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Verkaufshilfe: Sparkasse*sortiert Kunden in Psycho-Kategorien

Genießer, Hedonisten, Performer - in solche Sparten ordnet die Hamburger Sparkasse laut NRD Kunden ein, ohne dass sie davon wissen. Berater sollen durch die Psycho-Profile*gezielter Produkte an die Leute bringen.*Die Bank teilt mit,*sie wolle*nur die "Sprache der Kunden verstehen".

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...727133,00.html
  1. #110

    Haspa

    Das ist doch ein alter Hut. So verfahren doch im Prinzip sämtliche Unternehmen, die etwas verkaufen wollen. Ich empfehle die Bücher von Vance Packard -Die geheimen Verführer,Die unsichtbaren Schranken und Die wehrlose Gesellschaft-, alle erschienen vor 50 Jahren. Das war mal Pflichtlektüre für Werbestrategen und PR-Manager.
  2. #111

    hübsche Satire

    Zitat von hambürger Beitrag anzeigen
    Im normalen Zusammenhängen nicht. Aber es ist zu befürchten, dass der kleine Hobbypsychologe hinterm Sparkassenschalter das - im besten Falle - als "Achtung, hemmungsloser Verschwender, bloß kein Geld geben!" interpretiert.
    Ich als kleiner Kunde sortiere allerdings auch die Geldinstitute meiner Umgebung nach Psychokriterien ein:
    Haspa - kleinkariert, nur für Festangestellte, brauchen für eine Hypodarlehenszusage einen glatten Monat.
    Deutsche Bank - gierig, würden am liebsten Eintritt für die Schalterhalle verlangen, nie ohne Krawatte hingehen.
    Commerzbank - neureich, nachdem sie die Dresdner geschluckt haben. Tun am Anfang freundlich, um Neukunden anzulocken, sind aber in Wirklichkeit knallhart.
    Postbank - (noch) sehr kundenfreundlich, sind aber auf keinem guten Weg.

    schade, hier fehlt der Button " gefällt mir ". Danke, ich habe über ihren Beitrag herzlich gelacht.
  3. #112

    Krawatte

    Zitat von hambürger Beitrag anzeigen
    Deutsche Bank - gierig, würden am liebsten Eintritt für die Schalterhalle verlangen, nie ohne Krawatte hingehen.
    _Das_ kann ich jedem Kunden nur empfehlen. Zumindest zu Verhandlungen. Wenn Geld von der Bank haben will empfiehlt es sich _dringend_ so auszusehen, als wenn man es nicht nötig hätte.
  4. #113

    Beamte

    Zitat von Fettnäpfchen Beitrag anzeigen
    Seit langem gibt es bei den Banken den Begriff "AD-Kunde", wobei A für alt steht und D für doof. Den unwissenden Alten kann man am leichtesten irgendwelche Produkte andrehen, die sie nicht brauchen (Stichwort Lehmann). Zudem sind sie meistens seit mehreren Dekaden Kunden ihrer Bank und haben (leider!) ein fast unerschüttliches Vertrauen zu "ihrem" Berater, dessen Vertrauenswürdigkeit fast mit derjenigen eines Beamten gleichgesetzt wurde.
    Schlimmer noch: Viele ältere Mitbürger glauben tatsächlich, dass es sich um Beamte handelt! "Schalterbeamte", das Wort habe ich schon oft gehört...
  5. #114

    Berater?

    Zitat von kaba06 Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollte man sich eher mal Gedanken darüber machen, ob Banken/Versicherungen usw. überhaupt noch mit Aussagen wie "Beratung" werben dürfen.
    Genau das ist der springende Punkt. Viele - vor allem oft ältere Menschen - sehen in dem Berater der Sparkasse den freundlichen "Bankbeamten", der ihnen hilft.

    Es muss klar sein, dass dieser Berater ein Verkäufer ist. Das kann man gar nicht oft genug sagen.
    Im übrigen erwarte ich von den Verkäufern in unserer Firma, dass sie ihren potentiellen Kunden entsprechend einordnen - durchaus nach ähnlichen Kriterien wie die HaSpa. No big deal - und ganz sicher kein Fall für den Datenschützer.
    Der informierte Kunde weiß das und kann damit vorzüglich spielen.
  6. #115

    Titel yok

    Zitat von kleineheye Beitrag anzeigen
    Diese Zuordnungen (...) sind gängige Praxis in allen Bereichen der Konsumenten-Marketings. Und das seit Jahrzehnten! Wieder einmal pure Panikmache.

    Volle Zustimmung. Und dass die Anbieter ihr Zeug verkaufen- und daran Geld verdienen wollen, ist auch nicht ganz neu. Vielleicht sollte man zum nächsten 1. April mal eine Meldung rausgeben: "Skandal - Mehrheit aller Unternehmen arbeitet mit Gewinnstreben!". Das gibt bestimmt bürgerkriegsähnliche Zustände. ;-)
  7. #116

    da hat man wohl etwas falsch verstanden

    Milieumodelle, wie hier verwendet oder auch die bereits genannten Sinus-Milieus, sind eine durchaus sinnvolle Sache - für die Marketingplanung. Allerdings gibt es da einen großen Unterschied zum hier vorliegenden Fall.

    Seine Produkte so zu gestalten, dass sie auf bestimmte Kundentypologien passen, halte ich für legitim und in Ordnung. Das macht man üblicher Weise abstrakt, d.h. ein Produkt würde beispielsweise perfekt auf "Performer" ausgerichtet. Ob dann jemand, der sich für das Produkt interessiert, ein Performer ist oder nicht, spielt normaler Weise keine Rolle.

