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Vertrauliche LKA-Studie: Immer mehr Polizisten im Dienst verletzt

DPADie Spirale der Gewalt dreht sich immer schneller: In Nordrhein-Westfalen hat sich die Zahl der im Dienst verletzten Polizisten binnen eines Jahres um fast zehn Prozent erhöht. Das geht nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen aus einem vertraulichen Lagebild des Landeskriminalamts hervor.

Gewalt gegen Polizisten: Immer mehr Beamte werden verletzt - SPIEGEL ONLINE
  1. #70

    Kein Titel.

    Zitat von ud58 Beitrag anzeigen
    Warum äußern Sie sich abfällig über ein bewehrtes Prinzip unseres Strafrechts?
    Ein bewährtes Prinzip muss auch erkennbar bleiben. Wenn für den Täter die gesellschaftliche Regelung der Resozialisierung nicht erkannt wird, sondern nur als ein Drei-Vergehen-hast-Du-frei, nützt auch das beste Prinzip leider nichts.
    Zitat von ud58 Beitrag anzeigen
    Ich und andere haben nicht die Zustände bestritten, sondern darauf hingewiesen, dass der Schlüssel zur Lösung solcher Probleme nicht härtere Strafen sind, sondern die Lösung gesellschaftlicher Probleme, die durch unsere Politiker in den letzten Jahrzehnten nicht ent-, sondern verschärft wurden.
    Ihre Einstellung muss ja nicht zu tadeln sein, aber das klingt mir zu sehr nach Volkswirtschaftlern, die davon ausgehen, dass auf lange Sicht alles gut werden wird. Um Keynes zu zitieren, in einem Sturm hilft Ihnen die Aussage, dass auch wieder gutes Wetter kommen wird, nicht viel. Das gleiche gilt für gesellschaftliche Probleme, die man vor dreißig Jahren hätte anpacken müssen und die man langfristig erst in dreißig Jahren wieder lösen könnte. Was machen wir solange?
    Zitat von ud58 Beitrag anzeigen
    Wenn die Zustände in der dritten Welt für Sie die Referenz zur Beurteilung von Mißständen in diesem Land sind, dann weiss ich nicht, wie ich mit Ihnen eine sachliche Diskussion zu irgendeinem Thema führen kann, das dieses Land betrifft.
    Bisher hatte ich den Anschein, Sie diskutieren durchaus sachlich mit dem Mit-Foristen. Was soll so eine Bemerkung zur Person, wenn Sie sachlich diskutieren wollen? Zeigen Sie ihm doch auf, warum sein Vergleich für Sie nicht tragbar ist, statt ihm die vermeintliche intellektuelle Fallhöhe zwischen Ihnen und ihm aufzeigen zu wollen.

    Zitat von ud58 Beitrag anzeigen
    Wer Stafverschärfungen fordert, doktort an Symptomen herum, nicht an den Ursachen. Ich finde es bemerkenswert, mit wieviel Nachdruck erwachsene Menschen von einem Standpunkt aus argumentieren, den sie offensichtlich mit geschlossenen Augen eingenommen haben.
    Es dürfte weniger um Strafverschärfungen, als um eine Beschleunigung des Prozesses gehen. Ich weiß nicht, ob Sie Kinder haben, aber wenn Sie sich ein halbes Jahr später mit Ihrem Sohn hinsetzen und er nun zur Rechenschaft gezogen werden soll, warum er unerlaubt Ihren Wagen gefahren ist, ist die Einsichtsfähigkeit - berechtigterweise - schon erheblich geschwunden.

    Ansonsten sollte es keine Rolle spielen, ob erwachsene oder jugendliche Menschen einen Standpunkt eingenommen haben. Vorrangig sollten Sie sich mit dem Argument auseinandersetzen und nicht mit dem, der es führt.
  2. #71

    Ganz typisch

    Zitat von Fritz Motzki Beitrag anzeigen
    Lesen Sie mal hier Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede wie wunderbar ihre Resozialisierung klappt. Resozialisieren können Sie nur jemanden, der sich bisher auch überwiegend sozial verhalten hat.
    Zu sozialem Verhalten würde es auch gehören, das Vollzugsziel Resozialisierung nicht einem Mitdiskutanten zuzuscheiben, wie Sie das hier tun. Es ist nicht catos Resozialisierung, die Resozialisierung ist in Deutschland das „herausragende Ziel des Vollzuges von Freiheitsstrafen".

