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Verzerrte Zitate: Gauck und die Stille Post im Netz

Der Umgang mit Joachim Gauck zeigt: Auch im Netz will richtig Zitieren gelernt sein. Schnell wurde aus dem Liebling ein Hassobjekt gemacht, basierend großteils auf verzerrten Zitaten. Das verstümmelte Zitat, eine Erfindung der Massenmedien, wird in den Sozialen Medien schlecht nachgeahmt.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...816601,00.html
  1. #70

    schon interessant...

    wie sich manche hier durch diese, wie ich finde guten Artikel (der mal zum Nachdenken anregen soll) angegriffen fühlen.
    Kein Grund allerdings den Autor zu beleidigen, es ist seine Meingung und kein Gesetzestext für den man ihn anklagen muss, konstruktive Kritik ok, aber als "dumpfbackig" muss man seine Artikel ja auch nicht gleich bezeichnen. Ein bisschen Anstand und höfliche Umgangsformen schaden nicht.
    Mich wundert es auch, wo zum Teil die enorme Fachkompetenz einiger Foristen herkommt? Schneiden sie sich jeden Artikel aus der Zeitung aus, haben mehrere Tageszeitungen zur Hand und jetzt alles schwarz auf weis vor ihnen liegen? Um jetzt mit einer zum Teil selbstherrlichen Gewissheit sagen zu können, dass der Autor (und Leute die ebenfalls auch auf einen vorsichtigeren Umgang mit Zitaten hinweisen) im Unrecht sind? Ich kann es nicht, ich lese die Süddeutsche, die Zeit und Spiegel-Online regelmäßig, mehr Zeit bleibt mir neben Beruf und Promotion nicht, auch vertraue ich auf den Wahrheitsgehalt und prüfe definitiv nicht die Quellen nach (nur vereinzelt)...nehme aber auch nicht alles für bare Münze und hinterfrage durchaus kritisch, bilde mir meine eigene Meinung.
    Manche Kritikpunkte verstehe ich einfach nicht (muss ich auch nicht..jeder kann das denken was er will und auch zu dieser Meinung stehen, nur sollte sie in angemessenem Rahmen daherkommen und nicht als die einzige "Richtige" hingestellt werden...
    Ein paar Beispiele...wieso ist Gaucks DDR Vergangenheit ein Hinderungsgrund, Merkels DDR Vergangenheit hat keinen Aufschei heraufbeschworen...? Kritik an der Umsetztung der Occupy Bewegung und Kritik an der Bewegung selbst finde ich einen großen Unterschied (zum Beispiel befürworte ich Greenpeace und deren Ziele, allerdings halte ich es für keinen guten Weg mit nem gelben Anzug durchs Maisfeld zu hüpfen oder ähnlich Aktionen , die die eigentlichen Ziele ins lächerliche ziehen, und somit Ernsthaftigkeit abgesprochen wird). Zur Meinungs zur Vorratsdatenspeicherung kann ich keine Meinung abgeben, das hab ich nur in den letzten Tagen mitbekommen und nicht aktuell seine damaligen Äußerungen verfolgt, ebenfalls weis ich nichts zu seinen Äußerungen zu S21...und Mut kann man vielen Zusprechen ohne deren Meinung zu vertreten. Würde man jedes Wort das Politiker von sich geben so auf die Goldwaage legen und sich empören, hätten wir nicht Jahr für Jahr die gleichen "Nasen" an der Spitze...Zum Teil gute Ideen bis die an die Macht kommen und dann geht es nur um den Erhalt dieser Macht, dieses System wird parteiübergreifend bis zur Perfektion praktiziert.

    Schaltet euren Verstand ein, hinterfragt Meinungen kritisch (auch die eigene) und gebt andern auch die Chance auf Lernfährigkeit (sollte Herr Gauck wirklich einige sehr kontroverse Meinungen vertreten, so halte ich ihn für intelligent genug auch diese während seiner Amtszeit zu prüfen und dazu zu lernen...und diese Zeit/Möglichkeit sollte man ihm auch geben und nicht vorverurteilen).
  2. #71

    In Rostock

    siehts ähnlich aus.
    Ich glaube wenn sie die Leute nicht so mit ihren dämlichen
    Arbeitsämtern Zeitarbeitsfirmen und Argen traktieren würden,
    wäre die Stimmung ganz anders.


    Zitat von Erhan24 Beitrag anzeigen
    Naja. Im MDR gab es ja auch eine Umfrage zu Gauck: http://www.mdr.de/nachrichten/gauck106.html
    Die Umfrage musste leider entfernt werden aber das Ergebniss lässt sich hier betrachten: http://i.imgur.com/wKpo7.png
    Auf die Frage: Würden Sie ihn wählen?:
    77% Nein, 20% Ja, 3% Weiß nicht.
  3. #72

    Du bist was du isst.

