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Verzerrte Zitate: Gauck und die Stille Post im Netz

Der Umgang mit Joachim Gauck zeigt: Auch im Netz will richtig Zitieren gelernt sein. Schnell wurde aus dem Liebling ein Hassobjekt gemacht, basierend großteils auf verzerrten Zitaten. Das verstümmelte Zitat, eine Erfindung der Massenmedien, wird in den Sozialen Medien schlecht nachgeahmt.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...816601,00.html
  1. #160

    Gauck glaubwürdig?

    Viele Betroffene die ihre Stasiakten lasen, berichten dass bei späteren Aktendurchsichten vorherige Informationen plötzlich entfernt waren. Dies waren meistens Auszüge die Maßnahmepläne beinhalteten die auf Schädigungen der Gesundheit im körperlichen oder seelischen Bereich abzielten.
    Auch Belastungen von Person, welche inzwischen Kariere im wiedervereinten Gesamtdeutschland in den unterschiedlichsten Bereiche aus den unterschiedlichsten politischen Richtungen, waren wie von Zauberhand verschwunden.
    Die SED (2,5 Millionen Mitglieder) hatte 4 bis 5 Monate Zeit um die belasteten Akten zu vernichten.

    Aus der schier unendlichen Zahl der Schriftstücke konnte trotz der akuten Beweisvernichtung zwischen
    November 1989 und März 1990 unter dem Modrow-Regime nicht alles Beweismaterial vernichtet werden.

    Zumal belastendes Material gegenüber den Staatslenkern der Bundesrepublik als Faustpfand für die eigene Kariere und Versorgung der HVA-Abteilungen nicht vernichtet werden sollte, sondern nur in
    Sicherheit gebracht werden sollte. Einflussreiche Persönlichkeiten aus Westdeutschland in den sensibelsten Bereichen waren oftmals leicht zur Mitarbeit zu gewinnen durch materielle Zuwendung
    des MfS. In dieser Hinsicht stimmte die kommunistische These vom verfaulenden, korrumpierbaren,
    unehrenhaften und unmoralischen Zerfall des kriminellen Systems der Verstrickung von Politik und Finanzkapitals. (Wulfen, neuer Begriff der deutschen Sprache). Hinzu kam das die Stasi ihre Westdeutschen Spitzel bezahlte, auch mit dem Geld was aus den Strauss-Krediten stammte.
    Schalck-Golodowski-Strauss Connection. Sklavenhändler Schalck genießt Westdeutschen Schutz und Ehren am Tegernsee.


    Fakt ist das Gauck über 50 Prozent seiner Mitarbeiter einstellte, welche ideologisch tsckekistisch-stalinistisch eingeschworene Alt-MfS-Mitarbeiter waren. Auch in den nach 1989iger Jahren wurden viele
    HVA-Stasileute in den BND und Verfassungsschutz eingegliedert. Einer von denen denunzierte den späteren Berliner Polizeipräsidenten als Scientologen, welcher schließlich seiner Zersetzung hilflos ausgesetzt war und aufgab, obwohl nichts an den Vorwürfen sich bestätigte
  2. #161

    Aha...

    Zitat von garfield Beitrag anzeigen
    Nun, dann sind Sie vermutlich gerade von einer Urlaubsreise aus der Karibik zurückgekehrt. Aber vielleicht hilft es ja schon, wenn sich sich erst mal kurz in diesen oder einen der anderen vielen Threads zu Gauck einlesen. Da finden Sie Argumente gegen Gauck zuhauf - versprochen. Sie werden sie vermutlich nicht teilen, aber finden werden sie sie - Hand drauf!
    Das nenne ich wirklich schmerzbefreit dreist:
    Da wird ein Thread zu Sascha Lobos Kritik an Bloggern und Journalisten wegen des entstellenden und verzerrenden Zitierens am Beispiel von Joachim Gauck hier eröffnet, ein User fragt ehrlicherweise, was nach Klarstellung der fraglichen Zitate denn noch an solch' erdrückender Kritik übrig bleibt, das Herr Gauck unmöglich Bundespräsident werden kann (nämlich nichts) und Sie stellen sich jetzt hier hin und verweisen wieder auf die böswillig verkürzten und z.T. sogar falschen Behauptungen zahlreicher Gauckgegner hier im Thread, als hätte es 'Sascha Lobos Artikel nie gegeben...
  3. #162

