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Verseuchte Infusion: Mainzer Klinik fürchtet Tod eines weiteren Babys

Zwei Kinder an der Uniklinik Mainz sind tot, ein dritter Säugling könnte noch an einer verseuchten Infusion sterben*- ihm geht es laut Klinikleitung sehr schlecht. Staatsanwälte wollen nun klären, wie es zur Verunreinigung mit Keimen kam, im Verdacht steht die hauseigene Apotheke.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,713174,00.html
  1. #20

    Muttermilch

    >Warum zur Hölle hat man den Babys keine Muttermilch gegeben?

    Nicht jeder Säugling ist in der Lage, gastro-intestinale Nahrung, d.h. Nahrung über den Verdauungstrakt, aufnehmen zu können. Bei bestimmten Erkrankungen kann es nötig sein, die ernährung intravenös zu verabreichen. Das gilt für Erwachsene wie auch für Kinder und Säuglinge.
  2. #21

    Die Staatsanwälte klären nichts

    "Staatsanwälte wollen nun klären, wie es zur Verun....."
    Staatsanwälte klären gar nichts. Die entscheidenden Aufklärungsschritte sind schon längst von den Ärzten veranlaßt, denn die haben das allergrößte Interesse an der Aufklärung. Staatsanwälte behindern nur noch, denn jeder Mitarbeiter der Klinik ist ab sofort unausgesprochen Beschuldigter und sollte auch gegenüber der Staatsanwaltschaft schweigen, um sich selbst und den eigenen Versicherungsschutz nicht zu gefährden. Für den Staatsanwalt ist nämlich alles, was er nicht versteht, ein Verdacht und es dauert manchmal Monate und Jahre, bis man sich von einem unberechtigten Verdacht befreien kann. Bis dahin sind Psyche und Existenz dahin.

    Die Staatsanwaltschaft sucht einen Schuldigen, egal wen. Aufklärung der medizinischen Situation ist nicht ihr Ziel. Es geht Staatsanwälten nicht um die Sache, sondern nur um den Schuldigen. Von der Sache verstehen sie eh nichts. Insofern trägt die Staatsanwaltschaft nicht zur Klärung, sondern zur Verkomplizierung der Situation bei.
  3. #22

    Nicht als Infusion...

    ... sondern generell als Nahrungsmittel. Man kann Muttermilch auch durch eine Sonde abgeben.
  4. #23

    ...

    Zitat von johnnychicago Beitrag anzeigen
    Man muss auch bedenken, dass sich das Pflegepersonal die Hände wund desinfiziert, wobei viele Ärzten nicht mal die grundlegenden Hygienerichtlinien beachten.
    (...)
    Grundsätzlich sollte man sich fragen, will man eine sichere aber teure medizinische Versorgung oder geht man aus Kostengründen bewusst Risiken ein?
    Das kann ich leider bestätigen. Oft ist es auch schlicht reine Faulheit. Man gehe mal in eine x-beliebige Krankenhauskantine. In der Frankfurter Uniklinik zum Beispiel sitzen mehr bekittelte Gestalten als unbekittelte an den Esstischen - das Verbot wird einfach ignoriert und auch in keiner Weise von oberer Stelle durchgesetzt - das Stethoskop meist noch in der Kitteltasche oder um den Hals hängend. Welcher Patient mit welcher Art von Infektion damit vorher abgehört wurde, welche Keime da vorher am Kittel abgewischt wurden und jetzt unbemerkt auf den Esstischen, den Tellern und Tabletts verteilt werden, das will man sich gar nicht vorstellen. Und dies scheint kein deutsches Problem zu sein; in der Kantine der Uni Oslo sieht das kaum anders aus. Bei einer solchen Grundeinstellung zum Thema Hygiene wundern mich Fälle wie der aktuelle nicht im Mindesten.
  5. #24

    Infusionen...

    Zitat von lisch Beitrag anzeigen
    >Warum zur Hölle hat man den Babys keine Muttermilch gegeben?

