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Versagen der Uni-Ökonomen: Warum bringt uns keiner Krise bei?

Der Markt wird's schon richten: Während*ganze Staaten taumeln, lehren die Volkswirtschaftler unverdrossen ihre überkommenen Theorien. Jetzt rütteln Studenten die alte Professoren-Garde wach - und organisieren sich ihre Seminare zu Krise und Wirtschaftsethik selbst.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...803953,00.html
  1. #160

    und das halte ich für völligen unsinn

    Zitat von zaphod_beeblebroxiii Beitrag anzeigen
    für völligen Unsinn.

    Die Medizin ist sicher keine exakte Wissenschaft. Das könnte aber auch daran liegen, dass uns noch Milliarden von Informationsbausteinen fehlen. Dann kann möglicherweise auch die Medizin sich einer "exakten" Wissenschaft nähern. VWL wird das nie.
    Und das ist ein Grund, die VWL abzulehnen? wissenschaftliche Modelle in der VWL haben heute herzlich wenig mit Adam Smith, Neoklassik und den anderen Grundlagen der VWL zu tun. Die mathematischen Modelle bestehen aus tausenden von Gleichung, die natürlich die Realität nicht wiedergeben können. Dazu gibt es viel zu viele Interdependenzen, die einfach nicht alle erfasst werden KÖNNEN. Das liegt in der Natur der Sache.

    Aber wenn Kinder heute in der Schule das Lesen lernen, werden sie auch erst mal die Buchstaben angucken, bzw. die Silben und deren Klänge lernen, bevor sie sich mit Goethe und Schiller beschäftigen. Keine Forschung ohne wissenschaftliche Grundlagen!
  2. #161

    2 Jahre zu spät....

    2 Jahre später als die New York Times kommt dieser Artikel daher und dann auch nur sehr oberflächlich. Naja, besser als nie. Also, für alle diejenigen, die in ihrer Sturheit einfach nicht zugeben können, dass sich ihre Theorien ungenügend unterfüttert und ihre erhofften Ergebnisse als nicht korrekt herausgestellt haben. Die nicht zugeben können, dass ihre Wissenschaft mit unsauberen und nicht verfizierbaren Annahmen ein Konstrukt aufgebaut haben, das sich nun als wenigstens verbesserungswürdig herausgestellt hat, wenn es nicht sogar verworfen werden sollte. Sprich, die ihre Modelle und Theorien einfach überdenken sollten. Für alle diese Jungs und Mädels empfehle ich folgen Artikel eines Wirtschaftswissenschaftlers:
    NY Times Advertisement
  3. #162

    Märkte

    Zitat von DMenakker Beitrag anzeigen
    ...Wo ist denn die antizyklische Haushaltspolitik? Wo gibt es denn wirklich freie Märkte?
    Ja wo gibt es die freien Märkte? Kann es den freien Markt überhaupt geben? Gab es ihn denn jemals? Kann es sein, daß 'der freie Markt' genau so ein theoretisches Konstrukt ist, wie der 'wahre' Sozialismus der seinen Praxisbeweis bisher auch regelmäßig schuldig geblieben ist?
    Zitat von DMenakker Beitrag anzeigen
    Was wir seit den späten 60-ern gefahren haben ist ein kontinuierliche, durch nichts unterbrochene Schulden- und Subventionspolitk...
    Sie werden hier Opfer einer falschen Kausalität. Ende der 60'er setzte nicht einfach eine neue (Schulden-)Politik ein, sondern es endete eine lange Phase des Aufschwungs, bedingt durch die besondere Nachkriegssituation:
    - ein ganzes Land musste aufgebaut werden
    - eine vollkommen neue Infrastruktur wurde geschaffen, z.B. Mobilität
    - die Technisierung der Haushalte
    Mitte der 70'er war der Boom vorbei, die Nachfrage weitestgehend befriedigt. Die meisten hatten ihr Auto, ihren Kühlschrank usw.
    Prompt setzte Massenarbeitslosigkeit ein, ebenso die Schuldenpolitik als zentrales Element jedes Defizitkreislaufs (das Erkaufen des Wachstums auf Kredit).
    Die Politik ist in einer Phase der Sättigung (Überproduktion) immer in der Zwickmühle. Greift sie nicht ein, explodieren die Arbeitslosenzahlen und die Demokratie ist unmittelbar bedroht, greift sie ein, entstehen die bekannten Defizitkreisläufe.
    Politik ist also nicht Ursache des Dilemmas.
  4. #163

