Versagen der Uni-Ökonomen: Warum bringt uns keiner Krise bei?

Der Markt wird's schon richten: Während*ganze Staaten taumeln, lehren die Volkswirtschaftler unverdrossen ihre überkommenen Theorien. Jetzt rütteln Studenten die alte Professoren-Garde wach - und organisieren sich ihre Seminare zu Krise und Wirtschaftsethik selbst.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...803953,00.html
  1. #120

    ...

    Zitat von metzelkater Beitrag anzeigen
    Wohin ihre Selbstreinigung des Marktes mit Massenarbeitsloigkeit führt, können sie anhand der Geschichte nachvollziehen. Ich empfehle das Auge auf den Zeitraum von Mitte der 20er bis Mitte der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts zu werfen. Ist das ihr Plan für die nächsten 20 Jahre?

    Wir werden zwar sicher keinen Hitler und keinen Stalin mehr bekommen, aber andere Verrückte werden in dem dann entstehenden Chaos ihre Chance wittern und ein paar neue Gruselgeschichten ins geschichtsbuch schreiben.

    Fakt ist, Massenarbeitsolsigkeit führt Gewalt und zu politischer Instabilität, der Ausgang ist kaum berechenbar. Aber wahrscheinlich betrachten Sie Krieg insgeheim als notwendig, weil danach eine neue Wachstumsspirale beginnen kann.
    Nun was glauben sie denn was am Ende der Spekulationsblasen steht, wenn das groß der Steuerzahler verarmt ist und die Staaten vollständig bankrott sind... ich bin für einen Neustart bevor die Staaten Amok laufen bzw. Kriege anzetteln um an Geld zu kommen ...
    Im Moment haben wir noch eine breite Mittelschicht die in der Lage ist neue innovative Unternehmen zu starten.
  2. #121

    Zitat von DMenakker Beitrag anzeigen
    Erst wenn auch der letze kapiert, dass die Bankenkrise 2008 von der Politik verursacht wurde, und nicht von irgendwelchen angeblich entfesselten Finanzmärkten, wird in die ganze Diskussion wieder entwas Vernunft einziehen.
    Da bin ich sehr im Zweifel. Politiker handeln doch nicht aufgrund der bei den wenigsten vorhandenen Fähigkeit, komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge zu durchschauen und das Richtige zu tun, sondern sie verlassen sich auf ihre Berater, seien es Fachleute in den Ministerien oder mit viel Geld und Einfluss ausgestattete Lobbyisten, welche ihre eigenen Interessen pflegen.
  3. #122

    *

    Zitat von Trouby Beitrag anzeigen
    Wir reden doch nicht Prognosen, die die Kreditwirtschaft erstellt, sondern von Wissenschaft, oder? Das sind zwei ganz unterschiedliche Dinge.
    Black-Scholes-Modell? Nobelpreis für Prognosen in der Kreditwirtschaft und nicht für Wissenschaft?

    Was verstehen Sie denn unter ökonomischer Wissenschaft?
  4. #123

    Intuition

    Zitat von duschinabuschi Beitrag anzeigen
    Aber natürlich wollen sie das. Das ist doch der ganze Sinn von mathematischen Modellen und Simulationen überhaupt. Termingeschäfte, "Futures", die Kreditwirtschaft, die gesamte Spekulation ist immer eine Wette auf die Zukunft. Aktienkurse werden prognostiziert. Kredite werden gewährt aufgrund von Zukunftsprognosen. Die Zukunft ist zentral in ökonomischen Modellen.
    Danke für die Unterstützung!

    Wußten Sie schon dass J.M. Keynes ein recht erfolgreicher Börsenspekulant war.
    IMHO aber nicht weil er mit mathematischen Modellen in die Zukunftschauen konnte sondern weil er intuitiv wußte was er tat.