    Vielleicht informieren Sie sich mal: Resozialisierung als Vollzugsziel

    Und wenn Sie mit dem deutschen Rechtssystem nicht einverstanden sind, dann stehen Sie doch dazu. Oder ist da die Erkenntnis vor, dass Sie sich nicht sehr von denen unterscheiden, auf die Sie hier so herabschauen und für die Sie härtere Strafen fordern?
  3. #72

    Zitat von paretooptimal Beitrag anzeigen
    Wenn sich immer mehr Polizisten im Dienst verletzen, so liegt es einerseits an einer verkehrten Ausbildung und andererseits an einem ungeschickten Verhalten der Beamten. Außerdem sollte einmal der Begriff der "Verletzung" spezifiziert werden. Wenn ich mir im Einsatz den Finger an der Autotür verletze, geht das auch in die Statistik ein. Obwohl es mein eigenes Verschulden war.
    Genau, man sollte mal prüfen, in welchem Umfang hier Selbstverstümmelung vorliiegt, um sich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu beschaffen. Und das wird dann genutzt, um die Kriminellen zu diskriminieren.

    Denn es kann ja nicht sein, dass Polizisten häufiger verletzt werden, weil das nach dem Weltbild vieler einfälliger Zeitgenossen nicht sein darf. Vielleicht wurden auch viele Polizisten verletzt, als sie Parteibüros der Wahlkampfgegner des Landesinnenministers durchsuchen mussten.

    Unglaubwürdig ist auch die Aussage, dass Bezirke wie Duisburg-Marxloh mittlerweile no-go-areas für die Polizei sind. Denn gerade in Duisburg-Marxloh hat ja doch das Wunder von Marxloh stattgefunden. Da muss es dort ja sehr friedlich sein.
  4. #73

    Im Dienst verletzt?

    Immer mehr Polizeibeamte lassen sich wegen kleinigkeiten Krankschreiben weil sie Frust haben.
    Natürlich wird die Stimmung gegenüber der Polizei aggressiver, dass ist denn (Sozialen) Umständen geschuldet.
    Aber auch der Unmut und Frust wegen Überstunden, Unterbesetzung, Häuslichenproblemen wegen der Dienstzeiten, mangelnder Rückendeckund durch die Politik, u.s.w. kurz als Prügelknabe der Gesellschaft läßt man sich schneller Krankschreiben wenn man die Schnauze voll hat.
    Denn Beruf Polizist haben sie sich aber selbst ausgesucht, also was soll das gejammer?
    Es steht jedem Polizisten frei in einen anderen Beruf zu wechseln.
  5. #74

    Kein Titel.

    Zitat von prolet20.4 Beitrag anzeigen
    ...
    Denn Beruf Polizist haben sie sich aber selbst ausgesucht, also was soll das gejammer?
    Es steht jedem Polizisten frei in einen anderen Beruf zu wechseln.
    Es steht zu hoffen, dass sich eine solche Einstellung weder bei Arbeitgebern noch Dienstherren - egal für welchen Berufszweig - jemals durchsetzen wird. Überlegen Sie sich mal, was Sie antworten würden, wenn Ihr Chef Sie für Ihren Beruf mit so einem Spruch belegen würde.
  6. #75

    Zitat von WinstonSmith. Beitrag anzeigen
    Ihre Einstellung muss ja nicht zu tadeln sein, aber das klingt mir zu sehr nach Volkswirtschaftlern, die davon ausgehen, dass auf lange Sicht alles gut werden wird.
    Ich wünschte, es wäre so. Ich glaube aber nicht daran, dass auf lange Sicht alles gut werden wird. Das tun wir beide offensichtlich nicht, evtl. aus anderen Gründen. Ich gehe davon aus, dass sich die Situation weiter verschärfen wird, insbesondere, wenn sich die Forderung nach Veränderungen in der Forderung nach härterer Bestrafung erschöpft.

