinzip Demokratie nicht verstanden zu haben.
    Neben dem "Ankreuzen" haben Sie durchaus die Möglichkeit selbst aktiv zu werden und sich politisch zu betätigen sollten Sie mit den vorhandenen Parteiprogrammen/Parteien nicht zufrieden sein.
  2. #51

    sowohl als auch

    Zitat von mehrlicht Beitrag anzeigen
    Die 10 % Christen, die unter Assad noch einigermassen Schutz hatten, und andere Minderheiten dürfen auch schonmal die Koffer packen.

    Streit bei einer Podiumsdiskussion in Hamburg:

    "Der Erzbischof von Aleppo verwies darauf, dass die Christen und andere Minderheiten von der Regierung Assad toleriert würden. "Wir werden nicht verfolgt", sagte er. "Ich bezweifle, dass mir irgendjemand ein Beispiel für ein Land nennen kann, in dem eine größere religiöse Toleranz herrscht als in Syrien."
    "Der Sprecher des Syrischen Nationalrates widersprach dieser Darstellung vehement. Die Christen in Syrien seien grausamer Verfolgung ausgesetzt..."
    Wer hier wohl lügt ist ja klar.

    Tumulte bei Debatte über Syrien - Nachrichten Print - DIE WELT - Hamburg - WELT ONLINE
    Die Toleranz zwischen den Religionen in Syrien ist in der Tat bemerkenswert. Weder gab es früher von staatlicher Seite eine Tendenz, die Religionen gegeneinander aufzuhetzen, noch innerhalb der Bevölkerung. Viele Muslime sind eng mit Christen befreundet und umgekehrt. Weitgehend problemlos.
    Von der Toleranz ausgeschlossen sind im Volk nicht einmal die Juden. Schaut man in die Geschichte, sind alle diese Religionen einst in der Ecke um Aleppo entstanden, haben gemeinsame Wurzeln, beruhen auf Abspaltungen von Stämmen, einer Diversifizierung sozusagen bis in das uns bekannte Christentum hinein. Die Syrer haben diesbezüglich ein interessantes Kulturverständnis. Sie sehen die anderen Religionen nicht als etwas Fremdes, sondern als etwas, das von ihnen kommt, Teil ihrer eigenen Wurzeln und Geschichte ist.
    Dem gegenüber wird der Hass auf Israel von staatlichen Institutionen warm gehalten, wenngleich auch nicht heiß gekocht. Auch das Thema stumpft sich ab. Und die Toleranz zwischen den Religionen wird momentan ebenfalls vom Staat strapaziert, indem gezielt Menschen der einen Religion gegen Menschen der anderern Religion in den Kampf geschickt werden. Da wird sich zeigen müssen, ob die Toleranz so weit geht, das diese Wunden heilbar sind.
  3. #52

    Zitat von wekru Beitrag anzeigen
    dass das "Regime" Assads bis vor 15 Monaten durchaus auf dem richtigen Weg war. Assad hätte der Atatürk Syriens sein können, wenn er sich an die Spitze der Bewegung gesetzt hätte. Seine Entscheidung, in der heute bekannten Form auf die Proteste zu reagieren, habe ich absolut nicht erwartet. Und so war auch für alle anderen im System nicht vorhersehbar, was sich in den letzten Monaten herausgestellt hat. Syrien war reif für mehr Demokratie. Es wurden unter Assad bereits so viele korrupte Beamte ausgetauscht und Projekte initiiert, dass er hätte glaubwürdig sein können, wenn er die Protestbewegung genutzt hätte um seinen Reden die Taten und Durchsetzung folgen zu lassen und die Reformen beschleunigt hätte.
    Es ist kein Widerspruch, wenn Leute einerseits im Staat 32 Jahre Funktionen inne hatten, gewiss auch Opportunisten waren, aber im Rahmen eines normal entwickelten Gewissens ihr Mitmachen verantworten konnten, und jetzt halt nicht mehr. Die Pauschalisierungen, wonach Assad schon immer ein Schuft gewesen sei, gehen an den Realitäten im Land vorbei. Selbst heute ist eine Beurteilung schwierig, weil seine tatsächliche Position im System immer unklar war. Präsident oder Marionette? Die Frage gab es auch vor 4 Jahren schon. Aber es ist 20.000 Tote und 100.000 Gefolterte zu spät, als das er noch ein Atatürk werden könnte. Er hat seinen Kredit verspielt.

    Ich bin ja immer für ausgewogene Sichtweisen zu haben, aber diese Verklärung Assads war nie richtig noch hat er sie verdient. Jeder Syrer kennt diese Geschichten des weisen Augenarztes der ohne Ankündigung nach Aleppo reist und den nicht arbeitenden Gouverneur in seinem Amtszimmer erwartet um ihn dann zu feuern. Das mag wenn es stimmt ja ganz nett sein, ist aber so glaubwürdig wie Putins Abmahnungen vor laufenden Kameras. Das ganze ist ein Spiel und der Clan der Assads spielt schon lange mit. Die haben vielleicht den einen oder anderen Gouverneur ausgetauscht, aber die allermeisten korrupten Beamten sind weiterhin am Werk und da steckt ein System dahinter.

