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Versetzung, Training, Rauswurf: Wie Chefs "Minderleister" loswerden
Phil Wheeler für manager magazinWas, wenn ein Kollege jeden Tag faul wegdämmert und seine Arbeit lausig erledigt? Viele Chefs scheuen den Konflikt mit sogenannten Low Performern, andere feuern am liebsten gleich. Beides falsch, denn es gibt immer einen Grund für das Leistungsloch. Und die Rechtslage ist für den Chef heikel.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-870921.html
- #20 07.12.2012 17:32 von
So ein Quatsch
Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen versichern, dass das man Performanceprobleme im Team durchaus nicht ignorieren kann. In meinen 10 Jahren als Manager hatte ich bislang zweimal den Fall, dass ich Leute wegen unzureichender Leistung entlassen habe.
In beiden Faellen war das fuer alle Beteiligten das Beste. Was man dabei nicht ausser acht lassen darf, ist, dass die Kollegen durchaus erwarten, dass der Chef Performanceprobleme adressiert. Tatsaechlich hatte ich Mitarbeiter, die das ganz unverbluemt ausgesprochen haben. Letztlich bleibt einem kaum was anderes uebrig, wenn man nicht will, dass das gesamte Team entweder geht oder sich am niedrigsten Niveau orientiert. Ganz allgemein hat man entweder Low Performer oder Top Performer im Team, beides zusammen geht nicht. - #21 07.12.2012 17:36 von
- #22 07.12.2012 17:42 von
...
Es wäre oft genauso wichtig, die Frage zu beanworten, wie "Minderleister" ihren Chef loswerden. Denn oft genug ist der Mann an der Spitze der eigentliche Grund für die "Minderleistung".
Aber das ist so ähnlich, wie mit dem "zerstörten Vertrauensverhältnis". Der Chef kann sich so ziemlich alles erlauben, ohne befürchten zu müssen, dadurch Nachteile zu erleiden. Aber wehe, der kleine Angestellte "zerstört das Vertrauensverhältnis" durch eine Bagatelle, der fliegt sofort und ohne Pardon.
Wir brauchen in Wirklichkeit eine Demokratisierung der Arbeitswelt. Mitarbeiter müssen die Möglichkeit haben, ihren Chef vor die Tür setzen zu können. Durch ein geregeltes Verfahren, in mehrheitlicher Entscheidung. - #23 07.12.2012 17:47 von
...
Als promovierter Naturwissenschaftler bekommt man auch nicht unbedingt sehr viel mehr, 3.500 etwa im öffentlichen Dienst. Bei Befristung und anderen Nettigkeiten.
Als Professor hat man dann teilweise nur 300 Euro Differenz im Grundgehalt. Das hat selbst das Bundesverfassungsgericht als nicht angemessen befunden (ein Fall in Hessen, vor ein paar Monaten).
Solange jeder Idiot in der Bank Milliarden nachgeschmissen bekommt, aber echte Leistungsträger mit jahrelanger Qualifikationsphase so mies entlohnt werden, braucht man in diesem Land keine Diskussion über Fachkräftemangel etc. zu führen.
Aber Hauptsache man diffamiert erst mal die unteren Chargen als potentielle Minderleister und stellt die Chefs so dar, als ob die von diesen Dingen ausgenommen wären. Man wird sehen, was man in ein paar Jahren davon hat. - #24 07.12.2012 17:59 von
- #25 07.12.2012 18:10 von
optional
So, so: Ist nun das Problem der "Low Performer" auch in deutschen Unternehmen angekommen. Ich habe viele Jahre in leitender Position in US-amerikanischen Unternehmen im In - und Ausland gearbeitet. Den Weg, über "HR- Reviews" low performer, high performer und high potentials zu definieren, haben wir vor Jahrzehnten begonnen. Bei jedem "cost saving program", das natürlich auch Personalfreisetzungen zum Inhalt hatte, gab es die klare Anweisung, die Minderleister zu erst zu entlassen. Es hat vieler "Kämpfe" mit den HR-Leuten aus dem Group und Corporate Management bedurft, diesen Leuten klar zu machen, dass es ein Kundigungsschutzgesetz, dass es das Mitspracherecht des BR gibt und so weiter. Nachdem das dann verstanden wurde, wurden "development programs" eingerichtet. Das Ergebnis war, dass die MA eine Galgenfrist bekamen, bis zum nächsten negativen Review. Wenn das wiederum daneben ging, war es um den Herren oder die Dame dennoch geschehen,
- #26 07.12.2012 18:29 von
Endlich auf Seite 3 mal eine qualifizierte Antwort von jemandem, der auch tatsächlich weiss, worum es geht. Das deckt sich genau mit meiner Erfahrung. Kaum etwas demotiviert eine Gruppe dauerhaft stärker, als wenn sie unter der schlechten Leistung oder Leistungsverweigerung Einzelner zu leiden hat - und der Chef dies ignoriert. Und zwar im Zweifel aus Angst oder Bequemlichkeit. Denn konstruktiv negatives Feedback zu geben oder auch zu bestrafen (wie auch immer) ist nun mal schwierig und unangenehm.
