Ein bewährtes Prinzip muss auch erkennbar bleiben. Wenn für den Täter die gesellschaftliche Regelung der Resozialisierung nicht erkannt wird, sondern nur als ein Drei-Vergehen-hast-Du-frei, nützt auch das beste Prinzip leider nichts.
Ihre Einstellung muss ja nicht zu tadeln sein, aber das klingt mir zu sehr nach Volkswirtschaftlern, die davon ausgehen, dass auf lange Sicht alles gut werden wird. Um Keynes zu zitieren, in einem Sturm hilft Ihnen die Aussage, dass auch wieder gutes Wetter kommen wird, nicht viel. Das gleiche gilt für gesellschaftliche Probleme, die man vor dreißig Jahren hätte anpacken müssen und die man langfristig erst in dreißig Jahren wieder lösen könnte. Was machen wir solange?
Bisher hatte ich den Anschein, Sie diskutieren durchaus sachlich mit dem Mit-Foristen. Was soll so eine Bemerkung zur Person, wenn Sie sachlich diskutieren wollen? Zeigen Sie ihm doch auf, warum sein Vergleich für Sie nicht tragbar ist, statt ihm die vermeintliche intellektuelle Fallhöhe zwischen Ihnen und ihm aufzeigen zu wollen.
Es dürfte weniger um Strafverschärfungen, als um eine Beschleunigung des Prozesses gehen. Ich weiß nicht, ob Sie Kinder haben, aber wenn Sie sich ein halbes Jahr später mit Ihrem Sohn hinsetzen und er nun zur Rechenschaft gezogen werden soll, warum er unerlaubt Ihren Wagen gefahren ist, ist die Einsichtsfähigkeit - berechtigterweise - schon erheblich geschwunden.
Ansonsten sollte es keine Rolle spielen, ob erwachsene oder jugendliche Menschen einen Standpunkt eingenommen haben. Vorrangig sollten Sie sich mit dem Argument auseinandersetzen und nicht mit dem, der es führt.



