bergen für die Meinungs-Oligarchen in Deutschland natürlich die Gefahr, dass hier mit digitaler Akribie auf Dauer die Systematik der Gehirnwäsche offenbart worden wäre.
Zudem wäre hier sicher auch gnadenlos offengelegt worden, in welche Widersprüche sich Redakeure und Zeitungshäuser verstricken, was den weiteren Verfall der "Meinungsakkzeptanz" aus diesen Häusern beschleunigt hätte.
Kurzum: Es wurde auch als demaskierender Angriff auf die Systempresse gewertet !
Andererseits ist das Leistungsschutzrecht das bislang übelste einer Reihe jüngst durch Schwarz-Gelb verabschiedeter Anti-Blogger-Gesetze und steht im engen Zusammenhang mit der Eindämmung "effizenter freier Meinung" (s.o.) sowie mit der perfiden Vorstellung, die Menschen würden künftig für tendeziellene Polit-Berichterstattung auf breiter Ebene "Pay-Content" akzeptieren.
Kein Zweifel: Da funktionierende "Bezahl-Meinung" in einem "freiem" Internet nicht gewährleistet scheint, werden wir vor dem Hintergrund einer fatalen "Interessensüberdeckung" neoliberaler Politik und dem Meinungsmonopolen der Verleger-Oligarchen in den nächsten Jahren eine systematische Verschärfung in der Auslegung speziell dieses Gesetzes erleben. Der Leser soll auf diese Weise indirekt zum "Meinungskonsum" gezwungen werden und dafür auch noch zahlen.
Es bleibt zu hoffen, dass diese Meinungskartelle, die die Politik hofieren und im Gegenzug für diese Strategie maßgeschneiderte Gesetze erwarten, vom erwachenden Freigeist der Web 2.0-Generation eines besseren belehrt werden. Angesichts der Kreativität der Internet-Gemeinde stehen die Zeichen gut, wodurch Demokratie wieder eine echte Chance bekäme. Sorgen macht mir alleine die große "unkritische" Masse der "Passiv-Konsumenten" in der Bevölkerung.
Die gefährliche Co-Allianz von Presse & Legislative tritt immer öfters in Erscheinung, wird leider noch nicht in der nötigen Weise von der unkritischen Masse verstanden. So konditionieren etwa Bertelsmann-TV (RTL, "Tatort Internet") oder der Kampagnen-Journalismus des größten deutschen Boulevard-Stürmers per Endloskassette das Wahlvolk, damit es die Bekämpfung elementarer eigenen Interessen - nämlich die Äußerung "effizienter freie Meinung" - akzeptiert oder gar fordert.
Weitere Gesetze der Regierung zur Bekämpfung des freien Internets (...im Dienste der Gefälligkeitspresse) sind das Jugendmedienschutzgesetz (JMStV) oder etwa die Änderungen zum Medienstaatsvertrag ("Bücherverbrennung 2.0"). Das JMStV gilt seit 1. Januar 2011 und ist in Wahrheit im Kern das reinste "Behinderungsgesetz" gegen Bloggs und Foren.
Antworten / Zitieren


