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Verzicht auf Kandidatur: Piraten-Vorstand Brosig zieht sich zurück
dapdZu viel Stress: Rene Brosig, Vorstandsmitglied und Bundesschatzmeister der Piratenpartei, will seine Ämter aufgeben. Beim Parteitag Ende des Monats werde er nicht wieder kandidieren, erklärte Brosig. Er ist nicht der erste Pirat, der wegen zu hoher Belastungen ausscheidet.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...827943,00.html
- #1 16.04.2012 19:06 von
Rotation
Der Vorstand der Piratenpartei wird jährlich auf einem Bundesparteitag von den dort akkreditierten Mitgliedern neu gewählt. Und in der Regel umbesetzt: seit der Gründung 2006 hat kein Pirat ein Vorstandsamt länger als zwei Jahre ausgeübt - in Piratenpartei Deutschland ist eine übersichtliche Tabelle.
Das war kein Problem, solange die Partei wirklich klein war, aber eben auch erfolglos. Mit jedem Wahlerfolg kommen zwei Konsequenzen:
- das Interesse der Presse/Radio/TV nimmt zu
- die Mitgliedzahl steigt sprunghaft an (z.B. von 12000 im Sept. 2011 auf 25000 heute).
Beides schafft dem Vorstand deutlich mehr (unbezahlte) Arbeit. Bezahlung ist nach jetzigem Kassenstand aber nicht drin - die großen Stimmenzahlen etwa in Berlin schlagen sich erst mit ein- bis zweijähriger Verzögerung in Wahlkampfkostenerstattung nieder. Und Wahlkämpfe kosten Geld, auch wenn es weniger als bei den etablierten Parteien ist, da sehr viele Piraten unbezahlt als Helfer, Transporteure usw. einspringen. - #2 16.04.2012 19:27 von
Das ist die Rechnung dafür das ihr so viele Ideale verraten habt um an die macht zu kommen und schöne Posten zu besetzen. Die Politik von CXU, SDP und FDP ist nicht mehr alternativlos, der Wähler kann sich von befreien. Die Piraten bekommen mit dem Erfolg mehr Veranntwortung und Arbeit, diese sollte, ohne das sie ihre Werte verraten auch durch eine angemessene Vergütung der wichtigsten parteiinternen Funktionen erfolgen. Ich habe tiefstes Vertrauen, das die Piraten die richtigen in diese Ämter wählen und die Piraten nicht sich nicht mit der Macht an die anderen anpassen. Ich bin froh das es die Piraten gibt und ich einer von ihnen sein darf (www.pirat-parzival.de). Also weiter so, lasst uns die Welt verändern!
- #3 16.04.2012 21:03 von
"seit der Gründung 2006 hat kein Pirat ein Vorstandsamt länger als zwei Jahre ausgeübt" -
Es gibt _eine_ Ausnahme:
Jens Seipenbusch war seit der Gründung mehrere Jahre als stellvertr. Vorsitzender bzw. Vorsitzender dabei.
(wie er das finanziell hinbekommen hat, habe ich mich immer gefragt...) - #4 16.04.2012 21:26 von
Zwangsformatierung der Piratenpartei?
Sicherlich, es wäre nützlich und bequem für die Sprachregelungs- und Kampagnenregisseure der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, wenn es gelänge, die Piratenpartei auf eben genau jenes Format zu konditionieren, wie es bei den post-demokratischen Parteien des sogen. bürgerlichen Lagers, also der CDU, CSU, FDP, SPD und dem Metzger-Flügel des Bündnis 90 / Die Grünen vorherrschendes Format ist.
Diese Art und Form einer Klientel- und Lobbygruppeninteressenvertretungsdemokratur, die von immer mehr Bürgerinnen und Bürgern als Refeudalisierung Deutschlands wahrgenommen wird, muss und wird wohl auch von der Piratenpartei als Gegenentwurf für einen freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat mit der Grundlage der Fairness im Sinne der Prizipien "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" von 1789 verstanden und so eben auch aller Wähler, die sich zu dieser Widerstands- und Demokratisierungspartei bekennen. - #5 17.04.2012 07:35 von
- #6 17.04.2012 08:08 von
- #7 17.04.2012 08:23 von
- #8 17.04.2012 08:25 von
- #9 17.04.2012 09:02 von
Ja, ich weiss was ein Scahtzmeister zu tun hat. Ich war es selber 15 Jahre lang in einem ehrenamtlichen Verein mit "nur" 50 Mitgliedern.
Ansonsten kann ich Ihnen soweit zustimmen, dass Politik in diesem Umfang, wie ihn die Piraten jetzt stemmen wollen, mit Arbeit zu tun hat. Und ich finde, dass es mit Ehrenamt auf Dauer schwer wird. Oder es wird wirklich weiterhin jährlich rotiert. Was ich persönlich für ein sehr interessantes Projekt halte. Das hat für mich einen gewissen Charme von echter Demokratie. Es werden sich ganz sicher immer wieder genug kompetente Bürger finden. Wenn ein Arzt Bundeswirtschaftsminister sein kann oder ein Lehrer Finanzminister, dann ist mir auch vor den Piraten nicht bange.
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