    Zitat von WinstonSmith. Beitrag anzeigen
    Um Keynes zu zitieren, in einem Sturm hilft Ihnen die Aussage, dass auch wieder gutes Wetter kommen wird, nicht viel. Das gleiche gilt für gesellschaftliche Probleme, die man vor dreißig Jahren hätte anpacken müssen und die man langfristig erst in dreißig Jahren wieder lösen könnte. Was machen wir solange?
    Wer die Justiz stellvertretend in die Pflicht nimmt oder gar verantwortlich macht, für das Versagen der Sozialpolitik, wird nichts ändern. Wir reagieren immer nur, ohne Weitblick, hoffend auf kurzfristige Verbesserungen durch hartes Durchgreifen. Dabei steht die nächste Generation bereits ohne Zukunftsperspektive und z. T. hasserfüllt bereit, die Position derer einzunehmen, die wir grade weggesperrt haben. Wie lange kann das funktionieren?

    Zitat von WinstonSmith. Beitrag anzeigen
    Es dürfte weniger um Strafverschärfungen, als um eine Beschleunigung des Prozesses gehen. Ich weiß nicht, ob Sie Kinder haben, aber wenn Sie sich ein halbes Jahr später mit Ihrem Sohn hinsetzen und er nun zur Rechenschaft gezogen werden soll, warum er unerlaubt Ihren Wagen gefahren ist, ist die Einsichtsfähigkeit - berechtigterweise - schon erheblich geschwunden.
    Sie sprechen mir aus der Seele. Darauf hatte ich in einem meiner letzten Kommentare bereits hingewiesen. Es ist weniger die Härte der Strafe selbst, als vielmehr die zeitliche Nähe zwischen Tat und Konsequenz, die zur Einsicht bei den Tätern führt.

    Diesen Vorwurf an die Justiz zu richten, träfe aber widerum die falschen. Die Justiz hat begrenzte Kapazitäten, nicht zuletzt aufgrund begrenzter Mittel, die ihr von der Politik zugestanden werden. Auch diese Zustände sind von der Politik also entweder gewollt oder werden billigend in Kauf genommen.

    Ich habe nicht das Gefühl, dass die hohen Herren, die im SPON-Artikel zitiert werden, verstanden haben, an wen sie ihre Vorwürfe eigentlich zu richten hätten. Das Reduzieren der Problematik auf "Sauf- und Erlebnistourismus" und dass Erwecken des Eindrucks, dass es diesen jungen Menschen nur darum geht, rumzupöbeln und Bullen aufzumischen, läßt vermuten, dass der Blick für die Ursachen nicht besonders geschult ist.

    Nun kann man fragen, ob das die Aufgabe der Polizei ist. Aber warum werden die Vorwürfe dann an die Justiz gerichtet, nicht aber an die Politik?
  7. #76

    3. Versuch

    Zitat von Endlager Beitrag anzeigen
    Den Zusatz "deutsche Mann" hat die WDR-Redaktion hinzugefügt, und das auch noch als Zitat ausgegeben, .
    Ich versuche jetzt zum 3. Mal Ihren vermutlich ideologisch motivierten Beitrag als infam zu outen, denn Ihr Vorwurf ist nachweislich falsch. Der WDR hat das weder hinzugefügt, noch als Zitat ausgegeben. Das Zitat ist belegbar:

    "2010 waren es gut 1730 Beamte, darunter 13 schwer verletzte. Knapp 90 Prozent der Angriffe ereigneten sich bei Einsätzen im täglichen Dienst. "Der typische Täter ist der unter Alkoholeinfluss stehende junge deutsche Mann", sagte ein Ministeriumssprecher."

    NRW-Zahlen für 2011: 1900 Polizisten im Dienst angegriffen und verletzt

    Was war noch gleich Ihr Begriff? "Schäbig"? Aber dieses krawall-orientirete Verhalten anonymer Beschuldiger wird hier offensichtlich goutiert.
  8. #77

    ...