    Deshalb liebe VWL- Studis fragt mal Eure Profs ob sie auch mit Erfolg an der Börse agieren und ob sie es Soros und Buffet gleichtun könnten, wenn sie es nur wollten :-)
  5. #124

    "Versagen" oder Erkenntis-Widerspruch?

    "Versagen der Uni-Ökonomen", bringt zum Ausdruck, sie könnten es (besser). Doch dann bleibt weiterhin die (nicht gestellte) Frage unbeantwortet, warum sie versagt haben, obwohl sie es hätten (besser) können.
    Die Beurteilung, sie hätten versagt, ist nicht zutreffend. Können setzt Kenntnisse voraus. Kenntnisse haben die Uni-Ökonomen zweifellos und sie sind auch nicht realitätsfremd.
    Womit sie allerdings ihr Verständnis von der Realität ausdrücken, sind Beschreibungen, Schilderungen deren Erscheinungen. Womit sie allerdings ihr Verständnis auch in (mathematischen) Modellen zum Ausdruck bringen, sind scheinbare Zusammenhänge beschriebener, geschilderter Erscheinungen einschließlich von Gedankenkonstrukten
    davon.
    Sie verwenden dazu Worte und Aussagen, die mit einem ideologisch begründeten herrschenden Verständnis besetzt sind. Ihr Vokabular ist deshalb ungeeignet, mit diesen historisch kausalen Zusammenhängen charakteristische Merkmale des Zusammenlebens zu erfassen und darzustellen. Sie widersprechen damit geradezu den Erkenntnissen der Menschheit. Sie müssen ihren Erkenntnis-Widerspruch überwinden, um nicht weiter als Versager beurteilt zu werden, um es (wissenschaftlich) zu können.
    (s.a. http://diskussion. erkenntniswiderspruch.de)
  6. #125

    Der Markt un die Theoretiker

    Das eigentliche Problem der Theoretiker ist eben, dass sie nie an verantwortlicher Stelle in der Wirtschaft gearbeitet haben oder die dort gewonnenen Erkenntnisse im wirtschafswissenschaftlichen Betrieb verdrängen. Ja, seltsam aber wahr, das Optimierungsstreben des Menschen ist natürlich vorhanden, nur geht es dabei um Nutzen, nicht um rein, sich in Marktpreisen niederschlagende monitären Wert. Die sich in der Nutzwertanalyse niederschlagenden Erkenntnisse aber zu verdrängen oder gar nicht verstanden zu haben, führt dann eben zu seltsamen Ansichten. Und der Glaube an den Markt, den es übrigens auch in der ehemaligen Sowjetunion gab, und seine Gleichgewichtsregeln zeigt nur eins, die Abhängigkeit der Wissenschaftler von jenen, denen es wie auch immer, Reichtum zu scheffeln, denn sie - diese ´Wissenschaftler´ vertreten mit ihren Theorien nur und nur die Interesse der Reichen. Straubharr war diesbezüglich aber wirklich keine, eher vielleicht sogar eine nachdenkliche Ausnahme...
  7. #126

    Solange Experten wie Herr Flassbeck den Markt kaputt reden wollen, besteht keinerlei Sorge, sofern die Medien objektiv berichten. Dieser Herr ist noch aus Zeiten des Herrn Lafontaine bekannt und unter Experten nicht wegen seiner Kompetenz gefürchtet. Ferner wäre mal zu beachten, ob wir in Deutschland den liberalen, grenzenlosen Markt überhaupt haben. Wer die Staatsquote anschaut, muss dies verneinen. Mit Neoliberalismus haben wir es in Deutschland auch nicht zu tun (Mindestlöhne, Regulierung, Reichensteuer, Vermögensabgabe, etc. etc..) Vielleicht sollten die angehenden VWL´er die Klassiker richtig lesen.
  8. #127

    "Drinnen lernten derweil die Studenten, dass "die unsichtbare Hand" des Marktes laut Adam Smith, Papst der Ökonomen, immer zu einem Gleichgewicht führe."

