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Vertrauliche LKA-Studie: Immer mehr Polizisten im Dienst verletzt

DPADie Spirale der Gewalt dreht sich immer schneller: In Nordrhein-Westfalen hat sich die Zahl der im Dienst verletzten Polizisten binnen eines Jahres um fast zehn Prozent erhöht. Das geht nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen aus einem vertraulichen Lagebild des Landeskriminalamts hervor.

Gewalt gegen Polizisten: Immer mehr Beamte werden verletzt - SPIEGEL ONLINE
  1. #50

    Ursachen von Gewalt

    Es ist bezeichnend, dass kaum oder wenig über Ursachen von Gewalt nachgedacht wird. Viel zu häufig wird Gewalt nur im Kontext der spezifischen Situation betrachtet. Aber spezifische Situationen bieten keine Erklärung für langfristige Trends im Verhalten.

    Aus der Sicht der Psychologie gibt es im Grunde nur zwei große Ursachengruppen für Gewalt: Man könnte sie Angst-Aggression und Macht-Aggression nennen. Je unsicherer die Lebensentwürfe in einer Gesellschaft werden, je bedrohter die eigene Zukunft empfunden wird, desto mehr steigt die Bereitschaft für Angst-Aggression in einer Gesellschaft. Je mehr Macht und Ohnmacht in einer Gesellschaft auseinanderdriftet, je größer die Gruppen der Abgehängten, der Abgelehnten oder Ungehörten in einer Gesellschaft werden, desto mehr steigt die Bereitschaft für Macht-Aggression in einer Gesellschaft.

    Beide Trends haben ihre Wurzeln in realen Veränderungen der deutschen Gesellschaft in den letzten Jahren, für die überwiegend die Politik die Verantwortung trägt. Die Ordnungshüter als Repräsentanten des Staates vor Ort sind dabei lediglich die leidtragenden Sündenböcke.

    Jeder Halbgebildete erkennt diese Zusammenhänge schon bei einem kurzen Blick in die Menschheitsgeschichte. Es wird höchste Zeit, dass die Politik ihre Verantwortung erkennt und die richtigen Schlüsse daraus zieht.
  2. #51

    Zitat von paretooptimal Beitrag anzeigen
    Wenn sich immer mehr Polizisten im Dienst verletzen, so liegt es einerseits an einer verkehrten Ausbildung und andererseits an einem ungeschickten Verhalten der Beamten. Außerdem sollte einmal der Begriff der "Verletzung" spezifiziert werden. Wenn ich mir im Einsatz den Finger an der Autotür verletze, geht das auch in die Statistik ein. Obwohl es mein eigenes Verschulden war.
    Zum einen entstehen viele Verletzungen bei dem vermehrten Einsatz von Pfefferspray das nach hinten losgeht zum anderen liegt es an dem zunehmende Gewalteinsatz der Polizei selbst.

    Was bei einem Polizisten als Verletzung gilt, ist z.B. bei einem Demonstranten gar nichts. Zeigt aber auch wie empfindlich diese Männer sind.
  3. #52

    Titel

    Zitat von simie Beitrag anzeigen
    Informieren sich die Polizisten nicht vor einem solchen Einsatz?
    Deswegen erschien auch das SEK und nicht der Streifenbeamte Müller mit Kollegin...

    Im übrigen musste der Fall erst bis zum BGH gehen, um als Notwehr anerkannt zu werde, was im Grunde schon in der unteren Instanz hätte passieren müssen.
    Sie lasen die ebenfalls höchstrichterliche Begründung, nach im Rahmen eines Politdemo-Einsatzes das Mordmerkmal "Heimtücke" bei der Schussabgabe auf die Polizisten am Frankfurter Flughafen nicht als gegeben angesehen werden kann?

    Sie dürften sich Ihrer Argumentation nach also nicht wundern, wenn mit gezogenen Waffen die Demonstrationen der einschlägigen Politradikale absichern und beim leisesten Anflug von Aggression gegenüber den Beamten diese in prophylaktischer Notwehr das Feuer eröffnen. Die Bereitschaftspolizisten müssen gemäß Richterspruch ja schließlich mit potentiell tödlichen Angriffen rechnen...