    Zitat von Fritz Motzki Beitrag anzeigen
    Lesen Sie mal hier Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede wie wunderbar ihre Resozialisierung klappt. Resozialisieren können Sie nur jemanden, der sich bisher auch überwiegend sozial verhalten hat.
    Meine Resozialisierung sicher nicht, wie gesagt Gerechtigkeit ist meine Zielsetzung und die hat ne Menge mit Sühne zu tun, von dem unserer Strafrecht ziemlich weit entfernt ist. Unser Strafrecht hat aber nunmal Resozialisierung als Kernaufgabe definiert. Und scheinbar gibt es kaum gesellschaftlichen Protest dagegen...
  9. #78

    .

    Zitat von delta058 Beitrag anzeigen
    Gibt es doch bereits, die thüringischen Beamten die 2000 einen harmlosen unschuldigen Rentner (er hatte brutalerweise die Hotelzimmertür zugeschlagen, als sich die Leute in Zvil mit gezogenen Waffen vor die Tür stellten) erschossen wurden mit der Begründung frei gesprochen, sie hätten sich in einer vorrübergehenden Stresssituation befunden. Analog zwei andere thüringische Beamte die einen Unbewaffneten Betrunkenen bei der Festnahme erschossen, oder auch als 3 bei einer Demo in Hamburg 3 Kollegen aus SH verprügelten.

    Wenn es wirklich steigende Gewalt gegen Polizisten gibt, dann nur weil sie ernten was sie sähen.
    Das Urteil im Fall Heldrungen sehe ich ähnlich kritisch wie Sie.
    Die Zivilkollegen der SH-EHU begingen grobe taktische Fehler, ebenso wie die ThBFE.

    Nur finden die im Artikel genannten gravierenden Widerstandshandlungen überwiegend gegen Streifenpolizisten statt und nicht gegen Bereitschaftspolizisten oder Kripo-Beamte. Und auch nicht in Heldrungen oder Erfurt sondern in Berlin, Hamburg, Köln, Duisburg und anderen Städten mit entsprechenden Brennpunktvierteln. Auch wäre mir neu, dass jugendliche Macho-Aggros Spiegel oder TAZ lesen und sich diesbezüglich kritisch informieren lassen. Ihre relativierende Argumentation hinkt.

    Zitat von event-horizon-2012 Beitrag anzeigen
    Und verstößt gegen das Vermummungsverbot, solange ich nicht erkennen kann wer mich verprügelt hat.
    Polizeibeamte sind nicht Teilnehmer der Demonstration sondern schützen die verfassungsrechtlich garantierte Versammlungsfreiheit der Demonstranten bzw. die unbeteiligte Umwelt vor eben diesen.

    Daher habe ich nun auch einen Helm mit Baseballschläger.
    Sport frei.

    Zudem gehe ich auf die Demos nach meinen letzten Erfahrungen nur noch mit einer Schusswaffe, die ich zu meinen persönlichen Schutz führen darf und ich werde sie gebrauchen, sollte mich und meine Kinder, sowie meine Frau noch einmal ein Polizist mit seiner Waffe bedrohen.
    Ihren pathologischen Äußerungen nach besitzen Sie das Erziehungsrecht Ihrer Kinder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon lange nicht mehr.
    Höchstwahrscheinlich resultiert Ihr Unmut gegenüber staatlichen Vollzugsbehörden von einer Begutachtung durch den sozialpsychiatrischen Dienst Ihrer Gemeinde bzw. deren Ergebnis...
  10. #79

    Verantwortung

    Zitat von NewHuman Beitrag anzeigen
    Es ist bezeichnend, dass kaum oder wenig über Ursachen von Gewalt nachgedacht wird. ...
    ... zwei große Ursachengruppen für Gewalt: Man könnte sie Angst-Aggression und Macht-Aggression nennen. ...
    ... Veränderungen der deutschen Gesellschaft in den letzten Jahren, für die überwiegend die Politik die Verantwortung trägt. ...
    Es wird höchste Zeit, dass die Politik ihre Verantwortung erkennt und die richtigen Schlüsse daraus zieht.
    Am Ende soll die Politik Schuld sein? Die Politik macht oder ändert Gesetze. Umsetzen (Exekutive) und Anwendenden (Justiz) müssen sie andere.
    Der Handlungsspielraum der Politik ist sehr begrenzt.

    Umgekehrt, die Verantwortung muss gerade zurück in die lokalen Strukturen; in die Amtsstuben, Dienststellen, Gerichte.


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