Zitat von
muellerthomas
In Spanien ist nicht der Staat, sondern der private Sektor überschuldet. Kürz der Staat nun seine Ausgaben, sinken damit die Einnahmen der privaten Haushalte noch mehr als ohnehin schon (25% Arbeitslosigkeit), die Entschuldung des privaten Sektors wird also zusätzlich erschwert, die Gesundung der Volkswirtschaft verzögert.
Wenn Sie das ändern möchten, müsste man das Defizit also vergrößern...:-) Die Zinszahlungen stehen schließlich fest, wird das Defizit verkleinert, liegt es irgendwann unterhalb der Zinszahlungen. Aber was soll das aussagen?
Je nach Staat, das drückt der sog. Primärsaldo aus, das ist das Defizit bzw. der Überschuß vor Zinsen. Italien hatte lange Zeit einen Primärüberschuß. Um aber den Schuldenberg abzutragen, muss man schließlich logischerweise tilgen, um also in Zukunft mehr zu haben, muss heute verzichtet werden. Sie und viele andere werden vermutlich sagen, das sei trotzdem vorteilhaft. So eindeutig ist das aber nicht in jedem Fall.
Es galt bis in die 1930er Jahre als normal oder selbstverständlich, dass der Staatshaushalt immer ausgeglichen sein muss außer in Kriegszeiten. Die Folgen waren häufige und tiefe Rezessionen und schließlich die Weltwirtschaftskrise. Die damaligen Fehler werden leider nun in Europa wiederholt.