    Wenn es um den Arabischen Frühling geht dann ist Twitter gut genug....?
  4. #73

    Ich würde mit Weiss nicht

    Zitat von Erhan24 Beitrag anzeigen
    Naja. Im MDR gab es ja auch eine Umfrage zu Gauck: http://www.mdr.de/nachrichten/gauck106.html
    Die Umfrage musste leider entfernt werden aber das Ergebniss lässt sich hier betrachten: http://i.imgur.com/wKpo7.png
    Auf die Frage: Würden Sie ihn wählen?:
    77% Nein, 20% Ja, 3% Weiß nicht.
    stimmen. Dann hätten die unentschlossenen schon ein Prozent mehr :)
    und die anderen dann eben eins weniger - Ja oder Nein - das dürfen Sie sich aussuchen ...
  5. #74

    ...

    Zitat von SaJaSen Beitrag anzeigen
    Diese kritiklose Obrigkeitshörigkeit eines Bürgerrechtlers, der auch noch Bundespräsident werden soll, erschreckt mich.
    Sehe ich genauso. Allerdings war er ja auch nie Bürgerrechtler, wie heute gern behauptet wird. Insofern passt das schon.
    Im Übrigen auch nicht aus dem Zusammenhang gerissen ist seine klare Unterstützung des Afghanistanfeldzugs - den immerhin 70% der Deutschen ablehnen. Er hat sich damals über Frau Käßmann lustig gemacht, als sie es wagte die Situation in Afghanistan zu kritiseren mit "Nichts ist gut in Afghanistan". Er sagte dazu: „Natürlich kann man sagen, es sei nicht alles gut in Afghanistan. Aber wo ist denn schon alles gut? In Frankfurt hier? In Preungesheim?“
    Er verglich also ein Kriegsgebiet mit westdeutschen Stadtgebieten, um die Leiden des Kriegs zu relativieren.
    Geht's noch?
  6. #75

    Zitat von Thomas Kossatz Beitrag anzeigen
    Sie begreifen den Artikel nicht. Natürlich kann man Gauck ablehnen und scgarf kritisieren. Aber nicht mit erfundenen Zitaten. Wenn ich Sie nun mit den Worten zitieren würden: "Ein bißchen fälschen auf Twitter finde ich in Ordning" -fänden sie das in Ordnung?

    Wenn jemand etwas nicht gesagt hat, dann hat er es nicht gesagt. Wenn die Zitate verfälscht werden, ist alles falsch.
    Es behauptet niemand, dass Gaucks Zitate erfunden wurden. Ähnlich wie damals bei Sarrazin wurden Gaucks Zitate aus den Zusammenhang gerissen, verkürzt und entstellt wiedergegeben.
    Was bei Sarrazin, dessen Thesen und Aussagen ich übrigens ablehne, noch in Ordnung (politisch opportun) war, ist bei Gauck derzeit verpönt. Warum?
    Darf man keine eigene, vom "Mainstream" abweichende, Meinung zu Gauck haben?
    Und wo ist das Problem, wenn Twitter-Nutzer, ähnlich wie BILD (und andere Medien) überspitzte Meinungen äußern? Das eine sind ausgebildete Journalisten und Redakteure, die Meinungen machen. Das andere sind einfache Menschen, die nur ihre Meinung kundtun.

    Oder geht es letztlich um die Meinungshoheit? Twitter, die Bedrohung für BILD & Co.? Entschuldigen Sie meinen Zynismus, aber derzeit werden Meinungsäußerungen auf Twitter grandios überbewertet und das überrascht/amüsiert mich.
  7. #76

    ....

    Zitat von aha° Beitrag anzeigen
    und zwar mit einem offenen offenen Brief des Journalisten Gerhard Rein an Gauck:
    http://www.havemann-gesellschaft.de/...rhard_Rein.pdf

    hier geht es darum, welcher Sorte Bürgerrechtler Gauck angehört.
    Dem Inhalt des hier zitierten Briefes kann ich mich leider anschließen.
    Was und wer heutzutage inzwischen so alles als "Bürgerrechtler" dargeboten wird spottet teilweise jeder Beschreibung, - man könnte beinahe sagen Jeder der etwas "werden will" und damals falsch geparkt hat bekommt diesen Stempel, inklusive sämtlicher Ehrenbezeichnungen, Auszeichnungen ....

    Für mich spottet das so langsam aber sicher jeder Beschreibung, vor allem dann wenn im ZDF eine Moderatorin selbst Frau Merkel im Zusammenhang mit Gauck als "Bürgerechtlerin aus der damaligen DDR" bezeichnet "die mit Gauck ja deshalb so viele Gemeinsamkeiten habe".
    Was soll ich denn dann, seinerzeit in den noch recht gefährlichen 1970-ziger Jahren von der Staasie für 3 Jahre Oppositionsarbeit weggesperrt, heute davon halten ?
    Nun, das werde ich im Detail hier nicht kundtun, jedoch kann ich meinerseits ehrlich sagen, muß ich sagen, daß ich mit den Ansichten des Herrn Gauck zu bestimmten politischen Zusammenhängen und Vorgängen keinerlei Schnittmengen habe.