    Nicht jeder Säugling ist in der Lage, gastro-intestinale Nahrung, d.h. Nahrung über den Verdauungstrakt, aufnehmen zu können. Bei bestimmten Erkrankungen kann es nötig sein, die ernährung intravenös zu verabreichen. Das gilt für Erwachsene wie auch für Kinder und Säuglinge.
    Danke, habe ich doch wieder was dazu gelernt.
    War das denn bei den Babys in der Mainzer Uniklinik so? Ich habe dazu im Internet nichts finden können...
  6. #25

    second victim

    Zitat von hausmeister hempel Beitrag anzeigen
    So tragisch das Geschehen auch ist: Man sollte nie vergessen, dass, wo gearbeitet wird, auch Fehler gemacht werden! Es ist eine Mär zu glauben, man könnte 100%ige Sicherheit immer gewährleisten.
    Mein Mitgefühl den Angehörigen der toten Babies!
    ...und auch dem sog second victim, denn irgendein Name wird in den Ermittlungen auftauchen, bei dem ES passiert ist.
    Man sollte aber immer davon ausgehen, dass Krankenhausmitarbeiterinnen und -mitarbeiter nicht morgens mit dem Vorsatz aufstehen "Heute mache ich einen Fehler, der zu einem Schaden an einem Patienten führt."
    Sie haben alle eine Gewissen.
  7. #26

    Muttermilch

    Zitat von working-mother Beitrag anzeigen
    Warum zur Hölle hat man den Babys keine Muttermilch gegeben ?
    Weil es 1. Frühchen waren, die ggf. noch gar keine Muttermilch vertragen und vermutlich 2. die Mütter noch gar keine Milch produzieren?
  8. #27

    frei

    Zitat von h3li05exe Beitrag anzeigen
    Deutschland ist für die hervorragende medizinische Versorgung weltbekannt, auch wenn der notorisch-nörgelnde Deutsche das nicht gerne einsieht.
    Ungläubiges Gelächter über soviel Ahnungslosigkeit.

    Deutschland liegt hinsichtlich Keimfreiheit weit hinter den skandinavischen Staaten und den Niederlanden zurück. 40 tausend Tote in Deutschland sind ein unfassbarer Skandal.

    Die medizinische Standard-Versorgung in Frankreich ist der deutschen weit voraus.

    Meine Schwiegertante(in den 80gern) war vor zwei Jahren in einem Münchner Krankenhaus, welches uns von früher positiv bekannt war. Diesmal : katastrophale Zustände! Überarbeitete und desinteressierte Schwestern. Stundenlange Wartezeiten vor CT. Unnötiges Röntgen, weil Patienten verwechselt wurden. Mehrfach wurde die Verabreichung von Mahlzeiten vergessen. Obwohl bei der Anmeldung die benötigten lebensnotwenidgen Medikamente klar benannt wurden, wurden diese tagelang nicht verabreicht. Usw, usf.

    Das mag in dieser krassen Form ein Ausrutscher sein, doch die deutsche Klinikmedizin ist in einem steilen Sinkflug !

    Kurt G
  9. #28

    aber nicht intravenös

    Zitat von working-mother Beitrag anzeigen
    ... sondern generell als Nahrungsmittel. Man kann Muttermilch auch durch eine Sonde abgeben.
    aber nicht intravenös. Das wäre ein Kunstfehler.
  10. #29

    Und ohne?

    Zitat von demenzine Beitrag anzeigen
    Unser Kind musste aufgrund einer extremen Frühgeburt nahezu acht Monate lang in verschiedenen Kinderkliniken betreut werden. (...) ist man konfrontiert mit einem mehr oder weniger modernen Klinikbetrieb.
    Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten , aber: Was wäre wohl aus Ihrem extrem (!) früh geborenen Kind ohne diesen Klinikbetrieb geworden?

    Doch was nutzt es, wenn der Umgang mit den Möglichkeiten von Menschen abhängt?
    Die Frage 'was es nutzt' müssten Sie sich eigentlich selbst beantworten können.


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