    Mal zwei beispiele, ein Bekannter hatte beim ersten Privatsender in Syrien gearbeitet.Als der ordentlich florierte kamen Unterhändler von Rami Mahlouf und wollten 51% des Senders kaufen, natürlich unter Preis. Der Besitzer hat es abgelehnt. Normalerweise wird man nicht alt in Syrien wenn man solch ein Angebot ablehnt. Der Besitzer war klug genug mit der ganzen Familie und dem Sender nach Dubai zu gehen. Moderate Schätzungen gehen von 40% Einfluss des Assadclans auf die syrische Wirtschaft aus. Die zweite Geschichte betrifft gleich das einzige Reformvorhaben dass Assad jun durchgesetzt hat den Aufbau des Mobilfunks und des Internets im Land. Orascom ( ägyptische Firma) baute gleich nach dem der Präsident das Gesetz geändert hatte
    das Netz auf. Nach wenigen Jahren drängte ein Konsortium das Mahlouf leitete die Firma aus dem Land, der Verlust ging in die Millionen und Mahlouf und damit der Clan hatte ein Mobilfunknetz für lau. Ich denke alleine für die Menschenrechtsverletzungen ist das Wort Schuft noch ein Euphemismus.
  4. #53

    Tolle Leistung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er will "das sinkende Schiff" verlassen - und rät seinen Kollegen, das gleiche zu tun: Per Internet-Video hat der erste syrische Spitzenpolitiker dem Assad-Regime entsagt. Vize-Ölminister Hussameddin schließt sich der Revolution an und rechnet nun mit der Rache der Regierung.

    Vizeminister für Öl: Erster syrischer Top-Politiker läuft zu Aufständischen über - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Da hat man nun endlich solch ein Schuft gefunden und präsentiert ihn als den "besseren Menschen". Wieviel Silberlinge wird er wohl von den Diensten bekommen haben?
    Womit hat dieser Verräter denn sonst gerechnet, als mit einem kurzen Prozess, falls man seiner habhaft werden kann? Trotzdem ist es erstaunlich, wie lange sich der syrische Staat gegen die geballte Übermacht der Saboteure, Terroristen, Söldner, pardon Aktivisten inzwischen schon halten kann. Natürlich ist mir klar, dass der Westen erst Ruhe gibt, wenn das Staatswesen zerstört ist.
  5. #54

    Zitat von michaelslo Beitrag anzeigen
    Da hat man nun endlich solch ein Schuft gefunden und präsentiert ihn als den "besseren Menschen". Wieviel Silberlinge wird er wohl von den Diensten bekommen haben?
    Womit hat dieser Verräter denn sonst gerechnet, als mit einem kurzen Prozess, falls man seiner habhaft werden kann? Trotzdem ist es erstaunlich, wie lange sich der syrische Staat gegen die geballte Übermacht der Saboteure, Terroristen, Söldner, pardon Aktivisten inzwischen schon halten kann. Natürlich ist mir klar, dass der Westen erst Ruhe gibt, wenn das Staatswesen zerstört ist.
    Schlimm was hier so manche von sich geben, das erklärt warum Deserteure aus der Wehrmacht lange als Verbrecher galten, für Sie waren bestimmt auch die Attentäter des 20. Juli Hochverräter die den Tod verdienten oder?
  6. #55

    Die Ratten.....

    "...verlassen das sinkende Schiff" sagt der Autor nicht, aber meint es vielleicht; vielleicht auch nicht, denn es waere auch unzutreffend.

    Denn: in der Seefahrt haben die Ratten als erste - noch bevor die Manschaft wusste, dass das Schiff verloren ist - das Schiff verlassen.

    Der "Top Politiker" verlaesst das sinkende Schiff erst als er merkt es ist Zeit, auf ein anderes Schiff zu steigen, welches offensichtlich in dieser spaeten - aber nicht zu spaeten - Situation jetzt mehr Vorteile verspricht - was ein kleiner, feiner Unterschied zum Treiben der Ratten waere.
  7. #56

    Jawohl!

