Schlechte Vorzeichen für deutsche Käufer von Lehman-Zertifikaten: Vor dem Bundesgerichtshof zeichnet sich ein Scheitern ihrer Klagen auf Schadensersatz an. Die Pleite der US-Investmentbank war nach Ansicht der Richter nicht vorhersehbar.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...788617,00.html
Mir kommen die Anleger wie der Bettler Reb Nachum vor.
Die Geschichte geht wie folgt (Quelle Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Chuzpe):
R. N.: „Eine milde Gabe, Herr, eine milde Gabe bitte!“
Rabbi: „Da, Reb Nachum, hast du eine Kopeke.“
R. N.: „Waaas, nur eine Kopeke? Vorige Woche hast du mir zwei gegeben.“
Rabbi: „Ooj..., ich hatte eine schlechte Woche.“
R. N.: „Wie, wenn du eine schlechte Woche hast, soll ich darunter leiden?“
Mir sind Bettler, welche ihr Vermögen in falsche Hände gegeben haben und dieses verlieren, zuwider. Darüber hinaus würde ich mich schämen, meine eigene Dummheit in Bezug auf Totalverlust meines Einsatzes bei Finanzwetten - nichts anderes sind Zertifikate - gerichtlich einzufordern.
Es ist halt wie im richtigen Leben: Mal gewinnt man, mal verliert man! SO WHAT?
Dem mündigen, geschäftsfähigen Marktteilnehmer muss man schon ein gerüttelt Maß an Eigenverantwortung und Information abverlangen können.
Wo steht denn geschrieben, dass Geldanlagen sicher sein müssen?
Sparbuch ist was anderes. Aber das war ja vielen zu poppelig und uninteressan wegen der extrem niedrigen Zinsen.
Und nun wird geflennt!
Definieren Sie bitte einmal "sicher"! Wenn Sie damit so etwas wie "Ausfallrisiko gleich null" meinen, dann werden Sie kaum einen Bankberater finden, der das so seinen Kunden versprochen hat. Im übrigen stand das Ausfallrisiko schwarz auf weiss in den Verkaufsunterlagen.
Der BGH ist nicht dazu da, Dumme vor einer allgmemeinen Lebens- oder Anlagerisiko zu schützen. Alles anderer als ein Freispruch / eine Abweisung der Klage wäre völlig unverständlich. Ich bin froh, dass jetzt nicht auch noch der BGH in die allgemeine Polemik mit einsteigt, deren Lautstärke meist umgekehrt proportional zum Sachverstand ist.
Ich glaube nicht mal, daß die Mehrheit der Geschädigten so dumm war, ihr Erspartes (für Rente, Häuschen etc.) ausschließlich in Zertifikaten anzulegen und nun vor dem Ruin steht.
Bei den meisten wird es wohl nur ein überschaubarer Anteil des Vermögens sein, der nun verloren gegangen ist. Dann wäre es nicht Dummheit, sondern einfach nur Dreistigkeit, die Verluste, die man mit dem spekulativen Teil seines Portfolios eingefahren hat, nun über Klagen wieder reinholen zu wollen.
Vorliegend geht es auch um Interessenkollisionen der Bank: zum einen geht es um Rückvergütungen (Kick-Backs), die die Bank von Lehman als Verkaufsprovisionerhielt. Hier liegt eine gefestigte Rechtsprechung vor: wer die verschweigt, muss mit Schadensersatzansprüche rechnen.
Zudem haben in einer Vielzahl der Fälle die Zertifikate selbst (zu einem geringeren Preis) gekauft und an die Anleger weiterverkauft, ohne diese eigene Absatzinteresse offenzulegen. Hier scheiden sich die Geister: während die einen OLG (so auch Hamburg) darin keine Pflichtverletzung sehen, haben sich anderen (Köln, Frankfurt) auf den Standpunkt gestellt, die Bank sei zu einer Offenlegung ihrer Verkäuferrolle und im Falle der Verletzung dieser Pflicht zum Schadensersatz verpflichtet. Ob dies auch hier eine Rolle spielt, ist der Pressemitteilung bislang nicht zu entnehmen.
Jeder Sparer der einer Bank Geld anvertraut muss derzeit mit einem Totalschaden rechnen. Jeder, auch der nichtgierige Sparer.
Durch die Giralgeldschöpfung liegt die Eigenkapitalquote bei den Banken irgendwo bei 3%.
Wenn durch Verluste bzw. Wertberichtigungen diese 3% aufgezehrt sind, dann ist Ende der Fahnenstange, d.h. die Bank ist insolvent, wenn sie nicht aus anderer Quelle bezuschusst wird, z.B. durch die EZB, oder Staatsgarantien (Merkel: Die Spareinlagen sind sicher).
Genau das ist die derzeitige Ist-Situation.
Unter diesem Gesichtspunkt bezeichne ich als gierigen Zocker jeden der wegen lächerlicher 1,5% Spareinlage sein Geld zur Bank trägt.
Die Konsequenz lautet: hebt Euer Geld ab, bevor die Musik aufhört zu spielen und die Reise nach Jerusalem ein Ende findet.
Die Lehmann-Pleite war nicht nur vorhersehbar, sondern auch von einigesn Personen (zb Paulson) gewollt. Immer, wenn jemand von einer Pleite profitiert, sollte genauer hingesehen werden. Aber was können die Systemtreuen Richter da auch machen?
http://www.forbes.com/sites/halahtou...illion-richer/
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Paulso...le3741036.html