Die Vierschanzentournee hat gezeigt: Für Martin Schmitt, den früheren Helden des Skispringens, naht das Karriere-Ende. Jahrelang hat er Fernsehsender, Werbepartner und Fans glücklich gemacht - nun sollte er gehen. Aber mit Pascal Bodmer steht ein neuer Schmitt-Typ schon bereit.
http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,670529,00.html
Solche Sätze strotzen doch nur von einer Sichtweise, der zufolge im Sport nur Höchstleistungen gebracht werden dürfen. Was ist denn schlimm daran, wenn ein Mann "seine besten Tage hinter sich hat" und immer noch weiterspringt? Was ist daran traurig? Wo ist da die Tragik? Kann ich nicht sehen. Wenn es Schmitt weiterhin Spaß macht, wenn er noch den Ehrgeiz hat und besser ist als der Nachwuchs, dann soll er noch weitermachen. Als ob ihn das irgendwie diskreditieren, seine früheren Leistungen in irgendeiner Wiese schmälern würde. Was ist das bloß für eine - etwas unsympathische - Leistungszentrum-Denke ...
Wieviel grösser als Österreich ist Deutschland?? Gibt es da nicht ebensoviel schlummernde Talente, auch fürs Skispringen/fliegen? Natürlich. Die Selektionierung von fähigen Fliegern ist in Österreich eine nationale Ehre, nicht in Deutschland. Das ist alles. Es kommt immer auf die Prioritäten an... ;-)
Schöner Artikel über Schmitt. Aber warum jetzt und nicht vor 7 Jahren...???
Der Absturz Schmitt's in die totale Bedeutungslosigkeit ist schließlich nicht erst dieses Jahr geschehen, sondern schon vor 7-8 Jahren...
Trotz einzelner (sehr seltener) Ausreißer nach oben...
Das war ein Aufruf der Kategorie: Äußert euch!
Schmitt mag seinenHorizont schon seit langem überschritten zu haben, aber wenn er damit seinGeld verdient und es ihm Spaß macht, wo ist denn das Problem?! Immerhin hat er ja all die Jahre zu den Top 30 der Welt gehört, also gut möglich, dass man auch als 20ter mit diesem Sport mehr verdienenkann, als in seinem eigentlichenBeruf. Wenn man das schon so viele Jahre macht, kann man das vll. auch nicht so leicht hinschmeißen, wie mancher sich das vorstellt.
...Ihre Erklärung!
Schlummernde Talente gibts primär im Schwarzwald, Allgäu in Mitteldeutschland. Buben im Ruhrgebiet träumen trotz RTL weiter vom Fussball;-)
Wir haben so zwar immer noch mehr (bevölkerungsmässig) potentielle Skispringer als ganz Austria. Also muss es eher am Verband und seiner Jugendarbeit liegen. Die haben sicher die Situation nach dem frühen Abschied von Hanni und dem leistungsmässigen Absturz von Martin unterschätzt.
Beispiele davon gibts viele: z.B. im Alpinskisport die Schweizer, die in den Achzigerjahren die Oesterreicher blamierten und dann dank eigener Selbstüberschätzung und kompetenterer Arbeit in Oesterreich in ein 15-jähiges Loch fielen. Hoffentlich dauert es bei uns nicht so lange.....
Oder der Volkssport Fussball: nach den Titeln 90 und 96 wurde die Jugendarbeit von Idealisten in den Dorfvereinen fast allein geleistet. Dann hat der DFB geschaltet und schwupps haben wir wieder Top-Nachwuchs
Und schliesslich: das Ansehen von fertigen Spitzenspringern ist bei uns "dank" RTL nicht geringer als in Oesterreich, die Verdienstmöglichkeiten sogar besser. Nur der Weg dorthin ist bei den Nachbarn besser gepflastert.
Wenn der Skiverband (auch alpin) zu wenig Mittel haben sollte: was bezahlt eigentlich RTL pro Seher direkt in die Springerkasse ein??
Gestern habe ich das auch gedacht. Die Zeit für Schmitt ist vorbei.
Aber andereseits ist es doch eben auch gut, dass er doch noch den Mumm hat, zu springen. Damit meine ich den Mut bzw. die Kraft, es eben auch zu riskieren, nicht ganz vor zu sein.
Sicher kann man abtreten, wenn man am besten ist.
Aber echte Sportler müssen nicht nur siegen können, sondern für die zählt der Wettkampf, dabei sein ist alles. In heutiger Zeit sicher schwierig.
Vorgestern lief der Film "Cool Runnings" im Fernsehen.
Nicht nur die ersten Plätze zählen sag ich mal.
Insofern habe ich Respekt vor Schmitt.
Naja, solange der lila Sponsor auch bei mittelmäßigen bis unterirdisch schlechten Leistungen zahlt, hat Schmitt keinen Grund aufzuhören.
Aus sportlicher Sicht müsste er eigentlich aufhören. Aber er scheint ja auch mit wenig zufrieden zu sein. Jedenfalls hört man von ihm keinerlei Selbstkritik.
Und: Außer Bodmer gibt es keinen guten Springernachwuchs.
Also wird Schmitt noch gebraucht, um überhaupt eine Mannschaft zusammenzubekommen.
Traurig, aber wahr.
Vielleicht sollten die Skisprungfunktionäre versuchen, das österreichische System 1:1 abzukupfern. Geld ist ja genug vorhanden. Ob es überhaupt genug junge Springer mit Talent gibt, weiss ich allerdings nicht.
"Absturz in die totale Bedeutungslosigkeit" - dieser Begriff scheint mir doch recht unpassend für jemanden, der grade als 21.-bester Skispringer der Welt das wichtigste Ereignis dieser Sportart abgeschlossen hat. Klar, früher war er NOCH besser - und diese ganzen Sprungübertragungen könnten viel schneller gehen, wenn jeder, der nur eine zweistellige Platzierung erreicht, sofort frustriert seine Ski an den Nagel hängt.
So lange Martin Schmitt zu den besten Skispringern der Welt zählt, die sich sportlich qualifizieren können, warum sollte er aufhören? Nur, weil er vermutlich nicht unter die ersten fünf kommen wird? Das ist doch lächerlich! Und selbst wenn er bei Olympia noch schlechter abschneidet und seine Karriere damit beendet: Das wird nicht länger als ein halbes Jahr im Gedächtnis bleiben - im Gedächtnis bleiben werden seine Erfolge.
Wenn ein Sportler nach seinem ersten großen Erfolg zurücktritt aus Angst, als "Abgestürzter" in Erinnerung zu bleiben, wird er gar nicht in Erinnerung bleiben.