    Zitat von panzerknacker51 Beitrag anzeigen
    Im Übrigen ist es sehr wohl möglich, jemandem Mut zuzuschreiben, ohne mit dessen Inhalten konform zu gehen. Unsere Soldaten in Afghanistan zB beweisen sicherlich in manchen Situationen außergewöhnlichen Mut, ihr Tun mißbillige ich aber dennoch.
    Das ist wohl wahr, dass so etwas möglich ist.

    Allerdings ist Gaucks Aussage, dass Thilo Sarrazin ein mutiger Politiker sei, nicht ganz so neutral wie Ihr Beispiel. (Mal abgesehen davon, dass es bei den Soldaten in Afghanistan um Leben und Tod geht und bei Sarrazin maximal um sein Ansehen.)
  4. #163

    Plötzlich alle Neoliberale?

    Zitat von garfield Beitrag anzeigen
    Exakt so hatte ich auch schon meine Verwunderung ausgedrückt, wieso jemandem angeblich "die Herzen zufliegen", der von einer Partei ans Herz gedrückt wird, für deren "Kreuzchen-Zuteilung" sich die meisten inzwischen schämen.
    (Mann Palmstroem - Sie werden mir immer unheimlicher, wenn ich an Ihre früheren Beiträge denke ;-) )
    Keine Sorge, garfield.
    Ich habe mich nicht verändert - aber wie es scheint, hat sich die Meinung des Volkes geändert - alle sind auf einmal Neoliberale!
    Was ein Mann ausmacht!
  5. #164

    Zitat von mats123 Beitrag anzeigen
    Dann machen Sie denselben Fehler wie strichnid. Sie lesen nur das Zitierte, nicht das Original. Und strichnid scheint sogar das Original nicht zu verstehen. Hermeneutik bezieht sich auf das Verstehen der Originaltexte, nicht auf "stille Post".
    Bisher habe ich von Ihnen aber noch nicht ein einziges Argument gehört, was Strichnids Argumentation entkräftet. Und nein, ich HABE das Original gelesen und gesehen. Es gibt genug Videos im Internet von Gauck, wo man seine Reden komplett bestaunen kann. Und so wie es Strichnid geht, geht es auch mir. Wenn man sich Gauck komplett antut, wird unsere Meinung über ihn noch verstärkt.
    Sie werden verstehen, dass Ihre billige Antwort "Dann hätten wir ihn eben nicht verstanden" oder uns fehle es an "hermeneutischer Kompetenz" als Argument wohl etwas dünn ist. Aber das sagte Ihnen ja Strichnid schon.
    Vielleicht tun Sie sich ja mal folgenden Link an. Da wird genau auf Ihre und Lobos Vorwürfe geantwortet:
    http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sp...k-und-das-netz
  6. #165

    Zitat von Humboldt Beitrag anzeigen
    Ja, zum Beispiel mich! Einmal davon abgesehen, das Herr Gauck erfrischender Weise sich selbst zu seiner Gefährdung zur Eitelkeit bekannt hat, kann ich mir sehr gut die Situation vorstellen, wenn ich im Taxi sitze und die Kanzlerin ruft an. Das ich dann meinem Taxifahrer halb stolz, halb scherzend sage, er möge die Fahrtrichtung Richtung Kanzleramt ändern, er fahre nun den zukünftigen Bundespräsidenten...
    Wissen Sie, es ist schon etwas seltsam. Da wird hier Gaucks Kritikern vorgeworfen, sie rissen Zitate aus dem Zusammenhang, aber Sie dichten ihm hier locker flockig an, dass er die Bemerkung "halb scherzend" gemacht hätte. Woher wollen Sie das denn wissen, dass sie "halb scherzend" und nicht in arroganter Pose eines "ich bin jetzt wer" erfolgte?
    Zitat von Humboldt Beitrag anzeigen
    Na und? Was ist daran arrogant?
    Nun, zum Beispiel spricht auch dafür, dass er ja noch gar nicht der Präsident IST. Aber mit Wahlen, die nur pro-forma stattfinden, hat er ja immerhin Erfahrung.
    Zitat von Humboldt Beitrag anzeigen
    Aber ihr wollt unbedingt Gauck Scheisse finden, da ist fast egal, was er noch macht!
    Er hat bereits genug getan, um ihn so zu finden.
  7. #166

