Videospielskandal in den USA: Virtuell töten als Taliban

Kriegs-Shooter gehören zu den erfolgreichsten Titeln der Gamesbranche. In den USA sorgt nun ein Spiel für Aufregung, weil das dem Spieler erlaubt, wahlweise auch die Rolle der Taliban im Kampf gegen das US-Militär einzunehmen - der Anlass für einen höchst scheinheiligen Konflikt.

http://www.spiegel.de/netzwelt/games...713257,00.html
  1. #110

    Titel

    Zitat von Meckermann Beitrag anzeigen
    "Aus versehen" ist hierbei vielleicht das falsche Wort. Der Tod von Zivilisten wird zum erreichen der militärischen Ziele mitunter auch einfach in Kauf genommen (was jedem Computerspieler sofort einleuchten wird).

    Dennoch kann man nicht behaupten die Amerikaner würden keien Rücksicht auf Zivilisten nehmen. Wäre das so, könnten sich Taliban und Konsorten ja nicht mehr unter ihnen verstecken. Natürlich knallen auch die Taliban nicht wahlos Zivilisten ab, bringen sie aber durch ihre Partisanen-Taktik ganz bewusst in Gefahr. Wären die Amerikaner tarsächlich so rücksichtslos, wie einige zu denken scheinen, dann wäre der Krieg nach vier Wochen vorbei, weil dann niemand mehr leben würde, der zurückschießt.

    Natürlich wird Rücksicht genommen aber ich habe oft das Gefühl das man es auch nur macht weil man es muss. Man würde ja sämtlichen Rückhalt verlieren wenn man verbrannte Erde spielen würde nicht mal die Russen haben sich das getraut.

    Und man darf auch nicht vergessen das die Taliban noch weniger auf Zivilisten geben das stimmt aber sie nutzen auch nur ihre Möglichkeiten. Vor den Amis sind diese ja auch viel offener aufgetreten. Es wäre also dumm sich nicht zu verstecken denn anders könnte man ja keine feindlichen Soldaten erwischen die würden dann einfach nur noch mit Flugzeugen angreifen. Umgekehrt würde es auch so ablaufen. Man würde versteckt Bomben legen man würde Patrouillen aus der Nähe angreifen (und diese befinden sich oft n der Nähe der Zivilbevölkerung).

    Das nur mal zur Info. Und das erstmal ohne moralische Bewertung. Die Taliban sind übrigens für mich verachtenswert schon alleine auf Grund ihrer Ideologie das wären sie auch noch wenn sie sich zur Schlacht auf offenem Feld stellen würden. Nur kann man ihre Methoden aus taktischer und strategischer Sicht nicht kritisieren.
  2. #111

    Doppelmoral

    Nach der Argumentation der Gegner dieses Spiels muss man dann auch Need for Speed & Co verbieten. Schließlich sterben auch heute noch genügend Menschen aufgrund von Raserei im Strassenverkehr.

    Ich werde mir Medal of Honor kaufen und auf Taliban-Jagd gehen. Allerdings werde ich - anderes als die Gegner dieses Spiels im realen Krieg - die Zivilisten verschonen.
  3. #112

    Verlogen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kriegs-Shooter gehören zu den erfolgreichsten Titeln der Gamesbranche. In den USA sorgt nun ein Spiel für Aufregung, weil das dem Spieler erlaubt, wahlweise auch die Rolle der Taliban im Kampf gegen das US-Militär einzunehmen - der Anlass für einen höchst scheinheiligen Konflikt.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/games...713257,00.html
    War doch schon immer so. Panzer General kam damals auf den Index, weil man da die Achsenmächte spielen konnte. Alles ziemlich verlogen. Virtuell Töten ist anscheinend nur erlaubt, wenn man auf der richtigen (politischen) Seite steht.
  4. #113

    Titel

    Zitat von lordofaiur Beitrag anzeigen
    War doch schon immer so. Panzer General kam damals auf den Index, weil man da die Achsenmächte spielen konnte. Alles ziemlich verlogen. Virtuell Töten ist anscheinend nur erlaubt, wenn man auf der richtigen (politischen) Seite steht.
    Das stimmt nicht nach der Änderung des Handbuches kam die neue Version ohne Indizierung davon.
  5. #114

    Zitat von Seraphim Beitrag anzeigen
    Abs. I: Sehr gut! ;-)
    Abs. II: Ich habe mir in meiner aktiven Zeit als Gamer Spiele ausschließlich nach dem Kriterium ausgesucht, dass man auf deutscher Seite kämpfen kann. Weil es mich einfach angewidert hat, in solchen Games auf Deutsche zu schießen, und sei es nur virtuell.
    Ack.
    Auf Deutsche zu schiessen mag ich in Spielen wie Wolfenstein noch akzeptieren... Aber ansonsten möchte ich wenigstens die Option haben auch deutsche Truppen zu spielen...