    Frage: Würden Sie diese Berufswahl treffen?

    Im Allgemeinen ist es für einen Bürger, welcher Opfer von Polizeigewalt wurde, kaum möglich Genugtuung in Form einer Verurteilung der Täter vor Gericht zu erlangen.
    Bleiben Sie bitte auf dem Teppich. Jeder Mensch weiß, dass der Einsatz von unmittelbaren Zwang zur Durchsetzung hoheitlicher Eingriffsmaßnahmen (Sie bezeichnen das grundsätzlich als "Brutalität") gelegentlich auch zu Verletzungen der in der Regel aggressiv-gewalttätigen und in der Regel alkoholisierten oder unter Drogeneinfluss stehenden Täter führt, denn entgegen der Vorstellung Unbedarfter zeigen die sich leider nie folgsam oder lassen sich widerstandsfrei Handschellen anlegen und brav in die Gewahrsamszelle führen...

    Und ja: Auch unberechtigte Gewaltanwendung, ausgeübt von Kollegen, kann ich nicht grundsätzlich von der Hand weisen. Ich akzeptiere dieses Verhalten niemals, jedoch kann ich die Beweggründe häufig durchaus nachvollziehen. Die Spirale der Eskalation geht meiner persönlichen Erfahrung nach jedoch fast immer vom Gegenüber aus. Dass Kollegen nach der hundertsten menschenunwürdigen Beleidigung, Todesdrohungen gegenüber den Beamten und ihrer Familie sowie körperlichen Angriffen irgendwann nicht einmal auch in einer unangepassten Situation hart anpacken ist bei fast 250.000 Polizistinnen und Polizisten unvermeidbar. Auch die Polizei ist ein Spiegelbild der Gesellschaft nebst unschöner Begleiterscheinungen. Die pauschale Gleichsetzung der Kollegen stört mich jedoch ungemein.

    Wie häufig wird eine Anzeige mit einer Gegenanzeige der Polizei gekontert?
    Falsch, die Gegenanzeige erfolgt durch die "braven Bürger", die sich nach KV- oder Beleidigungsanzeigen versuchen zu rechtfertigen.

    Wie häufig sind denn die Videoaufnahmen der Polizei in solchen Fällen zufälligerweise verschwunden?
    Ich plädiere seit langem für einen eigenen Youtube-Channel für die Demo-Videos der Bereitschaftspolizei. Leider stehen dem Datenschutz, Ermittlungen und laufende Verfahren entgegen und nur die Gegenseite veröffentlicht unbegachtet dieser rechtsstaatlichen Grundsätze fleißig en masse.
    Ihnen und anderen würden die Augen aufgehen, denn die merkwürdigerweise setzen die Videos in der Regel nur dann ein, wenn die Polizei entschlossen vorgeht. Das Vorgeplänkel scheint dann der Cutter-Schere zum Opfer gefallen zu sein.
  4. #53

    Gewalt gegen Polizisten

    Gewalt gegen die Polizei hat nach meiner Ansicht mehrere Ursachen.

    1. Die Gewaltbereitschaft bestimmter gesellschaftlicher Schichten ist stark angestiegen.
    Beispiele:
    Studie: Muslimische Jugendliche lehnen Integration häufig ab | tagesschau.de
    (Studie zur Integration junger Muslime)
    Gewaltstudie: Türkische "Machokultur" ist Integrationshindernis - Nachrichten Politik - Deutschland - WELT ONLINE
    (Auszug: Türkische Jugendliche sind mehr als doppelt so oft Mehrfachtäter von Gewalt wie Deutsche... Hauptgrund für die Gewaltbereitschaft sei die „Machokultur“...)
    Es gibt aber auch viel zu viele deutsche Gewalttäter.