Das erkennt man auch gut an den Beiträgen hier, die nahezu alle auf Nebenkriegsschauplätze ausweichen bzw. die Sachverhalte verdrehen, so dass man zum eigentlich Thema nichts sagen muss. Es ging in dem Artikel nun mal nicht um unmenschliche Ausbeutung oder ungerechtfertigte Beschuldigungen - sondern um berechtigtes und notwendiges Vorgehen gegen dauerhaft schlechte Leistung oder Leistungsverweigerung. Aber da kommt dann von all den theoretischen Besser-Chefs plötzlich nichts mehr... - #27 07.12.2012 18:37 von
Minderleister??
Diese ganzen Berichte über Minderleister sind doch nur Ablenkungsmanöver vom eigentlichen Problem.
Thyssen hat z.B. mehr als 10 Milliarden versenkt, die Banken hunderte. Wer waren den da die Minderleister ?
Hier ein Lnk der über ein paar Myten aufklären hilft.
http://www.handelsblatt.com/panorama/zahl-des-tages-die-meisten-dienstwagen-sind-porsche/7409332.html - #28 07.12.2012 19:56 von
Wenn sich das Arbeiten nicht lohnt, weil das Unternehmen beim Lohn betrügt, dann wäre es unklug, volle Leistung zu bringen.
Man verlöre ja jede Selbstachtung, wenn man sich so ausbeuten ließe. Daher sollten sich viele Vorgesetzte, die beim Gehalt gerne den Pfennigfuchser spielen erst einmal an die eigene Nase fassen: Ein Arbeitnehmer, der im Lohn gedrückt wird soll und darf ruhig auch mit seiner Leistung sparsam sein. Unterm Strich spart der "Chef" dann auch nichts, wenn er gute Leute quasi korrumpiert und zur Minderleistung zwingt. Die paar "gesparten" Euros gehen dem Unternehmen mehrfach verloren, wenn ein Arbeitnehmer klug und subersiv gegensteuert. - #29 07.12.2012 20:58 von
Nur Opfer
Ich kriege das Kotzen wenn ich den Großteil der hiesigen Kommentare lese. Selbst Führungskraft mit derlei Problemen, habe ich voller Hoffnung auf Lösungen diesen Artikel gelesen. Die 20-70-10 Quote kann ich gut teilen. Mit besagten 10% habe ich geredet, Druck gemacht, Bedürfnisse eruiert, etc - mit wenig Erfolg. Ich lasse mir nicht vorwerfen falsch vorgegangen zu sein, zuviel zu fordern, usw. Es gibt schlichtweg faule und bequeme Arbeitskräfte. Man kann sich das Leben natürlich leicht machen, indem man sich als Opfer und den Chef als Fehlbesetzung sieht. Man kann auch sagen, dass man unterbezahlt sei. Bei uns wird z.B. Tarif gezahlt, trotzdem muss ich mir über dritte sagen lassen, dass besagte Arbeitskräfte für ihren Lohn nicht mehr tun würden. Haben sie sich nicht bei Vertragsunterschrift ihr Gehalt für okay erachtet?
Unsere Hand-auf Gesellschaft wird genau an diesen Geisteshaltungen zerbrechen, solange man nicht zuerst bei sich selber schaut.
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