    Solange wir weltweit nur virtuell aufeinander schiessen sind wir auf alle Fälle deutlich zivilisierter als die Politiker...
  6. #115

    Jep

    Zitat von thaur Beitrag anzeigen
    gibt es auch punkt-abzug für das versehentliche töten von unbeteiligten zivilisten? oder wäre das dann auch zu real?

    oder fallen virtuelle nicht-internationale konflikte auch unter das völkerrecht und die spieler haben somit ein gewisses kollateralschaden-punkte-konto?
    In einigen Spielen gibt es Punktabzug odere andere Sanktionen.
  7. #116

    _

    Zitat von Oi!Olli Beitrag anzeigen
    Und man darf auch nicht vergessen das die Taliban noch weniger auf Zivilisten geben das stimmt aber sie nutzen auch nur ihre Möglichkeiten.
    Und eben das ist nicht richtig, die geben nicht bloß weniger, die gehen gezielt gegen Zivilisten vor auch wenn weit und breit kein Soldat daneben steht und sie es auch nicht fälschlicherweise annahmen das da noch einer bei stände.
  8. #117

    _

    Zitat von SirTurbo Beitrag anzeigen
    Aber ansonsten möchte ich wenigstens die Option haben auch deutsche Truppen zu spielen...
    Das Problem ist das Deutschland dazu ein zu kleiner Markt ist. Außer bei WK2-Spielen, wo an die deutschen schlecht weglassen kann, lohnt es sich nicht diese zu integrieren.

    Baut man die USA in einen Shooter ein freut das den ganzen US-Markt, baut man die Deutschen ein, dann kriegt man damit eben nur Deutschland und nicht den europäischen Markt. Also baut man lieber China ein, da kriegt man mit einer Fraktion wieder nen Riesenmarkt.

    Allerdings gibt es für viele Spiele (Battlefield 2, OperatioN Flashpoint, Armed Assault 2) sehr gute Fan-Mods die die Bundeswehr als spielbare Fraktion einbauen.
  9. #118

    "Der britische Verteidigungsminister Liam Fox nannte das Spiel "ekelhaft" und empfahl Händlern in Großbritannien, es nicht ins Sortiment zu nehmen."


    Das werden die nach dieser weltweiten ("Skandal"-)PR auch gaaaaanz bestimmt machen... ;P

    -Nach solchen Schlagzeilen kann das Spiel nur ein Erfolg werden. Meine Sache sind diese FPS nicht, aber das waren sie noch nie(doch keineswegs aufgund irgendwelcher Pseudomoral).
    Die Fans dieses Genres werden sich jetzt schon die Finger danach lecken...
  10. #119

    Es Ist Nur Ein Spiel!!!

    Ich bin ein begeisterter Gamer und komme aus der ehemaligen UdSSR. Mein Lieblingsgenre ist FPS, also die bösen Egoshooter. Dabei habe ich auch Spiele gespielt, in denen man mit bleihaltigen Argumenten gegen "meine Landsleute" vorgeht, dazu zählen die beiden MW-Titel, Tom Clancys Ghost Recon und Singularity. Auch habe ich viele Strategiespiele gespielt, in denen die bösen Gegner die Sowjets/Russen sind: C&C Red Alert Reihe, World in Conflict und Tom Clancys EndWar.

    In vielen dieser Spiele wird "der Russe" als von Grund auf böse, vodkasaufend und "westliche Werte" hassend dargestellt und dient in den Spielen als dummes Kanonnenfutter. Singularity ist sogar eine Veralberung der Sowjetunion. Mich störts aber überhaupt nicht, denn, wie gesagt: Es ist nur ein Spiel und ich rege mich überhaupt nicht darüber auf. Wohlgemerkt sind das alles amerikanische Spiele ;-)