    2. Insgesamt ist die Hemmschwelle gesunken, auf ein wehrloses Opfer, welches z. B. bereits am Boden liegt, einzuschlagen bzw. auf es brutal einzutreten. Die Gewaltintensität, auch gegen Polizeibeamte, hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen.

    3. Justiz
    Gerade das Jugendstrafrecht sorgt für eine milde kaum wahrnehmbare Bestrafung selbst schlimmster Gewaltverbrecher. Diesen mehrfach Gewalttätern oder Intensivtätern ist mit Bewährungsstrafen, Resozialisierungsmaßnahmen und Sozialstunden allein nicht beizukommen.
    Osnabrück: Milde Strafe für jungen Gewalttäter - Lokale Nachrichten, Videos, Bilder und mehr aus und für Osnabrück | noz.de
    siehe auch hier:
    Mönchengladbach: Frehn-Prozess: Acht Jahre Haft
    (Auszug: Im übrigen war der junge Mann nicht zum ersten Mal als Gewalttäter aufgefallen. Er ist einschlägig vorbestraft. Die Teilnahme an einem Antiaggressionstraining hatte er mehrfach abgelehnt. Bereits einen Monat vor dem Mordversuch war er aufgefallen, als er sich einer Polizeikontrolle widersetzte und die Beamten beleidigte.)

    Große Teile der Justiz gehen aus meiner Sicht äußerst milde mit den meist jungen Gewalttätern um - zu Lasten der Opfer. Das Leid der Opfer scheint so manchen Juristen kalt zu lassen.
    Allerdings könnte die Regierung das Strafrecht ändern, so dass Richter bei der Strafzumessung das Leid der Opfer deutlich stärker berücksichtigen müssten. Die liebe Sabine als Justizministerin ist dazu aber wohl nicht bereit und stellt sich lieber gerne gegen die Sicherheitsbehörden.

    4. Personalstand der Polizeibehörden
    Über Jahrzehnte sind unzählige Stellen bei der Polizei gestrichen worden, insbesondere im heute ganz besonders "sicheren" Berlin.

    5. Gewalt und Respektlosigkeit (Beleidigungen) gegen Polizisten müssen wesentlich härter bestraft werden. Warum ? Weil es sich nicht nur um Angriffe auf einzelne Menschen handelt, sondern um Angriffe gegen die Gesellschaft. Wir leben schließlich in einer Demokratie.
  5. #54

    @matbhmx

    Sie liegen mit Ihrer Einschätzung falsch. Ich selber habe Angehörige die bei der Polizei arbeiten und habe daher ein recht guten Einblick in die Gegebenheiten.

    Anzeigen werden sehr selten geschrieben. Besonders in "Problemkiezen" mit hohen Migrantenanteil sind Beleidigungen, anspucken, anpöbeln alltäglich, kein Beamter schreibt hier mehr eine Anzeige, wozu auch? Es wird nicht geahndet, der Täter erhält die Adresse des Beamten (welcher zumindest in Berlin) der keinerlei Rückendeckung hat wird schlimmstenfalls noch Privat bedroht und kommt mit der Bürokratie nicht mehr hinterher. Ihre Vorstellungen sind hier doch erstaunlich naiv.

    Viele Polizisten quitieren den Dienst, ziehen sich zurück, ignorieren zum Selbstschutz kleinere Delikte in eben diesen Vierteln oder lassen sich in den Innendienst versetzen oder werden krank.
  6. #55

    Aktion automatische Überschrift

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Spirale der Gewalt dreht sich immer schneller: In Nordrhein-Westfalen hat sich die Zahl der im Dienst verletzten Polizisten binnen eines Jahres um fast zehn Prozent erhöht. Das geht nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen aus einem vertraulichen Lagebild des Landeskriminalamts hervor.

    Gewalt gegen Polizisten: Immer mehr Beamte werden verletzt - SPIEGEL ONLINE
    In Zeiten wo ein Strich bei "verletzter Polizist" gemacht wird wenn sich einer von denen beim Verprügeln eines Passanten die Hand verstaucht. Oder wenn einer in das Reizgas der Kollegen rennt...
    Da hätte ich gerne erstmal belastbare Zahlen bevor sich eine Diskussion wirklich lohnt.