    Zitat von michaelslo Beitrag anzeigen
    Da hat man nun endlich solch ein Schuft gefunden und präsentiert ihn als den "besseren Menschen". Wieviel Silberlinge wird er wohl von den Diensten bekommen haben?
    Womit hat dieser Verräter denn sonst gerechnet, als mit einem kurzen Prozess, falls man seiner habhaft werden kann? Trotzdem ist es erstaunlich, wie lange sich der syrische Staat gegen die geballte Übermacht der Saboteure, Terroristen, Söldner, pardon Aktivisten inzwischen schon halten kann. Natürlich ist mir klar, dass der Westen erst Ruhe gibt, wenn das Staatswesen zerstört ist.
    Alles Schufte und Lügner: die "westlichen Medien", das UNO-Plenum (abgesehen von den 12 aufrechten Gemeinweisen, die neulich gegen einen ganz unverschämten Antrag gestimmt haben), deren Generalskekretär natürlich, die USA und ihre Verbündeten sowieso, ebenso die serbische Otpor, die syrischen Augenzeugen, die westlichen Journalisten in Homs, von denen neulich dann ja auch ein paar umgekommen sind, die Deserteure, die Nachrichtenagenturen, Twitter, diverse Mitglieder der arabischen Beobachtermission, insbesondere Anwar Malek, die Grünen, dieser Minister, diverse Linke (marx21.de - Der syrische Aufstand und die Linke), etc pp.

    Einfach alle, die den Schutzengeln von Assad nicht in den Kram passen. Das sind selbstverständlich Schufte, die für Geld handeln, sowieso und das steht fest. Behauptung genügt.
  8. #57

    .....

    Zitat von Ernst August Beitrag anzeigen
    Die Christen sind mit 15% der Bevölkerung zahlreicher als die Alaviten und sie sind die tragende Säule des Systems.
    Fast die gesamte Wirtschaft liegt in ihrer Hand und ohne die Christen könnte Syrien so gar nicht existieren.
    Ja, ja, ohne die gesegnete Christen würde die Welt nicht existieren. So ein Quatsch.

    Das Regime Assad ist ob mit, oder ohne Christen längst zu Ende. Das Problem liegt darin, dass noch keine Lösung nach Assad gefunden werden konnte. Hätte alleine die Türkei eine ansetzbare Lösung gefunden, wäre Assad samt mit seinem Regime binnen 24 Stunden Geschichte.

    Das Problem ist schon lange nicht mehr Assad und sein Regime, das Problem ist "Was danach?" Aleviten, Sunniten, Schiiten, Christen, Kurden, Araber, Turkmenen. Alle reden und träumen von eigenen Vorstellungen nach Assad.
  9. #58

    ...

    Zitat von wekru Beitrag anzeigen
    Die Toleranz zwischen den Religionen in Syrien ist in der Tat bemerkenswert. Weder gab es früher von staatlicher Seite eine Tendenz, die Religionen gegeneinander aufzuhetzen, noch innerhalb der Bevölkerung. Viele Muslime sind eng mit Christen befreundet und umgekehrt. Weitgehend problemlos.
    Von der Toleranz ausgeschlossen sind im Volk nicht einmal die Juden. Schaut man in die Geschichte, sind alle diese Religionen einst in der Ecke um Aleppo entstanden, haben gemeinsame Wurzeln, beruhen auf Abspaltungen von Stämmen, einer Diversifizierung sozusagen bis in das uns bekannte Christentum hinein. Die Syrer haben diesbezüglich ein interessantes Kulturverständnis. Sie sehen die anderen Religionen nicht als etwas Fremdes, sondern als etwas, das von ihnen kommt, Teil ihrer eigenen Wurzeln und Geschichte ist.
    Dem gegenüber wird der Hass auf Israel von staatlichen Institutionen warm gehalten, wenngleich auch nicht heiß gekocht. Auch das Thema stumpft sich ab. Und die Toleranz zwischen den Religionen wird momentan ebenfalls vom Staat strapaziert, indem gezielt Menschen der einen Religion gegen Menschen der anderern Religion in den Kampf geschickt werden. Da wird sich zeigen müssen, ob die Toleranz so weit geht, das diese Wunden heilbar sind.
    Allerdings gibt es keinen Anlass zu vermuten, dass sich daran etwas ändert. Vermutlich wird sich genau wie in Ägypten ein Status Quo einstellen. Dort hatten Christen immer schon Probleme und daran änderte sich natürlich nichts und in Syrien ist es genau andersrum wohl das selbe. Die syrische Opposition ist auch weniger islamisch geprägt als die ägyptische oder gar die in Libyen.

    In Syrien unterteilt sich der Widerstand eher anhand des sozialen Standes. Dort geht vor allem von den ärmeren Bevölkerungsschichten der Widerstand aus, während der Mittelstand noch eher hinter Assad stehen dürfte. Religion spielt dabei keine so große Rolle.
  10. #59

    russische Verhältnisse

    Zitat von markus_wienken Beitrag anzeigen
    Das russische "Regime" ist doch kürzlich erst wieder (wenn auch mit Unregelmäßigkeiten) gewählt worden.
    Jedes Land/Bevölkerung bekommt die Regierung die es verdient. Solange die Russen "ihr Regime" nicht abwählen oder beiseite fegen mache ich da zwischen Land und Regierung keinen Unterschied.

    Die von Ihnen erwähnten Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen können auch über Sieg oder Niederlage entscheiden. Somit ist es also ein großer Unterschied, der Sie aber nicht weiter zu stören scheint. Und ich möchte hier kein weiteres Wort verlieren.


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