Ein paar T-Shirts und einen Laptop, viel mehr besitzt Kelly Sutton nicht mehr. Alles andere hat der 23-jährige Programmierer verkauft, um unbeschwert als digitaler Vagabund zu leben. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt er, warum er nur noch im Internet zu Hause ist.
http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...713390,00.html
Ich kann gar kein Loslassen erkennen, sondern eher das Gegenteil. Der Mann "verzichtet" ja nur auf Dinge, die auch vielen anderen Leuten mit seinem Beruf und in seinem Alter unwichtig sind, weil Elektronik, PC und Internet die "reale" Welt ersetzt haben. Da gibt es weder etwas zu beneiden noch zu bekriteln: viele Menschen leben - mehr oder weniger - so.
Es gibt scheinbar eine Feinheit der Dinge, der Details, die Sie (sieht man auch im vorigen Kommentar zum Kochen oder zu den Schallplatten) nicht wahrnehmen. Menschen, die das tun, und die das glücklich macht, finden das eben schade.
Es klingt für mich und andere hier völlig entfremdet. Man hat keinen Bezug mehr zu der Welt um sich herum, nichts zum Anfassen, keine "Homebase", keine Heimat... keine Geschichte?
Was ist denn da jetzt entfremdet?
Im Artikel steht nichts davon, dass der Mann nur im Internet lebt. Ganz im Gegenteil: Er sagt deutlich, dass er nicht viel Zuhause ist, sondern eben draußen in der Welt.
"My home is my castle" und jede Menge Ballast - das wäre für MICH entfremdend von einer Welt, die ich gerne erleben möchte.
Sicherlich ist das Geschmackssache. Aber bei einigen hier im Thread dominieren erstaunliche Reflexe: Ohne hunderte von Kochbüchern kann man nicht kochen, Bücher muss man sammeln, bis die Regale ächzen, und wer kein Heimwerker ist, hat kein Gespür für die echte Welt. :O
Sehr befremdlich.
Dieses Jahr wurde ich 50 Jahre alt. Seit 6 Jahren versuche ich so viel wie möglich, loszuwerden. Doch das ist nicht einfach, gerade wenn es hochwertige Sachen sind, die man nicht herschenken oder wegwerfen will. Ich inseriere ununterbrochen in allen möglichen kostenlosen Internetmedien und so ab und an, werde ich wieder etwas los (z.B. meinen 6-fach-CD-Wechsler von Pioneer - brauche ich nicht mehr, denn meine Musiksammlung ist heute auf meinem PC oder meinen Video-Recorder sammt allen Videobändern etc.).
Ich denke, dass es heute sehr einfach ist, sich etwas anzuschaffen, es aber ungleich schwieriger ist, es wieder los zu werden. Vor 150 Jahren hatte ein Durschnittsmensch der westlichen Welt ca. 150 Dinge. Heute sind des 35.000 und ich gestehe, dass ich vermutlich noch viel mehr habe?
Komisch, dass es niemand bedenklich findet, wenn sich das ganze Leben um einen Laptop dreht bzw. sich darauf befindet.
Dieses übertriebene Konzentrieren auf einen Gegenstand scheint mir jedenfalls etwas heftig. Scheint ja allerdings relativ weit verbreitet zu sein.
Für mich ist das eigentlich nur ein Zeichen dafür, dass die "normale" Welt immer mehr verschwindet. Das Leben spielt sich oftmals nur noch online ab, selbst Pflanzen, ein Sinnbild der Natur, werden als Ballast empfunden?
[QUOTE=Wintermute;6105288]
Meine Empfehlung wäre (und ich kenne einige Leute, die so leben): Nicht kaufen. Mieten. /QUOTE]
...mieten...einen Tisch? Dann zahle ich im Monat, mit allen Nebenkosten, na? ....ihren Tisch? für wieviel würden Sie ihn vermieten?.... 5,00E?
Macht im Jahr 60,00E
In 10 Jahren 600,00...
...dazu der Stuhl...der Herd...die Töpfe (Versicherung!)...
o jeh! Das kostet!
Der Herr ist weder blöd noch arm noch verrückt noch sonst ein beliebiges abwertendes Etikett.
Er hat nur sehr konsequent das abgestellt, was in vielen Fachbüchern zur Arbeitspsychologie immer wieder als Ursache dessen betrachtet wird, das zu erheblichem Stress führt: zu viel unnützes Zeug um einen herum.
Mal ganz abgesehen davon, dass viele Menschen auch Dinge anschaffen, die weder gebraucht werden noch einen Zweck erfüllen (außer vielleicht einer kurzzeitigen Befriedigung) und damit im Grunde um die wirklichen Ursachen herumbaggern.
Ein wenig "Simplify" könnte viele Menschen sehr gut tun. Diese Menschen als armselige Verlierer zu bezeichnen ist eher ein deutliches Zeichen von Unwissen und belangloser Denkweise als ein Zeichen des Durchblicks.
Mir geht der Herr auch ein Stück zu weit. Aber der Grundgedanke dahinter ist vernünftig und erscheint mir sinnvoll.
Sie Kochen deshalb gut, weil Sie im Besitz Dutzender Kochbücher sind? Für mich haben Sie sich damit selbst als unfähig geoutet.
Eine totale Zeitverschwendung in meinen Augen.2. Reparaturen lasse ich ausführen.
Ist eben ein handfestes Hobby. Haben Sie schon mal eine Vollverkleidung für ein Rennkart gezeichnet, entworfen und das Blech liebevoll gedengelt und auf der Rennstrecke erfahren wie gut der Abtrieb plötzlich ist ? Eine sehr sinnliche Erfahrung !
Was lernen wir aus meinen Antithesen? Pauschale Urteile helfen nicht weiter.
Wow!?
Wir geben zu zweit ungefähr 50 bis 60 EUR in der Woche für Lebensmittel, Putzmittel und kleine Anschaffungen aus - und leben dabei sehr ordentlich. Und ja - im Budget ist auch mal ein gelegentlichen Restaurantbesuch drin :)
Ich lease alle 3 bis 4 Jahre einen _Jahres_wagen und fahre über 45.000km/Jahr. Bezahlen tue ich üblicherweise etwa 60% des Anschaffungspreises (garantiertes Restwertleasing).Auto fahre ich nur, wenn ich will und kaufe mir auch nur höchstens alle sechs Jahre einen Neuwagen.
Äh wann denn sonst?Die Wäsche wasche ich ebenfalls nur dann, wenn sie schmutzig ist.
Sie leben keinen Verzicht-Kult. Sie leben verschwenderisch :)