    567567567

    Zitat von Humboldt Beitrag anzeigen
    Ja, zum Beispiel mich! Einmal davon abgesehen, das Herr Gauck erfrischender Weise sich selbst zu seiner Gefährdung zur Eitelkeit bekannt hat, kann ich mir sehr gut die Situation vorstellen, wenn ich im Taxi sitze und die Kanzlerin ruft an. Das ich dann meinem Taxifahrer halb stolz, halb scherzend sage, er möge die Fahrtrichtung Richtung Kanzleramt ändern, er fahre nun den zukünftigen Bundespräsidenten...

    Na und? Was ist daran arrogant?
    Aber ihr wollt unbedingt Gauck Scheisse finden, da ist fast egal, was er noch macht!
    denk ich auch. er musste ja zeitnah den Richtungswechsel ansagen. Kontextlos kommt das elitär-eingebildet rüber. Natürlich hätte er sagen können "so dieser Anruf nicht gefälscht war, kann ich Ihnen mitteilen, daß Frau Merkel mir mitgeteilt hat, daß sie glaubt, daß sich die Spitzen von Regierung und großen Teilen der Opposition darauf geeinigt haben mich der Bundesversammlung als Kandidat für das Amt des BP vorzuschlagen". Und wahrscheinlich braucht es noch ein weiteres Dutzend Konjungtive, um politisch korrekt zu sein. Manchmal wird´s einfach idiotisch. Passt aber gut zum Lobo-Text, in diesem Fall ist der fehlende Kontext eben die Situation im Taxi. Wenn er dem Pförtner vom Kanzleramt gesagt hätte "lassen Sie mich durch, ich bin der neue Bundespräsident", wäre das eine ganz andere Situation. Bewertet wird aber nur der Zitatsplitter, der Lobo hat hier wohl ganz recht.
  8. #167

    gefühlter Bevölkerungswille

    Zitat von socrateased Beitrag anzeigen
    Das ist inhaltlich zwar richtig, weicht aber vom Thema ab: der Fall Gauck zeigt, inwieweit hier tatsächlich formal-demokratische Werte ausgehebelt werden sollen, indem an genau der falschen Position plebiszitäre Elemente positioniert werden.

    Einfach gesagt: das System Kohl/Schröder/Merkel ersetzt - im Einvernehmen mit der Mainstreampresse und dem ihr zugänglichen Anteil der anderen Massenmedien - Sachpolitik durch "gefühlten Bevölkerungswillen".
    Das ist es.
    Da wird den Bürgern weisgemacht, daß da einer Präsident werden soll, der ihre Interessen vertreten wird, in Wirklichkeit wird da aber nur einer Präsident, der gegen die DDR-Regierung in ihrem Endstadium aufbegehrte, aber seit der Wende scheinbar jegliche kritische Haltung gegen die Obrigkeit abgelegt hat. Das ist auch wieder nur ein Präsident, der das Volk durch seine Reden manipuliert und damit kontrolliert und dem Volk dabei glaubhaft macht, daß er die Regierung kontrollieren würde.