    Reading tealeaves

    Zitat von espace Beitrag anzeigen
    VWL hat mit allem zu tun; auch mit verpöntem Verhalten der Marktteilnehmer; so ist nun mal die Wirklichkeit, die die VWL so gerne einfach ignoriert.
    Die VWL ist keine Wissenschaft, wäre es natürlich gerne. Man baut sich deshalb schöne Formeln zusammen, die der Normalo nicht mal lesen kann. Und wer sich profilieren will, der fügt der (Luft-)formel eben noch einen Teil hinzu; und wieder gibt es eine neue Theorie, die die Studies lernen dürfen und irgendwann ganz stolz nachplappern können.
    Der Sachverständigenrat zur wirtschaftlichen Gesamtentwicklung ist die Quintessenz deutscher Wirtschaftskompetenz. In schöner Regelmäßigkeit liegen diese Prognostiker ök. Kausalzusammenhänge "neben der Kappe". Man sollte sie daher in die 5 Waisen umbenennen. Von Halbwaisen und Vollwaisen im allg. Wirtschaftsgeschehen ganz abgesehen.
    Das gelehrte Nichtwissen um die Zusammenhänge des Wirtschaftsgeschehens hängt mit dem Selbstverständnis der akademischen Ausbildung zusammen. Die Curricula verlieren sich zunehmend in einem sich selbst generierenden Begriffswirrwarr und verwirrenden Zahlenspielereien der sog. Finanzmathematik.
    Man hat uralte Wahrheiten der Mantik (Divination) vergessen. An keiner Lehranstalt wird die Eingeweideschau, der Vogelflug oder der Knochenwurf gelehrt. Fundamentales Handwerkszeug wie Kristallkugel und Kaffeesatz wird nur noch von obskuren Freischaffenden zelebriert. Weiß irgendein Ökonomieprofessor noch um den perfekt angesetzten Knochenwurf? Wir gehen undurchsichtigen Zeiten entgegen. Nostradamus hilf!
  5. #164

    Finanzkrise

    Zitat von DMenakker Beitrag anzeigen
    ...Erst wenn auch der letze kapiert, dass die Bankenkrise 2008 von der Politik verursacht wurde, und nicht von irgendwelchen angeblich entfesselten Finanzmärkten, wird in die ganze Diskussion wieder entwas Vernunft einziehen. Erst wenn der letzte kapiert hat, dass auch Staaten nicht unbegrenzt Schulden machen können, und dass dies kein "Diktat der Finanzmärkte" darstellt, werden wir in der Lage sein, die Konsequenzen zu ziehen...
    Die Bankenkrise von 2008 hat ihre Ursachen weit zurückliegend und ist keineswegs Resultat einer verfehlten Politik im engeren Sinne.
    Vielleicht mal eine Zahl, die das Problem verdeutlicht:
    "So entsprach das amerikanische BNE in 1960 noch 66,2 Prozent aller Umsätze der US-Finanzmärkte. In 1970 fiel dieser Anteil auf 37,8 Prozent, in 1980 15,7 und ein Jahrzehnt später waren es nur noch 2,6 Prozent. Im Jahr 2000 betrug die Summe aller in einem Jahr hergestellten Güter und Dienstleistungen der größten Volkswirtschaft der Welt gerade einmal 1,9 Prozent der Umsätze der US-Finanzmärkte!
    Von der Immobilienspekulation zum Zusammenbruch der globalen Defizitkonjunktur | Telepolis
  6. #165

    Wie naiv kann man denn sein?

    Vor der kritischen Auseinandersetzung mit Theorien kommt das Studium der Modelle und Methoden - das dauert in jeder Wissenschaft (ob man VWL als eine solche bezeichnen kann, ist eine andere Frage) mindestens zwei bis drei Jahre.

    Was ist ein Modell? Eine vereinfachende Darstellung der Wirklichkeit, das Vorhersagen gestattet. Kein Modell kann die Wirklichkeit komplett abbilden - das einzige vollständige Modell der Wirklichkeit ist die Wirklichkeit selbst. Das sollte jeder Abiturient spätestens nach der 9. Klasse wissen.

    Dass Wirtschaftswissenschaftler oft Unsinn verzapfen steht auf einem anderen Blatt.

    Die Krise hat tatsächlich weniger mit Marktversagen als mit Markteingriffen zu tun: Die US-Hypothekenkrise ist von Fed und Politik zu verantworten, die Eurokrise damit, dass Regeln gebrochen wurden - von Deutschland, Frankreich und Griechenland.

    Jeder Marktwirtschaftler will Regeln im Markt: Fairness, Transparenz und Rechtssicherheit sind die Voraussetzungen für effiziente Märkte.
  7. #166

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Markt wird's schon richten: Während*ganze Staaten taumeln, lehren die Volkswirtschaftler unverdrossen ihre überkommenen Theorien. Jetzt rütteln Studenten die alte Professoren-Garde wach - und organisieren sich ihre Seminare zu Krise und Wirtschaftsethik selbst.

    Versagen der Uni-Ökonomen: Warum bringt uns keiner Krise bei? - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Also ich habe vom Statistik lesen keine Ahnung, woher auch. Ich habe lediglich 2 ganz normale Berufsausbildungen.