    Und wenn man sich anschaut wie mit "ich hab ne Uniform, ich darf das" jenseits aller Gesetze agiert wird - der darf sich halt nicht wundern wenn nicht alle so wie der typische Kleinbürger sind und sich ducken. Unsere MiGraHi-Bürger haben halt ihre eigenen Auffassungen... Was nicht heisst daß die unbedingt im Recht sind - allerdings, wer hat uns diese Parallelgesellschaft denn eingebrockt? Mal drüber nachdenken.
  7. #56

    Zitat von ud58 Beitrag anzeigen
    . Auch bei uns werden sich Reiche irgendwann nur noch durch Zäune und Sicherheitsdienste vor dem Zorn der Menschen schützen können, die schon mit ihrer Geburt ihrer Zukunft beraubt wurden. Je nach Zeitgeist wird man sie dann als Prakariat, Minderleister, Ungebildete, Assoziale oder gar Terroristen diffamieren. Oder wollen Sie uns ernsthaft erzählen, dass die guten und leistungsfähigen Menschen von Natur aus auf der richtigen Seite geboren werden?
    In unserem schönen Land bekommt jeder eine Chance, und eine zweite, dritte...
    Den Quali habe ich NICHT geschafft, die Ausbildung gerade so bestanden. Seit dem gearbeitet und gearbeitet, das Abi gemacht und studiert. In unserem Land wird niemand im Stich gelassen. Wer es zu etwas bringen will und sich vom Sozialstaat emanzipiert kann es bei uns weit bringen, sehr weit. Die beste deutsche Spieleschmiede (CryTek) wurde von drei Türken aus dem nichts erschaffen. Das größte Autohaus in meiner Kreisstadt gehört einem Türken.
    Wer etwas erreichen will in diesem Land und etwas dafür tut, dem stehen alle Türen offen. Egal ob Migrant oder Unterschicht.
  8. #57

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    Zitat von smerfs Beitrag anzeigen
    ich finde die polizisten sind sehr empfindlich geworden in den letzten 30 jahren. was früher als berufsrisiko in kauf genommen wurde wird heute zu einer anzeige aufgebauscht!
    Nicht zu vergessen: Wenn ein zusammengedroschener friedlicher Passant es wagt Anzeige zu erstatten wird selbige nicht nur niedergeschlagen - es kommt im Gegenzug auch noch zu einem Verfahren wegen Widerstands blabla... Und schon wieder ein Fall in der Statistik wo die armen armen Polizisten...
  9. #58

    Zitat von cato. Beitrag anzeigen
    Härtere Strafen sollen nicht der Resozialisierung, sondern dem Schutz der Bevölkerung dienen. Insofern läuft ihr Argument ins Leere...
    Ist das Ihre persönliche Meinung? Oder glauben Sie wirklich, dass das das primäre Ziel des deutschen Strafrechts ist?

    Zitat von cato. Beitrag anzeigen
    Das Haftstrafen die Bevölkerung vor Gewalttätern und anderen Verbrechern schützen ist durchaus erwiesen.
    Erstaunlich, mit welcher Vehemenz selbst fundamentale Erkenntnisse der Kriminologie und Psychologie geleugnet werden, wenn es darum geht, den eigenen Wunsch nach Rache zu begründen.

    Dabei scheint es, dass ein naher zeitlicher Zusammenhang zwischen Tat und Strafe viel wichtiger ist, als eine Erhöhung des Strafmaßes. Aber wahrscheinlich werden Sie auch das jetzt bezweifeln.
  10. #59

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    Zitat von pauschaltourist Beitrag anzeigen
    Sie kennen den Fall des Hells-Angels, der folgenlos einen Polizeibeamten vor der Tür seines Spießer-Reihenhauses in Anhausen erschoss?
    Lesen Sie das Urteil, dann wissen Sie warum.
    Gibt schon Gründe warum es Gesetze und Dienstvorschriften gibt...


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