    Es erübrigt sich wohl darauf hinzuweisen das ich weder Mitglied noch Symphatiesant der "Linken" war oder bin.
    Mir ist es wichtig dieses Statement hier abzugeben.
    Nein, mein BP wird er nicht sein. Ich werde seine Aussagen weiterhin genau verfolgen und weigere mich bereits jetzt das der Herr Gauck in auch meinem Namen bestimmte Stellungnahmen abgeben darf.
    Er spricht nicht als "Bürgerechtler" und bestimmt nicht für eine Mehrheit derselben.
  8. #77

    Die "Gedankenwelt"

    Zitat von Strichnid Beitrag anzeigen
    Nein, die Zitate ergeben auch im Zusammenhang die Gedankenwelt von Gauck korrekt wieder. Dass er viel von der Agenda 2010 hält und wenig von Demonstrationen gegen Hartz-IV, daran lässt sich nicht viel herumdeuteln.
    Dass er sich von Sarrazins Ansichten distanziert, ihm aber gleichzeitig Mut unterstellt, ist mindestens....
    Anderer anhand einiger, aus dem Zusammenhang gerissener Zitate, pauschal zu bewerten zeugt nicht von grossem Willen zum Nachdenken und Recherchieren.
    Vielleicht wird hier eine offensichtlich ironische Bemerkung als Unterstützung angesehen.
    Wenn sich jemand offensichtlich überhebt sagt man doch:
    Ganz schön mutig !
    Könnte Gauck seine Bemerkung zu Sarrazin nicht genau so gemeint haben ?

    Kapitalismus, das sind hunderte verschiedener Systeme.
    Für Sie gibt es scheinbar nur den Kapitalismus der anglo-amerikanischen Art.
    Schlecht informiert.
    Am Kapitalismus führt kein Weg für Menschen vorbei, die Fortschritt und Anhebung des eigenen und allgemeinen Wohlstands wollen.
    Das kann gemächlich, und ohne Schaden für die Mitmenschen geschehen, oder in Abart des "Ich will Alles, und zwar sofort, sch´´ßegal wer dabei draufgeht" verkommen.

    Menschen, die ohne grosses Nachdenken, US Aktionen kopieren als albern zu beschreiben ist eher eine gelinde Aufforderung zum Nachdenken vor dem Handeln, als ein Tadel.

    Wie bereits erwähnt, es gibt nicht DEN Kapitalismus.
    Welche Variante, bitte, hatten Sie im Auge ?

    Noch ist Gauck nicht Bundespräsident, also kann er wohl nicht als schlechter Bundespräsident bezeichnet werden.
    Da fehlt Ihnen ein wenig die Logik.

    Gleiches gilt für Ihre Behauptung, Gauck sei wohl nicht "auf der Höhe der Zeit"
    Das mag Ihre eigene Meinung sein.
    Für mich selbst und für viele Andere, die Ihre Meinung nicht vertreten, spreche ich Ihnen das Recht zur Beurteilung Gaucks sachlichtweg ab.

    Sie kennen Gauck nicht, noch ist er kein Bundespräsident, noch hat er als solcher irgendetwas vollbracht oder geäussert.

    Geben Sie ihm bitte die obligaten 100 Tage und versuchen Sie ihn dann, möglichst in objektiver Weise, zu beurteilen.

    Zuletzt zitiere ich Sie selbst und bitte Sie, Ihre eigene Äusserung auch auf Sie selbst anzuwenden.

    Zitat:
    man kann sich Onlinekompetenz nicht einfach selbst bescheinigen

    Einen schönen Tag noch.
  9. #78

    Zitat von Strichnid Beitrag anzeigen
    Und natürlich darf er seine eigene Meinung haben zu Kapitalismus, öffentlichem Bankenbesitz und dem freien Markt. Nur ist er eben auch kein guter Bundespräsident, wenn er eine Bewegung, die dazu eine andere Meinung hat, als "albern" herabqualifiziert. Mindestens müsste er sich als BP aller Deutschen mit deren Argumenten intensiv auseinandersetzen und sich fragen, was mit dem Kapitalismus nicht stimmt, wenn er eine solche Bewegung provoziert. Da sind selbst die üblichen Kapitalismusverteidiger weiter als er. Da ist er eindeutig nicht auf der Höhe der Zeit.
    Warten Sie doch einfach ab, was er sagt, WENN er Bundespräsident ist.
    Bisher hat er dieses Amt noch gar nicht angetreten.
  10. #79

    Diese gepflegte Ironie ...

    Zitat von Ronald W Beitrag anzeigen
    Twitter kommt von to twitter = zwitschern, schnattern. Blöd, wenn man kein Englisch kann, aber dicke Backen machen will. Zum US-Bashing braucht es mehr.

    ...die nur jemandem zugänglich ist, der des Englischen sehr mächtig ist:

    Zitat von Alder Pälzer
    "Twitter kommt von twit, englisch, Abkürzung von Nitwit = ohne Intelligenz.
    Oder, mäßig ins Deutsche übersetzt:
    Nichtswisser."

    ist doch für viele zu hoch...


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