    Wenn ich mir aber die ganze Sache ansehe, dann ist das wohl nicht nur Panik, sondern man hat das Gefühl auf dem Parkett rennen viele auch noch kopflos umher. Selbst Analysten, Hedgefondsmanager und Politiker (woher auch, die müssen sich auch auf ihre Berater verlassen) sowieso, lagen 2011 mit ihren Prognosen (wie immer) vollkommen daneben.

    Wenn diese Studenten und Uniabgänger wirklich was lernen wollen, dann sollten sie einmal ganz normal, wie jeder andere hierzulande arbeiten gehen. Dabei sollten sie ganz unten anfangen, mittlerweile gibt es bei der Zeitarbeit einen Mindestlohn, und es zuallererst mit Bandarbeit, schaufeln und putzen probieren. Beim Putzen kommt dann die Erleuchtung meist von selbst. Da braucht es kein aufwendiges Studium.
    Das nennt sich weder Keynesianismus noch österreichische Schule, sondern "harte Schule".
  8. #167

    Zitat von zwangsreunose Beitrag anzeigen
    ... Beim Putzen kommt dann die Erleuchtung meist von selbst. ....
    Jimy Rogers hat wohl schon im Alter von 6 Jahren Erdnüsse verkauft (ab der 4. Minute).
    Hier das ganze Interview vom Februar 2011.
    Jim Rogers, Investor und Buchautor | cash Video | Video podcast episode | Podcast.tv - your video podcast directory for international podcasts

    Man sollte vielleicht einmal auf diese Leute hören.
  9. #168

    [QUOTE=cs2001;9362106Was ich in Wahrheit einfordere (weil es ehrlich waere) ist, dass Volkswirte viel oefter und ehrlicher auf Fragen von Journalisten etc. antworten: "Wir wissen es nicht". Egal ob Sinn oder Bofinger....[/QUOTE]

    Ja, das wäre äußerst sinnvoll. Oder zumindest ihre Aussagen mit den errechneten Wahrscheinlichkeiten unterlegen. Was aber wahrscheinlich kaum jemand verstehen würde.
  10. #169

    Märkte

    Zitat von kj77nw Beitrag anzeigen
    Es ist totaler Unsinn, den Markt dafür verantwortlich zu halten, dass die Regierungen in Griechenland, Spanien, Portugal und Deutschland zu viele Schulden machen, um Sozialleistungen zu bezahlen, die über das finanzierbare hinausgehen. Früher oder später muss so ein System zusammenbrechen.
    Es ist ja schon fast beängstigend, mit welcher Religiösität der Markt als solcher angebetet wird.
    So wie sich die Linken die Frage gefallen lassen müssen, warum ihr theoretisch doch so gut funktionierendes Konzept in der Praxis bisher zu den katastrophalsten Resultaten führte, gilt das auch für die Verfechter des freien Marktes. Kann es sein daß in beider Theorien elementare Schwachstellen enthalten sind?

    Was die Schulden anbelangt ist das nicht mit wenigen Worten zu erklären. Ich verweise stattdessen auf einen Artikel:
    "Kurze Geschichte der Weltwirtschaftskrise"
    Das Ende des "Goldenen Zeitalters" des Kapitalismus und der Aufstieg des Neoliberalismus | Telepolis
    Explosionsartige Ausweitung der Finanzmärkte in der Clinton-Ära | Telepolis
    Von der Immobilienspekulation zum Zusammenbruch der globalen Defizitkonjunktur | Telepolis
    Zitat von kj77nw Beitrag anzeigen
    Zudem lehrt die Volkswirtschaftslehre ja gerade, dass Finanzkrisen und Zyklen unvermeidlich sind, genauso wie Ungleichheit und Arbeitslosigkeit. Es sind Regierungen, die diese Grundwahrheiten ignorieren, die damit die Krisen vertiefen und verlängern.
    Der Markt wird niemals die wirtschaftlichen Vorstellungen zu "sozialer Gerechtigkeit" und "Stabilität" der christlichen oder linken Parteien verwirklichen können...
    Ach so, Krisen sind unvermeidlich. Auch große Krisen? Und ganz große? Solche, die sich in extremer Massenarbeitslosigkeit äußern und sich ggf. sogar zu Kriegen auswachsen? Alles schon gehabt.
    Aber es geht natürlich nichts über eine schöne reine Theorie. Was gehen uns schon die Menschen an.

    Nein werter Forist: Auch eine Marktwirtschaft ist ein Regelwerk von und für Menschen, nicht mehr und nicht weniger. Wir arbeiten um zu leben und nicht umgekehrt.
    Die Marktwirtschaft hat genau solange Bestand, wie die Masse der Menschen von ihr profitiert. Wenn es aber eine Eigenschaft des Marktes sein sollte, daß immer weniger immer mehr profitieren, der Rest aber in die Röhre schaut wird dieses Regelwerk zwangsläufig geändert werden. Lassen Sie uns wünschen, daß es nicht so weit kommen möge.








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