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Vermessung mit U-Booten: Fotos zeigen "Titanic"-Wrack in allen Details

HISTORYNeue Bilder vom Grab der "Titanic" geben Einblick in eine der größten Katastrophen der Seefahrtsgeschichte. Sie beweisen, wie der Ozeanriese zu Boden taumelte - und zeigen zahlreiche Details des gewaltigen Trümmerfelds in 3800 Metern Tiefe.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...820391,00.html
  1. #30

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    Titanic heben? Au weia...
    Was glauben Sie, was passiert, wenn man zB den übriggebliebenen Hauptteil des Rumpfes heben würde (lassen wir mal die technischen Schiwerigkeiten dazu außer acht)? Das Ding würde in tausend Teile zerbrechen. Der Rumpf, das gesamte Schiff ist mittlerweile derart verrottet und verrostet, die Stahlträger oder was davon übrig ist, würden das tonnenschwere Gewicht nicht mehr zusammenhalten können und auf halbem Wege an die Oberfläche zerbrechen. Lediglich der Wasserdruck hält das Wrack noch zusammen. In einigen Jahren werden Sie da unten kein Schiffswrack mehr erkennen - nur noch eine verrottende Stahlmüllhalde...
    Selbst Schlachtschiffe wie die Bismarck, die aus ewig dickem Panzerstahl gebaut wurden und noch nicht so lange versunken sind, bekämen Sie heute vermutlich nicht mehr am Stück an die Oberfläche.
    Es würde vermutlich auch rechtliche Probleme geben, da so ein Schiffswrack häufig als Seemannsgrab deklariert wird und gar nicht gehoben werden darf - siehe das Fährunglück vor einigen Jahren in der Ostsee - selbiges darf nicht gehoben werden, auch wenn es nur unweit der Meeresoberfläche auf Grund liegt.

    Bzgl. des verwendeten Schiffsstahls: Es ist mittlerweise nachgewiesen, das für die Platten und Nieten der Titanic minderwertiger Stahl verwendet wurde, mit höherem Kohlenstoffgehalt als eigentlich vorgesehen. Technisch war damals sehr viel höherwertiger Stahl "State of the Art".
  2. #31

    Vielen Dank für die Antworten :) Dann stellte sich mir noch die Frage, weshalb ausreichend viele Rettungsboote nicht gesetzlich vorgeschrieben waren. Wikipedia sagt dazu:

    In 1870, answering a question at the House of Commons of the United Kingdom about the sinking of PS Normandy, George Shaw-Lefevre said that in the opinion of the Board of Trade, it will not be possible to compel the passenger steamers running between England and France to have boats sufficient for the very numerous passengers they often carry. They would encumber the decks, and rather add to the danger than detract from it. By the turn of the 20th century larger ships meant more people could travel, but safety rules regarding lifeboats remained out of date: for example, British legislation concerning the number of lifeboats was based on the tonnage of a vessel and only encompassed vessels of "10,000 gross tons and over". It was after the sinking of the RMS Titanic on April 15, 1912, that a movement began to require a sufficient number of lifeboats on passenger ships for all people on board.
  3. #32

    Zitat von HAL3000 Beitrag anzeigen
    Bzgl. des verwendeten Schiffsstahls: Es ist mittlerweise nachgewiesen, das für die Platten und Nieten der Titanic minderwertiger Stahl verwendet wurde, mit höherem Kohlenstoffgehalt als eigentlich vorgesehen. Technisch war damals sehr viel höherwertiger Stahl "State of the Art".
    In Wikipedia heisst es dazu, dass der verwendete Stahl lange Zeit im Schiffbau regulär eingesetzt wurde, aber heute durch andere Materalien ersetzt wurde. Lediglich die Praxis, Löcher zu stanzen, war demnach problematisch, da es dazu zu Haarrissen im Material kam, daher wurden die Löcher später nicht mehr gestanzt sondern gebohrt.
  4. #33

    Zitat von HAL3000 Beitrag anzeigen
    Bzgl. des verwendeten Schiffsstahls: Es ist mittlerweise nachgewiesen, das für die Platten und Nieten der Titanic minderwertiger Stahl verwendet wurde, mit höherem Kohlenstoffgehalt als eigentlich vorgesehen. Technisch war damals sehr viel höherwertiger Stahl "State of the Art".
    Das mag alles richtig sein. Dennoch sollte man der Fairness halber auch eine Lanze für die Bauwerft brechen. Ganz so schlecht scheint die Basiskonstruktion der Titanic trotz allem ja nicht gewesen zu sein, immerhin lag sie nach der Kollision mit dem Eisberg noch relativ lange sehr stabil im Wasser (und sank angeblich auch deutlich später als vom mitreisenden Chefkonstrukteur Thomas Andrews geschätzt), was erklärt, warum die Passagiere anfangs recht gelassen blieben.

    Nicht vergessen sollte man auch das fast baugleiche und geringfügig ältere Schwesterschiff Olympic, das im Ersten Weltkrieg ein deutsches U-Boot und 1934 das vor New York liegende Nantucket-Feuerschiff jeweils durch Rammen versenkte (im ersten Fall absichtlich). In beiden Fällen schaffte es die Olympic aus eigener Kraft in den nächsten Hafen. Ihre Dienstzeit betrug respektable 24 Jahre.

    (Ja, ich weiß, es gab auch noch das jüngere und sicherheitstechnisch aufgerüstete Schwesterschiff Britannic, das 1916 nach einem Minentreffer ebenfalls sank, und zwar deutlich schneller als die Titanic, aber auch hier kamen offenbar mehrere unglückliche Umstände zusammen.)


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