Der Umgang mit Joachim Gauck zeigt: Auch im Netz will richtig Zitieren gelernt sein. Schnell wurde aus dem Liebling ein Hassobjekt gemacht, basierend großteils auf verzerrten Zitaten. Das verstümmelte Zitat, eine Erfindung der Massenmedien, wird in den Sozialen Medien schlecht nachgeahmt.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...816601,00.html
Nein, die Zitate ergeben auch im Zusammenhang die Gedankenwelt von Gauck korrekt wieder. Dass er viel von der Agenda 2010 hält und wenig von Demonstrationen gegen Hartz-IV, daran lässt sich nicht viel herumdeuteln.
Dass er sich von Sarrazins Ansichten distanziert, ihm aber gleichzeitig Mut unterstellt, ist mindestens widersprüchlich. Man kann doch nicht die Debatte begrüßen (das tue ich auch) ohne auf die Gefahren der Gruppenhaft hinzuweisen, die mit dieser Debatte aufgekommen sind. Das ist lässlich.
Und natürlich darf er seine eigene Meinung haben zu Kapitalismus, öffentlichem Bankenbesitz und dem freien Markt. Nur ist er eben auch kein guter Bundespräsident, wenn er eine Bewegung, die dazu eine andere Meinung hat, als "albern" herabqualifiziert. Mindestens müsste er sich als BP aller Deutschen mit deren Argumenten intensiv auseinandersetzen und sich fragen, was mit dem Kapitalismus nicht stimmt, wenn er eine solche Bewegung provoziert. Da sind selbst die üblichen Kapitalismusverteidiger weiter als er. Da ist er eindeutig nicht auf der Höhe der Zeit.
Einzig die Zitate zur Vorratsdatenspeicherung scheinen in der Tat aus dem Zusammenhang gerissen, die zu Wikileaks nicht.
Herr Lobo, man kann sich Onlinekompetenz nicht einfach selbst bescheinigen. Ich jedenfalls komme auch nach Auswertung der Originalquellen zu anderen Ergebnissen als Sie und Patrick Breitenbach. Und nun? Ist immer noch das Netz daran schuld?
Wie kann man eine Zeitung, die nicht mal ordentlich zitieren kann, noch ein Qualitätsmedium nennen...Zitat von sysop
Das, oder SPON ist seiner Online-Kompetenz*— die ich ebengleich vorhalten will ;-) — nicht nachgekommen, indem es den obligatosichen Smiley vergessen hat, um das ganze als nicht ganz so ernstzunehmenden Witz zu kennzeichnen.
...verzeihung, Lobo natürlich!
Sajen Se ma, "Herr" Lobo...stellen Se sech jerade ne neue Bewerbungsmappe für die konservativen LeiDmedien zusammen?
Ja? Dachte ich mir!
Tipp für Sie, damit auch IHNEN klar wird, dass das Holocoaust-Zitat aus keinem einzigen Zusammenhang gerissen worden ist: "Goggeln" Sie doch mal nach "Prager Deklaration". Dann leuchtet sogar einem Meinungs"führer" wie Ihnen VIELLEICHT ein, dass der Gauck(ler) bestenfalls zur Fraktion der Relativierer gehört.
Ihre Artikel sind ja generell so dumpfbackig, dass man darüber kein Wort verlieren sollte - heute hält mich jedoch nichts auf den "billigen Sitzen" ... vielen Dank für Ihr Verständnis!
beschwert sich der Autor? Darueber, dass die breite Masse es jetzt auch so mit der Genauigkeit von wiedergegebenen Aussagen handhabt wie ihr Lehrmeister, die Pressemedien.
Dass der Blogger, der Twitterer etc jetzt mit den gleichen Mitteln arbeiten um meinungsbildend unterwegs zu sein, sei es durch geschicktes formulieren, angepasstes zitieren oder unterschwelliges suggerieren durch geeignete Nutzung von vorverurteilenden Vokalbeln.
Oder passt dem Autor lediglich das Ziel der Ungenauigkeiten nicht? Wuerde er sich bei einem C.Wulff oder gar einem Mitglied der Linkspartei auch so ins Zeug legen?
Wird der Autor beim Nachrichtenobject Gauck auch so unnachsichtig bei seiner Recherche und seinen Schlussfolgerungen sein wie es seine werten Kollegen bei einem C. Wulff waren. Oder hat der naechste potentiell BP einen besonderen 'Presse'nachsichtsbonus? Immerhin, die Presse hat Gauck als BP-Kandidaten ja bei der letzten Wahl erst 'gefunden'.
Wie waere es denn mal mit einem ausfuehrlichen, unparteilichen, gut recherchierten Artikel des Spiegel über den heldenhaften Widerstandskampf des Buergerrechtlers Gauck in der Zeit vor
'87'/88/'89.
Wir, die dem Spiegel/SPON geneigten Leser freuen uns darauf und versprechen , kein Zitat aus dieser Recherche aus dem Zusammenhang zu reissen. EHRENWORT