    (...) Frau Merkel ersetzt, ähnlich wie schon ihr angeblicher "Ziehvater" Helmut Kohl (der eigentliche "Ziehvater" hieß ganz anders und wohnte auch wo ganz anders), eigenständiges und wenigstens grundsätzlich vorausschauendes politisches Handeln durch populistisch motiviertes Hinterherlaufen hinter den zahlreichen Aufgaben unserer aktuellen Zeit.
    Genau dies hatte Weizsäcker schon an unseren Politikern kritisiert und damit die Popularität des Präsidentenamtes erhöht.
    Die nachfolgenden Präsidenten haben von diesem Ansehen profitiert, sind dem Amt aber nicht wirklich gerecht geworden.
    Lieber lassen Sie das Präsidentenamt sterben, als das dort einer Präsident wird, der ihnen unbequem sein könnte. Lieber läßt man die Demokratie vor die Hunde gehen als das man in die Opposition geht.

    Dieses schon an-sich fehlerhafte, fast gänzlich bewußtlose Handeln zeigt den Stand der Dinge: Intrigen und Hinterzimmerabsprachen statt Transparenz, künstlich aufrechterhaltene, ins Persönliche gehende Abhängigkeitsverhältnisse statt politisches Procedere.
    Dies macht unsere Politik aktuell aus: Machtpolitik statt Sachpolitik.
    Das wir soweit gekommen sind, ist auch Schuld unserer Lobby-abhängigen "seriösen" Mainstreampresse.

    Die Zeitungen sind von den Abbonenten genauso abhängig wie die Politiker von den Wählern. Aber die indirekten Geldgeber, die Lobbyisten bestimmen die Inhalte der Zeitungen und die Richtung der Politik, weil die Bürger manipulierbar und unkritisch sind.

    Der innere Feind unserer westlichen Demokratien ist die Korruption.
  9. #168

    Die Freiheit der Erfolgreichen

    Zitat von Herr.Brettschneider Beitrag anzeigen
    Es hört sich ja recht fortschrittlich an, für Freiheit und Eigenverantwortung zu werben und gegen Staatsgläubigkeit zu sein. Allerdings ist das meistens die Argumentation derjenigen, die am liebsten jedes Engagement des Staates einstellen würden,.....
    So ist es. Wer Gauck über Freiheit, Selbstverantwortung und sein Staatsverständnis schwadronieren hört, der fühlt sich an die Positionen der Republikaner in den USA erinnert: Möglichst grosse (ökonomische) Freiheit des Einzelnen und möglichst wenig Staat. Folgerichtig begrüsst er die Deregulierung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt (Agende 2010), Hartz4
    und äussert sich spöttisch gegenüber Kapitalismuskritikern wie Occupy.

    Dieser neoliberale Freiheitsbegriff kommt unseren Mainstream-Parteien einschliesslich der gewendeten SPD natürlich zupass. Merkel kann ihre Innen- und Europapolitik ungestört fortsetzen, Gesetze werden anstandslos vom BP unterschrieben und auch ein möglicher zukünftiger Kanzler Steinbrück könnte gut mit Gauck leben!
    Gauck wurde nicht von ungefähr von der Springerpresse hochgejubelt.
  10. #169

    Der Fehler liegt bei Ihnen

    Zitat von garfield Beitrag anzeigen
    Bisher habe ich von Ihnen aber noch nicht ein einziges Argument gehört, was Strichnids Argumentation entkräftet. Und nein, ich HABE das Original gelesen und gesehen. Es gibt genug Videos im ....
    Sie müssen schon richtig argumentieren.
    Wenn Sie behaupten, Gauck würde den Holocaust verharmlosen, dann müssen SIE (nicht ich) dafür einen eindeutigen Original-Beleg liefern und nicht einen aus dem Zusammenhang gerissenen, fehlinterpretierten Satz oder sonstige Sekundärquellen vorlegen.
    Sie wiederholen immer denselben Fehler. Es ist eine wissenschaftliche Todsünde, Sekundärquellen ungeprüft zu übernehmen oder Originalquellen auf Basis unwissenschaftlicher Textinterpretation in eigener Sprache oder sogar nur in Bruchstücken wiederzugeben.

    Aber diesen Original-Beleg können Sie ja offensichtlich nicht liefern, denn sonst hätten Sie es ja schon längst tun können.








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