APVor dem Vierergipfel mit Kanzlerin Merkel in Rom hat Italiens Ministerpräsident Monti den Druck auf die Regierungschefs erhöht: Kriselnde Euro-Länder müssten sich auf massive Angriffe durch Spekulanten einstellen, sollte die Euro-Schuldenkrise in der nächsten Woche nicht gelöst werden.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...840305,00.html
Schön wie Herr Monti und Kollegen ständig vor den Gefahren warnen die sie selbst heraufbeschworen haben. Laßt endlich ein paar Banken pleitegehen sonst hört dieses Drama nie auf. Die Banken sind doch die Hauptverursacher des Debakels.
Das trifft's nicht ganz.
Je mehr Länder, Banken Versicherungen, Hedgefonds, Spekulanten, Autohersteller, Milliardäre, Energieversorger.... unter den Rettungsschirm wollen, sprich zu Transferleistungsempfängern mutiert sind, desto desto unangreifbarer wird deren Lobbyorganistion EU gegenüber den Menschen Europas.
Es schein ja, wenn man die Forderungen Lagardes und Montis ernst nimmt, nichts dagegen zu sprechen, jeden zu über den ESM fördern, der das System unterstützt und festigt.
Die Aufgabe der Banken ist, Staatsanleihen zu kaufen.
Darum kriegen sie billiges Geld, darum muss man sie retten.
@ Die Trennung von Geschäfts- und Investmentbanking durchsetzt
Nachdem Staatsanleihen schon spekulativ sind, dürften dann Geschäftsbanken keine mehr kaufen. Sie sollen aber kaufen !
Verträge einhalten und Mehrheiten demokratisch organisieren ist in diesen großartigen Zeiten nur Ballast beim Kampf der Euroretter gegen die Welt von gestern. Es geht um Großes - das "europäische Projekt" steht auf dem Spiel; da hat man, die "Top-Europäer", keine Zeit sich mit solchen Kleinigkeiten wie der Einhaltung von Verträgen, Abmachungen und Wahlen.
Das Volk soll "mitgenommen" werden - welche Großzügigkeit ! - auf der Reise nach MEHR Europa, MEHR Geld für die Eliten und MEHR Sozialdumping. Merkels "marktkonforme Demokratie" als Endziel der EU, samt Banken-, Fiskal - und Schuldenunion. Eine Sozialunion ist leider nicht vorgesehen - zu teuer !
Die mediale Artillerie beschiesst derweil die letzten Widerstandsnester der Euroskeptiker, lobt den heroischen Kampf der Eurofighter, die Politik versorgt die Systemrelevanten mit neuer Munition und prophezeit den nahen Endsieg über die Ewiggestrigen, Gutmenschen, Kleinbürger und Nationalisten. Nur noch etwas länger durchhalten - es wird alles gut.
Der heutige Kriegsrat in Rom wird wieder "vollkommene Einigkeit" hervorbringen. Zweifel sind verboten, Miesmacher werden exkommuniziert; und die Deutschen dürfen sich wieder über einen weiteren "Erfolg" Merkels freuen.
Wer es immer noch nicht begriffen hat:
spekuliert wird ausschließlich auf Ausfallrisiken (deswegen erfolgt Zinserhöhung für Kredite) bei der Schuldentilgung der Länder. Oberste Priorität muss sein,
1. durch kurzfristig drastische Steuererhöhung und -eintreibung sowie
2. Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und Produktion
die Schulden und damit die Daumenschrauben der Märkte zu vermindern.
So einfach ist das; Volkswirtschaft 1. Semester!
Immerhin ist Monti Wirtschaftswissenschaftler, der schon mal einer Merkel wesentliches voraus hat, nämlich Sachverstand vor dem DDR-Physikstudium. Der Italiener hat bewiesen, der richtige Mann nach dem desolaten Berlusconi in seinem Land zu sein. Die Kompromiss-Merkel wird es schwer haben gegen die 3 anderen Länder in Rom, beim Gipfel der 4 größten Volkswirtschaften in der EU. Wenn sich unsere Kanzlerin bescheidener geben würde, ihre gönnerhaften Auftritte unterlassen würde, und nicht vor Überheblichkeit strotzen, wäre sie besser beraten. Auch wenn die Griechen ein ungeordneter Staatshaushalt mit vielen Steuerhinterziehern sind, ein Quäntchen Wahrheit über die Merkel haben sie dennoch losgelassen.