    Etwas völlig anderes ist es aber, eine individuelle Person solch einer Typologie zuzuordnen.

    Jeder, der sich schon ein mal mit solchen Modellen beschäftigt hat, weiß dass es nahezu unmöglich ist, eine Einzelperson einem bestimmten Milieu zuzuordnen. So einfach sind Menschen nun ein mal nicht gestrickt. Was also für eine abstrakte Marketingplanung hervorragend funktioniert, läßt sich nicht ohne Weiteres auf Einzelpersonen anwenden.

    Nehmen wir mal an, es ginge doch. Dann wäre es eine extrem komplexe Aufgabe, eine Person derart genau zu beurteilen. Hierfür müßte man eine Vielzahl von Faktoren messen.

    Soweit ich verstanden habe, erfolgte die Klassifizierung nicht aufgrund des Kontostands etc. sondern mittels subjektiver Einschätzung des Bankberaters. Diese Feststellung sagt eigentlich schon alles.

    Ich halte es für ausgeschlossen, dass ein Bankberater ohne umfassende Schulung überhaupt hierzu in der Lage ist. Vermutlich ist er es auch nach der Schulung nicht, da er die nötigen Informationen nicht in diesem Umfang erlangen kann. Eine Einteilung aufgrund der subjektiven Einschätzung (und nicht objektiver Kriterien) ist überdies ohnehin wertlos.

    Praktisch kann man also davon ausgehen, dass die Ergebnisse dieser Klassifizierung weitgehend unbrauchbar sind.

    Selbst wenn sie brauchbar wären denke ich - und ich bin eigentlich ein Freund von Milieumodellen - dass die Verwendung solcher Erkenntnisse im persönlichen Verkauf und insbesondere in Beratungsgesprächen in einer Bank äußerst fragwürdig ist. Wohlgemerkt, selbst wenn diese auf einer soliden Grundlage stehen würden. Bedenkt man jetzt noch, dass hier äußerst unzuverlässige Daten für einen ziemlich fragwürdigen Zweck eingesetzt werden, ergibt sich für mich insgesamt ein wenig seriöses Bild.

    Das liegt aber nicht an den Milieu-Modellen, sondern daran, wie sie hier verwendet wurden.
  8. #117

    Firmen

    Zitat von emil tischbein Beitrag anzeigen
    KLöstlich, wirklich köstlich.
    Würde ja gerne mal wissen, in wievielen ARD-Anstalten die SINUS-Milieus benutzt werden.

    und @ SPON: Einfach mal in der eigenen Marketingabteilung nachfragen. Die werden sich krümmen vor Lachen über Leute, die in den SINUS-Mileus ein Problem sehen
    Manche wollen einfach nicht verstehen, dass (auch juristisch) einen Unterschied gibt, ob man _Gruppen_ von Menschen in Sinus qualifiziert (das gibt dann die sogenannten Zielgruppen), oder _einzelne Menschen_.

    Bei letzteren erzeugt diese Einordnung logischerweise "personenbezogene Daten", und deren Verarbeitung ist _illegal_ sofern der Betroffene dem nicht zugestimmt hat.
    Das hat er hier aber nicht, weil die Haspa das ihren Kunden ja nicht erzählt hat.
    Und ganz abgesehen vom Juristischen: Sinus macht nur Sinn bei der Einordnung von Gruppen. Das war nie gedacht als individuelle Klassifizierung, und das ist auch wissenschaftlich nicht fundiert, zumal diejenigen, die so eine Einordnung vornehmen, gar nicht qualifiziert sind dafür.

    Das sind statistische Klassifizierungen und keine individuellen.
  9. #118

    SPON und die Medien...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Genießer, Hedonisten, Performer - in solche Sparten ordnet die Hamburger Sparkasse laut NRD Kunden ein, ohne dass sie davon wissen. Berater sollen durch die Psycho-Profile*gezielter Produkte an die Leute bringen.*Die Bank teilt mit,*sie wolle*nur die "Sprache der Kunden verstehen".

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...727133,00.html
    ...arbeiten ebenfalls mit diesen Zielgruppen-Milieus des Sinus-Instituts, um ihre Leser, bzw. Hörer, Seher und Online-Nutzer als attraktive Premium-Zielgruppen für möglichst viele Branchen erfolgreich der werbungtreibenden Industrie als hochkarätiges und kaufkräftiges Kundenpotential zu verkaufen. Das Ergebnis sieht man dann als Anzeigen, Funk- und TV-Spot sowie u.a. als Online-Pop Up. Und diese Werbeformen lassen sich die Medien je nach Qualität ihrer Nutzer "angemessen" bezahlen. So kostet die Schaltung einer einzigen Anzeige im SPIEGEL 57.037 Euro!
  10. #119

    Schalterhygiene

    Zitat von Johanna.1.15 Beitrag anzeigen
    Aber früher war die Aufteilung etwas gröber. So zum Beispiel bei der Deutschen Bank, die doch irgendwann Ende der 90-er die Zweiteilung der Konten auf zwei Institute eingeführt hatte:
    a) Deutsche Bank für normale, anständige Kunden
    b) "Deutsche Bank 24" für Leute mit weniger als 100.000 DM auf dem Konto

    Gut daran war, dass der Bankname "DB" oder eben "DB 24" auch gross und deutlich auf der EC-Karte und der Kreditkarte aufgedruckt war, dann wusste man gleich, mit wem man es zu tun hatte...
    Noch lustiger ist das, wenn man weiß, dass dieses Einordnungsprogramm der Deutschen Bank bankintern unter dem Schlagwort "Schalterhygiene" lief ;-)


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