    Ich habe dieses Jahr mein Studium der VWL an der LMU abgeschlossen, und kann sagen, dass das einfach mal überhaupt nicht stimmt... Man lernt, dass Märkte effizient sind und zu einem Gleichgewicht finden, w e n n sie funktionieren. Im Prinzip beschäftigt man sich im ersten Semester wirklich fast ausschließlich mit funktionierenden Märkten udn warum die effizient sind und auch bei Gewinn/Nutzenmaximierenden Marktteilnehmern das optimale Ergebnis (besser als ein Planer) liefern. In allen andrern Semestern lernt man dann aber fast nur noch wann Märkte versagen, und wieso und was man dagegen tun kann.

    "die" Finanzkrise ausgelöst durch Ratingagenturen und Hypothekenkredite und Maßnahmen der Regierung war in meinem Studium auch oft Thema.
  9. #128

    Die Wiener Schule der Ökonomie wird in deutschsprachigen Ländern nicht gelehrt, ..

    ..obwohl sie eine plausible und konsistente Theorie zur Entstehung von Wirtschaftskrisen zu bieten hat. Die "Konjunkturzyklustheorie" vereint mikroökonomische und makroökonomische Sachverhalte zu einer vollständigen Theorie. Hierbei wird eine Krise als eine notwendige Folge des vorangegangenen Booms erklärt. Der Boom, hervorgerufen durch künstliche Kreditausweitung und Zinsmanipulation, verzerrt durch Fehlleitung der Investitionen die Kapitalstruktur der Realwirtschaft. Die Fehlstrukturen entsprechen nicht den eigentlichen Bedürfnissen der Konsumenten. Die folgende Krise ist die Bereinigung dieser Fehlstrukturen.

    Für die Methodik dieser Schule ist wesentlich, dass sie NICHT auf mathematische Modelle setzt - sondern den individuell handelnden Menschen in den Mittelpunkt der Betrachtung stellt. Da jeder Wert eines Gutes subjektiver Natur ist, kann Ökonomie nicht wie Physik betrieben werden.

    "Austrian economics" ist den USA bekannter als in Europa..

    Eine Einführung zu "Austrian economics":

    Understanding "Austrian" Economics - Henry Hazlitt - Mises Daily

    Zur Konjunkturzyklustheorie ist das Buch des spanischen Ökonomen Jesus Huerta de Soto zu empfehlen:

    Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklen: Jésus Huerta de Soto, Philipp Bagus: 9783828205321: Bücher
  10. #129

    Erkenntnisse

    Zitat von Schw4rz Beitrag anzeigen
    "Drinnen lernten derweil die Studenten, dass "die unsichtbare Hand" des Marktes laut Adam Smith, Papst der Ökonomen, immer zu einem Gleichgewicht führe."

    Ich habe dieses Jahr mein Studium der VWL an der LMU abgeschlossen, und kann sagen, dass das einfach mal überhaupt nicht stimmt... Man lernt, dass Märkte effizient sind und zu einem Gleichgewicht finden, w e n n sie funktionieren. Im Prinzip beschäftigt man sich im ersten Semester wirklich fast ausschließlich mit funktionierenden Märkten udn warum die effizient sind und auch bei Gewinn/Nutzenmaximierenden Marktteilnehmern das optimale Ergebnis (besser als ein Planer) liefern. In allen andrern Semestern lernt man dann aber fast nur noch wann Märkte versagen, und wieso und was man dagegen tun kann.

    "die" Finanzkrise ausgelöst durch Ratingagenturen und Hypothekenkredite und Maßnahmen der Regierung war in meinem Studium auch oft Thema.
    Wenn sie diese Erkenntnisse gewonnen haben warum geben sie denn nicht ihren Abschluß zurück, es ist doch imgrunde nichts wert.
    Das gesamte Studium ist nur ein herunterbeten des der falschen Realität.
    Er ist genaugenommen so unsinnig wie auch all die geistigen Fächer.
    Mehr schein als sein, die Herrschenden halten doch alle nur zum Narren.
    HR